2. Kapitel

Detmold 1826-1833

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Wohnen und Arbeiten

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Die Ortsansicht zeigt Detmold zur Lortzingzeit etwa vom Alten Postweg aus; gut zu erkennen in der Mitte zwischen den Türmen von Schloss und Marktkirche ist das Gebäude des 1825 gebauten Hoftheaters. Am linken Rand die lange Häuserzeile der Neustadt mit der Friedamadolfsburg (dem heutigen Neuen Palais) am Ende.

Detmold vom Büchenberge, nach der Natur von Friedrich Wilhelm Stüver, 1828
Lithografie auf Papier, 33 x 45 cm
Reprint, ohne Signatur

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Statistik „Lortzing in Detmold“

Lortzing Spielorte

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Diese Ansicht des Rosentals ziert Theaterzettel des Detmolder Hoftheaters um 1830. Rechts Lortzings erstes Wohnhaus.

Das Rosental mit dem Hoftheater
Kupferstich von Heinrich Pollem, um 1830
im Original 12 x 20 cm auf Karton
GA B 338

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Familie Lortzing wohnte von 1827 bis zum 2. Februar 1830 im Landgrafschen Haus am sogenannten Kleinen Markt in Detmold, auf dieser lavierten Zeichnung von Julius Geißler das Haus, hinter dem der Turm der alten lutherischen Kirche emporragt.

Marktplatz in Detmold, 1842
Lavierte Bleistiftzeichnung von Julius Geißler
im Original Papier auf Karton
HSA 22, 92

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August Pichler (1771-1856) war der erste Leiter der 1825 eingerichteten Detmolder Hoftheatergesellschaft und führte das Haus bis 1848. Das Theater in Pyrmont ließ er auf eigene Kosten bauen. Er wirkte als Regisseur, spielte aber auch selbst.

August Pichler, 1839, Porträt von Th. Walther, lithografiert von Heinrich Pollem
Lithografie auf Papier, 29 x 38,2 cm
GA B 290

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Anton Pichler (1812-1886) war ein Sohn des Theaterdirektors und ebenfalls Schauspieler. Er karikierte Grabbe auf der Detmolder Bühne durch seinen Auftritt in der Komödie Das Kamäleon am 29. Dezember 1828.

Anton Pichler, 1842, Porträt im Profil von Julius Geißler
Bleistiftzeichnung auf Papier
HSA 22,30

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Ludwig Menke (1822-1882) war Zeichenlehrer in Detmold. Von ihm sind zahlreiche Bilder und Skizzen erhalten von Gebäuden und Landschaften der Region. So wie 1866 dürfte das Theater auch bereits bei seiner Errichtung ausgesehen haben, gesehen vom Schlossgarten.

Das Hoftheater in Detmold, Ludwig Menke, 1866
Lithografie im Oval, auf Papier, 13,5 x 20,8 cm
1 D 45

»Don Juan und Faust«

Grabbes Don Juan und Faust ist nicht nur das einzige eigene Werk, das sein Autor zu Lebzeiten auf der Bühne erlebte, sondern auch die einzige bekannte Zusammenarbeit zwischen Grabbe und Lortzing. Der gedruckte Text wurde kräftig bearbeitet – z. B. die Akteinteilung geändert; einige Figuren gestrichen – und dann wurden aus der neuen Textfassung die Rollenhefte ausgeschrieben. Lortzing spielte den Don Juan und stellte eine Schauspielmusik zusammen; die Ouvertüre komponierte er neu. Wie die Inszenierung aussah, lassen das Regiebuch und das Kostümbuch der Hoftheatergesellschaft erahnen.

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Christian Dietrich Grabbe. Don Juan und Faust.
Frankfurt am Main : Kettembeil, 1829.
Souflier-Buch für die Aufführung am 29.3.1829
GA 9.1829 2. Ex.

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Don Juan und Faust
Rollenhefte, Konvolut
T 243

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Albert Lortzing: Don Juan und Faust,
Schauspielmusik, Ouvertüre
Eigenhändige Partitur (Fragment)
Mus-L 19 a 1

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Regiebuch der Hoftheatergesellschaft
Eintrag zu „Don Juan und Faust“ von Grabbe, 12 Seiten
TA 49, S. 197-210

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Herr Greenberg in der Rolle des Gouverneurs trägt den „Keißer anzug aus Hans Sax“ und den „Harnisch aus Don Juan“, Herr Pichler in der Rolle des Leporello einen „Leporelloanzug“. — Die Kostüme aus dem Fundus der Theatergesellschaft verknüpfen die Aufführung von Grabbes Drama mit anderen Aufführungen; die „intermateriellen“ Beziehungen spiegeln damit die intertextuellen Bezüge.

Kostümbuch der Hoftheatergesellschaft
Eintrag zu „Don Juan und Faust“ von Grabbe
TA 54, S. 278

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Das Rechnungsbuch der Hoftheatergesellschaft zeigt für Februar / März 1829 eine Ausgabe für zwei Degen – vermutlich neu beschafft für die Duellszene in Grabbes Drama.

Rechnungsbuch Februar / März 1829
Titel III, Ausgabe für Garderobe Eintrag Nr. 407
TA 7a

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Das Einnahmeverzeichnis der Hoftheatergesellschaft zeigt, dass Grabbes Stück außerhalb des Abonnements gespielt wurde, und belegt eine Einnahme von rund 97 Talern.

Rechnungsbuch 1829
Einnahmen, März 1829, Eintrag Nr. 29
TA 7

Nachleben in Detmold

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Haus Rosental Nr. 5 in Detmold
Bei der Enthüllung der Lortzing-Gedenktafel am 31. Oktober 1926
Fotografie, im Original 10 x 13,9 cm
Mus-L 155-124A

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Einweihung des Lortzing-Denkmals in Detmold am 9. Juni 1904
Fotografie
Mus-L 155-135,2

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