Neben den großen Sondersammlungen zu Lippe, Literatur, Musik, besitzen wir einige kleinere Bestandsgruppen, die gesonderter Betrachtung wert sind. Hier stellen wir sie vor.

Die sozial- und zeitgeschichtliche Sammlung
Die Grundlage der Sozial- und zeitgeschichtlichen Sammlung (Signaturengruppe Soz) geht auf die Sammeltätigkeit Eduard Wiegands zurück, der die Bibliothek von 1933 bis 1945 leitete (in Personalunion mit dem damaligen Staatsarchiv). Wiegand war überzeugter Nazi und sammelte NS- und auch gegnerisches Schrifttum und andere Medien zu dokumentarischen Zwecken. Das sogenannte »Zeitgeschichtliche Archiv« wurde nach dem Ende des Nazi-Regimes auf Beschluss der Britischen Militärregierung teilweise der Bibliothek überlassen (rund 2.000 Druckschriften), ein weiterer Teil ging an das Lippische Staatsarchiv. Der Bestand konnte in den 1960er Jahren mit DFG-Unterstützung in einem Zettelkatalog erschlossen werden. Einige Sammlungsbestandteile wie die Plakatsammlung wurden später ergänzt; die sozial- und zeitgeschichtliche Plakatsammlung enthält daher z.B. auch Plakate von kulturellen Veranstaltungen aus den 1950er und 1960er Jahren. Für die Plakatsammlung liegt eine Abschrift des Zettelkatalogs als PDF vor.
- Katalog Soz-Plakatsammlung (PDF)

Die Kriegszeitungssammlung
Während des ersten Weltkriegs legte die damals Fürstliche Bibliothek eine »Kriegssammlung« an, die Flugblätter, Plakate, Kriegsdrucksachen und Feldzeitungen enthielt. Nach der Niederlage erlahmte das Interesse an den Dokumenten und sie blieben großenteils unbearbeitet. Der Bestand wurde im Sommer 2005 wiederentdeckt und aufgearbeitet, teilweise digitalisiert. Julia Hiller von Gaertringen erarbeitete einen Katalog, der gedruckt und als Digitalisat vorliegt.

Die Sammlung Vivatbänder
Die Bücher des Bundes der „Euthanasie“-Geschädigten und Zwangssterilisierten (BEZ)
Der Bund der „Euthanasie“-Geschädigten und Zwangssterilisierten (BEZ) als bundesweit arbeitende NS-Opferorganisation der Zwangssterilisierten und „Euthanasie“-Geschädigten hatte seinen Sitz – bis zu seiner Auflösung 2009 – in Detmold. Die Landesbibliothek hat die Arbeitsbibliothek des BEZ in den Bestand aufgenommen, um diese Spezialliteratur verfügbar zu halten. Die Sammlung enthält wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Literatur zum Thema Zwangssterilisation und „Euthanasie“ sowie Biographien. Die Sammlung des BEZ wurde in den 22 Jahren seines Bestehens zusammengetragen und umfasst mehrere hundert Bände; der Bestand ist ausleihbar. (Im elektronischen Katalog kann die Literatursuche auf diesen Sonderbestand unter „Sammlungen“ eingeschränkt werden.)
Die Archivbestände des Vereins sind im Landesarchiv NRW, Abteilung OWL unter der Signatur D 107/73 in Detmold einsehbar. Die Diplomarbeiten und Dissertationen des BEZ-Bestands sind ebenfalls im Landesarchiv und dort benutzbar.
Die Arbeitsgemeinschaft des Bundes hat →hier ihre Webseite.



