3. Kapitel

Lortzing im Porträt

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Jugendbilder

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Das Porträt wurde in der Literatur oft als „Jugendbild“ bezeichnet; vermutlich, da es sehr weiche Gesichtszüge zeigt. Es ist aber wohl ein deutlich späteres, aus bekannten Porträts gleichsam nachempfundenes Bild. – Auch von diesem Bild gibt es zahlreiche Varianten; dies ist die älteste uns bekannte Wiedergabe.

Albert Lortzing, Porträt, nach 1880
Kurz & Allison Art Studio, Chicago
Lithografie auf Papier, 54,7 x 69 cm,
Mus-L 155,2-6

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Das einzige Porträt, auf dem Lortzing einen Schnurrbart trägt. Es gibt mehrere Varianten. Vermutlich das Urstück ist das hier als Wiedergabe in einer schwarzweißen Postkarte gedruckte Stück. Der Verbleib des Gemäldes ist nicht bekannt; der Künstler auch nicht. Da es Lortzing in jungen Jahren und mit Schnurrbart zeigt, lässt sich spekulieren, dass es in Weimar vom Onkel Friedrich Lortzing, vielleicht um 1825 gemalt wurde.

Albert Lortzing mit Schnurrbart, um 1880
Unbekannter Künstler
Druck eines Gemäldes, Karton, 19,9 x 29,8 cm
Mus-L 166-6,2

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Möglicherweise war um 1900, als diese Variante entstand, der Verbleib des Gemäldes noch bekannt. Auf der anderen Seite irritiert die helle Haarfarbe in diesem farbigen Postkartendruck.

Albert Lortzing mit Schnurrbart, um 1900
Unbekannter Künstler, aus der Reihe „Wiener Kunst“
im Original Postkarte, 9 x 14 cm, aus dem Besitz von Hans Lortzing
Mus-L 155-12

50A
Albert Lortzing mit Schnurrbart, um 1900
im Original Postkarte, 9 x 14 cm,
Mus-L 155-18

Zwei einmalige Porträts, die Georg Richard Kruse in seiner Lortzing-Biographie 1899 veröffentlichte. Über den Verbleib der Originale ist nichts bekannt.

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Albert Lortzing im Profil nach links, mit Notenblatt
„aus der Detmolder Zeit“, „aus der Privatsammlung des früheren Schauspielers Gustav Priewe im Seebad Heringsdorf“
Druck in: Georg Richard Kruse: Albert Lortzing. Berlin 1899
Mus-Lb 5K1, S. 19

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Albert Lortzing „im Jahr 1839“
„nach eine Aquarell von E. Brand im Besitz des Malers J. H. Bey in Leipzig“
Druck in: Georg Richard Kruse: Albert Lortzing. Berlin 1899
Mus-Lb 5K1, S. 49

Daguerrotypie 1844

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Die Daguerrotypie vom 20. Juli 1844 in Frankfurt zeigt Lortzing mit dem Freund Philipp Reger. Sie ist das einzige bekannte fotografische Porträt. Die Ablichtung ist seitenverkehrt – das ergibt sich aus der Technik.

Albert Lortzing und Philip Reger, 1844
Daguerrotypie, hier als Repro von
Mus-L 155-48

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Das Porträt ließ die Deutsche Pensionskasse für Musiker in Berlin um 1900 vermutlich als Gabe für ihre Mitglieder anfertigen. Das Porträt zeigt Lortzing wie die originale Daguerrotypie von 1844 seitenverkehrt; die Flasche Wein auf dem Tisch und der Freund Philipp Reger sind herausretouschiert.

Lortzing sitzend bei einem Glas Wein, 1844
Heliogravure auf Papier, 42,3 x 58,5 cm, um 1900
Mus-L 155-37

Lortzings Porträtfoto wurde, mehr oder weniger gelungen und überzeugend, als Fanartikel in zahlreichen Varianten weiter vertrieben.

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Albert Lortzing, Brustbild nach links
Fotografie eines Gemäldes,
Mus-L 155-17,2

56
Albert Lortzing, „nach einer alten Daguerrotypie“
Druck, 9 x 9,6 cm (Die Musik VI.3)
Mus-L 155-17,1

Schramm 1842

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„Da, liebes Bruder, bring’ ich Dir meine Fratze“ schrieb Lortzing dem Freund Philipp Düringer zu dessen 33. Geburtstag am 25. Juli 1842. Das beigefügte Porträt von Johann Heinrich Schramm, gestochen von Andrew Duncan, ist vermutlich in Leipzig entstanden und wurde seit Ende März vertrieben. Es ist das erste zur Vervielfältigung vorgesehene Porträt des Komponisten.

Johann Heinrich Schramm: Albert Lortzing, 1842
gestochen von Andrew Duncan im Auftrag von Baumgärtners Buchhandlung, Leipzig
Kupferstich auf Papier, 20,8 x 27,9 cm
Mus-L 155-27,2

Das Schramm-Porträt wird wiederverwertet, sowohl vom produzierenden Verlag selbst als auch von anderen. Allerdings handelt es sich nicht um einen unveränderten Abzug der Druckplatte, wie man an dem Schatten auf der Stirn unterm Haar sieht, und die Signaturen der Künstler wurden entfernt. Eine spätere Variante zeigt eine mit einem fotografischen Verfahren erzeugte Reproduktion, die im Kartenformat vertrieben wurde.

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Johann Heinrich Schramm: Albert Lortzing, 1842
neu gestochen im Auftrag von Baumgärtners Buchhandlung, Leipzig
Kupferstich auf Papier, 20,8 x 27,9 cm
Mus-L 155-8,3

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Albert Lortzing, nach Schramm
Gustav Schauer, Photographisches Kunst- und Verlags-Institut (Berlin)
Karton, ca 6 x 9 cm
Mus-L 155-9,1

Die Verbreitung von Schramms Porträt lässt sich auch daraus ablesen, wie intensiv es nachgenutzt wurde.

60
Albert Lortzing nach Schramm
Holzstich als Druck in einer Publikumszeitschrift, wohl um 1860
im Original Papier, 11,6 x 15,2 cm
Mus-L 155-20

61
Albert Lortzing nach Schramm, gespiegelt
Holzstich als Druck in einer Publikumszeitschrift, wohl um 1860
im Original Papier, 6,1 x 20,2 cm
Mus-L 155-22

Weitere Porträt-Varianten, die auf Schramm (1842) zurückgehen, das letzte eine fotografische Wiedergabe eines ansonsten völlig unbekannten Gemäldes. Alle drei wurden als Postkarten vertrieben.

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Ernst Hader: Albert Lortzing, 1877
Gemälde fotografiert von Sophus Williams, Berlin
Postkarte, im Original 6,7 x10,6 cm, hier vergrößertes Repro von
Mus-L 155-11,1

63
Albert Lortzing, ohne Jahr
Postkarte, im Original 8,5 x13,6 cm,
Mus-L 155-11,3

64
Lortzing am Schreibtisch neben dem Klavier, ohne Jahr
Gemälde eines unbekannten Künstlers,
Postkarte, 8,7 x 13,6 cm,
Mus-L 155-3

Schlick 1845

65
Die Lithografie stammt von Gustav Schlick (1804-1869), der Lortzing wohl Leipzig kennengelernt und „sehr ähnlich … konterfeyt“ hat, wie Lortzing gegenüber dem Freund Reger (im Brief vom 21.10.1845) selbst urteilt.

Gustav Schlick: Albert Lortzing, 1845
Lithografie im Original,
hier als gedruckte Postkarte
Mus-L 155-10,3

66
F. G. Busse: Albert Lortzing, 1851
Kupferstich nach Schlick, 35,8 x 51 cm (Blatt)
Berlin: J. Hesse / Leopold Lassar
GAB 303

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Das gemalte Porträt stammt von dem Maler Wilhelm Ferdinand Souchon und entstand Ende der 1850er Jahre für die Leipziger Tunnel-Gesellschaft. Souchon nahm offenkundig Schlicks Porträt als Vorlage.

Wilhelm Souchon: Albert Lortzing, um 1858
Gemälde (verschollen)
hier als vergröpertes Repro eines Fotos im Druck
aus Mus-Lb 7 T 1, S. 41

Diese zwei Varianten von Schlicks Porträt belegen dessen fortdauernde Attraktivität auch im 20. Jahrhundert. Helene Varges (1877-1946) präsentiert Lortzings Antlitz in Farbe; Wilhelm Pech mit feinem Strich.

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Albert Lortzing
kolorierte Heliogravure von Helene Varges
Karl Werckmeister Kunstverlag, Berlin
19,8 x 23,5 cm (Blatt)
Mus-L 155-26

69
Albert Lortzing
Kaltnadelradierung von Wilhelm Pech
etwa 1930 (?)
9,3 x 11,5 cm (Druckplatte)
Mus-L 155-25

70
Das Gemälde hängt in den Magazinen des Lippischen Landesmuseums und dürfte nach Schlick bzw. Souchon im 20. Jahrhundert entstanden sein, um Detmolder Repräsentationsbedürfnissen zu genügen, vielleicht zur Lortzing-Feier 1926.

Albert Lortzing, von unbekannter Hand, nach Schlick / Souchon
Foto eines gerahmten Gemäldes aus dem Bestand des Lippischen Landesmuseums
Mus-L 155-10,2

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Eine von Marie von Liel (* 1847) vielleicht um 1890 gemalte Variante, die als bunte Postkarte reproduziert wurde. Wo Liels Werk verblieb, ist nicht bekannt.

Marie von Liel: Albert Lortzing
farbige Postkarte 10,6 x 14,8 cm nach Gemälde
Druck durch F. A. Ackermanns Kunstverlag, München
Mus-L 155-15

72
Das Bild wurde vermutlich bereits als Postkarte geplant – man beachte die verschobene Brosche auf Lortzings Hemd.

Albert Lortzing
farbige Postkarte 9 x 13,9 cm, nach 1917
Kunstverlag Max Sinz, Dresden, 4. Folge Nr. 47
Mus-L 155-16

Scheuchzer 1840/1869

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Das Porträt soll Lortzing um 1840 zeigen, entstand aber vermutlich erst 1869 und dürfte sich daher an früheren Porträts orientieren. Durch die meisterhafte farbige Aquarellierung wirkt es außerordentlich lebendig.

Lortzing, Porträt von Caspar Scheuchzer, datiert Leipzig 1840
aquarellierte Lithografie, 19 x 24,5 cm
Mus-L 155-14

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Diese Fassung des Scheuchzer-Porträts wurde 1869 im Druck vervielfältigt, als Teil einer Gabe für die Zürcher Jugend.

Caspar Scheuchzer: Albert Lortzing
Mus-Lb 1W1, Vorsatzblatt

Dass es sich hier um Varianten von Scheuchzers Porträt handelt, lässt die Stuhllehne unterm Arm erahnen. Beide Versionen wurden als Postkarten vertrieben, vermutlich um die Jahrhundertwende.

75
Albert Lortzing, Porträt
Postkarte, 9 x 13,8 cm
gelaufen am 23.1.1903
Mus-L 155-13,3

76
Albert Lortzing, Porträt im Oval mit zwei Notenblättern darunter
Postkarte, 8,9 x 13,8 cm
„Mit Genehmigung von Ed. Bote & G. Bock“
Verlag Hermann Leiser, Berlin Wilmersdorf, nach 1907
Mus-L 155-13,2

Prinzhofer 1846

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Das Porträt entstand während Lortzings erstem Wiener Aufenthalt im Mai/Juni 1846.

Lortzing sitzend am Tisch, Porträt von August Prinzhofer, Wien 1846
Lithografie auf Papier, 22 x 22 cm (Motiv)
Mus-L 155-36

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