III. „Das Büchlein ist nun einmal wie es ist“

Literarische Anfänge – exotische Gedichte 1832-1838

Im Januar 1832 wechselt Freiligrath als Kommis nach Amsterdam, Anfang 1836 kehrt er für ein Jahr nach Soest zurück.

In Detmold stirbt am 12. September 1836 Christian Dietrich Grabbe. Freiligrath schickt sein Gedicht Bei Grabbes Tod an Gustav Schwab. Es erscheint am 22. Oktober im „Morgenblatt für gebildete Stände“.

1837 übernimmt Freiligrath eine Stelle in einer Textilfirma in Barmen. Dort versammelt sich ein literarischer Zirkel, der so genannte „Freiligrath-Verein“, um ihn. Dieser literarische Kreis besteht aus Kaufleuten, Lehrern, Literaten und Doktoren. Bei den regelmäßigen Treffen werden eigene Dichtungen vorgetragen oder gemeinsam Dramen (vornehmlich Shakespeare) mit verteilten Rollen gelesen.

Freiligrath beginnt damit, seine exotischen Gedichte für den Druck zusammenzustellen. Der Gedichtband erscheint 1838 bei dem Verleger Cotta und begründet Freiligraths frühen Ruhm. Er erlebt zu seinen Lebzeiten 35 Auflagen dieses Bandes!

Freiligrath fasst den Entschluss, fortan als freier Schriftsteller zu leben.

35
General view of Amsterdam – Vue générale D’Amsterdam – Gezigt op Amsterdam, Stahlstich von A. H. PAYNE nach WILLIAM HENRY BARTLETT, London, Lane, ca. 1840
FrS B 158

Gesamtansicht der Stadt Amsterdam vom Hafen aus betrachtet.

36
Kermesse (Kirmes) in Amsterdam, Stahlstich von Adolphe und Emile Rouargue bei F. Chardon, 1847
FrS B 156

37
Stammbuch Ferdinand Freiligraths mit Eintragungen aus den Jahren 1825 bis 1836. – 44 Bll.
FrS 199a

Aufgeschlagen Bl. 30r/32r mit Eintragungen seiner Soester Freunde Heinrich Jerrentrup und Adolf Rocholl

38
Ferdinand Freiligrath, eigenhändiger Brief mit Unterschrift an Ludwig Merckel in Marburg, dat. Soest, 27. Juli 1829. – 1 Dbl., 2 S.
FrS 43

Freiligrath beglückwünscht den Jugendfreund und ehemaligen Mitschüler vom Gut Braunenbruch bei Detmold zur Aufnahme des Theologiestudiums in Marburg. Er berichtet über eigene poetische Arbeiten und Übersetzungen (Scott und andere englische Klassiker, auch Horaz) und teilt ihm die ersten beiden Strophen seines Gedichts „Die Zerstörung von Persepolis“ in italienischen Stanzen mit. Dichter sollten sich überhaupt, bevor sie zur Selbständigkeit kommen, in der Übersetzungskunst üben; viele andere literarische Größen waren wie er jetzt als Kaufmann tätig.

39
Ferdinand Freiligrath, eigenhändiger Brief mit Unterschrift an Louise Christiane Clostermeier in Detmold, dat. Soest, 12. Januar 1832. – 1 Dbl., 4 S.
GA Ms 401

Freiligrath kündigt seinen bevorstehenden Wechsel nach Amsterdam an, wo er im „bedeutenden Comptoir“ des Großhandelshauses Sigrist eine Stelle erhalten hat. Seinem Onkel Moritz Schwollmann ist der Inhaber aus gemeinsamer Soldatenzeit her bekannt. Er entschuldigt sich dafür, dass er Grabbe in seinem Gedicht „Wintermärchen“ so despektierlich behandelt hat.

40
Ferdinand Freiligrath, eigenhänd. Brief mit Unterschrift an August Schnezler in Mannheim, dat. Soest, 14. Januar 1837. – 3 Bll., 8 S.
FrS 86

Mit August Schnezler (1809-1853) und Ignaz Hub gab Freiligrath von 1838 bis 1841 das literarische Jahrbuch „Rheinisches Odeon“ heraus. – Da es bisher kein Porträt von ihm gibt, übermittelt er eine Beschreibung seines Aussehens:

Wie ich aussehe? Thust ja schier, als ob ich ein Mägdlein wäre. Ich werde ordentlich schamroth, schlage die Augen nieder und zupfe – nicht an der Schürze, aber doch am Schlafrock. Nun höre, wenn Du’s denn wissen willst, ich bin ein garstiger Kerl. Mein Haar ist schwarz, auf fünfhundert schwarze kommt aber schon ein weißes; meine Stirn könnte besser sein; mein Auge soll funkeln, wenn ich warm werde; mein ganzes Gesicht aufgedunsen wie meine Verse – ich möchte mich anspeien! (…) Uebrigens rauch’ ich weder, noch, pfui Teufel, schnup’ ich Tuback. Ad vocem Schnuptuback: meine Nase ist stumpf! …

41
Ferdinand Freiligrath (Soest), Der Blumen Rache. – In: Das Sonntagsblatt. Minden. 15 (1831), St. 49 vom 4. Dec.
V 50.4° (1831)

Erstveröffentlichung des populären Gedichtes.

42
Ferdinand Freiligrath, eigenhändiger Entwurf seines Gedichts „Der Blumen Rache“, Bleistift mit zahlreichen Korrekturen, Herbst 1831. – 1 Bl., 2 S.
FrS 180a

Auf des Lagers weichem Kissen
Ruht die Jungfrau, schlafbefangen,
Tiefgesenkt die braune Wimper,
Purpur auf den heißen Wangen …

43
Gunloda. Westfälisches Taschenbuch für 1833. – Hrsg. von Moritz Bachmann. – Paderborn: Wesener in Comm., [1832]. – 305 S.
B 7.1832

Darin Freiligraths Gedichte: Im Walde, Die Tanne, Die Amphritrite, An Afrika, Der Tod, Das kranke Kind, Der Falk, Die Blüthe, Hafengang, Die Auswanderer, Schwalbenmährchen, Prinz Eugen, Piratenromanze.

Der Paderborner Jurist Moritz Bachmann (1783-1872) gab eine Reihe regionaler westfälischer Taschenbücher und Almanache heraus, die meist recht kurzlebig waren; er selbst publizierte Gedichte, Erzählungen und Übersetzungen. Der Zeitschrift „Gunloda“ und dem Sammelwerk „Kränze“ verdankt Freiligrath die Veröffentlichung einiger seiner frühen Gedichte.

44
Bachmann, Moritz: Kränze. 1. Frühlingsblumen. – Rinteln: Osterwald, 1834. – 159 S.
FA 2.1834

Enthält die Gedichte Freiligraths: Der Schlittschuh laufende Neger, Zwei Feldherrngräber, Florida of Boston, Barbarossa’s erstes Erwachen, Griechenland, Das Geheimnis, Der Schwertfeger von Damaskus, Der Scheik am Sinai, Meerfabel, Audubon, Die Griechin auf der Messe, Der Divan der Ereignisse, Der letzte Mensch.

45
Deutscher Musenalmanach für das Jahr 1837. Hrsg. von Adelbert von Chamisso und Gustav Schwab. – 8. Jahrgang. – Mit H. Heine’s Bildnis. – Leipzig: Weidmann, [1838]
B 11.1830a

Darin Freiligraths Gedichte: (Jg. 6:) Scipio, Löwenritt, Moos-Thee, Anno Domini …? – (Jg. 7:) Am Kongo, Gesicht des Reisenden, Fieber, Der Tod des Führers, Der Wassergeuse. – (Jg. 8:) Nebel, Leviathan, Odysseus, Henry, Ein Flüchtling, Vorgefühl.

46
Gustav Schwab, Stahlstich von Th. Weger, Leipzig, Volkening, 1870
FrS B 148

47
Adelbert von Chamisso, Stahlstich, undatiert und unbezeichnet
FrS B 151

48
Ferdinand Freiligrath, eigenhändiger Brief mit Unterschrift an Carl Weerth in Detmold, dat. Stuttgart, 11. Juli 1869. – 1 Dbl., 1 S. – Nebst Photographie der Karikatur „Der Löwenritt“ (Kayser & Co., Photogr. –Artist. Inst., Stuttgart) im Umschlag
FrS 263

Lieber theurer Freund, der bekommende Reitersmann bittet tausendmal um Vergebung, daß er Dir so lange nichts vorgebrüllt hat. Hoffentlich hat er bald Gelegenheit, Dir mit Hand u. Mund zu bekräftigen, daß er, trotz seines langen Schweigens, Dir u. der lieben Heimath immer in Liebe u. Treue wandellos ergeben geblieben ist. Denn er ist u. wird sein, unverändert u. unveränderlich, Dein alter F.Fth

Die Karikatur war ein Wandgemälde aus einer Sitzung der Künstlergesellschaft „Das strahlende Bergwerk“ in Stuttgart, 1869.

49
Der Löwenritt, Gedicht von Ferdinand Freiligrath, illustriert von O. Fikentscher, Holzstich, in: Die Illustrirte Welt. – Stuttgart. – 15 (1867), 37, S. 438, Ill. S. 437
KA 651 Nr. 21 (Reprographie)

50
Ferdinand Freiligrath: „Löwenritt“. – In: Deutscher Musenalmanach für das Jahr 1835. Hrsg. von Adelbert von Chamisso und Gustav Schwab. – 6. Jahrgang. – Leipzig: Weidmann, [1834], S. 91-94
B 11.1830a

Erstveröffentlichung. Reprint.

51
Pringle, Thomas: The Poetical Works : with a Sketch of his Life, by Leitch Ritchie. – London: Moxon, 1839. – CXLIX, 219 S. [The Lion and the Giraffe, S. 22-23.]
A 789i

Über die Entstehung seines Gedichtes „Löwenritt“ erzählte Freiligrath später seinem Freund Emil Rittershaus, dem Barmer Kaufmann und Lyriker, dass „diese Bilder vor seinem inneren Auge aufgetaucht seien“, als er in einem Amsterdamer Gasthaus sinnend saß und „in einen anschliessenden Ballsaal blickte“. Vermutlich hatte er aber von dem inhaltsnahen Poem „The Lion and the Giraffe“ des schottisch-südafrikanischen Schriftstellers Thomas Pringle (1789-1834) gehört und den Stoff entsprechend verarbeitet.

52
Ferdinand Freiligrath, eigenhänd. Brief mit Unterschrift an die Weidmannsche Buchhandlung in Leipzig, dat. Amsterdam, 19. Mai 1836. – 1 Doppelbl., 2 ¼ S.
FrS 134

Freiligrath nimmt seine Ankündigung, nicht mehr für den „Deutschen Musen-Almanach“ schreiben zu wollen, zurück und widerruft die Rücknahme bereits eingesandter Gedichte. Wegen Heines Angriffe auf Ludwig Uhland und die schwäbische Romantik in seiner Schmähschrift „Die romantische Schule“ hatte sich Freiligrath mit Uhland, Schwab und dem schwäbischen Dichterkreis solidarisch erklärt und gegen die Aufnahme eines Heine-Bildnisses auf dem Titelblatt des „Musenalmanachs“ protestiert. Der Jahrgang 8 erschien dann doch mit Heines Bild.

53
Das königliche Schloß in Amsterdam, Stahlstich, Hildburghausen, 1833
K 1443-1 (nach S. 66)

Der bekannte Stahlstich stammt aus dem enzyklopädischen Werk „Meyers Universum“ und gibt das Schloß in Amsterdam etwa in der Weise wieder, wie es Ferdinand Freiligrath während seines beruflichen Aufenthaltes in der niederländischen Metropole vor Augen gehabt haben dürfte.

54
Hugo, Victor: Oden und vermischte Gedichte. Deutsch von Ferdinand Freiligrath. – Frankfurt am Main: 1836. – XXXII, 318 S.
FA 27.1836

55
Ferdinand Freiligrath, eigenhändiger Brief mit Unterschrift an Carl Immermann in Düsseldorf, [Barmen, im Frühjahr 1838]. – 1 Bl., 1 S.
FrS 528

Der kurze Brief betrifft Freiligraths Gedicht „Das Hospitalschiff“, das er zunächst „Ein Spital und ein Kirchhof“ betitelt und Immermann zur Begutachtung geschickt hatte.

56
Karl Immermann: Blätter der Erinnerung an ihn, hrsg. von Ferdinand Freiligrath. – Stuttgart: Krabbe, 1842. – VIII, 178 S.
FA 15.1842

Der Jurist, Schriftsteller und Theaterdirektor Carl Leberecht Immermann (1796-1840) aus Düsseldorf, der schon Grabbe anfangs wohlwollend unterstützt hatte, suchte den „Comptoiristen“ Freiligrath am 26. Oktober 1837 in Barmen auf. Anfänglich von Immermanns „vornehmen Manieren“ irritiert, erwuchs aus der Verbindung eine auf gegenseitiger Achtung beruhende Freundschaft. Immermann wurde für den heranreifenden Dichter zum Ratgeber und konstruktiven Kritiker seiner Werke und bestärkte ihn in der Absicht, den Kaufmannsberuf aufzugeben, um sich als freier Schriftsteller niederzulassen.

57
Knapp, Johann Friedrich: Geschichte, Statistik und Topgraphie der Städte Elberfeld und Barmen im Wupperthale ; mit Bezugnahme auf die Stadt Solingen und einige Städte des Kreises Lennep. – Iserlohn ; Barmen: Langewiesche, 1835. – VI, 371 S.
H 13172

Aus der ehem. Gymnasialbibliothek Lemgo. Mit eigenhändiger Widmung des Verfassers an Heinrich Karl Brandes, den Rektor des Gymnasiums.

58
Ferdinand Freiligrath, eigenhändiges Briefgedicht mit Unterschrift „der Alligator“, [Barmen, vor Mai] 1839. – 1 Dbl., 2 S.
FrS 553

Das Briefgedicht ist gerichtet an den „verehrlichen Bier-Convent“ seiner Barmer Freunde, den Kaufmann August Boelling und den Graveur Eduard Schink. Beide Freunde zählten fast 30 Jahre später zu den Initiatoren der Freiligrath-Dotation 1867.

Der größte der Poeten
War eben jetzt am Beten;
Er bat den Herrn um Stärke
Zum großen Abendwerke,
Daß alle Worte passten
In seinen Mordstoasten!
Sein Herz bebt wie ein Lämmerschwanz,
Doch wird er gleich in Euren Kranz
Mit leisen Schritten treten,
Auf dass Ihr helfet beten!
Sorgt unterdeß für Bier und Wurst,
Denn das Gebet verursacht Durst. –
Fahrt wohl denn jetzt Ihr Guten! –
Bis gleich! – In zehn Minuten …

59
Barmen, Stahlstich, Düsseldorf, U. Werbrunn, um 1850
FrS B 87

60
FRIEDRICH WILHELM HACKLÄNDER, Stahlstich, Eigentum von [dem Verleger] Adolph Krabbe in Stuttgart, Nürnberg, Mayer, o. J.
FrS B 129

Der Schriftsteller Friedrich Wilhelm Hackländer (1816-1877) stammte aus Burtscheid bei Aachen, absolvierte eine kaufmännische Lehre in Barmen, wo er zum literarischen Freundeskreis Freiligraths zählte. Später in Württemberg ansässig, setzte er sich mit dem schwäbischen Dichterkreis seinerseits tatkräftig für die Freiligrath-Dotation 1867 ein.

61
Drachenfels, Stahlstich, gezeichnet von LUDWIG LANGE, gestochen von JOHANN POPPEL, Darmstadt, Lange, um 1850
FrS B 128

62
St. Goar, kolorierter Stahlstich, gezeichnet von EBERHARD EMMINGER, gestochen von FRIEDRICH WÜRTHLE, Triest, Kunstanstalt d. Österr. Lloyd, um 1840
FrS B 89

Gesamtansicht von Süden über St. Goar und St. Goarshausen mit den Burgruinen Rheinfels und Katz.

63
WOLFGANG MÜLLER VON KÖNIGSWINTER, Stahlstich, nach einer Photographie, Stich und Druck von August Weger, Leipzig, Dürr, o.J.
FrS B 142

Wolfgang Müller von Königswinter (1816-1873), nannte sich nach seinem Geburtsort; Lyriker, Verfasser und Herausgeber von Märchen und Sagen, Arzt, auch Politiker. Mit Freiligrath und Simrock während der Zeit in Unkel und St. Goar verbunden, in Paris bekannt mit Heine, Franz (von) Dingelstedt und Georg Herwegh. im Frühjahr 1848 Mitglied im Vorparlament der Frankfurter Nationalversammlung. Gab 1853 seinen beruf als Militärarzt auf und ließ sich in Köln als freier Schriftsteller nieder.

64
LUDWIG UHLAND, Stahlstich von J. Serz, um 1850
FrS B 134

Über Gustav Schwab und den „Musenalmanach“ kam Freiligrath in Kontakt zu Ludwig Uhland (1787-1862), für den er sich 1835 von Amsterdam aus ohne nennenswerten Erfolg auf die Suche nach alten niederländischen Volksdichtungen und –liedern machte. Später traf er mit ihm 1840 in Stuttgart und 1842 am Rhein zusammen. Uhland engagierte sich 1848/49 als Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung, wo er zum linken Flügel zählte; ob er Freiligrath, der im Juni 1848 am Frankfurter demokratischen Kongress teilnahm, begegnet ist, bleibt offen. Nach Freiligraths Emigration nach England bricht der Kontakt ab; zu Uhlands 75. Geburtstag am 26. April 1862 widmet er ihm aus dem Exil das Gedicht „Aus der englischen Apfelblüthe“.

65
EMANUEL GEIBEL, Stahlstich von AUGUST WEGER, Leipzig, Weger, o.J.
FrS B 124

66
Franz (von) Dingelstedt, Stahlstich, um 1850
FrS B 121
Der Schriftsteller Emanuel Geibel (1815-1884), wie Freiligrath mit einer Pension des Königs von Preußen bewidmet, trat im „Poetensommer“ 1843 in St. Goar in Freiligraths Bekanntenkreis ein und verbrachte den halben Sommer in dessen Gesellschaft am Rhein. Er, der Dichter Franz (von) Dingelstedt (1814-1881), der Vertraute Levin Schücking und der Freiligrath eng verbundene Freund und Ratgeber, der Landrat Carl Heuberger aus St. Goar, hatten Freiligrath dringend und zuletzt beschwörend abgeraten, zur Opposition überzugehen, „denn Politik sei nicht seine Stärke, er sei dafür zu viel beschaulicher Dichter, und es fehle ihm an einer entschiedenen Meinung“ (KITTEL, 1960).

67
Freiligrath, Ferdinand: Gedichte. – Stuttgart, Tübingen: Cotta, 1838. – XII, 446 S.
FA 5.1838

Der den Dichtern Adelbert von Chamisso und Gustav Schwab gewidmete Lyrikband erschien 1838 beim renommierten Klassikerverleger J. G. Cotta in Stuttgart und enthält ein Sammlung von Gedichten, die Freiligrath seit seiner Jugend geschrieben hat. Der Band enthält 132 eigene Gedichte und Übersetzungen.

Die Anthologie Band wird eröffnet mit dem frühesten Gedicht, dem auf 1826 datierten „Moos-Thee“ des Sechszehnjährigen angehenden Dichters und versammelt im Wesentlichen Werke aus zehn Jahren. Darunter befinden sich die berühmten Gedichte „Die Auswanderer“, „Prinz Eugen“ und „Der Tod des Führers sowie die Gedichte „Der Scheik am Sinai, im Spätjahr 1830“, „Der Mohrenfürst“, „Der Schlittschuh-laufende Neger“ und „Löwenritt“, die Freiligraths Ruhm als Dichter exotischer Themen begründet haben. Außerdem enthält der Band eine umfangreiche Sammlung von Freiligraths Übersetzungen aus dem Französischen und Englischen (Alfred de Musset, Robert Southey, Walter Scott, Thomas Moore, Robert Burns u. a.)

Die Erstauflage von 1.250 Exemplaren war im Nu vergriffen. Neuauflagen folgten zunächst im Jahresrhythmus bis 1848; zu Freiligraths Lebzeiten erlebten die „Gedichte“ 35 Auflagen, bis 1905 waren es 52 und eine ungezählte Auflage.