24. Juni 2011 | Blog Buchtipp | Joachim Eberhardt

Empfehlenswertes aus dem Wallstein-Verlag

Der Göttinger Wallstein-Verlag, 1986 als Veröffentlichungsplattform für einen Kneipenführer begonnen, hat sich längst zu einem Wissenschaftsverlag entwickelt, der mich immer wieder mit interessanten Veröffentlichungen überrascht, die wir gern in unseren Bestand aufnehmen. Derzeit finde ich zwei Projekte besonders bemerkenswert, die ich eigentlich bei einem größeren Verlagshaus erwartet hätte. In sechs Bänden legt der Verlag eine vollständige Ausgabe von Rahel. Ein Buch des Andenkens für ihre Freunde vor, die Autobiographie in Briefen der Rahel Varnhagen. Mehr als 3.300 Seiten, die einladen zum Eintauchen in die Zeit der Salons und natürlich auch in die Persönlichkeit Rahels. Bei uns unter der Signatur COUV 101.

Das zweite erstaunliche Projekt ist bereits 2009 erschienen, fiel mir aber erst jetzt auf. Es ist Das Buch der Bücher von Peter Altenberg, eine Rekonstruktion der Werkauswahl, die Karl Kraus für seinen Freund vornehmen wollte. Altenberg ist einer jener Sonderlinge, an dem das Wien zu Beginn des letzten Jahrhunderts so reich gewesen zu sein scheint, und so ist auch das Buch voll von sonderlichen Texten, die sicherlich nicht alle gleichermaßen wirkungsvoll sind, aber doch eine Fülle an gedanklichen Überraschungen bieten. Kleine Gedichte, Aphorismen, Kurzessays, Szenen, ein Sammelsurium im besten Sinne. Bei uns unter der Signatur CQCA 114.

[Update 23.4.2022] Der Altenberg ist vergriffen und daher nicht mehr auf der Webseite des Verlags, aber Wallstein pflegt das Werk des Autors weiter.


Schreiben Sie einen Kommentar