5. Kapitel

Das Denkmal

Lebenswerk?

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In seinen Erinnerungen datiert Bandel den ersten Plan eines Arminius-Denkmals auf die Jahre 1819/20; es sollen erste Skizzen entstanden sein. In Briefen werden Pläne z.B. 1826 erwähnt. Erhalten ist davon nichts; der früheste bekannte Entwurf stammt von 1834 und ähnelt den Entwürfen um 1838. Arminius hebt das Schwert in der rechten Hand, unter dem linken Fuß einen römischen Adler. Bandel beschreibt dies als Allegorie auf „Hermanns That, seine Schwerterhebung … in jugendlicher Frische, im Siegesbewußtsein …, das freie Schwert in kräftiger Faust hoch erhoben, zum gewaltigen Schlage bereit“.

Ursprünglich steht Arminius auf einem Felsen, der mittig in ein von Säulen gestütztes Rondell eingelassen ist. Schmuckelemente wie Eicheln und gotisierende Spitzbögen unterscheiden dies von klassizistisch römisch-griechischen Ideen. Als König Ludwig 1838 einwendet, nur eine Kuppel eigne sich als Abschluss eines solchen Unterbaus, stimmt Bandel zu und passt den Entwurf an. Dabei wächst auch das Maß der Statue, damit die Proportionen zwischen Figur und Unterbau stimmig bleiben. Gleichzeitig vereinfacht Bandel die Kleidung des Arminius. Die Entwürfe um 1840 zeigen im Wesentlichen die Figur, wie wir sie heute kennen.

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Hermann der Cherusker Fürst, 1838

Ernst von Bandel
Lithografie
4 H 5b

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Hermann der Cherusker Fürst

Standbild zu dem Denkmale im Teuteburger Walde, 1838
Lithografie
4 H 2

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Entwurf zum Hermanns-Denkmale auf dem Teutoburger Walde, 1838

Ernst von Bandel, Kupferstich (?)
4 H 2a

Das Blatt aus dem Jahr 1838 zeigt schon eine Änderung des Plans: König Ludwig I. von Bayern hatte Bandel in München gesagt, der Felsen passe nicht; es gäbe nur eine architektonisch befriedigende Lösung, nämlich eine Kuppel. Das überzeugte Bandel.

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Entwurf eines Hermannsdenkmals, um 1838

von Karl Friedrich Schinkel und Christian Daniel Rauch
Repro aus: Ernst von Bandel, Erinnerungen aus meinem Leben, Detmold 1937

Nachdem Bandel mit den Arbeiten am Sockel seine Kostenprognose nicht einhielt, erwog der Denkmalverein in Detmold, Bandel die Leitung aus der Hand zu nehmen. Diesen Entwurf der Berliner Stararchitekten Schinkel und Rauch kommentierte Bandel mit der Bemerkung, er habe „doch keine Lust, meine Figur wie einen Essenkehrer auf Teuts Schornstein aufzustellen“.

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Hermannsdenkmal, Entwurf, um 1840

Ernst von Bandel
Bleistiftzeichnung
Ba Z 1,4

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Armin-Säule, um 1840

Ernst von Bandel
Lithografie
4 H 3

Um 1840 findet das Denkmal die Form, in der wir es kennen. — Am 18. Oktober 1838 war Grundsteinlegung, und es wurde mit dem Mauern begonnen, nachdem vorher das Fundament vorbereitet worden war und die Steine aus einem neu angelegten nahen Steinbruch gehauen worden waren.

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Hermannsdenkmal, Entwurf, um 1840

Ernst von Bandel
Bleistiftzeichnung
Ba Z 1,3

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Armin-Säule im Teutoburger Walde, Aufriss eines Unterbaus, um 1840

Ernst von Bandel, Kupferstich
4 H 4b

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Arbeiten am Sockel

Ernst von Bandel, Kupferstich, 1840
(zur Dekoration der Spenderlisten)
Repro von 4 H 5a, verso

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Schmiedearbeiten an der Figur

Ernst von Bandel, Kupferstich, 1840
(zur Dekoration der Spenderlisten)
Repro von 4 H 5a, verso

Bandel und der Denkmalverein warben mit Fortschrittsberichten um Spenden für den Bau, die Ansichten des Denkmals oder wie hier Bilder vom Baufortschritt zeigten. Oben sieht man die Arbeit der Steinhauer, welche die Steine für den Sockel direkt am Denkmal zurechtklopfen; unten zeigt die Arbeiten in der Lemgoer Kupferschmiede; Kopf und Bein der Figur scheinen bereits fertig. Doch zeigte sich beim Versuch, die Teile zusammenzufügen, dass die Arbeiten nicht genau genug gewesen waren. Daher feuerte Bandel den Kupferschmied und ließ die bereits bearbeiteten Platten wieder einschmelzen. Erst in den 1860er Jahren arbeitete Bandel wieder an der Denkmalfigur – dazu lernte er selbst das Schmieden, um nicht wieder von den Fähigkeiten anderer abhängig zu sein.

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Werbeplakat, 1844

4 H 5

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Arbeitshütten und Schmiede auf der Grotenburg,

im Hintergrund der Sockel des Denkmals, 1850
Bleistiftzeichnung von Ludwig Menke
Ba B 60

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Ernst von Bandel neben dem Kopf des Hermannsdenkmals, um 1865

Fotografie mit handschriftlicher Widmung: JEBandel seinem Freude C. Brügel
Ba B  9a aus Album Ba A 1, Seite 3v

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Ernst von Bandel stehend mit Lederschurz, Hammer und Kappe,

neben der Schwerthand, um 1870
Fotografie
Ba B 10 aus Album Ba A 1, Seite 7r

Auch während seines Aufenthaltes in Hannover arbeitete Bandel an der Figur des Hermannsdenkmals. Aus dieser Zeit sind verschiedene Abbildungen vorhanden.

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Ernst von Bandel, auf einem Stuhl in seiner Werkstatt sitzend,

mit einem Hammer in der Hand, neben einem Modell des Hermannsdenkmals, um 1860
Holzstich von H. Heubner,
Ba B 8

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Hermannsdenkmal bei Detmold (Sockel), 1866

Gouache von Ludwig Menke
4 H 8a

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Ernst von Bandel: Arminsäule
(Buch)
Armin, des Cherusker-Fürsten Denkmal, dem Befreier Deutschlands errichtet vom deutschen Volke. – Hannover: Jänecke, 1861
LV 78

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