Nach dem ersten Aufenthalt in Italien versucht Bandel in München als Künstler Fuß zu fassen. Der Vater einer wachsenden Familie sorgt sich um den Lebensunterhalt. Dafür muss er auch in den sauren Apfel der Auftragsarbeit beißen. Am wenigsten liegt Bandel das Ausführen von Entwürfen anderer, womit etwa König Ludwig ihn gern beschäftigt hätte. Die Weigerung des Künstlers sorgt darum auch für königliche Verstimmung. Einen großen Raum nehmen Auftragsarbeiten nach eigenen Entwürfen ein, etwa für Grabmale, Büsten, Statuen.
Die Königsdisziplin des Bildhauers, das vollständig selbstbestimmte Kunstwerk, ist zugleich die finanziell riskanteste Unternehmung: Der Künstler muss in Vorleistung treten ohne die Sicherheit, für seine monatelange Arbeit und die bedeutenden Materialkosten einmal entschädigt zu werden. Eine Erfahrung, die Bandel wiederholt machen muss.
Trotzdem ist Bandel sich darin sicher, dass er in Bayern »durch eine schlechte Besoldung zum Sclaven gemacht [werden würde], der seine Hände nur nach der Laune eines einseitigen Fürsten bewegen dürfte«. Er verlässt darum 1834 München.
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Schwangere Thusnelda in Ketten
Marmorstatue von Ernst von Bandel, 1838/1843
Lippisches Landesmuseum
Foto aus: Ernst von Bandel, Erinnerungen aus meinem Leben, Detmold 1937.
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Schwangere Thusnelda in Ketten, 3 Studien, 1843
Ernst von Bandel
Lithografie
Ba Z 1, 153.4°
Bandel zeigt die schwangere Thusnelda, Gattin des Arminius, nachdem sie – von ihrem Vater Segestes an den römischen Feldherrn Germanicus verraten – in die Gefangenschaft geht, „ruhigen Schritts, … den Kopf stolz tragend“, in Bandels Augen ein Sinnbild für das „verratene und uneinige“ Deutschland. Für den eigentümlichen Kopfschmuck orientierte sich Bandel an einem archäologischen Fund.


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Stehendes Pferd von links hinten
anatomische Studie mit Muskeln und Knochen, um 1848
zweifarbige Federzeichnung von Ernst von Bandel
Ba Z 1,143
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Gehendes Pferd von links
anatomische Studie mit Muskeln und Knochen, um 1848
zweifarbige Federzeichnung von Ernst von Bandel
Ba Z 1, 147


28 + 29
Giebelfries der Glyptothek in München, 1828–1831
Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek
Fotos: Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek, München
Bandel führte zwei Figuren nach Entwürfen des verstorbenen Johann Nepomuk Haller für den Giebelfries der Glyptothek in München aus: den Enkaustes (Figurenanstreicher) ganz links und den stehenden Toreutes (Metallbildner, 3. von links). Signieren wollte er die Werke nicht, da er sie nicht selbst entworfen hatte.
30+31
Venus, sich schmückend
Marmorstatue von Ernst von Bandel, 1831–1843
Niedersächsisches Landesmuseum Hannover
Fotos aus: Hermann Schmidt: Ernst von Bandel, Hannover 1892; Brigitte Bötel: Joseph Ernst von Bandel 1800–1876, Göttingen 1984.
Bandel betrachtete die „Venus“ als wohlgelungenes „Prachtwerk“ (Brief an Karolina). Ein Käufer fand sich aber nicht; dem König von Württemberg etwa waren 1843 die geforderten 5.000 fl. zu teuer.
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Vier Jahreszeiten
Figurengruppe, Marmor, von Ernst von Bandel, 1843/1857
Lippisches Landesmuseum, Inventarnr. K0001/2022 – K0004/2022.
Die Gruppe der Vier Jahreszeiten begann Bandel auf seiner zweiten Italienreise; die fertigen Arbeiten wurden bei der Kunstausstellung in Hannover 1857, 1858 und 1860 gezeigt. Ein Käufer fand sich nicht. Für den Frühling nahm Bandel seine dreijährige Tochter Angelika als Vorbild, für den Sommer den vierjährigen Sohn Hans.
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König Maximilian I. Joseph, 1826
Marmorbüste von Ernst von Bandel
Bayerisches Nationalmuseum, Inventarnr. 69/3. Foto: CC BY-SA 4.0
Das Gipsmodell der Büste schuf Bandel noch zu Lebzeiten des Königs 1825 vor der Abreise nach Italien; der König trägt einen römischen Feldherrnmantel, der von einer markanten Spange zusammengehalten wird. Bandel führte den Entwurf mehrfach in Marmor aus, eine kleinere Fassung befindet sich heute im Lippischen Landesmuseum.
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Lady Jane Ellenborough (Jane Elizabeth Digby, 1807–1881), 1831
Gipsbüste von Ernst von Bandel
Neue Pinakothek München, Inventarnr. WAF B 38. Foto: CC BY-SA 4.0
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Caritas, 1823/1834
Gips-/Marmorstatue von Ernst von Bandel
Foto aus: Hermann Schmidt: Ernst von Bandel, Hannover 1892.
Bandel zeigt seine „Caritas“ als eine sorgende Mutter mit dem Kind auf dem Schoß. In Gips entworfen 1823, führte Bandel den Entwurf um 1834 in Marmor aus. Ein Käufer fand sich später nicht; 1858 wurde die Marmorskulptur bei einem Brand in New York zerstört; auch die auf dem Foto zu sehende Ausführung in Gips ging verloren.








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Haus Allee Nr. 15 im Entwurf, 1841
Ernst von Bandel, Aquarellierte Tuschezeichnung
Ba Z 1,56
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Grabmal für Adolf Freiherr von Hake, 1841
Ernst von Bandel, Aquarellierte Bleistiftzeichnung
Ba Z 1,41
38
Korinthisches Kapitell, auf der Insel Milo gefunden
Ernst von Bandel: Bleistiftzeichnung
Ba Z 1,113
39
Zwei Zeichnungen: Entwürfe für Wandschmuck, um 1835
Federzeichnung
Ba Z 1,90
40
Entwurf eines silbernen Tafelaufsatzes für Major N. Ludlow Beamish, 1838
Ernst von Bandel: Lithografie (?)
Ba Z 1,136






