Bandel erhält als Schüler Zeichenunterricht, den er durchweg als „sehr langweilig“ und „höchst mangelhaft“ empfindet. Er beginnt darum früh, sich eigene Zeichenübungen zu suchen. Glaubt man ihm, hat er sich die wesentlichen Fähigkeiten im Selbststudium erarbeitet. Dieses Motiv der Autodidaxe durchzieht seine Lebenserzählung.
Im Jahr 1816 begibt er sich nach München, wo er unter dem Architekten und Professor der Kunstakademie Karl Fischer zum Architekten ausgebildet wird. Nach Fischers Tod wechselt er zum Studium der Malerei und Bildhauerei. Erste größere Arbeiten führt er bei der Renovierung des Schönen Brunnens in Nürnberg und der Innenausstattung des Münchner Hoftheaters aus.
Bandel wird von König Maximilian I. Josef von Bayern gefördert, der schon seinen Vater kannte und schätzte. Maximilian stirbt 1825; Ludwig I. von Bayern ermöglicht Bandel 1825 eine Reise nach Italien. In Rom schult Bandel sich an der Kunst der Antike und der Renaissance und führt erste Arbeiten in Marmor aus. Später reist er noch dreimal nach Rom, Florenz, und Carrara, um dort zu arbeiten: 1838-39, 1843-1844 mit seinem Sohn Heinrich und 1875-1876 in Begleitung seiner Frau Karoline.
1
Ansicht von Ansbach, 1833
Federlithografie
ALO 5 A 1
Ernst von Bandel stammt aus Ansbach, das seit 1791 preußisch war. Bandels Vater, Karl Friedrich, war preußischer Jurist und kam aus Berlin, um den Justizapparat auf Vordermann zu bringen. Er heiratete Bandels Mutter Rosina 1797, trotz eines Altersunterschieds von 37 Jahren. Rosina war gerade erst konfirmiert, 13 Jahre alt. Anfang 1806 erhielt Bayern durch Gebietstausch mit Preußen Ansbach dazu. Bandels Vater trat in bayerische Dienste.
2
Ansicht von München, von des Süd-West-Seite, um 1850
Stahlstich von Emil Höfer
nach einer Zeichnung von Ludwig Lange
ALO 4 M 1
Zwischen 1816 und 1821 studierte Bandel in München. Er wurde zum Architekten, Maler und Bildhauer ausgebildet.
3
Der schöne Brunnen in Nürnberg, 1858
Beilage zu Auer’s Faust
Farbendruck
ALO 1 N 1
4
Rome / Rom. Stadtansicht in Vogelschau
Mehrfarblithografie, um 1850
ALO 2 R 2
1825-1827 hielt Bandel sich zum ersten Mal in Italien auf. In Rom studierte er die Kunst der Antike und der Renaissance. Er führte hier erste Arbeiten in Marmor aus. Weitere Italienreisen werden im Laufe seines Lebens folgen.




5
Skizzenbuch 1825-1827
Ernst von Bandel
Ba Z 6
6
Skizzenbuch, ca 1840
Ba Z 7
Bandels Skizzenbücher enthalten Studien, die verdeutlichen, dass Bandel sich intensiv mit der Kunst der Antike und Renaissance auseinandergesetzt hat.
7
Stehender Akt von hinten, 1827
Ba Z 1,155
8
Drei Porträts eines Jungenkopfes, 1820
Bleistiftzeichnung von Ernst von Bandel
Ba Z 1,70
9
Frauenkopf mit langem Haar, von rechts,
dazu Kinderkopf unterhalb des Halses, 1819
Bleistiftzeichnung von Ernst von Bandel
Ba Z 1,66







