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Die Geschichte der Lippischen Landesbibliothek Detmold

Simon VII. Graf und Edler Herr zur Lippe (Regierung von 11613-1627).
Landesarchiv NRW, Abt. OWL, Detmold

Die Geschichte der Landesbibliothek reicht bis weit in das 16. Jahrhundert zurück. Als offizielles Gründungsdatum hat allerdings das Jahr 1614 zu gelten, als der regierende Graf und edle Herr Simon VII. zur Lippe die „Gräflich öffentliche Bibliothek“ in der Kirche des nach der Reformation aufgehobenen Augustinerinnen-Klosters zu Detmold gründete und sie der dort wenige Jahre zuvor ins Leben gerufenen Lateinschule als Schulbibliothek überwies. Diese Lateinschule, später Provinzialschule, ist die Vorgängerin des heutigen Gymnasium Leopoldinum. Die Bibliothek musste nicht von Grund auf neu aufgebaut werden, sondern geht auf den mehr als 3.500 Bände starken Bücherschatz zurück, den sein Vater Simon VI. von 1567 an bis zu seinem Tode 1613 zusammengetragen und im Schloss Brake bei Lemgo aufgestellt hatte.

Die Interessen dieses gebildeten Landesherrn der Renaissance galten der Theologie, der Geschichte und Politik, der Rechtswissenschaft, aber auch der Astronomie, der Alchimie und anderen Wissenschaften und Künsten seiner Zeit. Der älteste Katalog dieser Büchersammlung datiert aus dem Jahre 1597.

Fürstin Pauline zur Lippe (1769-1820)
Ölgemälde im Fürstlichen Schloss zu Detmold

Als Begründerin der Lippischen Landesbibliothek als einer der Allgemeinheit dienenden Gebrauchsbibliothek im modernen Sinn wurde die Fürstin Pauline zur Lippe. Diese vom Bildungsgedanken der Aufklärung geprägte Regentin, die darüber hinaus über eine eigene ansehnliche Handbibliothek verfügte, führte die Schulbibliothek mit weiteren, im Laufe der Zeit in Detmold entstandenen Büchersammlungen zusammen und stiftete daraus die „Fürstlich Öffentliche Bibliothek zu Detmold“.

Räumliche Enge zwang die mittlerweile auf rund 60.000 Bände angewachsene Bibliothek 1886 zum Umzug in das 1842/43 von einem wohlhabenden Kaufmann erbaute klassizistische Palais an der Hornschen Straße, wo die Bibliothek noch heute untergebracht ist. In die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts fiel neben weiteren Innovationen auch die Entwicklung zur Landesbibliothek, indem neben die klassische universale Ausrichtung der Bestände die Sammlung der regionalen Literatur und ihre Erschließung in einer Regionalbibliographie sowie der Aufbau der Autographensammlung traten. Der offizielle Name „Lippische Landesbibliothek“ rührt aus dem Jahre 1919, als die zum Domanium zählende Bibliothek mit der übrigen ehemals fürstlichen Vermögensmasse auf den Freistaat Lippe überging.

Ein verheerender Brand im Jahre 1921, rigide Sparmaßnahmen und die zwischen 1924 und 1949 getroffene direktoriale Personalunion mit dem Landesarchiv warfen die im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert so verheißungsvoll begonnene Entwicklung zunächst erheblich zurück. Als Lippe im Jahre 1948 als letzter deutscher Kleinstaat seine Selbständigkeit aufgab und mit dem Land Nordrhein-Westfalen vereinigt wurde, ging die Landesbibliothek auf den zur Verwaltung des lippischen Landesvermögens geschaffenen Landesverband Lippe über; das Land Nordrhein-Westfalen leistet auf gesetzlicher Grundlage einen erheblichen jährlichen Zuschuss zum Unterhalt der Bibliothek. Unter der neuen Trägerschaft hat sie einen bemerkenswerten Aufschwung genommen.

Die Lippische Landesbibliothek wurde in den Jahren 1991-1993 zu einem modernen Dienstleistungszentrum ausgebaut: partielle Freihandaufstellung, EDV-gestützte Dienstleistungen und Geschäftsgänge, Ausleihverbuchung, OPACs und Online-Dienste gewähren zeitgemäße und zukunftsorientierte Bibliotheksarbeit und -benutzung. Seit 1992 ist die Bibliothek dem Verbundsystem des Landes Nordrhein-Westfalen angeschlossen, über Internet ist sie mit den Informationen und dem Wissen der Welt verbunden. Über eine eigene Website bietet sie ihre Dienstleistungen im World Wide Web an.

Literatur