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Der Star ist der Bestand

Quellen zum Detmolder Hoftheater und das Hoftheater-Projekt

Hermann Niebuhr gewidmet

von Joachim Eberhardt

Druckfassung in: Lippische Mitteilungen 85 (2016), S. 38-47.

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Seit der WM 2014 versuchte der Deutsche Fußballbund, seine Weltmeister-Mannschaft unter dem Label „Die Mannschaft“ zu vermarkten.(1)  Von Spielern und Trainer waren auch vorher schon Sätze wie „Der Star ist die Mannschaft“ zu hören. Damit schienen die Sportler eine Bewegung nachzuvollziehen, die für die Geschichtswissenschaft ein alter Hut ist, die Abkehr von der „heroischen“ Geschichtsschreibung nämlich. Sie drückten allerdings zugleich den Wechsel einer „Spielphilosophie“ aus, der den Wert des Einzelnen daran misst, wie sehr es ihm gelingt, sich in den Plan des ganzen zu integrieren und seine zugewiesene Rolle im Kollektiv auszufüllen.(2)
Die Lippische Landesbibliothek hat ihren Bestand, in Ausstellungen und Veröffentlichungen, in der Vergangenheit oft im Stile einer heroischen Geschichtsschreibung präsentiert: konzentriert auf Stars, Jubiläen und herausragende Stücke. So vorzugehen empfahl sich aus zwei Gründen, die sich wechselseitig bedingen. Erstens ist der Bibliothek bewusst, dass sich die Öffentlichkeit eher für große Namen und Superlative interessiert. Zweitens ist der Bestand auch so geordnet und erschlossen, dass er sich um große Namen gruppiert. Das Grabbe-Archiv der Bibliothek beispielsweise enthält eine Fülle von Ortsansichten und Porträts vor allem des 19. Jahrhunderts, gesammelt und geordnet in Hinblick auf ihre Bedeutsamkeit für die Darstellung der Biographie Christian Dietrich Grabbes. Es enthält eine ausgezeichnete Sammlung von Erst- und Werkausgaben der schönen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts, gesammelt in Hinblick darauf, ob Grabbe sie gelesen hat oder gelesen haben könnte.(3)

Für die Musiksammlung gilt ähnliches; die herausragende Einzelsammlung ist das Lortzing-Archiv. Wie beim Grabbe-Archiv, dessen Grundstock der Freistaat Lippe für die Landesbibliothek 1938 von Alfred Bergmann erwarb, stammt der Kern der Lortzing-Sammlung aus der Sammeltätigkeit eines einzelnen Enthusiasten, des Lortzing-Biographen und früheren Detmolder Kapellmeisters Georg Richard Kruse.(4)  Als die Sammlung in den Bibliotheksbestand eingearbeitet wurde, widmete man auch aus den übrigen Bestandsgruppen Einzelstücke um, die inhaltlich passten, beispielsweise Theaterzettel zu Lortzing-Aufführungen am Hoftheater aus dem Zusammenhang der Theaterzettelsammlung. Ganz folgerichtig wurden diese Zettel ausgelassen, als die Theaterzettelsammlung digitalisiert und im Volltext erfasst wurde.(5)  Gerade die Volltexterfassung ist nun aber ein Erschließungsschritt, der eine neue Qualität in die Präsentation des Bestandes bringt. Denn jetzt können, beispielsweise, alle Namen von Beteiligten, die auf den Zetteln erscheinen, in der Regionaldatenbank in der Namensform gefunden werden, in der sie auf der Vorlage verzeichnet sind. In dem Maße, wie andere Theaterzettelsammlungen in ähnlicher Tiefe erschlossen werden, erlauben die Suchmöglichkeiten nun nach und nach, Ensemble- und Repertoiregeschichten zu schreiben, oder Beschäftigungsbiographien von Schauspielerinnen und Schauspielern, Sängerinnen und Sängern über verschiedene Spielorte nachzuzeichnen.

Die Theaterzettelsammlung ist allerdings in der Landesbibliothek nur ein kleiner Ausschnitt des Bestandes, der mit dem Detmolder Hoftheater zu tun hat. Unterscheiden lassen sich:

  1. Bestände, die Spielmaterial gewesen sind:
    Noten und Texte für Musiktheateraufführungen (Signaturengruppe Mus-n 1-265)
    Rollenhefte für Sprechtheateraufführungen (Signaturengruppe T)
  2. Bestände, die die öffentliche Wirkung des Theaters betreffen
    Theaterzettel (Signaturengruppe Tz)
    Anzeigen von Aufführungen in den Anzeigenblättern (z.B. Fürstlich-Lippisches Intelligenzblatt, Signatur Lz 31)
    Quellen zur Hoftheatergeschichte (z.B. Gesetzliche Ordnung für das Hochfürstl. Lippesche Hoftheater, Signatur L 174-1)
  3. Bestände, die den Theaterbetrieb dokumentieren
    Theaterakten (Signaturengruppe TA).

Die Bestandsgruppen sind sicher in der Überlieferung nicht vollständig, wie der Notenbestand zu erkennen gibt. Unter anderem mögen Partien verloren gegangen sein, wenn sie für Aufführungen andernorts verliehen wurden.(6)  Andererseits erfährt der Bibliotheksbestand sinnvolle Ergänzung um die im Landesarchiv NRW, Abteilung OWL vorhandenen Akten zum Hoftheaterbetrieb.(7)  Fasst man dies zusammen, ergibt sich das Bild einer zwar nicht vollständigen, aber doch recht umfassenden Dokumentation des Hoftheaterbetriebs in Detmold, insbesondere der Zeit von 1825 bis 1875.

In mehreren Aufsätzen wurde der Bibliotheksbestand jüngst zum Ausgangspunkt einer Annäherung an ein historisches Aufführungsereignis; die Studien demonstrierten die Fülle an Detailerkenntnissen, die das Material anbietet.(8)  Doch ist damit sein wissenschaftliches Potential kaum ausgeschöpft: Weder ist der Theateralltag in Detmold in seiner Breite und im zeitlichen Verlauf dargestellt, noch sind die Erkenntnisse und Fragestellungen mit Informationen aus anderen Spielorten vernetzt. Beide Arten von Quer- und Breitenbetrachtungen werden erst möglich, wenn die Bestände – in Detmold wie andernorts – umfassend erschlossen sind. Dabei präsentiert sich der Landesbibliotheksbestand schon recht gründlich konventionell durchgearbeitet: so sind die Noten und Rollenhefte in separaten Zettelkatalogen erschlossen; aus den Theaterakten hat Willi Schramm aufwändig Informationen über den Spielbetrieb und die beteiligten Personen herausgezogen und Aufführungslisten, Titel- und Personenkarteien (in Zettelform) erstellt.(9)  Das ist schön und gut – und fällt doch viel zu kurz angesichts der technischen Möglichkeiten, die die digitale Erfassung heute bereitstellt.

Wie wäre zu erschließen, wenn man einmal träumen dürfte?

1. Zukunftssicher: Zielt die Erschließung auf fortdauernde Nutzung, dann darf sie nicht abhängig sein davon, ob eine bestimmte Software für das Erfassen oder Auslesen der Daten bei der Hand ist, ganz gleich, ob die Software nun proprietär oder frei ist. Daher wird man beim derzeitigen Stand der Technik die Daten XML-basiert erfassen, weil sie so in jedem beliebigen Text-Editor bearbeitet und angezeigt werden können. Dabei wird man sich an bereits etablierte Konventionen halten, statt neue Dokumentschemata selbst zu entwickeln. TEI und MEI bieten sich daher an.

2. Verknüpft: Um Vernetzung von Einzelinformationen sowohl untereinander als auch mit der Erschließung anderer Bestände zu vereinfachen oder überhaupt erst zu ermöglichen, sollte eine Erschließung die Wiedergabe der Vorlageform des erschlossenen Elements mit standardisierten und normierten Formen verbinden. Dabei ist es sowohl sinnvoll, beschränkt auf den Bestand zu normieren, als auch, überregionale Normdateien zu verknüpfen bzw. überregional gebräuchliche Vokabulare zu verwenden. Beispielsweise kann man beteiligte Personen dokumentbezogen in der jeweils vorliegenden Form erfassen; brauchbar werden die Daten aber vor allem, wenn unterschiedliche Namensformen mit der Information verbunden werden, dass sie jeweils dasselbe Individuum bezeichnen. Und erst wenn man diese Information mit einem überregional gültigen Identifier wie der GND-Identnummer verbindet, lassen sich mit deren Hilfe weitere Dienste verknüpfen, etwa über GND-BEACON.(10)

3. Tief: Je mehr Erschließungsdaten gesammelt werden, desto besser. Denn wir können kaum ahnen, welche Fragen zukünftige Forscherinnen und Forscher an den Bestand stellen wollen und aus welchen Kontexten ihre Interessen kommen. Nur eine möglichst tiefe Erschließung ist offen für neue Fragestellungen.
Nun formulieren diese Wünsche sich leicht angesichts eines DFG-geförderten Projekts, das sie alle zum Teil schon exemplarisch erfüllt hat, zum Teil weiter erfüllen will. Die erste Phase des Projekts mit dem etwas umständlichen Titel „Entwicklung eines MEI- und TEI-basierten Modells kontextueller Tiefenerschließung von Musikalienbeständen am Beispiel des Detmolder Hoftheaters im 19. Jahrhundert (1825-1875)“ läuft seit Herbst 2014 unter der Leitung von Prof. Joachim Veit und Prof. Rebecca Grotjahn vom Musikwissenschaftlichen Seminar Detmold/Paderborn; die zweite ist beantragt. Irmlind Capelle und Kristina Richts haben als Projektmitarbeiterinnen mehrfach ausführlich beschrieben, was im Detail in der „kontextuellen Tiefenerschließung“ geschieht, so dass ich hier nur auf diese Beiträge verweise.(11)  Die geplante Projektfortsetzung soll sich stärker dem Thema Verknüpfung widmen, indem sie nicht allein Erschließungsergebnisse online bereitstellt, sondern auch die im Projekt entwickelten Erschließungswerkzeuge bewirbt. So werden Voraussetzungen geschaffen, um Bestände andernorts nach gleichem Muster erschließen zu können. Erst wenn die Werkzeuge narrensicher und einfach zu gebrauchen sind, wird man zufrieden sein können.

Die neuen Erschließungswerkzeuge sind nicht der einzige Beitrag, in dem das Projekt die Forschung bereichert. Wichtiger noch ist seine Wirkung als Werbung: So werden die Bestände als lohnendes Ziel der unterschiedlichsten Forschungsinteressen bekannt gemacht. Nur online erschlossenes Material wird heutzutage von im Netz nach Material browsenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern überhaupt gefunden. Und je mehr Anknüpfungspunkte die Online-Präsentation bietet, desto eher wird genau dieses, sozusagen polyvalent erschlossene, Material herangezogen. Dabei könnte die Bestandspräsentation im Netz die heute übliche widersprüchliche Nutzungsentwicklung zur Folge haben: Je mehr Bestand online gefunden werden kann, desto mehr wird er online genutzt. Je mehr Bestand online ist, desto weniger wird dieser Bestand physisch vor Ort genutzt. Das kann die bestandswahrenden Institutionen wie z.B. die Lippische Landesbibliothek in einen Interessenkonflikt bringen: Einerseits ist die Online-Erschließung der Bestände ein grandioser Beitrag zur Sichtbarkeit der bestandshaltenden Einrichtung in der wissenschaftlichen Szene, denn er macht sie in Zusammenhängen sichtbar, in die sie sich nie selbst gestellt hätte.

Andererseits senkt die Online-Präsentation von Beständen die Notwendigkeit, die Bibliothek vor Ort aufzusuchen. Glücklich ist da die Einrichtung, in der die Online-Nutzung ähnlich schwer wiegt wie die lokale Nutzung! Oder konkreter und für die Landesbibliothek gesprochen: Wenn jedes Digitalisat der Landesbibliothek im Jahr 2015 durchschnittlich 72 mal aufgerufen wurde,(12)  dann ist das ein Wert, der die Zahl der Entleihungen vor Ort um mehr als das Hundertfache übersteigt. Offenkundig lohnt es sich, hier zu investieren. Denn die Landesbibliothek ist nicht nur dem lokalen und regionalen Publikum verpflichtet, sondern ebensosehr ihrer Rolle als Einrichtung des kulturellen Gedächtnisses der Region. In dieser Rolle trägt sie, wie Landesarchiv oder Landesmuseum, dazu bei, indem sie ihre Sammlungen bekannter macht, auch die Region bekannter zu machen.

Der Detmolder Hoftheaterbestand eignet sich für diese Zwecke, weil er „dicht“ überliefert ist, vor allem aber, weil das Detmolder Hoftheater etwas Typisches hat. Am Repertoire lässt sich der Geschmack eines bürgerlich-höfischen Publikums der Biedermeierzeit in einer kleinen westdeutschen Residenzstadt ablesen,(13)  dessen Grenzen die „Gesetzliche[n] Ordnungen für das Hochfürstl. Lippesche Hoftheater“ vom 1. März 1828 ziemlich genau umreißen.(14)  Wer tatsächlich zum Publikum gehört, zeigen die Abonnement-Verzeichnisse der Theaterakten.(15)  Die kunstliebenden Fürsten leisteten sich einen gut ausgestatteten Theaterbau(16)  und unterhielt ein ansehnliches, mit der Zeit zunehmend leistungsfähiges Orchester.(17)  Die Aufführungen selbst sind gar in den aufführungsbezogenen Materialien und den Einträgen in Regiebüchern und Tagesberichten zum Teil rekonstruierbar. Dabei leuchtet die Fülle der Details unterschiedslos auf bekannte und weniger bekannte Stücke; auf heute prominente Figuren wie Lortzing und Grabbe ebenso wie auf Demoiselle Spitzeder oder Herrn Fiedler – zwei Namen aus dem Detmolder Ensemble. Es sind nicht in erster Linie die „Stars“ der Detmolder Theatergeschichte, über die wir dank der kontextuellen Tiefenerschließung des Bestandes zukünftig mehr wissen, nein, hier ist der Bestand selbst der Star.

 

Anmerkungen

  1. „DFB präsentiert neue Wort-Bild-Marke ‘Die Mannschaft’“. DFB-News vom 8.6.2015, online: http://www.dfb.de/news/detail/dfb-praesentiert-neue-wort-bild-marke-die-mannschaft-124530/ — Alle Links dieses Textes wurden geprüft am 24.5.2016. — Ich danke Irmlind Capelle für hilfreiche Anmerkungen und Korrekturen!
  2. So heißt es in der Pressemitteilung: „Schlüssel für die größten Erfolge und größten Siege war aber immer, dass sich alle Spieler der Mannschaft untergeordnet und ihre Fähigkeiten für das Team eingesetzt haben – für ‘Die Mannschaft’“ (ebd.).
  3. Zum Bestand und zur Erwerbung des Grabbe-Archivs vgl. Julia Hiller von Gaertringen: Das Lippische Literaturarchiv Detmold. In: Dichternachlässe, literarische Sammlungen und Archive in den Regionalbibliotheken von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hrsg. von Ludger Syré. (Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie, Sonderbände; 98), Frankfurt/Main 2009, S. 141-156. Online hier: http://www.llb-detmold.de/wir-ueber-uns/aus-unserer-arbeit/texte/2009-8.html.
  4. Vgl. Dorothee Melchert: Musikabteilung und Lortzing-Archiv der Lippischen Landesbibliothek. In: Heimatland Lippe 73 (1980), S. 354-358. Online hier: http://www.llb-detmold.de/wir-ueber-uns/aus-unserer-arbeit/texte/1980-1.html.
  5. Zur Theaterzettelsammlung vgl. Joachim Eberhardt: Die Theaterzettel-Sammlung der Lippischen Landesbibliothek Detmold. Bestand, Erschließung, Digitalisierung, Präsentation. In: Theater – Zettel  – Sammlungen. Erschliessung, Digitalisierung, Forschung. Hg. von Matthias J. Pernerstorfer. Wien: Hollitzer Wissenschaftsverlag 2012 (Don Juan Archiv Wien: Bibliographica, 1), S. 143-156. Online: http://www.llb-detmold.de/wir-ueber-uns/aus-unserer-arbeit/texte/2012-6.html.
  6. Vgl. Joachim Eberhardt: „Des Theufels Anteil“. Hoftheatergeschichte in den Beständen der Lippischen Landesbibliothek Detmold. In: Musiksammlungen in den Regionalbibliotheken Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Hg. von Ludger Syré. Frankfurt am Main: Klostermann, 2015 (ZfBB Sonderband ; 116), S. 93-108, hier S. 106. Online: http://www.llb-detmold.de/wir-ueber-uns/aus-unserer-arbeit/texte/2015-2.html.
  7. Im Landesarchiv NRW, Abt. OWL sind bewahrt die Akten des Hofmarschallamts, in denen sich mehrere Konvolute „Theaterangelegenheiten“ und anderes mehr finden (L 98, Nr. 466-533); auch in den Akten der Kammer (L 92) finden sich Rechnungen zum Theater. – Dass inhaltlich zusammengehörige Bestände räumlich nah beieinander bewahrt werden, erleichtert die Zusammenarbeit in der Überlieferungsbildung für die Region, die Hermann Niebuhr nachdrücklich betrieben hat. Siehe Hermann Niebuhr: Prinzipien der künftigen Zusammenarbeit von Archiven, Bibliotheken und Museen in der Überlieferungsbildung. In: Lippische Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde 80 (2011), 255-260. Hier online: http://www.nhv-lippe.de/sites/default/files/Lippische-Mitt80-2011-Diskuss.pdf.
  8. Irmlind Capelle: „Für gedrehte Eicheln an die Costüme zu Oberon“. Zur Kostüm-Ausstattung Zur Kostüm-Ausstattung von Webers ‘Oberon’ am Hoftheater in Detmold. In: „Ei, dem alten Herrn zoll ich Achtung gern’“. Festschrift für Joachim Veit zum 60. Geburtstag. Herausgegeben von Kristina Richts und Peter Stadler für den Virtuellen Forschungsverbund Edirom. München : Allitera, 2016, S. 179-199; Joachim Eberhardt: „Des Theufels Anteil“ (wie Anm. 6); Joachim Eberhardt: Der Höhepunkt. ‘Don Juan’ in Detmold. In: „Ei, dem alten Herrn ...“; S. 201-216.
  9. Von Willi Schramms Erschließungsleistung profitierte bereits Hans-Georg Peters’ Detmolder Theatergeschichte: Hans Georg Peters: Vom Hoftheater zum Landestheater. Die Detmolder Bühne von 1825 bis 1969. Detmold: Landesverband Lippe 1972 (Lippische Studien ; 1), siehe S. 309.
  10. Vgl. als Projektbeispiel Robert Stephan; Karsten Labahn; Matthias Glasow: Vernetzung biographischer Online-Ressourcen – Catalogus Professorum Rostochiensium und Rostocker Matrikelportal, in: Mittermaier, Bernhard (Hg.): Vernetztes Wissen – Daten, Menschen, Systeme. 6. Konferenz der Zentralbibliothek, Forschungszentrum Jülich, 5. - 7. November 2012; Proceedingsband = [WissKom 2012]. Jülich: Forschungszentrum, Zentralbibiothek 2012, S. 259-270. Online: http://hdl.handle.net/2128/4699. Hier S. 264-269.
  11. Irmlind Capelle, Kristina Richts: Die Welt des Detmolder Hoftheaters – erschlossen mit MEI und TEI. In: Bibliotheksdienst 50 (2016) 2, 199–209. DOI: 10.1515/bd-2016-0022. Kristina Richts, Irmlind Capelle: Kontextuelle Tiefenerschließung von Musikalienbeständen mit MEI und TEI. Einblicke in das Detmolder Hoftheater-Projekt. In: Forum Musikbibliothek 36 (2015) 2, S. 20-26.
  12. Gezählt sind Sessions, nicht etwa Einzelseitenaufrufe. Angaben nach dem „Jahresbericht 2015“ http://www.llb-detmold.de/fileadmin/user_upload/redaktion/dokumente/publikationen/Lippische_Landesbibliothek_Jahresbericht_2015_small.pdf, S. 16.
  13. Vgl. Joachim Veit: Das französische Repertoire der Schauspielgesellschaft August Pichlers zwischen 1825 und 1847. In: Die Opéra comique und ihr Einfluß auf das europäische Musiktheater im 19. Jahrhundert. Bericht über den internationalen Kongreß Frankfurt 1994. Hg. von Herbert Schneider und Nicole Wild. Hildesheim: Olms, 1997 (Musikwissenschaftliche Publikationen ; 3), S. 323-346, hier S. 330-335 zum Erfolg der gespielten Stücke.
  14. http://s2w.hbz-nrw.de/llb/content/titleinfo/755388. So liest man auf S. 20f. recht ausführlich zur theatralischen Darstellung von Küssen, Umarmungen, Berührungen, ebenso zur Darstellung von Essen und Trinken, welches „dem Zuschauer nicht mit voller physischer Wahrheit auf der Bühne vor Augen gelegt“ werden möge (S. 21). Es finden sich sogar Vorschriften, wie der Schein gewahrt bleibe: so sollen undurchsichtige Krüge verwendet werden, die also nicht gefüllt zu sein bräuchten; Fleisch möge „durch ähnlich geformtes Backwerk vertreten“ werden. Die Vorschriften sind großenteils wörtlich übernommen aus den „Gesetzlichen Ordnungen des Braunschweiger Hoftheaters https://books.google.de/books?id=ItQsAQAAMAAJ von 1826.
  15. Vgl. Eberhardt, Theufels Anteil (wie Anm. 6), S. 105-106.
  16. Als Beleg gilt Lortzings briefliche Bemerkung an seine Eltern am 5. 11. 1826 nach seiner Ankunft in Detmold: „Das Theater ist sehr niedlich, ungleich höher als das Köllner hat eine Menge Versenkungen, überhaupt viel Maschinerie.“ Albert Lortzing: Sämtliche Briefe. Historisch-kritische Ausgabe. Hg. von Irmlind Capelle. Kassel u.a.: Bärenreiter, 1995 (Detmold-Paderborner Beiträge zur Musikwissenschaft ; 4), S. 6.
  17. Vgl. Richard Müller-Dombois: Die Fürstlich Lippische Hofkapelle. Kulturhistorische, finanzwirtschaftliche und soziologische Untersuchung eines Orchesters im 19. Jahrhundert. Regensburg: Bosse, 1972, darin zur Zeit zwischen 1825 und 1848 S. 61-68. Vgl. auch Veit, Repertoire (wie Anm. 12), S. 325; Irmlind Capelle: Romeo und Julia auf dem Schlosse. Zur ersten vollständigen Aufführung von Hector Berlioz’ Sinfonie in Detmold 1853. In: Das historische Erbe in der Region. Festschrift für Detlev Hellfaier. Hg. von Axel Halle u.a., Bielefeld: Aisthesis, 2014, S. 275-286.