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„Auch sollen schon einige Schildwachen erfroren seyn …“ Anmerkungen zu einer Bleistiftzeichnung aus „Grabbes Jugendleben“ von Herbert König, 1847

von Detlev Hellfaier

Druckfassung in: Museum, Region, Forschung : Festschrift für Rainer Springhorn / Landesverband Lippe. Hrsg. von Detlev Hellfaier und Elke Treude. Detmold, 2011. (Schriften des Lippischen Landesmuseums ; 7), 231-244.

Signatur: GA B 374

Im Frühjahr 2005 konnte die Lippische Landesbibliothek im deutschen Autographenhandel für das Grabbe-Archiv eine gut ausgearbeitete Bleistiftzeichnung mit dem handschriftlichen Titel „Scene aus Grabbe’s Jugendleben nach des Augenzeugen Köchy Erzählung“ erwerben. Wie Signet und Datierung ausweisen, hat der Illustrator, Karikaturist und Aquarellmaler Herbert König (1820–1876) das Blatt im Quartquerformat in den Maßen 17,3 x 22 cm am 17. September 1847 in Braunschweig gezeichnet. Da sich auf der Rückseite des Blattes Montagespuren befinden, liegt die Vermutung nahe, dass es sich einst in einem Stammbuch oder einem liber amicorum befunden haben mag. Die Genreskizze ist der Forschung bisher nicht unbekannt geblieben. Im Jahre 1907 wurde sie von dem Theaterwissenschaftler Arnulf Perger im Zuge seiner Studien zu Grabbe an eher versteckter Stelle erstmalig bekannt gemacht, jedoch nicht näher analysiert, vermutlich nach dieser Vorlage ist das Blatt ohne unmittelbaren inhaltlichen Zusammenhang im Rahmen eines Beitrags über Grabbe 1924 noch einmal abgedruckt worden. Beigelegt wurde der Zeichnung vom Einlieferer ein schmaler Kartonstreifen (3,5 x 18,4 cm), der hilfreiche Angaben zu Herkunft und Publikation des Stückes macht: „Herbert König: Der junge Grabbe in Berlin. / Lippmansohns [!] Nachfolger Berlin, Febr[uar] 1907 / aus dem Nachlasse Ed[uard] Grisebachs, ehemals Geschenk Königs / an Köchy. / Veröffentlicht in der Zeitschrift f[ür] Bücherfreunde Juli 1907“. Vor diesem Hintergrund ist es angezeigt, der Historizität der zu Grunde liegenden „Erzählung des Augenzeugen“, den Beziehungen Grabbes zu Köchy und wiederum der Verbindung zu dem ausführenden Künstler intensiver nachzugehen; in diesem Zusammenhang ergeben sich einige Erkenntnisse zur Überlieferungsgeschichte der Zeichnung.

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