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Das Lippische Literaturarchiv Detmold

von Julia Freifrau Hiller von Gaertringen

Druckfassung in: Dichternachlässe, literarische Sammlungen und Archive in den Regionalbibliotheken von Deutschland, Österreich und der Schweiz / hrsg. von Ludger Syré. (Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie, Sonderbände; 98), Frankfurt/Main 2009, S. 141-156.

Einleitung
Grabbe-Archiv
Freiligrath-Sammlung
Weerth-Archiv
Einzelautographen und Stammbücher
Nachlässe und Sammlungen
Kataloge und Bibliographien
Anmerkungen

Das Lippische Literaturarchiv, eine Einrichtung der Lippischen Landesbibliothek Detmold, widmet sich vorrangig den aus Detmold stammenden Dichtern Christian Dietrich Grabbe (1801-1836), Ferdinand Freiligrath (1810-1876) und Georg Weerth (1822-1856) und ist Sammelstätte literarischer und wissenschaftlicher Nachlässe aus der Region Ostwestfalen-Lippe.[1] Begründet wurde es im Jahr 1979 durch Zusammenfassung bereits vorhandener Sammlungen, die seither kontinuierlich ergänzt und einheitlich erschlossen werden. Die Sammlungen sind in den Räumen der Landesbibliothek für die Präsenznutzung allgemein zugänglich.

Grabbe-Archiv

Christian Dietrich Grabbe
Signatur: FA 12 1836

Besonders hervorzuheben ist das Grabbe-Archiv, das der Literaturwissenschaftler Alfred Bergmann (1887-1975) 1938 der Lippischen Landesbibliothek übergab.[2] Es ist ein Schriftsteller-Archiv in seltener Fülle und Geschlossenheit, als Quellensammlung zur deutschen Literatur in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von besonderem Wert. Grabbe selbst hat nichts Schriftliches hinterlassen; sämtliche Manuskripte und Briefe waren in privater Hand überliefert. Ein ansehnliches Privatvermögen erlaubte Bergmann zwischen 1909 und 1923 den planmäßigen Ankauf von Antiquaria und Handschriften als Grundlage für seine wissenschaftlichen Arbeiten, deren quellenkritische Leistung für die Grabbe-Forschung bis heute unverzichtbar ist. Auf Initiative von Eduard Wiegand, des Direktors der Lippischen Landesbibliothek, erwarb die Lippische Landesregierung 1938 den ersten, 1942 den zweiten Teil von Bergmanns Archiv.[3]

Zu diesem Zeitpunkt umfasste das Grabbe-Archiv die vollständigen Werkhandschriften zu sechs Dramen und 45 Prosatexten sowie zahlreiche Entwürfe und Skizzen zu Grabbes Werken, 102 Briefe von Grabbe und ca. 50 Briefe und Manuskripte von anderen Verfassern. Mehr als 300 zeitgenössische Portraits und Stadtansichten illustrierten Grabbes Biographie. Ergänzt wurde das handschriftliche und graphische Material durch eine 12.000 Bände zählende Bibliothek, in der außer den Erstdrucken, Gesamt-, Teil- und Einzelausgaben von Grabbes Werken auch die gesamte Forschungsliteratur zu Grabbe versammelt war. Darüber hinaus hatte Bergmann die von Grabbe als Leser rezipierte Literatur und die von Grabbe als Theaterkritiker besprochenen Dramen für sein Archiv erworben – überhaupt alle Werke von Grabbes literarischen Zeitgenossen in Erstausgaben, auch und gerade die anderwärts kaum überlieferte Bestseller-Produktion des leichten Genres und die schöngeistigen Journale der Zeit. Zur Ausleuchtung von Grabbes „literarischem Hintergrund“ hatte Bergmann eine bis heute in ihrer Vielfalt herausragende Bibliothek schöner Literatur des Zeitraums 1750-1850 zusammengestellt, erweitert um die Grabbe als Stoffquelle dienende und die zu seinen Dramen motivverwandte Literatur aller Zeiten – Faust-, Don Juan-, Hohenstaufen-, Römer- und Germanen-Dichtungen etc. In Kästen aufbewahrt ist eine mehrere Tausend Artikel umfassende Zeitungsausschnitt-Sammlung, darunter die Kritiken zu Theateraufführungen von Grabbes Dramen. Dieses Material war durch Regie- und Soufflierbücher, Theaterzettel, Plakate, Programmhefte und Szenenfotos überdies zu einer vollständigen Dokumentation der Bühnenrezeption des Dramatikers Grabbe ergänzt. Das Archiv profitierte zudem vom Grabbe-Boom auf dem deutschen Theater der Jahre 1936-1942 durch Übernahme von Bühnenbild- und Kostümentwürfen verschiedenster Inszenierungen – eine Sammlung, die heute etwa 400 Blätter umfasst.

Alfred Bergmann betreute das Grabbe-Archiv bis 1952 als Angestellter der Lippischen Landesbibliothek weiter. 1953 beauftragte die Göttinger Akademie der Wissenschaften ihn mit der Erarbeitung der historisch-kritischen Ausgabe der Werke und Briefe Grabbes, die er durch den Aufbau der Sammlung fast fünfzig Jahre lang vorbereitet hatte und bis 1973 im Alleingang fertigstellte.[4] Im gleichen Jahr veröffentlichte er zum Abschluss seiner jahrzehntelangen wissenschaftlichen Arbeit auch seine Grabbe-Bibliographie.[5]

Mit Rechnung vom 1. März 1950 erwarb die Lippische Landesbibliothek die ersten Grabbe-Handschriften in der neuen Trägerschaft des Landesverbandes Lippe. Spektakulär war 1959 der kostspielige Ankauf von Grabbes Drama „Napoleon oder die hundert Tage“, der letzten großen Werkhandschrift, die sich noch in Privatbesitz befand. Dass mit Bergmanns Anspruch an Vollständigkeit konsequent auch weiterhin alle Originalquellen und Rezeptionszeugnisse aus den Bereichen Dichtung, Musik, Kunst, Film und Theater zu sammeln und zu erschließen seien, stand unter seinen Nachfolgern Ernst Fleischhack und Klaus Nellner immer außer Frage, ebenso wie die gesamte Sekundärliteratur inklusive der Hausarbeiten von Schülern und Studenten und erreichbarer Vortrags- und Rundfunktyposkripte beschafft und jeder relevante Zeitungsartikel ermittelt wurde und wird. Dem Medienwandel folgend, liegen Fotos und Ausstattungsentwürfe von Theateraufführungen heute oft nur noch digital vor; Online-Publikationen, deren Nutzungsrechte nicht bei der Lippischen Landesbibliothek liegen, werden sicherheitshalber noch immer ausgedruckt und in Papierform in den Bestand integriert.

Die Handschriftensammlung des Grabbe-Archivs umfasst heute 624 Stücke, davon 264 Briefe von Christian Dietrich Grabbe. Weitere mehr als 200 Briefe stammen aus dem Verwandten- und Freundeskreis, beispielsweise von Norbert Burgmüller, Eduard Duller, Ferdinand Freiligrath, Heinrich Heine, Karl Immermann und Karl Köchy, davon sind 39 Briefe an Grabbe selbst adressiert. Grabbe-Autographen sind auf dem Antiquariatsmarkt sehr selten geworden. Zuletzt konnten im April 2005 mit Hilfe der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Lippischen Landesbibliothek Detmold e.V. zwei Briefe erworben werden, die 1907/1908 versteigert worden waren, noch bevor Alfred Bergmann das Sammeln begonnen hatte, und seither nicht wieder aufgetaucht waren: eine Nachricht des Schülers Grabbe an die Meyersche Hofbuchhandlung in Lemgo von Februar 1818 und ein Grabbe betreffender Brief August Klingemanns an Ludwig Tieck von September 1823.[6] Unter den Handschriften werden auch biographische Dokumente aufbewahrt: Schulzeugnisse, Stammbuchblätter, Quittungen, Vollmachten, ein Verlagskontrakt, Grabbes Hochzeitsanzeige und Protokolle aus seiner juristischen Tätigkeit.

Das Lippische Literaturarchiv leistet gegenwärtig als einzige Institution aktive Unterstützung für die Grabbe-Forschung. Handschriften-Neuerwerbungen werden im Jahrbuch der Grabbe-Gesellschaft bekannt gemacht. Die Grabbe-Bibliographie mit hoher Erschließungstiefe auch für die Bühnengeschichte von Grabbes Dramen wird in der Lippischen Landesbibliothek bearbeitet. Die Bibliothek pflegt eine Webseite „Grabbe online“,[7] die auf eigene und fremde Web-Informationen zu Grabbe verweist; hier wird auch auf Neuerwerbungen, Neuerscheinungen und aktuelle Veranstaltungen aufmerksam gemacht. Ab der Spielzeit 2000/2001 sind sämtliche Theateraufführungen von Grabbes Stücken online archiviert und mit den zugehörigen Informationen der Spielstätten verlinkt. Bereitgestellt ist auch eine Übersicht über die aus zweihundert Jahren vorhandenen Theatermaterialien zu sämtlichen Grabbe-Inszenierungen. Wissenschaftler, Verlage, Journalisten und Theaterleute finden oft über diese Webseiten den Weg zum Detmolder Grabbe-Archiv.

Immer wieder werden die Bestände des Grabbe-Archivs der Öffentlichkeit präsentiert, zuletzt in der 200 Exponate umfassenden Ausstellung „Grabbe im Original“ zum 200. Geburtstag des Dramatikers 2001. Die Ausstellung, die die Sammlung in ihrem ganzen Reichtum sinnfällig machte, wurde in Detmold vollständig gezeigt und wanderte anschließend auszugsweise in die Universitätsbibliothek Hagen und ins Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf. Ein gleichnamiges Buch brachte erstmals Farbe in die Grabbe-Literatur und bietet anhand abgebildeter Autographen, Bilder und Dokumente einen anschaulichen Überblick über Grabbes Leben und Werk.[8]

Aktuelles Projekt ist die Einrichtung eines Grabbe-Portals im WWW, analog zum bereits bestehenden Heine-Portal und unter Nutzung der dafür bereitstehenden Plattform. Das Projekt wird in Kooperation mit dem Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf und dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier durchgeführt. Es ist geplant, die historisch-kritische Grabbe-Ausgabe Alfred Bergmanns zu digitalisieren, nach TEI-Standard auszuzeichnen und unter einer komfortablen Benutzeroberfläche im Volltext frei zugänglich anzubieten. Die Textseiten sollen mit dem kritischen Apparat und den durch Metadaten erschlossenen und recherchierbaren Faksimiles der zugehörigen Werkmanuskripte und Briefe verknüpft werden. Auch die Erstausgaben von Grabbes Werken werden als Image integriert. Der Forschung kann damit ein Instrument an die Hand gegeben werden, das die methodischen Mängel, das Fehlen von Registern und den durch Neuerwerbungen veralteten Forschungsstand der Grabbe-Ausgabe kompensiert. Es kann in Zukunft laufend aktuell gehalten und erweitert werden und ein zeitgemäß attraktives Angebot zur Beschäftigung mit Grabbes Werk sein.

Freiligrath-Sammlung

Ferdinand Freiligrath
Signatur: FrS B 5

Schon Jahrzehnte vor Grabbe war der gleichfalls in Detmold aufgewachsene, neun Jahre jüngere Ferdinand Freiligrath mit Autographen in der Lippischen Landesbibliothek vertreten. Den Grundstock zur Freiligrath-Sammlung legte der Dichter selbst 1862 mit der Schenkung von acht Gedichtmanuskripten. Sein Jugendfreund Otto Preuß, der die Bibliothek seit 1838 nebenamtlich leitete, hatte sie von ihm erbeten, und Freiligrath, der zu Schulzeiten Hilfskraft des früheren Bibliothekars Christian Gottlieb Clostermeier gewesen war und mit der Erinnerung an die Detmolder Bibliothek schönste Leseerfahrungen verband, gab willig und gern einige seiner frühesten Werkmanuskripte nach Detmold.[9] Es handelte sich um erste, mit Korrekturen versehene Niederschriften von Anfang der dreißiger Jahre publizierten Gedichten, also um Zeugnisse der Textentstehung von philologischem Wert, nicht – wie bei Freiligrath später in zahllosen Fällen – Gedichtabschriften von eigener Hand als gefällige Sammelobjekte.

Im Jahr 1867 initiierten Freunde Ferdinand Freiligraths eine Nationalstiftung zur Unterstützung des im Exil lebenden Dichters, der als publizistischer Aufrührer der 1848er Revolution in Preußen noch immer steckbrieflich gesucht wurde. Freiligrath hatte 1865 seine Stellung in der Londoner Filiale einer Schweizer Bank verloren und stand im Alter von 55 Jahren ohne Einkünfte da. Mit der Nationalstiftung sollte auch das Klima für eine politische Amnestie geschaffen und ihm die Rückkehr nach Deutschland ermöglicht werden. Überall in Deutschland bildeten sich Komitees, die zu Spenden für Freiligrath aufriefen. Der Erfolg war beträchtlich: umgerechnet fast 1 Million Mark wurde gespendet. Die Akten des Central-Comités der Freiligrath-Stiftung in Barmen wurden Ende 1949 für die Lippische Landesbibliothek erworben.

Schon 1920 hatte Freiligraths Tochter Luise Wiens durch eine Schenkung aus dem Nachlass ihres Vaters die Sammlung vermehrt. Dazu gehörten zehn Kinderbriefe des Dichters[10] und seine 34 Bände zählende Jugendbibliothek, zwei seiner Stammbücher und 100 Briefe der Eltern und Großeltern mütterlicherseits. Durch Ankauf gelangten 1951 aus der Familie Wiens vier weitere, die vielfältigen freundschaftlichen Beziehungen des Dichters dokumentierende Stammbücher nach Detmold – mit Eintragungen aus sieben Jahrzehnten beispielsweise von Hans Christian Andersen, Emanuel Geibel, Friedrich Hebbel, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Gottfried Keller, Justinus Kerner, Gottfried Kinkel, Franz Liszt, Arnold Ruge und Levin Schücking.[11] Aus Familienbesitz stammen auch zahlreiche Zeichnungen, Gemälde und Fotos sowie Flugblätter mit Freiligrath-Gedichten aus der Revolutionszeit. Zu den bedeutendsten Erwerbungen seit Gründung des Lippischen Literaturarchivs gehörte 1983 der Ankauf von 58 Briefen Freiligraths an Levin Schücking aus Privatbesitz.

Heute umfasst die Freiligrath-Sammlung 60 Gedichtautographen, 397 Briefe von Ferdinand Freiligrath und 110 an ihn, dazu Korrespondenzen aus dem Familien- und Freundeskreis, die Stammbücher, die Akten der Freiligrath-Dotation, Portraits und Ortsansichten. Vorhanden sind alle Veröffentlichungen Freiligraths in Erstdrucken, seine Übersetzungen französischer und englischer Lyrik und die von ihm herausgegebenen Zeitschriften, Anthologien und Alben. Die Bestände werden laufend erweitert. Der von Freiligrath selbst gebildete Nachlass liegt im Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar, deshalb tauchen nur gelegentlich Briefe an ihn auf dem Antiquariatsmarkt auf. Briefe aus seiner Feder hingegen sind ausgesprochen zahlreich im Angebot und werden fast ausnahmslos für das Lippische Literatuarchiv gekauft. Allein im laufenden Jahr 2008 konnten schon sieben Briefe erworben werden, 2007 waren es sechs, 2006 sogar 22 Briefe, darunter acht Briefe an den befreundeten Barmer Kaufmann Friedrich Wilhelm Otterberg aus den Revolutionsjahren 1848-1850 und 13 Briefe an August Boelling aus dem Zeitraum 1838-1871, zumeist in Finanzangelegenheiten, in denen Boelling dem chronisch verschuldeten Freund weiterhelfen sollte. Auch aus dem Bekanntenkreis Freiligraths werden großzügig Autographen und Antiquaria für die Detmolder Sammlung erworben, denn der Bestand ist für die Forschung weniger wegen der Werkmanuskripte als wegen der weitgespannten persönlichen Verflechtungen des umtriebigen Schriftstellers und seiner Rolle im literarischen Leben seiner Zeit interessant.

Obwohl das Lippische Literaturarchiv nicht die einzige und nicht einmal die größte Freiligrath-Sammlung besitzt, ist es heute diejenige Institution, die alle noch erreichbaren Originaldokumente und Rezeptionszeugnisse sammelt und die Forschungsarbeit durch Erstellung der Freiligrath-Bibliographie unterstützt. 1993 hat Ernst Fleischhack eine erste Gesamtbibliographie vorgelegt,[12] diese wird kontinuierlich ergänzt durch die aktuelle bibliographische Berichterstattung. Mehrere Veröffentlichungen der Landesbibliothek über ihre Freiligrath-Sammlung liegen vor. Ausstellungen fanden zum 150. Geburtstag, zum 100. Todestag[13] und zum 175. Geburtstag Freiligraths[14] statt; in Vorbereitung ist eine Ausstellung zum 200. Geburtstag im Jahr 2010. Die Webseite „Freiligrath online“[15] sammelt verschiedenste Web-Informationen über Freiligrath, verknüpft mit anderen bestandshaltenden Institutionen und weist aktuell auf Neuerwerbungen und Neuerscheinungen hin.

„Freiligrath online“ gibt auch Zugang zum „Repertorium sämtlicher Briefe mit Regesten (1817-1876)“, das Volker Giel 1998-2000 als Online-Datenbank erstellt hat.[16] Hier sind 5350 Briefzeugnisse Freiligraths an 70 Einzelstandorten des In- und Auslandes nachgewiesen. Da zwei Drittel der Briefe nie im Druck vorgelegt wurden, ist dieses Repertorium ein unverzichtbares Hilfsmittel der Forschung; durch die Inhaltserschließung des Briefkorpus ist es von großem Nutzen für die Literaturgeschichtsschreibung auch weit über Freiligrath selbst hinaus. Obwohl die Notwendigkeit permanenter Ergänzung des Datenmaterials immer feststand – das ständige antiquarische Angebot noch unbekannter Freiligrath-Briefe bestätigt das –, konnte die Datenbank nach Abschluss des Projekts nicht weitergepflegt werden, so dass auch die seit 2001 für das Lippische Literaturarchiv erworbenen 48 Freiligrath-Briefe darin gar nicht oder nicht mit ihrem aktuellen Standort nachgewiesen sind. Die Lippische Landesbibliothek bemüht sich derzeit darum, die Briefdatenbank auf Ihre Server zu übernehmen und ihre inhaltliche Betreuung dauerhaft zu gewährleisten.

Weerth-Archiv

Georg Weerth
Signatur: B 1 W

Das Weerth-Archiv besteht seit 1971, als die Familie Weerth der Lippischen Landesbibliothek ein erstes Konvolut Familienbriefe verkaufte, dem sie bis 1974 weitere Konvolute folgen ließ. Heute umfasst das Weerth-Archiv rund 500 Autographen aus der Zeit von 1820 bis 1860, darunter 19 Briefe aus der Feder des in Detmold geborenen „ersten sozialistischen Dichters“ Georg Weerth und 29 an ihn gerichtete Schreiben. Weerths Briefe an die umworbene Betty Tendering sind erhalten, ein Brief an Heinrich Heine und einige Briefe an Familienmitglieder, außerdem verschiedene Dokumente wie Weerths Reisepass aus dem Jahr 1836. Den größten Teil des Nachlasses von Georg Weerth, der 1856 auf Kuba an Malaria starb, haben die Erben 1936 nach Amsterdam verkauft; zuvor hatten sie bereits Briefbestände an das Marx-Engels-Institut in Moskau abgegeben. In Detmold hatte sich niemand bemüht, den vor Ort liegenden Nachlass Georg Weerths für die Lippische Landesbibliothek zu gewinnen.[17]

Mehr als 400 Briefe jedoch zählt die in Detmold verbliebene Familienkorrespondenz zwischen den Eltern Georg Weerths – der Vater war Landessuperintendent in Lippe – und seinen Brüdern Carl, Wilhelm und Ferdinand. Ein handschriftliches Georg-Weerth-Lebensbild der Nichte Marie Weerth und der umfangreiche Briefwechsel des Großneffen und Biographen Karl Weerth bilden weitere wertvolle Ergänzungen. Eine besondere Kostbarkeit ist Weerths Handexemplar der von ihm mitherausgegebenen „Neuen Rheinischen Zeitung“, das durch Korrekturen von Weerths Hand und enthaltene, aber nicht vervielfältigte Andrucke immer wieder neu als Quelle befragt werden muss.

Seit die Lippische Landesbibliothek mit dem Familienarchiv den Restnachlass Georg Weerths übernommen hat, wird tüchtig gesammelt. Vor allem Zeitungsdrucke von Weerths Texten wurden im Original oder im Reprint erworben. Portraits von Persönlichkeiten aus seinem Bekanntenkreis, Stadt- und Gebäudeansichten ergänzen die Dokumentation im Bereich des Visuellen, ebenso Darstellungen und Karikaturen aus der Revolutionszeit; zuletzt wurde zum Weerth-Jubiläum 2006 Bildmaterial in großem Umfang neu beschafft. Auch zu Weerth wird die relevante Literatur im Lippischen Literaturarchiv mit größtmöglicher Vollständigkeit gesammelt, der Bestand laufend auch um Antiquaria ergänzt. Weerth-Autographen sind auf dem Antiquariatsmarkt niemals aufgetaucht. Und auch im Bereich der Erstdrucke sind Angebote extrem selten. Eine Sensation war 1997 die Erwerbung eines unbekannten Teilabdrucks von Weerths „Schnapphahnski“-Roman, der Ende 1848 als Lieferungsroman bei dem demokratischen Frankfurter Verleger August Stritt erschien, wahrscheinlich als Raubdruck. Besonderen Wert hat das Heft durch die vier beigefügten Karikaturen, die nur in diesem Zusammenhang überliefert sind.[18]

Aktuell zu nennen sind zwei Neuerwerbungen, die die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Lippischen Landesbibliothek e.V. finanziert hat: zum einen das von dem Elberfelder Frühsozialisten Hermann Püttmann herausgegebene und in Preußen sofort verbotene „Deutsche Bürgerbuch für 1845“ mit dem Erstdruck von Weerths Prosatext „Die Armen in der Senne“, zum anderen die in keiner anderen Sammlung nachgewiesene zeitgenössische Titelauflage des von Moses Hess 1845/1846 herausgegebenen „Gesellschaftsspiegels“, der berühmtesten Zeitschrift des deutschen Frühsozialismus, die Weerths „Lieder aus Lancashire“, das „Gebet eines Irländers“ sowie drei seiner sozialkritischen Reportagen aus dem englischen Industrierevier enthält.

Die Neuerwerbungen wurden im Sommer 2006 in einer 200 zeitgenössische Exponate umfassenden Ausstellung „Hätt ich Siebenmeilenstiefel, da wüßte ich, was ich täte!“ zum 150. Todestag Georg Weerths gezeigt. Die Ausstellung verfolgte Weerth als Reisenden über die Kontinente und ist – wie alle Ausstellungen seit 2003 – komplett auf der Website der Lippischen Landesbibliothek dokumentiert.[19] Ebenfalls 2006 präsentierte die Landesbibliothek den seit 1994 entstandenen „Schnapphahnski“-Zyklus des Leipziger Graphikers Rolf Münzner, aus dem anschließend einige Blätter für die Sammlung erworben werden konnten. Auch der Berliner Graphiker Dieter Goltzsche überließ im Weerth-Jubiläumsjahr seine Anfang der siebziger Jahre entstandenen Weerth-Illustrationen dem Detmolder Weerth-Archiv.

Schon 1972, unmittelbar nach der Einrichtung des Weerth-Archivs, hatte die Landesbibliothek zum 150. Geburtstag Georg Weerths ihre neuen Schätze in einem gedruckten Katalog bekannt gemacht[20] und sich auch bibliographisch um diesen lange vergessenen Schriftsteller gekümmert.[21] 1981 zeigte die Landesbibliothek eine Ausstellung zum 125. Todestag[22] und 1989 gemeinsam mit dem Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf, dem Karl-Marx-Haus Trier und dem Friedrich-Engels-Haus Wuppertal eine Ausstellung mit Exponaten auch anderer bestandshaltender Institutionen.[23] Die Weerth-Kolloquien des Forums Vormärz Forschung finden seit 1992 in den Räumen der Lippischen Landesbibliothek statt. Das Literaturarchiv pflegt zudem eine Webseite „Weerth online“[24] mit Hyperlinks auf Web-Informationen zu Weerth. Zuletzt war die Seite dem Berliner Kaleidophon-Verlag von Nutzen, der 2007 Weerths Briefwechsel mit Betty Tendering als Hörbuch vorlegte und dabei auf das Material des Archivs zurückgriff.

Einzelautographen und Stammbücher

Aus verschiedensten Provenienzen stammen die zum gegenwärtigen Zeitpunkt 501 Einzelautographen des Lippischen Literaturarchivs – Handschriftliches von lippischen Persönlichkeiten, Briefe an lippische Empfänger und anderes mit Bezug auf Lippe. Der Bestand wurde nach Einrichtung des Literaturarchivs 1979 neu gebildet und zunächst aus älteren Einzelautographen zusammengestellt; er wird gezielt um Autographen lippischer Persönlichkeiten ergänzt.

Aus dem Bereich der „Staatsgeschäfte“ stammen beispielsweise zahlreiche Handschreiben der Grafen und Fürsten zur Lippe seit dem 18. Jahrhundert, darunter mehrere Promemoria und Briefe der resoluten Fürstin Pauline zur Lippe aus den Jahren 1814-1820 oder eine Vollmacht ihres Sohnes Leopold II. für den Geheimen Justizrat Moritz Leopold Petri, der Lippe 1848 in der Frankfurter Bundesversammlung vertrat. In den Bereich der „gelehrten Welt“ gehören etwa Briefe von Johann Georg Meusel oder Johann Samuel Ersch an die Meyersche Hofbuchhandlung in Lemgo – um 1800 ein bedeutender Verlag, in dem die beiden Gelehrten publizierten. Ein anderer, in Detmold eher unvermuteter Bestand sind die 1962 erworbenen Briefe namhafter Sprachwissenschaftler an den aus Detmold gebürtigen Sanskritforscher Friedrich August Rosen, der 1827 mit 22 Jahren als Professor für Orientalistik nach London berufen wurde. Ein Brief Alexander von Humboldts an den Pastor Melm im lippischen Falkenhagen kam 1913 als Geschenk ins Haus.

Die Zahl der Autographen aus der „literarischen Welt“ innerhalb der Sammlung ist groß. Besonderes Interesse gilt Persönlichkeiten, die aus Lippe stammen, aber auch aus dem Umkreis Grabbes, Freiligraths und Weerths sind zahlreiche Autoren vertreten, darunter Emanuel Geibel, Rudolf von Gottschall, Friedrich Wilhelm Hackländer, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Johanna und Gottfried Kinkel, Heinrich Laube, Wolfgang Müller von Königswinter, Emil Rittershaus, Albert Traeger oder Julius Wolff. Erworben wurden Rezeptionszeugnisse zum lokal bedeutsamen Arminius-Thema, etwa von Magnus Gottfried Lichtwer, handschriftliche Gedichte auf das Hermannsdenkmal von Karl Wilhelm von Haugwitz und Leopold Böhmer oder ein Aufsatzmanuskript „Der Hermann“ von Johannes Schlaf, aber auch ein Brief von Christian Daniel Rauch über die Externsteine, ein Nachruf Friedrich de la Motte Fouqués auf den 1829 jung verstorbenen lippischen Dichter Friedrich Begemann, Briefe von Marie von Ebner-Eschenbach an die Detmolder Medizinalratsgattin Elise Caspari und dergleichen mehr.

Manches gerät durch Zufall nach Detmold. So kam das Literaturarchiv durch Ersteigerung eines Sammelkonvoluts 1986 in den Besitz von Handschriften von Charlotte von Ahlefeldt, Friedrich von Bodenstedt, Gustav Freytag, Ottilie von Goethe, Paul Heyse, Fanny Lewald, Paul Lindau, Else Lasker-Schüler, Ina Seidel oder Hermann Hesse. Natürlich wurden auch eine eigenhändige Quittung und eine Locke von Goethe gern als Geschenk angenommen. Zuletzt wurden 2006 zusammen mit einem Brief Malwida von Meysenbugs 18 weitere Autographen ohne spezifischen Lippe-Bezug erworben. Um den Zugriff auch auf solch in Detmold Unerwartetes zu erleichtern, hat das Literaturarchiv eine Namensliste zu den in seiner Sammlung von Einzelautographen vertretenen Briefschreibern auf seine Website gestellt.[25] Wie Anfragen erweisen, ist das ein nützliches Angebot.

Die Lippische Landesbibliothek verwahrt zudem eine Anzahl Stammbücher aus verschiedenen Jahrhunderten, darunter zwei Stammbücher des lippischen Landesherrn Simon VI. (1555-1613), das Stammbuch des Forschungsreisenden Engelbert Kämpfer 1674-1694 und weitere Stammbücher des 18. und 19. Jahrhunderts. Diesem Bestand geht es ähnlich wie den Einzelautographen: niemand sucht sie ausgerechnet hier. Daher sind auch sie über eine eigene Webseite auffindbar gemacht.[26]

Nachlässe und Sammlungen

Das Lippische Literaturarchiv betreut zur Zeit 60 Nachlässe und Sammlungen zu Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts, die in Lippe geboren wurden oder hier gelebt und gearbeitet haben, außerdem Familien- und Vereinsarchive.[27] Die Bestände wurden und werden aktiv eingeworben und dem Archiv in der Regel als Schenkung übereignet. Sie sind von recht unterschiedlicher Relevanz – nicht nur für Landeskunde und Regionalliteratur, sondern auch an ganz unvermuteter Stelle; durch vielfältige Bezüge vernetzt, geben sie sich gegenseitig Aufschluss. Die Landesbibliothek präsentiert sie der Forschung auf einer im Ausbau befindlichen Webseite mit Informationen zu Nachlasser und Nachlass sowie zugehörigem Findbuch, Personalbibliographie und Volltexten.[28]

Der Umfang der einzelnen Bestände reicht von wenigen Blättern bis zu vielen Hundert Archiveinheiten. Das Archivgut besteht aus Werkhandschriften mit Vorarbeiten und Entwürfen, aus Briefen von und an die Nachlasser, aber auch aus persönlichen Dokumenten und Bildmaterial, Arbeitsmaterialien, Sammlungen etc. In den Korrespondenzen finden sich vielfach auch Briefe namhafter Persönlichkeiten, die nicht nach Lippe gehören, hier eine willkürliche Auswahl: Julius Bab, Ernst Bertram, Herbert Eulenberg, Paul Fechter, Anton Kippenberg, Käthe Kollwitz, Alfred Kubin, Hermann Löns, Kurt Pinthus, Lulu von Strauß und Torney, Paul Zech, Stefan Zweig und andere.

Ludwig Altenbernd
Signatur: BA LP-1-4

Die frühesten Autoren des Literaturarchivs sind der Romantiker Friedrich Begemann aus Biemsen (1803-1829), dessen Kryptonachlass mit Gedicht- und Dramenhandschriften sich seit 1904 in der Lippischen Landesbibliothek befindet, und der Lyriker Ludwig Altenbernd (1819-1890) aus Augustdorf, der mit einer 1941 der Bibliothek anvertrauten Sammlung vertreten ist. Ins 19. Jahrhundert gehören auch die Nachlässe des Dramatikers Ernst Meyer (1832-1897) und des Erzählers Wilhelm Oesterhaus (1840-1927), der das „lippisch Platt“ pflegte und dazu eine Grammatik und ein Wörterbuch erstellt hat – zur Zeit Gegenstand wissenschaftlicher Erforschung. Unter den Autoren des 20. Jahrhunderts sind die Erzähler und Lyriker Otto Franzmeier (1885-1980), Heinrich Schäfertöns (1886-1978) und Friedrich Fischer-Friesenhausen (1886-1980) aus Detmold von Interesse, aber auch der Vortragskünstler Otto Franz Krauß (1886-1978) oder die christliche Volksschriftstellerin Luise Küchler (1902-1982). In jüngerer Vergangenheit konnten zwei Nachlässe aus der „Nachbarschaft“ erworben werden: die Nachlässe von Hermann Griebel (1892-1932) und Martin Simon (1909-1943), die für die Freilichtbühne Nettelstedt am Wiehengebirge tätig waren. Jüngste Übernahme ist der Vorlass des Salzuflers Kurt Müller (*1933), der um 1960 Mitglied des Dessauer „Zirkels schreibender Arbeiter“ war und und dem Lippischen Literaturarchiv eine unerwartete Bereicherung an Quellen zur DDR-Literatur hinzufügt.

Friedrich Ernst Ballhorn-Rosen
Signatur: BA LP-1-25

Unter den wissenschaftlichen Nachlässen der früheste ist der des lippischen Kanzlers Friedrich Ernst Ballhorn-Rosen (1774-1855), der mit Arbeiten zu althistorischen Themen überliefert ist. Ein reiner Briefnachlass ist der des Berliner Staatswissenschaftlers Ernst Helwing aus Lemgo (1803-1875), in dem als Kryptonachlass Briefe an den gebürtigen Lemgoer und späteren preußischen Diplomaten Christian Wilhelm von Dohm (1751-1820) enthalten sind. In den Bereich wissenschaftlicher Nachlasser gehören auch die lippischen Bibliotheksdirektoren Christian Gottlieb Clostermeier (1752-1829), August Falkmann (1817-1890), Otto Preuß (1816-1892) und Ernst Anemüller (1859-1943), der Oberregierungsrat Bernhard Meyer (1812-1886), der Kammerherr Otto Freiherr von Meysenbug (1845-1922), der Schulrat Heinrich Schwanold (1867-1932) und der Generalmajor Friedrich Wilhelm Haenichen (1866-1945), die sich vorwiegend mit landeskundlichen Themen befassten. Von ganz anderem Zuschnitt ist der Nachlass des Orientreisenden und preußischen Diplomaten Georg Rosen (1820-1891), dessen große Bedeutung als Quelle für die Kaukasiologie erst kürzlich entdeckt worden ist.

Alfred Bergmann
Signatur: Slg 12 Nr. 940

Während es sich als schwierig erwiesen hat, die Autorennachlässe der literaturhistorischen Forschung schmackhaft zu machen, ist der riesige wissenschaftliche Nachlass Alfred Bergmanns (1887-1975) immer wieder für Überraschungen gut. Erst kürzlich haben Joachim Butzlaff und Wolfgang Rasch darin Abschriften mehrerer hundert Briefe von Ludmilla Assing, Karl Rosenkranz, Karl August Varnhagen von Ense und anderen an den Literaturhistoriker Alexander Jung aufgefunden und zwei umfangreiche Kästen mit Abschriften der Briefwechsel Heinrich Laubes entdeckt, die der Literaturwissenschaftler Heinrich Hubert Houben angefertigt hat. Sie sind von hohem Wert als Quelle zum Jungen Deutschland, weil die Originale größtenteils verloren sind, waren der Forschung bisher allerdings völlig entgangen.

Kataloge und Bibliographien

Die Bestände des Lippischen Literaturarchivs sind bis zum Erwerbungsjahr 1989 in alphabetischen und systematischen Zettelkatalogen nachgewiesen. Zwischen 1972 und 1989 wurden sämtliche neuerworbenen und neu oder retrospektiv auf Zetteln katalogisierten Handschriften an die Berliner Zentralkartei der Autographen (ZKA) gemeldet. Es handelte sich um insgesamt 2800 Katalogzettel, im Verbundkatalog Kalliope sind gegenwärtig 2270 Autographen recherchierbar. Die älteren Sammlungen zu Christian Dietrich Grabbe und Ferdinand Freiligrath als der wertvollste Teil des Detmolder Literaturarchvs sind nicht erfasst. Die Werkhandschriften Grabbes sind in Kalliope gar nicht enthalten, und von den vorhandenen Briefen Grabbes sind nur 94, von den Briefen an Grabbe 14 Stücke nachgewiesen. Auch die Detmolder Werkmanuskripte Freiligraths sind über Kalliope nicht auffindbar.

Seit 1990 werden die Handschriften des Literaturarchivs in einer lokalen Lidos-Datenbank katalogisiert. Sie wurden nicht mehr an die ZKA gemeldet, da auch kein Zettelausdruck mehr erfolgte. Bis zum heutigen Tag sind 3078 Autographen in Lidos erfasst. Da das System nicht webfähig ist, existiert zur Zeit kein überregionaler Nachweis. Der größte Teil der Nachlässe im Literaturarchiv ist, auch wenn er aus Altbeständen der früheren Handschriftensammlung übernommen wurde, ab 1990 nach RNA katalogisiert worden und damit nur über die lokale Datenbank erschlossen. Es ist folglich ein Desiderat, die in Lidos vorhandenen Titelaufnahmen in die Kalliope-Datenbank einzubringen, die in Kalliope bereits enthaltenen Katalogisate zu überprüfen und weder in Lidos noch in Kalliope nachgewiesene Bestände nachträglich elektronisch zu verzeichnen.

Der Druckschriftenbestand des Literaturarchivs ist in den allgemeinen Katalogen der Bibliothek miterfasst; er ist fast vollständig rekatalogisiert und damit im Nordrhein-Westfälischen Katalogverbund und im elektronischen Benutzerkatalog der Lippischen Landesbibliothek zu finden. Die zum Teil einzigartigen historischen Zeitschriftenbestände sind in der Zeitschriftendatenbank (ZDB) erschlossen. Unselbständiges Schrifttum sowie Graphik ist nur in den lokalen Katalogen zu ermitteln.

Für die Autoren Grabbe, Freiligrath und Weerth erstellt das Lippische Literaturarchiv die laufende Personalbibliographie. Sie steht im Grabbe-Jahrbuch gedruckt und ab Berichtsjahr 1998 auf den Webseiten der Landesbibliothek online zur Verfügung. Die Personalbibliographie für die anderen lippischen Autoren des Literaturarchivs wird im Rahmen der „Lippischen Bibliographie“ erzeugt; das seit 1976 und in Auswahl auch früher verzeichnete Titelmaterial ist seit Anfang 2002 über die „Lippische Bibliographie Online“ im WWW verfügbar.

Anmerkungen

[1] Vgl. Lippisches Literaturarchiv im Grabbe-Haus. Hrsg. von der Lippischen Landesbibliothek Detmold. Text: Brigitte Labs-Ehlert. Detmold 1990 (Nachrichten aus der Lippischen Landesbibliothek Detmold: 19); Klaus Nellner: Das Lippische Literaturarchiv. Eine Bestandsübersicht. – In: Die Lippische Landesbibliothek. Bau, Sammlungen, Partner. Hrsg. von Detlev Hellfaier. Detmold 1993 (Nachrichten aus der Lippischen Landesbibliothek Detmold: 20), S. 67-79.

[2] Vgl. Alfred Bergmann: Meine Grabbe-Sammlung. Erinnerungen und Bekenntnisse. Detmold 1942; Klaus Nellner: 30 Jahre Grabbe-Archiv Alfred Bergmann. – In: Mitteilungsblatt. Verband der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen N.F. 19 (1969), S. 142-145; Alfred Bergmann: Das Grabbe-Archiv der Lippischen Landesbibliothek. Detmold 1973 (Nachrichten aus der Lippischen Landesbibliothek Detmold: 3); Karl-Alexander Hellfaier: Alfred Bergmann und das Grabbe-Archiv der Lippischen Landesbibliothek. – In: Heimatland Lippe 70 (1977) 1, S. 40-46; Klaus Nellner: Das Grabbe-Archiv Alfred Bergmann der Lippischen Landesbibliothek. Geschichte, Bestände, Erschließung. – In: Grabbe-Jahrbuch 4 (1985), S. 37-45.

[3] Vgl. Klaus Nellner: Der Ankauf von Alfred Bergmanns Grabbe-Sammlung für die Lippische Landesbibliothek im Jahre 1938. – In: Nationalsozialismus in Detmold. Dokumentation eines stadtgeschichtlichen Projekts. Bearb. von Hermann Niebuhr und Andreas Ruppert. Bielefeld 1998 (Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe: 50), S. 123-150.

[4] Christian Dietrich Grabbe: Werke und Briefe. Historisch-kritische Ausgabe in sechs Bänden. Hrsg. von der Akademie der Wissenschaften in Göttingen. Bearb. von Alfred Bergmann. Emsdetten 1960-1973.

[5] Alfred Bergmann: Grabbe-Bibliographie. Amsterdam 1973.

[6] Vgl. Julia Hiller von Gaertringen: Kanonenstyl und Mädchendiscant. Zwei Neuerwerbungen für das Lippische Literaturarchiv. – In: Grabbe-Jahrbuch 24 (2005), S. 43-64. → Hier online.

[7] URL: http://www.llb-detmold.de/sammlungen/literaturarchiv/grabbe-archiv.html.

[8] Julia Hiller von Gaertringen, Detlev Hellfaier: Grabbe im Original. Autographen, Bilder, Dokumente. Detmold 2001 (Auswahl- und Ausstellungskataloge der Lippischen Landesbibliothek Detmold: 35).

[9] Vgl. Detlev Hellfaier: "So möge denn der Strom zur Quelle zurückkehren!" Ferdinand Freiligrath (1810-1876) und die Anfänge des Lippischen Literaturarchivs. – In: Heimatland Lippe 94 (2001) 6/7, S.109-111. →Hier online.
Zur Sammlung: Heinrich Haxel: Die Freiligrath-Sammlung der Lippischen Landesbibliothek. – In: Ferdinand Freiligrath als deutscher Achtundvierziger und westfälischer Dichter. Hrsg. von Erich Kittel. Lemgo 1960, S. 67-76; Karl-Alexander Hellfaier: Die Freiligrath-Sammlung der Lippischen Landesbibliothek. – In: Heimatland Lippe 74 (1981) 2, S. 34-38.

[10] Vgl. Annette Hellfaier: Kinderbriefe und erste Reimversuche Ferdinand Freiligraths in der Lippischen Landesbibliothek. Detmold 1980 (Kleine Faksimiles aus der Lippischen Landesbibliothek Detmold: 4).

[11] Vgl. Heinrich Haxel: Vier Stammbücher der Familie Freiligrath. Detmold 1976 (Nachrichten aus der Lippischen Landesbibliothek Detmold: 7).

[12] Ernst Fleischhack: Bibliographie Ferdinand Freiligrath 1829-1990. Bielefeld 1993 (Bibliographien zu deutschen Literaturgeschichte: 2).

[13] [Karl-Alexander Hellfaier]: Ferdinand Freiligrath, ein Dichter des 19. Jahrhunderts. Detmold 1976 (Auswahl- und Ausstellungskataloge der Lippischen Landesbibliothek Detmold: 3).

[14] [Klaus Nellner]: Ferdinand Freiligrath. Handschriften und Drucke von Werken und Briefen aus der Freiligrath-Sammlung der Lippischen Landesbibliothek. Detmold 1985 (Auswahl- und Ausstellungskataloge der Lippischen Landesbibliothek Detmold: 21).

[15] URL: http://www.llb-detmold.de/sammlungen/literaturarchiv/freiligrath-sammlung.html.

[16] URL: <http://www.ferdinandfreiligrath.de>. Vgl. Volker Giel: Freiligrath und seine Briefe. Das Repertorium „Ferdinand Freiligrath. Briefe. Kritisches und kommentiertes Gesamtverzeichnis“ als Online-Präsentation. – In: Grabbe-Jahrbuch 22 (2003), S. 163-167.

[17] Vgl. Erich Kittel: Zum literarischen Nachlaß Georg Weerths (1822-1856). – In: Rheinische Vierteljahrsblätter 37 (1973), S. 191-206; Jürgen-Wolfgang Goette: Zu Überlieferung und Bedeutung der Briefe Georg Weerths. In: Georg Weerth. Neue Studien. Hrsg. von Bernd Füller. Bielefeld 1988, S. 88-124.

[18] Vgl. Werner Broer: Ein überraschender Schnapphahnski-Fund. – In: Grabbe-Jahrbuch 19/20 (2000/2001), S. 395-412; Bernd Füllner: "...wie ein Lilienstiefel" Anmerkungen zur illustrierten Ausgabe von Georg Weerths "Leben und Thaten des berühmten Ritters Schnapphahnski". – In: Jahrbuch. Forum Vormärz Forschung 4.1998 (1999), S. 313-327; ders.: Georg Weerths "Leben und Thaten des berühmten Ritters Schnapphahnski". Nachbemerkung zur illustrierten Teilausgabe von 1848. – In: Jahrbuch. Forum Vormärz Forschung 6. 2000 (2001), S. [309]-310.

[19] URL: http://www.llb-detmold.de/wir-ueber-uns/aus-unserer-arbeit/ausstellungen/ausstellung-2006-4.html. Vgl. Julia Hiller von Gaertringen: “Hätt ich Siebenmeilenstiefel, da wüßte ich, was ich täte!” Ein Leben auf Reisen. – In: Grabbe-Jahrbuch 25 (2006), S. 22-34. →Hier online.

[20] Georg Weerth zum 150.Geburtstag. Hrsg. von Karl-Alexander Hellfaier. Detmold 1972 (Nachrichten aus der Lippischen Landesbibliothek Detmold: 2).

[21] Ernst Fleischhack: Georg-Weerth-Bibliographie. – In: Lippische Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde 41 (1972), S. 191-227.

[22] [Klaus Nellner]: Georg Weerth in seiner Zeit. Eine Ausstellung anläßlich seines 125. Todestages am 30. Juli 1981. Detmold 1981. – (Auswahl- und Ausstellungskataloge der Lippischen Landesbibliothek Detmold: 15).

[23] „Ich bin dabeigewesen.“ Georg Weerth (1822-1856). Ein Leben zwischen Literatur, Politik und Handel. Ausstellung des Heinrich-Heine-Instituts Düsseldorf in Verbindung mit der Lippischen Landesbibliothek Detmold. Düsseldorf 1988.

[24] URL: http://www.llb-detmold.de/sammlungen/literaturarchiv/weerth-archiv.html.

[25] URL: http://www.llb-detmold.de/sammlungen/literaturarchiv/nachlaesse-und-autographen/einzelautographen.html.

[26] URL: http://www.llb-detmold.de/sammlungen/literaturarchiv/stammbuecher.html.

[27] Vgl. Klaus Nellner: Das Lippische Literaturarchiv. Eine Bestandsübersicht. – In: Die Lippische Landesbibliothek. Bau, Sammlungen, Partner. Hrsg. von Detlev Hellfaier. Detmold 1993 (Nachrichten aus der Lippischen Landesbibliothek Detmold: 20), S. 67-79.

[28] URL: http://www.llb-detmold.de/sammlungen/literaturarchiv/nachlaesse-und-autographen.html.