Sie befinden sich hier: Startseite » 


Großbürgerliche Wohnkultur, Prinzenpalais, Landesbibliothek – zur Geschichte des „Hauses Ebert“

von Detlev Hellfaier

Druckfassung in: Bernhard Ebert: Der Lebensweg von Johann Wilhelm und Mathilde Ebert. – Göttingen: Vogtmeier, 2008. – S. 54-68.

Den vorstehenden „kleinen Lebensabriß“ seines Großvaters Johann Wilhelm Ebert und seiner Großmutter Mathilde, geborene Rost, verfasste deren Enkel, der Detmolder Oberamtsrichter Bernhard Ebert (1882-1958), im Alter von 60 Jahren. Es war ihm, der am selben Schreibtisch des Vorfahren sitzend das Grabdenkmal der Großeltern auf dem nahen Weinbergfriedhof stets gewärtig hatte, ein offensichtliches tiefes Bedürfnis, das „Andenken an diese trefflichen ... Voreltern wach zu halten.“ Er konnte dabei auf ein reiches, noch im Familienbesitz befindliches Quellenmaterial zurückgreifen: Briefe und Urkunden, Tage- und Gästebücher, Aufzeichnungen verschiedener Art sowie die zu seiner Zeit noch wache mündliche Überlieferung gestatteten ihm, ein wenn auch kurzes, so doch fundiertes und faktenreiches Lebensbild dieser beiden Persönlichkeiten zu zeichnen. Nach wirtschaftlich höchst erfolgreichen Jahren in Übersee hatten glückliche Umstände, die kulturelle Vielfalt der Stadt Detmold, vor allem aber die lippische Landschaft, die lebhaft an die vertrauten Vorharzberge erinnerte, das Ehepaar in das kleine Fürstentum am Fuße des Teutoburger Waldes geführt. Für die überschaubare Residenzstadt Detmold, die nach der Volkszählung von 1841/43 ohne Residenzschloss und Militär knapp 4.300 Einwohner zählte,[1] bedeutete der Zuzug der Familie Ebert unzweifelhaft einen Gewinn. Johann Wilhelm Ebert erlangte am 2. September 1845 für sich, seine Ehefrau und sechs Kinder, deren jüngstes, Mathilde, damals gerade ein Jahr alt war, das Bürgerrecht; 61 Reichstaler und 9 Groschen fielen dafür an Bürgergeld und Kanzleigebühren an. Die Bürgerrolle der vereinigten Alt- und Neustadt Detmold von 1845 führt ihn als einzigen „Particulier“ (= Privatmann, Rentner) auf.[2]

In einem lesenswerten Aufsatz hat Georg Eisenhardt, der Schwiegersohn Bernhard Eberts, über das Leben der „feinen Leute“ in Detmold von etwa 1820 bis 1848 deutlich gemacht,[3] dass die Eberts offenbar schnell Zugang zur Detmolder Gesellschaft gefunden und den Kreis der sog. „schönen Familien“ der bürgerlichen Elite um eine besondere Note bereichert haben. Mit erwartungsvollem Staunen, vielleicht sogar heimlicher Bewunderung schauten die Piderits und Meysenbugs, Eschenburgs und Meiens, Petris und Ballhorn-Rosens und andere auf das, was sich in östlicher Richtung stadtauswärts vor dem Hornschen Tor an der Meinberger Chaussee an Neuem auftat: neben einem Hauch Exotik, die den  Kaufmann aus Mexiko umgab, dürften kultivierter hanseatischer Lebensstil und souveräne Weltgewandtheit beeindruckt haben. Und sicher irritierte die schier unerschöpfliche Bonität des Neubürgers, denn aus den eingesessenen Detmolder Familien konnte es sich niemand erlauben, im Alter von Anfang 40 Jahren künftig allein von seinen Kapitalrenten („Revenüen“) zu leben. Vom „reichen Ebert“ ist gerade in den ersten Jahren wiederholt zu lesen,[4] und damit lag man wohl genau richtig. Dem Zugereisten gelang es jedenfalls, die Honoratioren der Stadt für sich einzunehmen; als geradezu sprichwörtlich „ebertsch“ wurden die Bälle, Empfänge und wöchentlichen „Matinées“ oder „Soirées musicales“ qualifiziert, zu denen der aufmerksame Gastgeber einlud,[5] und man kommentierte es amüsiert, wenn einmal ein Vorhaben nicht den höchsten Perfektionsgrad erreichte.[6]

Doch nicht nur distinguierter Habitus und das unvermeidliche, der Phantasie kaum Grenzen setzende Ondit machten die Exklusivität des „Particuliers“ und seiner Familie aus, sondern es war vor allem die repräsentative Wohnkultur, die, was Größe, Ausstattung und Ambiente betraf, in Detmold Maßstäbe setzte und zumindest hier vom Bürgertum des 19. Jahrhunderts unerreicht geblieben ist. Denn Ebert erwarb noch im Jahre 1842 vom Bürgermeister Ernst Emil Kestner und anderen diverse Gärten an der Südseite der noch weitgehend unbebauten heutigen Hornschen Straße gegenüber dem Johannettentaler Kuhkamp zum vergleichsweise hohen Preis von etwa 10.000 Reichstalern. Das daraus entstandene neue Grundstück in der Form eines ungleichen Trapezes orientierte sich in der Längsausdehnung von der Hornschen Straße im Norden leicht ansteigend bis zur heutigen Rosenstraße - damals einem Feldweg - im Süden; die Fläche betrug etwa 12 Scheffelsaat, was 20.599 qm entspricht.[7] Darauf ließ er in den Jahren 1842/43 nach eigenen Vorstellungen in vornehmer Distanz zur Straße ein für Detmolder Verhältnisse ungewöhnlich aufwendiges bürgerliches Palais errichten. Der Baugrund war nicht unproblematisch, die feuchte, aus Schottern und Sanden bestehende Niederterrasse der Werre machte es erforderlich, die Fundamente kostenaufwändig auf 800 Eichenpfählen zu gründen.[8] Der angebliche Mangel an gutem Wasser auf diesem Gelände, der u.a. den Bau eines Krankenhauses auf dem Kuhkamp verhindert hatte, hat sich allem Anschein nach in der Folgezeit doch nicht bewahrheitet.[9] Das Gebäudeensemble umfasste das dreigeschossige Wohnhaus mit ursprünglich 39 Zimmern und einer Gesamtfläche von 1.500 qm sowie zwei gartenseitig gelegene, nicht mit dem Hauptgebäude verbundene anderthalb geschossige Flügelbauten. Mit seinem mächtigen Sockelgeschoss, zwei hohen Obergeschossen in klarer Gesims- und Lisenengliederung, mit Freitreppe und dem von vier Säulen getragenen Balkon an der Straßenfront, dem schlanken Risalit für das Treppenhaus mit dem Hauptportal an der westlichen Schmalseite und dem von acht markanten Schornsteinen und einem Altan gekrönten flachen Walmdach bedeutete das Gebäude wenn nicht das schönste, sicher aber das größte spätklassizistische Privathaus der Residenz.[10] Eine Lithographie, die wohl um das Jahr 1860 zu datieren ist und damit dem ursprünglichen Zustand noch recht nahe kommen dürfte,[11] zeigt das Gebäude in unaufdringlicher Wohlgestalt, eine kniehohe Mauer mit schmiedeeisernem Staket begrenzt das Grundstück zur noch unbefestigten Meinberger Chaussee hin, vier schlanke Pyramideneichen flankieren die Zugänge, mannshohe Laubgehölze und Ziersträucher schirmen ab, gewähren aber dennoch den Blick nach draußen. Vom östlichen Nebengebäude ist – perspektivisch nicht ganz eindeutig – einer der vorkragenden Risalite zu erkennen.

Dank der erhaltenen Entwürfe und Pläne von E. Hatzel unter Beteiligung des Maurermeisters und „Ingenieurs“ A. Harte, die der Salinendirektor und –baumeister Ludwig Goedecke in die rechte Form brachte und auch die Risse der Kellergewölbe verfertigte,[12] sind wir über Verteilung und Funktion der Räume hinreichend gut unterrichtet. Danach lagen im Parterre- oder Sockelgeschoß beiderseits des Vestibüls zur Straße hin Wohn- und Arbeitszimmer, auf der Gartenseite erstreckten sich der Salon mit Freisitz und die Spielzimmer der Kinder. Im ersten Obergeschoß, der Beletage, findet man straßenseitig die Gesellschaftszimmer mit Balkon, zum Park hin waren die Schlaf- und Ankleidezimmer orientiert. Im obersten Geschoß gab es vier Gästezimmer sowie Zimmer für die Kinder und ihre Lehrer, darunter auch eine zeitlang der junge Emil Zeiß.[13] Im Zuge der baulichen Umgestaltung in den Jahren 1992/93 traten in zwei straßenseitig gelegenen Räumen dieses Geschosses Reste der Wandbemalung in blaugrünen und ockerfarbenen Tönen mit fleuralem Abschlussfries zu Tage. Die Rudimente sind wohl dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts zuzuordnen und gehören damit eher nicht in die Zeit der Familie des Bauherrn; besonders markante Flächen konnten behutsam durch Nachschneiden der Schablonen rekonstruiert werden. Auf der Südseite brachten lichte Fenster Helligkeit in das Souterrain, dort befanden sich in zwei in eingewölbten Räumen die Küchen, die weiteren Kellerräume dienten der Hauswirtschaft und Lagerhaltung. Der westliche Seitenflügel blieb den Bediensteten vorbehalten, sein Pendant auf der Ostseite beherbergte Marstall und Remise. Beide Seitenflügel passten sich mit ihren nur wenig geneigten Satteldächern, ihren Risaliten und den schönen klassizistischen Schaugiebeln zur Straße hin vorzüglich in das architektonische Gesamtoeuvre ein.

Über die Gestaltung des gesamten Areals unterrichtet anschaulich der vom Hauptmann Ludwig (Louis) Reinecke in den Jahren 1842/43 aufgenommene – und wohl bis 1845 aktualisierte – „Plan der Residenzstadt Detmold mit der nächsten Umgebung“.[14] Der Plan zeigt zum einen deutlich, dass die Bebauung der südlichen Meinberger Chaussee gerade bis zum Haus der Familie von Meysenbug (erbaut um 1830, heute: Deutsches Rotes Kreuz, Hornsche Strasse 29) an der Einmündung der Leopoldstraße vorangeschritten war und zwischen diesem und dem Haus Ebert noch fünf freie Gartenparzellen lagen; der Kuhkamp auf der anderen Straßenseite trug noch keine Bebauung. Das Grundstück Eberts wurde zur Straße hin an der nordwestlichen und an der nordöstlichen Ecke durch Zu- und Ausfahrten erschlossen, die, wie die Lithographie von etwa 1860 zeigt, von Gittertoren mit steinernen Torpfosten bewehrt waren. Die beidseitigen Zugänge hatten den Vorteil, dass man mit der Kutsche unmittelbar bis vor das an der Westseite des Hauses gelegene Hauptportal fuhr, dort aussteigen und der Wagen anschließend das Gebäude umfahren konnte, um entweder in der Remise abgestellt zu werden oder das Gelände durch die nordöstliche Ausfahrt wieder zu verlassen. Aber auch in anderer Hinsicht verdient dieser Plan besondere Aufmerksamkeit, zeigt er doch die bereits moderne Gestaltung des Gartens im Stil eines englischen Landschaftsparks mit geschlossenen Baum- und Gehölzgruppen, gut platzierten Einzelbäumen, dem phantasievollen Wegenetz und der Grünachse mit Blick auf eine Orangerie, die in der Form eines Rundpavillons angelegt war. Abgeschirmt durch das Gärtnerhaus war in der Südwestecke des Parks ein Nutzgarten angelegt, der die Versorgung der Familie mit Gemüse sicherstellen sollte. Der gesamte Besitz war, abgesehen von der Straßenfront, mit einer mannshohen Kalkbruchsteinmauer umgeben, die sich noch heute an der West- und Ostseite der Bibliotheksgrundstücks und z. T. noch darüber hinaus zum Staatsarchiv hin erhalten hat. Die zeitgemäße Parkanlage steht, wie der Plan Reineckes ausweist, in unübersehbarem Kontrast zum noch in den strengen, längst antiquierten symmetrischen Formen des Barock verharrenden Palaisgarten („Burggarten“). Auch die Größenverhältnisse werden deutlich: der fürstliche Palaisgarten war mit 24.250 qm nicht wesentlich größer als der Park der Familie Ebert. Erst im Zuge des Umbaus und der Modernisierung des Palais’ wurde auch der Palaisgarten in einen Landschaftspark umgewandelt und zudem erheblich erweitert.[15]

Es ist nicht bekannt, wer für die Gartengestaltung verantwortlich zeichnete, und, sieht man einmal von den erhaltenen Planzeichnungen und Entwürfen für das Gebäude ab, bleibt letztendlich sogar verborgen, wer der planende Architekt des Hauses gewesen ist. Über den ausführenden Baumeister Stavenüter wissen wir nichts; nach Aussage Johann Wilhelm Eberts war ihm dieser von früher her bekannt und er ließ sich von ihm während seines ersten Besuches in Detmold die Stadt zeigen. Nicht auszuschließen ist allerdings, dass Ausführung und Gestaltung des Hauses vielleicht doch in überregionale architekturgeschichtliche Zusammenhänge gehören. In seiner Studie über das klassizistische Detmold hat Eckart Bergmann den Blick auf ein 1831 in Köln erbautes Kaufmanns-Kasino gelenkt.[16] Den Architekturwettbewerb für das Kasino, das dem hiesigen Gebäude bis in manches Detail gleicht, hatte der Architekt und Schinkel-Schüler Johann Heinrich Strack (1805-1880) für sich entscheiden können. Strack zählte zur Kernmannschaft der Schinkelschule und lehrte ab 1839 an der Kunst- und Bauakademie in Berlin. Ihm verdanken wir u. a. so hervorragende Baudenkmäler wie die Siegessäule, die Nationalgalerie und die Seitenflügel des Brandenburger Tores in Berlin.[17] Interessanterweise existiert tatsächlich eine Verbindung Stracks nach Detmold; denn im Jahre 1845 fungierte er als sachkundiger Gutachter und Ideengeber beim Umbau des fürstlichen Palais’ in Detmold. Der Kontakt in die lippische Residenz dürfte über den hiesigen Baukondukteur Ferdinand Wilhelm Brune zustande gekommen sein, der gemeinsam mit Strack an der Preußischen Bauakademie in Berlin studiert hatte; auch Erbprinz Leopold pflegte zu seiner Zeit in Berlin Verbindungen zum Schinkelkreis, so dass er gleichfalls als Vermittler in Frage kommt. Da es seinerzeit durchaus gängige Praxis war, Baupläne einheimischer Architekten für herausragende – meist allerdings öffentliche Bauten – auswärtigen Autoritäten zur Einsichtnahme und Korrektur vorzulegen,[18] lässt sich angesichts des auffallend ähnlichen Entwurfs für das Kölner Kaufmanns-Kasino und der nachweislichen Beziehungen nach Detmold nicht völlig ausschließen, dass Strack auch am Entwurf des Ebertschen Hauses in irgendeiner Weise beteiligt gewesen ist. Die offenkundigen gestalterischen Schwächen, nämlich falsche Proportionen des Obergeschosses, zusammengedrängte Fensterachsen im Mittelteil und ähnliches, relativieren keineswegs eine Mitwirkung des Meisters aus Berlin, denn es ist davon auszugehen, dass die Umsetzung letztendlich im heimischen Bau- und Kunsthandwerk zu suchen ist. Unbestritten aber bleibt, dass das Bauwerk „nach Größe und Aufwand als Haus eines bürgerlichen Bauherrn für Detmolder Verhältnisse ungewöhnlich“[19] gewesen ist. Geradezu eifersüchtig blickte man beim Umbau des fürstlichen Palais’ in der Verlängerung der Neustadt auf das Haus an der Hornschen Straße, dessen Säulenportikus mit Balkon neben anderen Details durchaus Pate für die Neugestaltung des fürstlichen Wohnsitzes am Fuße des Büchenberges gestanden haben dürfte. Die großbürgerliche Wohnkultur, die das Haus Johann Wilhelms Eberts repräsentierte, hat ihren Eindruck, den sie bei den Zeitgenossen in der lippischen Residenz hinterlassen hat, keineswegs verfehlt, und überdies vermag die Vorstellung, dass ein namhafter Eleve des großen Schinkel gegebenenfalls hier schöpferisch tätig gewesen ist, kaum faszinierender sein.

Als die ältesten Kinder die Schule verlassen hatten, Berufslaufbahnen einschlugen und begannen, eigene Wege zu gehen, wurde das Haus alsbald zu groß und Ebert veräußerte das Anwesen 1858 für 55.000 Reichstaler an den Prinzen Woldemar zur Lippe, der es bis zur seiner Thronbesteigung im Jahre 1875 bewohnte;[20] bis weit in das 20. Jahrhundert hinein hielt sich in Detmold die Bezeichnung „Palais des Prinzen Woldemar“ oder kurz „Prinzenpalais“, so dass späteren Generationen weithin verborgen bleiben musste, dass es sich einst um ein Bürgerhaus gehandelt hat, oder man kann auch eine andere Vermutung anstellen: es überstieg schlichtweg das Vorstellungsvermögen manches Nachgeborenen, dass eine solche Immobilie in Detmold nicht fürstlichen Ursprungs gewesen sein konnte. Es spricht einiges dafür, dass der Erlös etwa den Baukosten einschließlich des Grunderwerbs entsprochen haben dürfte. Da die kleinere, aber noch immer großzügige Biedermeiervilla an der Allee (heute Allee 5),[21] 19.000 Reichstaler gekostet hatte, konnte sogar noch ein nennenswerter Überschuß verbucht werden. Für das schöne Gebäude an der Hornschen Straße wurden nach Regierungsantritt und der damit verbundenen  Übersiedlung des Prinzen ins Residenzschloss verschiedene Nutzungen erwogen. So legte 1878 der Regierungsbaurat Karl Ernst Overbeck Entwürfe für die Verwendung des Hauses als zentrales Justizgebäude vor, die allerdings nicht umgesetzt wurden.[22] Ein Jahr später gelangte das Haus jedenfalls in den Besitz der Prinzessin Luise (+ 1887), Stiftsdame in Lemgo und Schwester des Prinzen Woldemar. Ihren Wohnsitz nahm diese, wenn überhaupt, hier nur sporadisch wahr. Der überwiegende Teil des Hauses wurde vermietet, vorrangig an pensionierte Offiziere.[23] Wie der Plan der Stadt Detmold von 1867 ausweist, blieb das Grundstück zur Zeit des Prinzen Woldemar offenbar noch in vollem Umfang erhalten,[24] doch weist bereits die entsprechende Karte aus dem Jahre 1885 aus, dass es zwischenzeitlich in seinem südlichen Teil parzelliert worden war und die dortige Grundstücksgrenze mit geringfügigem Abstand zu den beiden Seitenflügeln verlief.[25] Mithin war das Areal auf knapp ein Drittel der ursprünglichen Fläche verkleinert worden und umfasste – wie heute das identische Grundstück der Lippischen Landesbibliothek – nur noch etwas mehr als 7.000 qm. Auf Veranlassung der Fürstin Elisabeth, Gemahlin des 1875 verstorbenen Fürsten Leopold III. zur Lippe, überließ Prinzessin Luise 1884 das Anwesen der fürstlichen Rentkammer mit der Maßgabe, es für die Unterbringung der Fürstlich Öffentlichen Bibliothek bereitzustellen. Und damit beginnt das letzte und noch bis zur Gegenwart andauernde Kapitel der Geschichte des Hauses Ebert als Lippische Landesbibliothek.

Wir wissen im Einzelnen nicht, was die am Bildungswesen allgemein interessierte Fürstin letztendlich bewogen hat, sich für die Belange der Bibliothek, der wohl schon früher ihr besonderes Augenmerk gegolten hatte, einzusetzen. Vermutlich ist es dem Oberjustizrat Otto Preuß, der das Bildungsinstitut seit 1838 leitete, gelungen, in ihr eine Lobbyistin für eine adäquate Unterbringung der Fürstlichen Bibliothek zu finden. Seit 1824 befand sich diese im Schlossbezirk in drangvoller Enge im östlichen Pavillon des spätbarocken Reithauses, der heutigen Detmolder Stadthalle. Preuß, dessen Tochter Hedwig im Übrigen mit Eberts Sohn Bernhard (* 1847) verheiratet war, hatte hier offenbar die Chance gesehen, die Raumprobleme der Büchersammlung, die damals bereits an die 60.000 Bände zählte, mit dem Umzug an die Peripherie der Stadt ein für alle Male zu lösen. Bevor die Bibliothek im Jahre 1886 einziehen konnte, hatte allerdings bereits der Naturwissenschaftliche Verein zugegriffen und das erste und Teile des zweiten Obergeschosses für sein Naturkundliches Museum in Anspruch genommen; die mineralogische Sammlung belegte den westlichen Seitenflügel. Da die Bibliothek zunächst mit dem Erdgeschoss auskam, vollzog sich das Miteinander leidlich, als aber 1893 noch die „Sammlung vaterländischer Altertümer“ das östliche Nebengebäude mit Beschlag belegte und die Bibliothek in der Folgezeit gezwungen war, die feuchten Keller und das ungedämmte Dachgeschoss zur Aufstellung von Büchern und Zeitschriften zu nutzen, nehmen die Klagen über die räumliche Enge und die zwischenzeitlich eingetretenen Bauschäden nicht ab.[26] Und es bewahrheitete sich, dass die Entscheidung, zwei sammlungsintensive und von ihrer Zweckbestimmung her auf Zuwachs angelegte Institute in einem Gebäude – und sei es noch so groß – unterzubringen, von wenig Weitsicht zeugte. Als nach der Novemberrevolution 1918 das Neue Palais an den Freistaat Lippe gefallen war, konnten die musealen Sammlungen im Jahre 1921 zum Lippischen Landesmuseum vereint, die neue Heimstatt an der Allee beziehen. Die Lippische Landesbibliothek, die seit 1919 offiziell diesen Namen trug, verfügte nun erstmalig in ihrer Geschichte über ein beachtliches Raumangebot in einem zwar nicht für die Zwecke einer wissenschaftlichen Bibliothek errichteten, aber immerhin großzügigen und ausbaufähigen Gebäude.

Wie Buchaufstellung, Benutzung und Verwaltung der Bibliothek in der Folgezeit auf den nun reichlich vorhandenen Flächen organisiert werden sollten, ist uns heute nicht mehr geläufig, denn alle in dieser Hinsicht von Bibliotheksdirektor Ernst Anemüller angestellten Überlegungen machte der verheerende Großbrand vom 22. November 1921 obsolet.[27] Das im Dachgeschoß wohl im Zusammenhang mit Arbeiten an der Heizungsanlage ausgebrochene Feuer zerstörte den Dachstuhl sowie das zweite Obergeschoss und ließ das prächtige hölzerne Treppenhaus in die Tiefe stürzen; auch das erste Obergeschoß wurde durch Feuer und Löschwasser stark in Mitleidenschaft gezogen, und von den seinerzeit etwa 150.000 Bänden wurden rund 30.000 vernichtet oder so schwer geschädigt, dass sie weithin als Totalverlust gelten mussten. Angesichts der eminenten (kunst-)historischen Bedeutung des Baudenkmals und der Prominenz seines großbürgerlichen Erbauers ebenso wie seines späteren fürstlichen Besitzers bedeutete es einen ausgesprochenen Glücksfall für die Stadt Detmold, dass die Landesregierung an der Wiederherrichtung der Brandruine festhielt; sie behauptete sich damit gegen fachkundigen Rat, der für einen Neubau an gleicher oder zentrumsnaher Stelle plädiert hatte. Im April 1923 wurde die Landesbibliothek im alten Gebäude wiedereröffnet, und es kann sicher als ein Vorteil gelten, dass an der alten Raumeinteilung festgehalten wurde, denn so blieben die klassizistischen Strukturen des Hauses auch in seinem Inneren erhalten; nur der Ostteil erfuhr durch den Einbau eines siebengeschossigen Büchermagazins einen wesentlichen Eingriff, das schöne Walmdach allerdings verlor seine einst so fein abgestimmten Proportionen, um einer zu hohen, ungegliederten und damit eintönigen Dachkonstruktion Platz zu machen.

Als die Stellplatzkapazitäten dieses in das Gebäude integrierten und auf 200.000 Bände ausgelegten Magazins in den frühen 1960er Jahren erschöpft waren, erlebte die Landesbibliothek eine erneute beträchtliche bauliche Umgestaltung, indem an die Südostecke des Gebäudes ein sechsgeschossiges Magazin angeschlossen wurde. Diesem Zweckbau, der 1979/80 noch um einen weiteren Magazintrakt von gleicher Größe erweitert wurde und der Bibliothek Stellflächen für nunmehr 600.000 Bände bescherte, fiel bedauerlicherweise der östliche Seitenflügel zum Opfer. Und da auch der westliche Seitenflügel 1967 wegen vorgeblicher Bauschäden unsensibel um seinen vorderen Teil mit dem ansprechenden Giebel verkürzt und zudem zuvor bereits mit einem stilentfremdenden Mansardgeschoß aufgestockt worden war, stellt sich seither das einst so großartige bauliche Ensemble recht gestutzt und ungleichgewichtig dar. Das Gebäudeinnere blieb damals weitgehend unangetastet. Im alten Magazinteil konnte nach Entfernen der Regalkonstruktion die ursprüngliche Dreigeschossigkeit zu Gunsten ansprechender Benutzer- und bibliothekarischer Funktionsräume wieder hergestellt werden. Zukunftsweisender Informationsservice, moderne Bestandspräsentation und damit ausbaufähige Wettbewerbsfähigkeit verlangten zu Beginn der 1990er Jahre auch in räumlicher Hinsicht erhebliches Umdenken. Dem veränderten Anforderungsprofil einer modernen wissenschaftliche Bibliothek entsprachen die einst so repräsentativen Räume mit Deckenhöhen von fast fünf Metern längst nicht mehr: zu unflexibel für zeitgemäße Organisationsformen und zu unattraktiv für das Bibliothekspublikum präsentierte sich das Raumensemble des nun einmal nicht als Bibliothek konzipierten bürgerlichen Palais’. Hier galt es einen Weg zu finden, der funktionale Notwendigkeiten mit behutsamem Bewahren überlieferter Bausubstanz verbindet und damit dem hohen kulturgeschichtlichen Wert des Gebäudes in angemessener Weise Rechnung trägt. Ziele, Umsetzung und Ergebnis der in den Jahren 1992/93 durchgeführten Baumaßnahme sind wiederholt beschrieben worden:[28] in den drei Hauptgeschossen wurden für eine Freihandaufstellung von fast 100.000 Bänden durch den Wegfall nachträglich erfolgter Einbauten, funktionsloser Türen und nichttragender Wände großzügige Freiflächen gewonnen; vor allem ermöglichten die erheblichen Deckenhöhen das Einziehen von schwebenden Galerien. Das Aufgliedern tragender Wände in Stützen und Pfeiler sowie großzügige Verglasungen führen das Haus zu Helligkeit und Transparenz, neugestaltete Arbeits- und Lesezonen, Veranstaltungs- und Verweilflächen für die Kunden der Bibliothek sowie optimierte Arbeits- und Funktionsräume für das Personal, darunter auch in den schönen gewölbten Räumen des Souterrains, tragen zu einer erheblichen Attraktivitätssteigerung bei und vermitteln seither im Zusammenspiel mit dem repräsentativen Treppenhaus und den dort eingerichteten Parlatorien ein anregendes und behagliches Ambiente.

Da besonderer Wert darauf gelegt wurde, die Eingriffe in die Bausubstanz so zurückhaltend und schonend wie vertretbar vorzunehmen, werden heute die klassischen Formen aus der Erbauungszeit des Hauses sichtbarer denn je zuvor. Noch nach mehr als anderthalb Jahrhunderten vermitteln sie das faszinierende Flair einer vergangenen großbürgerlichen Wohnkultur, und gerade vor diesem Hintergrund sind wir heute gern bereit, den einen oder anderen Funktionalitätsbruch im durchorganisierten Gefüge einer wissenschaftlichen Bildungs- und Forschungseinrichtung hinzunehmen. Landesbibliotheken haben in Deutschland aufgrund ihrer meist hochadligen Gründer aus der Zeit der Renaissance oder des Barock des Öfteren Heimstatt in Schlössern, Palais’ oder anderen repräsentativen öffentlichen Gebäuden gefunden. Detmold und Lippe dürfen sich glücklich schätzen, mit dem spätklassizistischen „Haus Ebert“ ein Baudenkmal zu besitzen, das eben jener Johann Wilhelm Ebert, ein Zugereister aus Übersee, voller Begeisterung für die Schönheit von Stadt und Region hier für sich und seine Familie errichtet hat und das heute mit der Lippischen Landesbibliothek ein Schatzhaus der geistigen Überlieferung beherbergt, das die Identität des historischen Raumes bewahrt und dokumentiert.

Anmerkungen

[1] Vaterländische Blätter 2 (1844/45), Nr. 15, Sp. 237-238.

[2] Siehe Bürgerbuch der Stadt Detmold von 1635 bis 1885, bearb. von F. VERDENHALVEN (Lippische Geschichtsquellen, 7), Detmold 1977, S. 89, Nr. 1874; Bürgerrolle, S. 148, Nr. 100.

[3] G. EISENHARDT, Zum Leben der „feinen Leute“ in Detmold, in: Lippe im Vormärz, hrsg. von E. WIERSING (Sonderveröff. d. Naturwiss. u. Hist. Vereins f. d. Land Lippe, 35), Detmold 1990, S. 218-252.

[4] Etwa Emminghausen in seiner Chronik zum 30.9.1842: Ein sehr reicher Kaufmann Namens Ebert ..., zit. bei EISENHARDT (wie Anm. 3), S. 239; von einem Ball beim reichen Ebert berichtet brieflich Friedrich Ernst Ballhorn-Rosen seinem Sohn Georg am 17.3.1850, vgl. Welch tolle Zeiten erleben wir! Die Briefe des lippischen Kanzlers Friedrich Ernst Ballhorn-Rosen an seinen Sohn Georg in Konstantinopel 1847-1851, bearb. von A. STACHE-WEISKE (Lippische Geschichtsquellen, 23), Detmold 1999, S. 284.

[5] EISENHARDT (wie Anm. 3), S. 241f.; STACHE-WEISKE (wie Anm. 4), S. 42.f., 47, 284.

[6] So als Ebert sich für die große Festmahlstafel im Kölner Gürzenich anlässlich des Dombaufestes angemeldet, jedoch übersehen hatte, dass die mitgereisten Damen – seine Ehefrau Mathilde und Erna von Funck, die Gattin des Hofmarschalls - dort nicht zugelassen waren; mit den „Holden (...) herrlich Geputzten“ war er gezwungen, mit einem Gasthof vorlieb zu nehmen, wie Friedrich Ernst Ballhorn Rosen seinen Sohn Georg am 25.8.1848 brieflich wissen lässt, STACHE-WEISKE (wie Anm. 4), S. 112.

[7] EISENHARDT (wie Anm. 3), S. 239f.

[8] Diese Aussage Eberts fand während den durchgreifenden Umbaumaßnahmen 1992/93 ihre Bestätigung, denn bei den Ausschachtungsarbeiten für einen neuen Personenaufzug an der Straßenseite des Gebäudes stieß man in der Tat auf die Pfahlgründung, und nur unter Einsatz schweren Werkzeugs war es möglich, die beiden seit 1842 unter Sauerstoffabschluss im Erdreich verankerten, nun pechschwarzen und steinharten Pfähle geringfügig zu kappen; ins Freie gelegt und getrocknet, zerbröckelten die abgetrennten Stücke zusehends.

[9] Vgl. G. PETERS, Baugeschichte der Stadt Detmold, in: Geschichte der Stadt Detmold (Sonderveröff. d. Naturwiss. u. Hist. Vereins f. d. Land Lippe, 10), Detmold, 1953, S. 182-225, hier S. 205.

[10] Vgl. auch zum Folgenden: Stadt Detmold, bearb. von O. GAUL , mit geschichtl. Einleitungen von E. KITTEL (Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, 48,1), Münster 1968, S. 377; E. BERGMANN, Das klassizistische Stadtbild Detmolds, in: Lippe im Vormärz (wie Anm. 3), S. 278-325, hier S. 319-321; D. HELLFAIER, Gewölbe, Schule, Prinzenpalais. Vom weiten Weg der Lippischen Landesbibliothek ins eigene Haus, in: Die Lippische Landesbibliothek. Bau, Sammlungen, Partner, hrsg. von D. HELLFAIER (Nachrichten aus der Lippischen Landesbibliothek Detmold, 20), Detmold 1993, S. 15-39, hier S. 22f.

[11] Lipp. Landesbibliothek, 1 D 41. - Die Lithographie ist wiederholt abgebildet, u.a. bei H. HAXEL, Lippe vor 100 Jahren. Aus dem „Antiquarischen Album“ der Lippischen Landesbibliothek, Detmold 1961, Frontispiz; K.-A. HELLFAIER, Bild- und Textdokumente aus der Chronik der Lippischen Landesbibliothek (Lippische Landesbibliothek Detmold, Nachrichten 4), Detmold 1974, S. 75; BERGMANN (wie Anm.10), S. 320, Abb. 34; HELLFAIER, Gewölbe (wie Anm. 10), S. 21.

[12] StA Detmold, D 73 Tit. 4, Nr. 7213; Abb. bei Urte UNGER, Entwurf des Freihandbereiches der Lippischen Landesbibliothek, Dipl.-Arbeit, Lemgo, FH, 1988 (mit Abriss der Baugeschichte); desgl. bei BERGMANN (wie Anm. 10), S. 321.

[13] Über ihn zuletzt umfassend B. MEIER, Vera SCHEEF, H. STIEWE, Emil Zeiß 1833-1910. Ein lippischer Pfarrer und Künstler, Detmold 2001, bes. S. 29.

[14] Lipp. Landesbibliothek, LK 28.2°; StA Detmold, D 73 Tit. 4, Nr. 5138. Der entsprechende Ausschnitt ist abgebildet bei G. PETERS, Das Fürstliche Palais in Detmold. Architektur und Geschichte 1700 bis 1950 (Sonderveröff. d. Naturwiss. u. Hist. Vereins f. d. Land Lippe, 34), Detmold 1984, S. 273, Nr. 51.

[15] Über die Geschichte des Palaisgartens vgl. insbesondere O. SUFFERT, Vom Detmolder Palaisgarten in früherer Zeit, in: Lippische Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde 41 (1972), S. 249-262; G. PETERS (wie Anm. 14), S. 67-74, 91-95, 177-198; E. v. VOITHENBERG, Parkanlagen in Detmold – gestern und heute. IV. Neustadt mit Allee, Palais und Palaisgarten, in: Heimatland Lippe 80 (1987), S. 338-347.

[16] Vgl. E. BERGMANN (wie Anm. 10), S. 321f., mit Abb. 35; zum Kaufmanns-Kasino („Zivilkasino“) in Köln vgl. Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln: Die profanen Denkmäler, bearb. von H. VOGTS (Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, 7, Abt. 4), Düsseldorf 1930 (Nachdr. 1980), S. 360f.; das Kasino wurde in den 1930er Jahren abgerissen.

[17] Die wichtigsten Daten zu J. H. Strack (d. Ä.) sind zusammengestellt bei U. KIELING, Berliner Baubeamte und Staatsarchitekten im 19. Jahrhundert. Biographisches Lexikon (Miniaturen zur Geschichte, Kultur und Denkmalpflege Berlins, 17), Berlin 1986, S. 87f.

[18] PETERS (wie Anm. 14), S. 324, Anm. 337. Zu Strack ebenda, S. 125f.

[19] Ebenda, S. 325, Anm. 359;  ähnlich BERGMANN (wie Anm. 10), S. 319.

[20] Für das Jahr 1871 führt das Adressbuch für das in der Hornschen Straße im Quartier B unter der Nr. 123 gelegene Prinzen-Palais eine Kammerfrau, eine Garderobejungfer, vier Mägde, einen Gärtner, einen Jäger, zwei Stallbediente und drei Stallburschen namentlich auf; Prinz Günther Friedrich Woldemar und Prinzessin Woldemar zur Lippe (d.i. Prinzessin Sophie, geb. Großherzogin von Baden) sind dem alphabetischen Namenverzeichnis der Einwohner mit den übrigen Mitgliedern der fürstlichen Familie vorangestellt und dort als im Prinzenpalais wohnend verzeichnet, siehe F. BÖGER, Adreß-Buch der Stadt Detmold, Detmold 1871, S. 54 u. S. 1.

[21] Erbaut um 1830, mit Freitreppe, GAUL (wie Anm. 10), S. 388.

[22] PETERS (wie Anm. 14), S. 326, Anm. 359.

[23] Seit 1880 wohnte der Admiral a.D. Werner dort einige Jahre, vgl. PETERS (wie Anm. 14), S.326, Anm. 359: das Adressbuch für 1884 nennt Prinzeß Louise, Durchlaucht, als Eigentümerin, es wohnten dort der Major und Bataillonskommandeur Frhr. Böcklin von Böcklinsau, der Hauptmann a.D. Julius Kern sowie der Oberst z.D. Müller, siehe Adressbuch der Residenzstadt Detmold, Detmold 1884, S. 34.

[24] Lipp. Landesbibliothek, LK 29.2°, L. REINECKE, Plan von Detmold. Copie gez. von F. KOTZENBERG, Detmold 1867.

[25] Lipp. Landesbibliothek, LK 31.2°, Karte der Stadt und Feldmark Detmold. Nach den ... Katasterkarten reduziert u. zsgest. von W. ROTHE ..., M 1:4000, Detmold 1885. Der Gebäudekomplex ist bereits mit „Landesbibliothek und Museum“ bezeichnet;  obgleich dieser Name erst 1919 offiziell eingeführt wurde, taucht diese Bezeichnung bereits gelegentlich in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts auf.

[26] Vgl. HAXEL (wie Anm. 11), S. 17; G. ENGELBERT, Der weite Weg ins eigene Haus. Stationen des Lippischen Landesmuseums, in: Museum und Kulturgeschichte. Festschrift f. Wilhelm Hansen, hrsg. von M. BRINGEMEIER (u.a.), Münster 1978, S. 9-22, hier S. 17f.; HELLFAIER, Gewölbe (wie Anm. 10), S. 24f.

[27] Vgl. E. ANEMÜLLER, Der Brand der Lippischen Landesbibliothek in Detmold, in: Zentralblatt f. Bibliothekswesen 39 (1922), S. 25-29; D. HELLFAIER, „... in Lippe, in Detmold, im Land ohne Licht!“ Der Großbrand der Lippischen Landesbibliothek am 22. November 1921, in: Heimatland Lippe 98 (2005), S. 182-185.

[28] D. HELLFAIER, Auf dem Weg zur neuen Lippischen Landesbibliothek, in: Heimatland Lippe 84 (1991), S. 348-354; DERS., Gewölbe (wie Anm. 10), S. 33-39; DERS., Detmold, Lippische Landesbibliothek, in: Landesbibliotheksbau in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Neubauten, Erweiterungen und Umnutzungen zwischen 1975 und 2002, hrsg. von D. HELLFAIER (Zeitschrift f. Bibliothekswesen u. Bibliographie, Sonderheft, 85), Frankfurt/Main 2003, S. 173-186, hier S. 178-184.