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„... vil Menschen erbermlich ermordt“
Eine Lemgoer „Zeytung" aus dem Jahre 1589

von Detlev Hellfaier

Druckfassung in: Heimatland Lippe. - 100 (2007), S. 86 - 89.

Einleitung
Martin Schenk und die Stadt Nimwegen
Raub und Totschlag vor Greven
Konrad Grothe und die „Warhafftige Zeytung"

Einleitung

Abb. 1: Warhafftige Zeytung ..., Lemgo 1589, Titelblatt
Signatur: Kps 07.12

„Man hat nun ein lange zeit hero / genugsam gespürt / gesehen vnd gehoert / in was massen / viel vnglücks vnd vnraht gestifft ist worden / nicht allein in dem Herrlichen vnd Weitberühmbten Stifft Coelln / sondern auch im Gülcher [Jülicher] / Cleuischen [Klever] vnd Gellerlandt [Gelderland] / ja gantz Niderlandt durch vnd durch / dardurch viel Stett / Flecken vnd Dörfer ind Armut vnd verderben gerathen / das viel trefflicher Kauffleut / Schiffleut / ja der Fuhrmann / Bürger vnd Haußmann verjagt / vertrieben / vnd ins Ellendt kommen / die Commercien handel vnd wandel zu Wasser vnd Landt / verhindert vnd zu gesperret / also / das keiner bey dem seinen mit sicherheit hat wohnen mögen."

Mit diesen, die desolate Situation in den genannten Territorien zur Zeit des Aufstandes der Niederlande gegen Spanien hinreichend kennzeichnenden Worten wendet sich ein unbekannter Berichterstatter an den gunstigen und guthertzigen Leser einer zum Medientyp der „Neuen Zeitung" zählenden Flugschrift, die im Jahre 1589 in Lemgo gedruckt und von dort aus vertrieben worden ist. Zwei ebenso spektakuläre wie blutrünstige Ereignisse hatten sich gerade zugetragen, Vorfälle, die das herausragende Interesse der Menschen weckten, sie über Gebühr erregten und deren Vermarktung mithin guten Absatz und entsprechenden Gewinn versprach. Das konsumwirksam aufgemachte Titelblatt mit zweiteiligem Kopftitel gab Kunde von dem, was das Publikum zu erwarten hatte:

„Warhafftige Zeytung / Was sich begeben vnd zugetragen hat / mit der Stadt Nimwegen vnd Martin Schaencken / den 10. Augusti / Anno 1589" und „Ein ander Zeytung / von dem erschercklichen einfal / geschaehen den 28. Augusti zwey meile weges von Münster in Westualen / von den Schenckissen vil Menschen erbermlich ermordt / vnd ein Grausamen schatz von dannen bracht".

Auch der kleine Holzschnitt, der die Frontseite ziert, sollte den Verkauf zusätzlich befördern: aus dem Tor einer wohlbewehrten Stadt bricht unter dem Fanfarensignal des Türmers ein mit langen Spießen bewaffnetes Aufgebot heraus. Dass die Szene mit dem mitgeteilten Geschehen gar nichts zu tun hat, wird kaum jemanden ernsthaft gestört haben.

Martin Schenk und die Stadt Nimwegen

Abb. 2: Misslungene Einnahme der Stadt Nimwegen
Kupferstich aus: W. Baudaert, Afbeeldingen ende Beschrijvinghe van alle Veld-slagen, Belegeringen ..., 1616, f. 575
Signatur: G 1009

Die Flugschrift berichtet in ihrem ersten Teil detailliert von der fehlgeschlagenen Einnahme der Stadt Nimwegen am 10./11. August 1589 durch die Söldnertruppen des berühmt-berüchtigten Feldobristen Martin Schenk von Nideggen, der sich seit 1585 wieder im Dienst der Generalstaaten, also der sich von Spanien losgesagten sieben niederländischen Provinzen, befand. Die Stadt Nimwegen hingegen und Teile des Gelderlandes hatte zwischenzeitlich Alexander Farnese, Herzog von Parma und spanischer Generalstatthalter, unter seine Kontrolle gebracht. Folgt man nun der „Warhafftigen Zeytung", so gelang Schenk aus dem Raum Xanten kommend zunächst ein Coup gegen „etliche Fahnen Spanisch Kriegeßvolk", die sich von Rheinberg aus nach Friesland aufgemacht hatten, um das belagerte Groningen zu entsetzen. An die 600 spanische Söldner blieben auf der Strecke, und mit stattlicher Beute zogen die Angreifer ab. Triumphierend schrieb Martin Schenk noch am 9. August an den Rat der Generalstaaten, dass in der Nähe Halterns im Stift Münster „bei 1.000 todt liegen geblieben und von meinem Volk nicht einer" (!), reichlich Silberwerk, goldene Ketten und Geld konnten abgeschleppt werden.

Sein nächster Zug galt Nimwegen, das sich ihm schon in der Vergangenheit mehrfach erfolgreich widersetzt hatte. Der Angriff auf die befestigte Stadt erforderte gute Planung und erhebliche Logistik. Wie ergänzende Quellen nahe legen, bewegte man sich von Rees aus rheinabwärts, nahm an der Schenkenschanz, einem von Martin Schenk 1586 an strategisch vorzüglicher Stelle auf einer kleinen klevischen Rheininsel erbauten starken Festungswerk, Truppen und Geschütze auf und fuhr am Abend des 10. August mit zahlreichen Schiffen und Prähmen auf der Waal, dem größten Mündungsarm des Rheins, auf Nimwegen zu; Otto von Putlitz führte die Berittenen auf dem Landwege nach. Kurz vor Tagesanbruch zwischen 3 und 4 Uhr wurde das Ziel erreicht und das „Kriegßvolck ... an das ort geschickt / daselbst das jenige zu verrichten / so ihnen bewust vnd befohlen war." Mit Hilfe einer Winde wurde nahe des Kranentors ein starkes Fenstergitter aus der Stadtmauer gerissen, an die 300 Mann stiegen in das dahinter liegende Haus, um von dort aus den Marktplatz, „da das [städtische] geschütz auff stundt," einzunehmen.

Doch es kam anders, eine Wäscherin entdeckte die Eindringlinge und schlug Alarm. Im Nu formierte sich das Bürgeraufgebot, und gemeinsam mit den Soldaten der Garnison und „zweygen stücken geschütz" haben sie „frey dapffer gegen den Feindt gesetzt / vnter sie geschossen / vnd dapffer auff sie geschlagen vnd gestochen / vnd also ihrer viel erleget." Wenig ortskundig fanden die Angreifer in heilloser Flucht das Schlupfloch nicht mehr, und da die Stadttore verschlossen blieben, gab es so gut wie kein Entrinnen. An Hilfe von außen war nicht zu denken, zumal ein Geschütz auf der Mauer die Reiterei vor einem der Tore in Schach hielt. Martin Schenk zählte zu den wenigen, denen der Ausbruch noch gelungen war, doch misslang der rettende Sprung von der Uferbefestigung auf eine Schute, er stürzte ins Wasser, seine schwere schussfeste Rüstung zog ihn in Tiefe „vnd [er ist] also ersoffen." Auch andere Schiffe waren schnell überfüllt, kenterten oder wurden Leck geschossen. Unter den Toten, die man im Laufe des Tages aus dem Wasser fischte, befand sich auch Schenk. Vom Henker ließ man ihm den Kopf abschlagen und diesen am Kranentor aufstecken, der Körper wurde gevierteilt und mit Ketten an vier aufgestellte Pfosten gehängt. Der spanische Heerführer de Varambon sorgte acht Tage später dafür, dass die sterblichen Überreste seines Standesgenossen abgenommen und in einem Turm notdürftig beigesetzt wurden. Erst nach der Einnahme der Stadt durch Moritz von Oranien im Oktober 1591 erhielt Martin Schenk von Nideggen vor dem Hochaltar der St. Stephanus-Kirche ein christliches Begräbnis.

Raub und Totschlag vor Greven



Abb. 3-4: Warhafftige Zeytung ..., Lemgo 1589
Signatur Kps 07.12

Kaum hatte der Leser der Lemgoer „Warhafftigen Zeytung" den spannend-schauerlichen Bericht aus Nimwegen so recht erfasst, sah er sich bereits mit der nächsten, nicht minder gräulichen Meldung konfrontiert. Und wieder war es „Schencken Volck", also Söldner der Generalstaaten, die, nun ihres Heerführers beraubt, in Westfalen kurze Zeit später erneut für Tod und Verderben sorgten. Ziel war der seit dem Mittelalter weit über die Grenzen des Münsterlandes hinaus berühmte Vieh- und Krammarkt in Greven, der immer am Montag nach St. Bartholomäus (24. 8.) begann, acht Tage dauerte und auf dem abgeernteten Esch („Marktesch") abgehalten wurde.

Es geschah nur gut zwei Wochen nach dem Angriff auf Nimwegen, nämlich am 28. August 1589, einem Montag, im Morgengrauen gegen vier Uhr. Ein etwa 500 Mann starkes Kontingent an Reitern und Fußsoldaten aus den grenznahen Garnisonen in Doesburg und Lochem, bewaffnet mit Karabinern und Lanzen, fiel unter mächtigem Geschrei über den kleinen Flecken Greven an der Ems und die dort auf dem Esch in großer Zahl im Freien lagernden Marktleute her. Die Überfallenen hatten gegen die im mörderischen Kriegshandwerk geschulten Marodeure nicht den Hauch einer Chance: wer auch nur versuchte zu fliehen oder sich gar anschickte, Widerstand zu leisten, wurde erbarmungslos niedergemacht. Geschont wurden weder Frauen noch Kinder, und den vielen Schwerverwundeten half in der Todeserwartung kaum ärztliche Kunst, sondern allenfalls das Gebet.

Die Grevener Einwohner, vor allem aber die den Markt bereisenden Kaufleute, Händler und Bauern von nah und fern sahen sich bis aufs Hemd ausgeplündert, ihrer Handelswaren, darunter Gewürze, „Seydenwerck und Engelische Lachen", vor allem aber Pferde und Ochsen in großer Zahl, Geld und aller Wertgegenstände beraubt. Und als die Freibeuter gegen Mittag beutebeladen abzogen, führten sie unter demütigenden Umständen noch Kaufleute mit sich hinweg, um deren Freilassung mit Geld zu erpressen. Ausgesuchte Racheopfer der „Schenckissen" waren Kaufleute aus Nimwegen, „die haben sie underwegen Erstochen / vnd elendich mit jn umbgangen". Angesichts der an die 100 Toten, der Grausamkeiten und des erlittenen Schadens von „uber die 3 Thonnen Geldes" riefen die Opfer unter Wehklagen den Allmächtigen um Erbarmen an und vermerkten fassungslos, dass ihnen hier „vil erger / als die Thurken handeln", Christen so großes Leid zugefügt hätten. Mit der eindringlichen Aufforderung an den Leser, den Herrn um Gnade, Frieden und Vergebung der Sünden um des ewigen Lohnes willen zu bitten, schließt der Bericht.

Eine zeitgenössische Chronik und amtliche Quellen ergänzen und präzisieren die vorstehenden Nachrichten. Danach kam der Überfall keineswegs so überraschend, denn seit Tagen hielt sich das Gerücht, dass „krigesleuthe sollich market einmal wollten visitiren und plunderen". Der Rat der Stadt Münster hatte seine Kaufleute, Krämer und Handwerker vor der drohenden Gefahr durch die „staten" gewarnt, stiftische Reiter und Kriegsknechte waren sogar zur Bewachung abgestellt, jedoch vorzeitig aus Sorge um den eigenen Besitz vom Hofmarschall wieder abgezogen, andere zur Verstärkung der nahegelegenen bischöflichen Burg Schöneflieth befohlen worden; dorthin hatten sich auch manche mit ihren Waren in Sicherheit gebracht. Auf sich allein gestellt, lagen Markt und Flecken schutzlos jedem Zugriff der Angreifer offen. Unter der Führung des Rittmeisters Hartmann Schloier setzten sich diese teils aus englischen, teils aus deutschen Söldnern zusammen; kurz vor Erreichen des Zieles teilten sie sich, die einen nahmen sich den Ort, die anderen den Markt vor. Voll mit Beute bepackt zogen sie nach Stunden von dannen, und was nicht abtransportiert werden konnte, wurde zerschlagen und verdorben. In Metelen lagerte man über Nacht, dort gelang den meisten der Gefangenen die Flucht. Allein den seinen Kaufleuten zugefügten Schaden bezifferte der Rat der Stadt Münster auf über 30.000 Reichtaler, der Gesamtschaden dürfte sich auf ein Mehrfaches belaufen haben.

Konrad Grothe und die „Warhafftige Zeytung"

Abb. 5: Martin Schenk von Nideggen, Kupferstich, nach 1586
Museum Kurhaus, Kleve, Slg. Angerhausen, Kat.-Nr. B 1
Foto: Museum Kleve

Die Druckmediengattung „Neue Zeitung" entstand bereits im ausgehenden 15. Jahrhundert und verbreitete sich in der Folgezeit rasch im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus. In ihnen wurde „neue Zeitung", nach einem deutschen Wörterbuch von 1786 „eine Nachricht von einer geschehenen Begebenheit", verbreitet. Die Begrifflichkeit ist also noch nicht im Sinne des uns heute geläufigen Presseorgans zu verstehen, sondern die sich selbst als „Newe Zeitung", „Erschröckliche Zeitung", „Erbärmliche Zeitung" oder, wie hier, „Warhafftige Zeytung" bezeichnenden Flugschriften geringen Umfangs erschienen eben noch nicht periodisch, sondern wurden ereignisabhängig herausgegeben.

Den Großteil, der auf diese Weise verbreiteten Nachrichten, machen Berichte über Naturereignisse, Aufsehen erregende Verbrechen, Hinrichtungen, Katastrophen, politische Skandale und vor allem kriegerische Ereignisse aus. Besonders die Türkenkriege, aber eben auch der Aufstand der Niederlande gegen Spanien sind durch diese Publikationsform nahezu lückenlos dokumentiert, und die „Neuen Zeitungen" bedeuten hier und grundsätzlich aussagefähige Quellen nicht nur für die Ereignisse selbst, sondern vor allem für die Mentalitätsgeschichte, die Geschichte der öffentlichen Meinung und der Medien. Sensationsheischende Meldungen gelangten über Kaufleute, Reisende, Fuhrleute, vor allem aber über Postreiter in der Regel an die Postmeister, diese überließen die Meldungen gegen klingende Münze Druckern und Verlegern. Von schreibgewandten Leuten in Prosa oder Reim gebracht, meist in der Volkssprache, bisweilen auch in gelehrtem Latein, konnte innerhalb weniger Stunden ein Manuskript in Satz gehen. Versehen mit animierender Illustration wurde sodann binnen kurzem eine „Neue Zeitung" in hoher Auflage auf Marktplätzen, vor Kirchen, in Krambuden oder durch Wanderhändler zum Kauf feilgeboten.

So oder ähnlich muss auch Konrad Grothe, Drucker in Lemgo, kalkuliert haben, als ihm die Berichte aus Nimwegen und Greven zur Kenntnis gelangten. Er war im übrigen ein Sohn jenes Franz Grothe, der sich gemeinsam mit vier weiteren Angehörigen der intellektuellen Elite Lemgos zu einem Druckerkonsortium zusammengetan und, um eine Druckerei zu betreiben, im Jahre 1560 Räumlichkeiten in der mittlerweile aufgegebenen Kirche der Augustiner-Kanonessen im Rampendahl angemietet hatte. Zwischen 1569 und 1590 druckte und verlegte Konrad, der mit der Lemgoerin Anna Cothmann verheiratet war, neben anderem Katechismuskommentare, exegetische, juristische und historische Schriften, einen niederdeutschen Psalter mit den Summarien Luthers, ferner eine Neuauflage von Urbanus Rhegius’ Kirchenordnung der Stadt Hannover sowie etliche Gelegenheitsschriften, darunter Glückwunsch- und Trauerschriften, Leichenpredigten, aber auch jene, vier Blätter (= 8 Seiten) starke „Warhafftige Zeytung" von 1589 im Oktavformat.

Grothe konnte recht sicher sein, dass die beiden anschaulichen Schilderungen aus Nimwegen und Greven trotz der fast alltäglichen Gräuel bei den Zeitgenossen ankamen. Der Söldnerführer, Obrist und kurkölnische Feldmarschall Martin Schenk von Nideggen (1549-1589), der aus einer Nebenlinie einer ursprünglich im Eifelgebiet, später an der Maas, im Gelderland und im Herzogtum Jülich angesessenen Adelsfamilie stammte, war seinerzeit aller Welt bekannt. Mehrfach hatte er die Parteien gewechselt: zunächst focht er auf Seiten der Aufständischen, um sich 1577 den Spaniern zuzuwenden, seit 1585 findet man ihn wieder in Diensten der Generalstaaten und des abgesetzten Kölner Erzbischofs und Kurfürsten Gebhard Truchsess von Waldburg. Der englische Statthalter und Favorit Elisabeths I., Robert Dudley, Graf von Leicester, hatte ihn 1586 sogar zum Ritter des Hosenbandordens geschlagen. Listenreiche Überfälle und schlagzeilenträchtige Handstreiche wechselten mit peinlichen Schlappen. Sein kühner Angriff auf Nimwegen, der eher schimpfliche Tod durch Ertrinken und die Hinrichtung post mortem faszinierten das Publikum und ließen es noch bei der Lektüre erschaudern.

Vergleichbar dürfte es den Lesern und Hörern mit der Nachricht aus Greven ergangen sein. Der Markt bedeutete damals eine feste Adresse, er wurde der guten Geschäfte wegen von Kaufleuten und Händlern aus weiten Teilen Nord- und Westdeutschlands, den Niederlanden, ja sogar aus Dänemark beschickt. Was den Überfall von anderen, nicht minder grausamen Raubzügen abhob, war sicher die Tatsache, dass hier der Marktfriede gebrochen worden war, und das auf ausgesprochen schändliche Weise. Denn seit alters her stand der Marktbezirk unter besonderem Schutz und Frieden, wer ihn brach, hatte mit hoher Buße und verschärfter Strafe zu rechnen. Die Kaltschnäuzigkeit und Skrupellosigkeit, mit der sich die „Staatenschen" darüber hinweg setzten, wurde allenthalben mit gespanntem Entsetzen wahrgenommen und geradezu als Strafe des Himmels angesehen.

Der Lemgoer Drucker Grothe traf jedenfalls mit der Herausgabe der „Zeytung" den Zeitgeschmack an Informations- und Sensationslust und dürfte sich über regen Absatz kaum beklagt haben, denn immerhin erschienen zwei im Impressum leicht von einander abweichende Auflagen. Während die erste „Conradt Grothen" als Drucker benennt, beschränkt sich die zweite auf ein „gedruckt zu Lemga". Die Lippische Landesbibliothek hat jüngst ein nicht ganz vollständiges Exemplar der zweiten Auflage antiquarisch erwerben können; das fehlende innere Doppelblatt mit der Nachricht über Nimwegen wurde als Faksimile aus dem kompletten Druck der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart ergänzt.

Über Martin Schenks tödliches Nimwegener Abenteuer berichteten zeitgleich mit dem Lemgoer Druck noch zwei weitere „Newe Zeyttungen" aus Augsburg und Antwerpen, eine ohne Druckort Erschienene gibt zudem „von dem erschrecklichen Mordt, den des Schencken Kriegsvolck in Grewer begangen" Auskunft.