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Schloss Brake

Kupferstich, Elias und Heinrich van Lennep (1663/1665) 22,5 x 16,5 cm ; Lippische Landesbibliothek Detmold: 10 B 3

von Detlev Hellfaier

Druckfassung in: Schätze aus den Bibliotheken Nordrhein-Westfalens [Katalog zur Ausstellung vom 23. 2. bis zum 4. 3. 2005 im Landtag von Nordrhein-Westfalen]. Hrsg. im Auftrag des „Verbandes der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen“. Weilerswist: Buchmanufaktur Handpresse 2005. S. 40-41.

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10 B 3

In den Jahren 1663 bis 1665 beauftragte Graf Hermann Adolph zur Lippe (1616-1666) die aus den Niederlanden stammenden Brüder Elias († 1692) und Heinrich van Lennep († 1720), Kupferstecher und Ingenieure, 27 Veduten der Grafschaft Lippe und neun Grafenporträts zu zeichnen und zu stechen. Wie zu vermuten ist, sollten diese als Illustrationen für eine konzipierte Landesbeschreibung dienen. Allerdings ist ein zugehöriges Manuskript für ein solches Werk nicht bekannt und wohl auch nie verfasst worden.

Zur Ausführung gelangten Veduten der 12 lippischen Städte und Flecken, zweier Klöster sowie der 15 gräflichen Burgen und Schlösser. Zu den letzteren zählt auch der besonders eindrucksvolle Stich des Schlosses Brake bei Lemgo, das Graf Simon VI. zur Lippe († 1613) seit 1584 im Stil der Weserrenaissance hatte ausbauen lassen und in das er seine Residenz von Detmold aus verlegt hatte. Von 1614 bis 1709 diente das Schloss der Nebenlinie zur Lippe-Brake als ständiger Wohnsitz. Der Stich zeigt eine Profilansicht des Schlosses von Norden, rechts liegen an dem Flüsschen Bega zwei Wassermühlen, dahinter die Schlossscheune der Vorburg und dazwischen die Schlossbrücke. Die Ansicht dokumentiert Torhaus und Westflügel des Schlosses, die 1811 abgerissen wurden. Im Vordergrund ein höfisches Paar mit Pagen, auf der Wiese ein Hirte mit Kühen und Ziegen.