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Malwida von Meysenbug und ihre Verleger

Campe, Rümpler, Georg, Auerbach, Unflad, Reißner, Schabelitz, Gnadenfeld, Hofmann, Literarische Gesellschaft Wien, Schuster & Löffler

von Julia Freifrau Hiller von Gaertringen

Gedruckt in: Briefe als Zeugnisse eines Frauenlebens : Malwida von Meysenbug und ihre Korrespondenzpartner ; Beiträge zum Kolloquium des Nordrhein-Westfälischen Staatsarchivs Detmold, durchgeführt in Verbindung mit dem Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe e.V. am 24./25.11.2000  / Redaktion: Hans-Peter Wehlt. - Detmold : Selbstverlag des Nordrhein-Westfälischen Staatsarchivs Detmold, 2003. - (Veröffentlichungen der Staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen : Reihe C: Quellen und Forschungen ; 49). - S. 327-369.

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Einleitung

„Ich seufze nach einem guten, zuverlässigen Verleger, mit dem ich weiter keine Mühe und keine widerwärtigen Verhandlungen hätte. Ich habe mit deutschen Verlegern schlimme Erfahrungen gemacht und bin dazu gekommen, die Verleger für eine besondere Menschenrasse zu halten, für eine Art Vampyre den Autoren gegenüber und die wesentlich dazu beitragen, den schlechten Geschmack des Publikums zu verstärken.“[1]

Diese Äußerung Malwida von Meysenbugs gegenüber Alexander von Warsberg in einem Brief vom 29. August 1887 kennzeichnet sehr deutlich die Einschätzung ihrer eigenen Verlagsbeziehungen durch die Autorin. Malwida von Meysenbug hat erst 1898, nachdem sie bereits fünfzig Jahre lang schriftstellerisch tätig war, einen eigenen Hausverlag für sich gefunden. Der Berliner Verlag Schuster & Löffler veröffentlichte die Erstausgabe ihres Lebensabends, anschließend Neuausgaben der Memoiren, der Stimmungsbilder, des Romans Phädra und die Erstveröffentlichungen ihrer weiteren Bücher und sorgte zu Beginn des 20. Jahrhunderts für eine größere Publizität der Autorin. Bis dahin waren ihre Bücher jeweils in verschiedenen Verlagen erschienen, wobei es immer der Vermittlung durch Dritte bedurft hatte. Und vielfach waren auch solche Vermittlungsversuche fehlgeschlagen.

Aus dieser Tatsache wie aus zahlreichen brieflichen Äußerungen, in denen Malwida sich über ihre Verleger beklagt, gewinnt man den Eindruck, als seien ihre Verlagsbeziehungen nicht gerade eine Erfolgsgeschichte gewesen. Das aber wurde noch nie wirklich überprüft. Im folgenden werden also die Verlage, in denen die Bücher erschienen, näher vorgestellt, die Fakten über die Beziehungen zwischen Autorin und Verlag zusammengetragen und Malwidas Bücher dem jeweiligen Verlagsprogramm eingefügt.

Malwida von Meysenbugs Beziehungen zu ihren Verlegern anhand der überlieferten Briefbestände zu beschreiben, ist allerdings ein heikles Unterfangen, denn aus der Verlagskorrespondenz selbst existieren nur noch fünf Briefe: ein Brief Malwidas an den Hannoveraner Verleger Karl Rümpler aus dem Jahr 1857 (BSB München), drei Briefe Malwidas an den Cotta-Verlag aus den Jahren 1887 und 1890 (DLA Marbach) sowie ein Brief an August Auerbach aus dem Jahr 1898 (GSA Weimar).[2] Die Verlagsbriefwechsel sind nicht erhalten, weder auf Seiten der Autorin noch auf Seiten der Verlage. Was zum Thema zu sagen ist, erhellt daher fast ausschließlich aus der Korrespondenz mit Dritten. Und basiert in diesem Fall allein auf den gedruckten und in Detmold regestierten Briefen, würde also durch Einbeziehung der Weimarer Briefe sicherlich noch ergänzt und modifiziert.

Schriftstellerische Anfänge 1850/51

Malwidas schriftstellerische Anfänge fielen in das Jahr 1849. Am 23. Oktober 1849 erschien in der Zeitung für Norddeutschland ihr Aufruf für die Familie des im Juni 1849 verhafteten Gottfried Kinkel.[3] Gleichzeitig schrieb sie an Johanna Kinkel in Bonn und eröffnete eine langjährige Korrespondenz.[4] Die Beziehung zu Gottfried und Johanna Kinkel, die nach der spektakulären Befreiung Kinkels aus der Haft im November 1850 in London lebten, war in den fünfziger Jahren Malwidas wichtigste Verbindung in die publizistische Welt. Noch aus Detmold teilte sie im Februar 1850 mit, sie habe einen sozialen Roman angefangen, und übersandte das Manuskript ihrer Reise nach Ostende mit dem Hinweis, dass sie diese Arbeit auch veröffentlichen wolle.[5] Ihr Brief vom 4. Februar 1850 ist ein erster Beleg für Malwidas später erst einmal durch die pädagogische Arbeit überlagertes Bedürfnis, ihre Ideen anderen Menschen in literarischer Form näher zu bringen. Die Übermittlung ihres Reiseberichts erzielte die sicherlich erwünschte Reaktion: Johanna Kinkel beurteilte die Erzählung positiv und erklärte sich bereit, sie an geeigneter Stelle zu empfehlen. Freudig nahm Malwida das Angebot an, denn "was von Ihnen empfolen wird, darf sich eher einer guten Aufnahme gewärtigen, als was eine noch Unbekannte, ohne Namen schickt."[6] Sie kündigte zugleich die Zusendung weiterer Aufsätze an, deren Weitervermittlung Johanna Kinkel übernehmen sollte.

Am 16. April 1850 schickte Malwida einige Texte an Johanna Kinkel ab mit der Bitte, sie Adolph Kolatschek zur Veröffentlichung in der neubegründeten Deutschen Monatsschrift für Politik, Wissenschaft, Kunst und Leben zu empfehlen.[7] Kolatschek, 1848 Mitglied der deutschen Nationalversammlung als Abgeordneter der äußersten Linken, gab die Zeitschrift seit Anfang 1850 in Stuttgart heraus.[8] Nach der Verurteilung in einem Hochverratsprozess wegen seiner Mitgliedschaft im Stuttgarter Rumpfparlament flüchtete Kolatschek in die Schweiz und betreute die Zeitschrift von dort aus weiter. In der Deutschen Monatsschrift als Organ der demokratischen Opposition und Emigration erschienen politische und kulturpolitische Aufsätze, aktuelle Nachrichten zur Situation der demokratischen Linken sowie ausführliche Buchbesprechungen. Auch Gottfried und Johanna Kinkel waren mit Beiträgen vertreten und verschafften Malwida Eingang mit ihrem Aufsatz Eine Kunst-Trilogie, der im Novemberheft des Jahrgangs 1850 erschien.[9] Am 3. Januar 1851 bat Malwida Johanna Kinkel, auch das Manuskript der Reise nach Ostende an Kolatschek weiterzuleiten,[10] doch kam es nicht zur Veröffentlichung. Das Blatt wurde am 11. November 1850 in Preußen, dann auch in Österreich verboten und stellte im Juni 1851 sein Erscheinen ein.

Einen von Malwidas Texten, den Frauenschwur, leitete Johanna Kinkel weiter an die Mainzer Publizistin Kathinka Zitz,[11] die dafür sorgte, dass dieser wohl bekannteste Text Malwidas am 22. September 1850 in der Sonntagsbeilage zum Mainzer Tageblatt erschien.[12] Malwida bedankte sich dafür bei Zitz[13] und sandte ihr später noch ein Manuskript über die Hamburger Frauenhochschule, das anonym veröffentlicht werden sollte.[14]

In Hamburg, wo Malwida seit Mai 1850 die Frauenhochschule besuchte, ergab sich der Kontakt zu einem der engagiertesten Verleger dieser Zeit, zu Julius Campe. Campe war der bedeutendste Verleger der progressiven und oppositionellen Literatur des Vor- wie des Nachmaerz. In seinem Verlag erschienen die Werke Heines, Börnes und Hebbels; er verlegte die jungdeutschen Autoren, druckte Gutzkow, Wienbarg, Dingelstedt, Hoffmann von Fallersleben, Weerth und Anastasius Grün.[15] Am 16. Juli 1850 schrieb Malwida ihrer Mutter:

"Eine sehr reiche und kluge Frau, die sich mehr auf geistigem Gebiet betätigt, hat mich aufgesucht, nachdem sie meine kleine Schrift, die hier in den weitesten Kreisen in vielen Abschriften cursirt, gelesen, um mich zur Theilnahme an einem literarischen Unternehmen aufzufordern, eine Novellensammlung zur Bildung der Frauen. Campe, der ihr Verleger ist, hat sich bereit erklärt darauf anzugehn. So ebnet sich hoffentlich auch nach dieser Seite der Weg was ja nicht leicht ist wenn man noch unbekannt und fast unmöglich wenn man nicht an einem grossen Ort ist."[16]

Um wen es sich bei der Besucherin handelt, muss offen bleiben, denn sie wird auch an anderer Stelle nicht namentlich erwähnt. Gegenüber Johanna Kinkel spricht Malwida von "einer klugen, begabten Frau, die mit Eifer an dem Werke der neuen Zeit arbeitet".[17] Danach könnte es sich um Louise Aston handeln, deren autobiographischen Roman Aus dem Leben einer Frau Campe 1847 verlegt hatte, oder auch um die Hamburgerin Emilie Spreu, deren Gedichte 1850 in Kommission bei Hoffmann & Campe erschienen. Eine Durchsicht der Verlagsbibliographie von Hoffmann & Campe[18] lässt keinen anderen Rückschluss zu; im Jahrzehnt zwischen 1845 und 1855 gab es keine anderen weiblichen Autoren in Campes Verlag. Andere Quellen stehen nicht zur Verfügung, denn die Geschäftsunterlagen des Hoffmann & Campe Verlages aus der Ära Julius Campe sind nicht mehr erhalten.[19]

Louise Aston könnte Malwida im Mai/Juni 1850 in Hamburg begegnet sein. Gegen sie spricht Malwidas Aussage, es handele sich um eine sehr reiche Frau, denn Aston erhielt nach ihrer Scheidung keinerlei Unterhaltszahlungen und lebte als freie Schriftstellerin. Es ist auch problematisch, sie als Campes Autorin zu bezeichnen, denn ihre sechs Bücher aus den Jahren 1846 bis 1850 erschienen alle in unterschiedlichen Verlagen. Für Louise Aston spricht allerdings Malwidas Hinweis auf den Eifer, mit dem die Ungenannte am Werk der neuen Zeit arbeite: Aston – radikale Frauenrechtlerin, aktive Teilnehmerin der Berliner Straßenkämpfe im maerz 1848 und offensive politische Agitatorin – galt als staatsgefährdend, wurde Ende 1848 aus Berlin ausgewiesen und zog seither als politisch Verfolgte ohne festen Wohnsitz umher.

Der einzige Gedichtband von Emilie Spreu erschien 1850 auf Subskriptionsbasis bei Campe. Der größte Teil der Gedichte ist von ihr selbst als "harmlos" bezeichnete Gelegenheitspoesie, das Freiheitspathos ihrer "Zeitgedichte" zeigt sie jedoch als entschiedene Anhängerin der 1848er Revolution. In einem ausführlichen Vorwort nimmt sie Stellung gegen den modernen Atheismus und gegen die Frauenemanzipation; die Anhängerinnen der letzteren bezeichnet sie als verkappte Prostituierte, die ihrer inneren Verworfenheit und äußeren Schande den Deckmantel von Freiheitsbestrebungen umhängten. In diesen Zusammenhang gehört auch ihr Gedicht An Louise Aston, das deren Ausbruch aus der Konvenienzehe begrüßt, aber ihre Praxis sexueller Selbstbestimmung scharf verurteilt: Geistes- und Gedankenfreiheit sollen die Frauen wohl haben, aber nicht die Freiheit von Ehre und Sitte. Konträr zu Malwida sind diese Auffassungen nicht, auch Spreu käme als Mitherausgeberin in Frage.

Die beiden Frauen schrieben zunächst verschiedene Autorinnen um Beiträge für die Novellensammlung an. Auch Johanna Kinkel wurde um Mitarbeit gebeten. Geplant war ein Periodikum in Monatsheften, mit dem Frauen die neuen Lebensanschauungen gut lesbar vorgestellt werden sollten.

Ende Juli 1850 teilte Malwida mit, das Novellenunternehmen werde "eifrig betrieben, wir haben jetzt an einen sehr geschätzten Literaten geschrieben unter dessen Oberaufsicht Campe die Sache zu stellen wünscht u. erwarten dessen Antwort um ihm Novellen zur Beurtheilung zu schicken."[20] Doch offenbar gab es Schwierigkeiten mit Campe. Im November 1850 sah Malwida voraus, das Unternehmen werde wohl an der Saumseligkeit Campes scheitern.[21] Sie dachte daran, einen anderen Verleger zu suchen, schrieb auch selbst noch eine Novelle nieder,[22] doch die Angelegenheit verlief schließlich ergebnislos.

Die literarische Phase der Jahre 1856-1860: Campe und Rümpler

Seit Mai 1852 lebte Malwida in London, wo sie Gottfried und Johanna Kinkel persönlich kennen lernte. Deren Haus war ihre erste Zufluchtsstätte, hier ergaben sich Kontakte zu anderen Emigranten und eröffneten sich Möglichkeiten für eine Existenz als Privatlehrerin. Hier traf sie auch Alexander Herzen, in dessen Haushalt sie von Dezember 1853 bis Mai 1856 als Erzieherin seiner Kinder lebte. In dieser Zeit verblassten Malwidas literarische Ambitionen völlig hinter der pädagogischen Aufgabe. Erst nachdem sie im Streit ihre "Familie der freien Wahl" hatte verlassen müssen, entschied sie sich für eine Existenz als freie Schriftstellerin.[23]

Der Existenzsicherung dienten vor allem ihre Übersetzungen aus dem Russischen. Im Hause Herzen hatte Malwida die russische Sprache gelernt, und sowohl der deutsche als auch der englische Buchmarkt waren sehr aufgeschlossen für die neue russische Literatur. In vier Folgen erschien 1855 bis 1859 bei Julius Campe in Hamburg Malwidas deutsche Übersetzung von Herzens Memoiren eines Russen; die Übersetzung hatte sie noch vor ihrem Auszug aus dem Hause Herzen angefangen.[24] Campe hatte bereits 1850 Übersetzungen von Herzens Essays Vom anderen Ufer – die Malwida in Hamburg gelesen hatte – und seiner Briefe aus Italien und Frankreich verlegt, 1854 Herzens Buch über Rußlands sociale Zustände.[25] Ebenfalls in Malwidas Übersetzung brachte er 1858 Herzens Schrift Frankreich oder England. Russische Variationen über das Thema des Attentats vom 14. Januar heraus, im selben Jahr Malwidas Übersetzung von Herzens Erzählungen.[26] Wie aus den Briefen Herzens an Malwida hervorgeht, führte Malwida für ihn die Korrespondenz mit Campe, und dies auch nach ihrem Weggang aus dem Hause Herzen.[27] Als Übersetzerin namentlich genannt ist sie nur in dem Band Erzählungen.

Außerdem übersetzte Malwida für Campe die zweibändigen Memoiren der Fürstin Daschkoff, die Herzen ihr im Herbst 1855 vorgelesen hatte (1857)[28] und den Roman Die Fischer von Nikolaus Gregorowitsch (1859); beide Veröffentlichungen erschienen mit einer Einleitung von Herzen.[29] Ins Englische übersetzte Malwida Tolstois Childhood and Youth, das Buch erschien 1862 in London.[30] Und im Londoner National Review veröffentlichte sie im Oktober 1858 einen Aufsatz über die russische Literatur.[31]

Neben der Übersetzungstätigkeit arbeitete Malwida journalistisch. Sie bemühte sich, "wo möglich mit der literarischen Welt Englands in Berührung zu kommen"[32] und als Auslandskorrespondentin deutschsprachiger Journale Aufträge zu erhalten, arbeitete 1859/60 an der zunächst von Gottfried Kinkel herausgegebenen Exilzeitschrift Hermann mit. Vor allem aber wollte sie sich nach der Trennung von Herzen selbst als Schriftstellerin etablieren. In der Zeit von Mai 1856 bis Dezember 1860 schrieb sie zwei Romane, mehrere Novellen, und begann mit der Niederschrift ihrer eigenen Memoiren.

Wie früher schon waren es Gottfried und Johanna Kinkel, denen Malwida ihre literarischen Erzeugnisse zur Begutachtung übersandte und die deren Veröffentlichung befördern sollten. Im Frühjahr 1857 erhielt Johanna Kinkel einige Skizzen unter dem Titel Wanderungen in London, die, zu ausreichender Anzahl summiert, zu einem Band gesammelt und nach Deutschland geschickt werden sollten.[33] 1856/57 schrieb Malwida an einem englischsprachigen Roman, der auf Sizilien handelte. Nachdem der englische Publizist Holyoake ihn ihr gegenüber als beachtenswert bezeichnet hatte, arbeitete sie im Spätsommer 1857 "with full speed" weiter daran;[34] einen Verleger fand sie allerdings nicht dafür.[35]

Nur ein einziges Werk aus dieser Zeit brachte Malwida zur Druckreife: den Roman Florence, dessen Reinschrift im Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar liegt. Der Roman ist zuerst in einem Brief an Gottfried Kinkel vom Mai 1859 erwähnt.[36] Mitte Oktober 1859 schickte Malwida Kinkel die ersten fünf Kapitel mit der Bitte um ein Urteil.[37] Sie beendete den Roman schließlich im September 1860 in Bournemouth.

Kinkel teilte sie mit, sie wolle das Manuskript keinesfalls an Campe schicken, "der hat sich zu schäbbig [sic] gegen mich benommen."[38] Diese Bemerkung bezieht sich auf Unstimmigkeiten bei den russischen Übersetzungen, denn offenbar war Campe säumig bei der Überweisung von Honoraren[39] und hatte Malwida hingehalten, was ihre Übersetzung des Romans von Gregorowitsch betraf. Diese erschien erst lange nach ihrer Fertigstellung bei Hoffmann & Campe; Malwida hatte sie inzwischen dem Verleger Carl Rümpler in Hannover angeboten, obwohl das Manuskript schon bei Campe lag.

Ob Campe Malwidas Florence verlegt hätte, muss angesichts seines unbestechlichen Urteils für literarische Qualität als unwahrscheinlich gelten. Sicher aber war es unklug von Malwida, die Beziehung zu Campe abzubrechen. Dass er nicht einfach im Umgang war, ist vielfach belegt. Aber Autoren, von denen er überzeugt war, förderte er bedingungslos. Vielleicht scheute Malwida eben doch vor allem sein literarisches Urteil.

Malwidas Kontakt zu Carl Rümpler vermittelte Gottfried Kinkel, dessen Trauerspiel Nimrod 1857 bei Rümpler erschienen war. Jedenfalls hatte Malwida Kinkel gefragt, ob sie Rümpler den Roman von Gregorowitsch anbieten solle,[40] als Freundin Kinkels führte sie sich bei Rümpler ein.[41] Obwohl der Roman dann doch bei Campe erschien, muss eine Verbindung Malwidas zu Rümpler bestehen geblieben sein. Denn 1859 erschienen in Rümplers Verlag die Memoiren der Kaiserin Katharina II. nebst einer Vorrede von Alexander Herzen. Nach Auskunft Herzens in der Vorrede stammt die Vorlage zur Übersetzung aus seinem eigenen Besitz; die Vorrede ist auf den 15. November 1858 datiert, und Malwida arbeitete im Dezember 1858 an einem Aufsatz über den russischen Imperialismus für Kinkels Hermann, der sich auf die Memoiren Katharinas II. stützte.[42] Der Übersetzer der "autorisirten deutschen Übersetzung" ist nicht genannt, nach Ermittlungen von Eberhard Reissner handelte es sich um Friedrich Althaus.[43]

Carl Rümpler hatte im Juli 1848 in Hannover eine Buchhandlung gegründet und dieser recht bald einen Verlag angegliedert.[44] Rümplers erster Hauptautor war August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, dessen 1826-1838 in Breslau erschienene mediävistische Veröffentlichungen Rümpler in sein Verlagsprogramm übernahm und in den fünfziger Jahren fortführte. Auch Hoffmanns Gedichte und Memoiren und das gemeinsam mit Oskar Schade herausgegebene Weimarische Jahrbuch für deutsche Sprache, Litteratur und Kunst erschienen in Rümplers Verlag. Mitte der fünfziger Jahre kam der Verlag in Schwung, 1860 verkaufte Rümpler das Sortimentsgeschäft und betrieb allein den Verlag weiter. Jährlich publizierte er etwa 20 bis 25 Neuerscheinungen, insgesamt – bis zum Konkurs 1881 – über 500 Titel.

Das kommerzielle Standbein des Verlages bildeten wohl die zahlreichen Veröffentlichungen zum Recht im Königreich Hannover, die Gesetzes- und Verordnungstexte. Weitere Schwerpunkte im Fachbuchsektor lagen in der Literaturgeschichte und Textedition, in der Landesgeschichte, Agrar- und Forstwirtschaft und im Bauwesen. In den fünfziger und sechziger Jahren erschienen auch mehrere, zumeist kurzlebige Fachzeitschriften aus dem Bereich Botanik, Forstwirtschaft, Recht, Theologie, Bauwesen und Medizin bei Rümpler.

Etwa die Hälfte der Verlagsproduktion entfiel auf Belletristik. Ein geringes Wagnis für Rümpler waren die Reise- und Abenteuerromane des Erfolgsautors Friedrich Strubberg und die beliebten historischen Romane anderer Modeautoren der Zeit; doch förderte Rümpler schon in den fünfziger Jahren auch die junge Literatur, indem er die Erstlingswerke etwa von Julius Rodenberg, Karl Heigel und Adolf Glaser verlegte. Auch literarische Übersetzungen, vor allem von Lyrik, finden sich zahlreich im Programm. Ein Höhepunkt war 1861 die Erstausgabe von Geibels Loreley, später gewann der Verlag mit den realistischen Romanen und Novellen Levin Schückings und Karl Frenzels ein literarisches Profil.

Bestseller waren vor allem die speziell für Frauen, Jungen oder Mädchen zusammengestellten Lesebücher des Hannoveraner Lehrers Theodor Colshorn und die Blüthen und Perlen deutscher Dichtung. Für Frauen ausgewählt von Frauenhand, die ab 1851 in 27 Auflagen erschienen. Neben diesem Spitzentitel gehörten zum speziellen Angebot an Goldschnitt-Lite­ratur für Frauen auch das Album einer Frau (fünf Auflagen ab 1859), Sammlungen epischer und dramatischer Dichtung unter den Titeln Festrosen und Goldperlen, ein Astronomiebuch für Frauen und anderes über "Die Leiden und Freuden des häuslichen Lebens".

Dem Verleger Rümpler wollte Malwida nun auch ihren eigenen Roman anbieten.[45] Sie selbst hatte allerdings den Eindruck, "als ob es complete failure wäre und gar nichts taugte".[46] Kinkel übte essentielle Kritik und verunsicherte Malwida darin, ob sie den Roman überhaupt an Rümpler senden solle.[47] Nachdem sie jedoch seine Korrekturvorschläge berücksichtigt und den Schluss neugeschrieben hatte, ging das Manuskript im Dezember 1860 doch an Rümpler.[48] Dieser lehnte es ohne Angabe von Gründen ab.[49] Nachdem auch Julius Rodenberg in Berlin, mit dem Malwida als Beiträgerin zum Deutschen Magazin in Verbindung stand, ein negatives Urteil abgegeben hatte, verschwand der Roman – wie alle anderen Arbeiten Malwidas aus dieser literarischen Phase – in der Schublade.[50]

Die Verleger der Memoiren: Georg, Auerbach, Unflad

Malwida, in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre befasst mit den Memoiren Herzens, der Fürstin Daschkoff und Tolstois Jugenderinnerungen, erwähnte bereits im Oktober 1856 gegenüber Gottfried Kinkel ihre eigenen Memoiren.[51] Im August 1857 schrieb sie in Eastbourne an diesen Memoiren weiter.[52] Offenbar war auch der Herbstaufenthalt in Brighton 1859 recht produktiv für diese Arbeit: Malwida teilte mit, sie "schreibe Bände voll" an ihrem Buch, in dem sie "das innerste Leben ausspreche"; und wenn sie die Möglichkeit hätte, noch länger in Brighton zu bleiben, so würde sie es binnen drei oder vier Monaten vollenden können.[53] Mitte Oktober 1859 waren die Memoiren "trotz aller Unterbrechungen schon zum dicken Band herangewachsen".[54] Nach längerer Unterbrechung setzte Malwida die Arbeit an den Memoiren erst im September 1860 weiter fort, als der Florence-Roman beendet war,[55] und arbeitete dann in Paris bis zum Frühjahr 1861 weiter daran.[56]

Das Erziehungswerk an Olga Herzen, das Malwida Ende 1860 wieder aufnahm, schränkte die literarische Arbeit zwar ein, doch entstanden Anfang der sechziger Jahre eine ganze Reihe journalistische Beiträge, Reiseberichte und novellistische Skizzen[57] für die Gartenlaube und Julius Rodenbergs Deutsches Magazin.

So weit die regestierten und gedruckten Briefe Auskunft geben, schrieb Malwida erst im Juni 1866 wieder an den Memoiren.[58] Im Mai 1867 hieß es: "Hoffe diesen Sommer meine Memoiren zu beendigen."[59] Für die Verlegersuche schaltete Malwida Alexander Herzen ein. Herzen bot Malwida an, das Buch in der eigenen Firma zu drucken, und konnte im April 1868 in Paris die Verleger Edouard Dentu und Jean Baptiste Lacroix dafür interessieren, Malwidas Memoiren in Kommission zu nehmen.[60] Bei Dentu war 1860 bis 1862 die französische Übersetzung seiner Memoiren erschienen.[61]

Zuletzt entschied sich Herzen, das Buch über seinen Baseler Kommissionär Heinrich Georg zu vertreiben. Georg hatte 1854 in Basel eine Sortimentsbuchhandlung übernommen, der er 1855 einen Verlag und 1857 eine Filiale in Genf angegliedert hatte; später eröffnete er als weitere Filiale noch eine Universitätsbuchhandlung in Lyon.[62] Der Verlag war verbunden mit einem Kommissionsgeschäft für die Literatur der französischen Schweiz. Schwerpunkte des Verlagsprogramms waren die Naturwissenschaften und die Medizin, auch Geschichte und Staatswissenschaften sowie Alpinistik.[63] Georgs Verlag entwickelte sich recht schnell zum bedeutendsten wissenschaftlichen Verlag der Schweiz. Die Mehrzahl der Publikationen war französischsprachig.

Georg unterhielt einen Programmbereich Russica, der von Herzen mit Veröffentlichungen bestückt wurde. Den Druck übernahm Ludwik Czerniecki, der 1866 mit der "Imprimérie libre russe"[64] von London nach Genf übersiedelt war und dort 1868/1869 auch Herzens Zeitschrift Kolokol druckte. Die Auslieferung erfolgte ebenfalls von Genf aus. Georg nahm die Veröffentlichungen Herzens in Kommission, und Herzen nutzte Georgs weiträumiges Vertriebsnetz. Später publizierte Georg auch eine posthume zehnbändige Werkausgabe Herzens.

Malwida selber übernahm die Druckkosten für ihr Buch.[65] Anfang September 1868 teilte sie mit, die Memoiren seien im Druck begriffen und würden wohl zu Weihnachten vorliegen.[66] Sie erschienen schließlich unter dem Titel Mémoires d’une idéaliste (entre deux révolutions 1830-1848) ohne Verfasserangabe Anfang 1869 bei Heinrich Georg in Genf und Basel, gedruckt in der "Imprimérie russe de Londres" in Genf.

Das Leserecho auf die Veröffentlichung war unerwartet positiv und brachte Malwida viele neue Bekanntschaften ein, so auch die Briefbekanntschaft der Straßburger Lehrerin Marie Loeper-Housselle, die auf Bitten Malwidas einen Straßburger Buchhändler dazu brachte, 60 Exemplare der französischen Memoiren-Ausgabe in Kommission zu nehmen, da der Absatz bei Georg schleppend lief.[67]

Für die weitere Publikationsgeschichte der Memoiren war die Bekanntschaft mit Wilhelm Hemsen von größter Bedeutung. Hemsen, Freund Mörikes und Berthold Auerbachs und mit zahlreichen Persönlichkeiten des literarischen Lebens bekannt, war seit 1869 Hofbibliothekar in Stuttgart.[68] Ende 1870 schickte er der anonymen Verfasserin der Memoiren über Georg einen Leserbrief, in dem er auch von der Begeisterung König Karls I. von Württemberg über ihr Buch berichtete. Malwida antwortete ihm,[69] und er erbot sich, eine Veröffentlichung der Memoiren in deutscher Sprache zu fördern.

Durch das vielfältige Lob ermutigt, machte sich Malwida daran, die Memoiren der Emigrationsjahre bis zum Jahr 1860 fortzuschreiben. Marie Loeper-Housselle berichtete sie im Januar 1873, sie schreibe den zweiten Teil in Deutsch und wolle - falls sie einen Verleger dafür finde - auch den bereits publizierten ersten Teil auf Deutsch herausgeben.[70] Im Juni 1874 hatte Malwida die Memoiren bis zum Jahr 1857 und ihrer Freundschaft mit Mazzini fortgeführt.[71] Im Juni 1875 war die Fortsetzung der Memoiren fertig, ein "stattliches Manuskript von 966 Seiten".[72] Nachdem Malwida bereits eine Ablehnung erhalten hatte, schickte sie das Manuskript an Wilhelm Hemsen, der ihr umgehend zurückschrieb, er habe in August Auerbach einen Verleger für die Memoiren gefunden.[73]

August Auerbach, der älteste Sohn Berthold Auerbachs, hatte vier Monate zuvor in Stuttgart einen Verlag gegründet.[74] Zu seinen ersten Veröffentlichungen gehörten Übersetzungen von Büchern seines Vaters ins Englische und Übersetzungen populärer amerikanischer Geschichtsdarstellungen, deren Verlagsrechte Auerbach vermutlich auf einer vorausgehenden längeren Amerika-Reise erworben hatte, ins Deutsche. Auerbach, noch völlig neu im Geschäft, war sicherlich froh, von einem Kenner der literarischen Welt wie Hemsen ein Manuskript empfohlen zu bekommen. Malwida, die Hemsen vollkommen vertraute, freute sich, dass "das Buch aus wirklichem Wohlgefallen, aus einer Art von Gefühl für dasselbe, angenommen und verlegt werden sollte".[75] Und Hemsen tat nach beiden Seiten ein gutes Werk, indem er eine unbekannte, von ihm geschätzte Autorin und einen jungen, aufstrebenden Verleger zusammenbrachte.

Malwida begann sofort nach der Zusage mit der Übersetzung des ersten Teils der Memoiren ins Deutsche. Von ihrem jungen Verleger war sie zunächst ganz entzückt: so viel Enthusiasmus und Engagement hatte sie nicht erwartet. Hemsen und Auerbach korrigierten selbst die Druckbogen, um die Autorin damit nicht zu belasten. Im November 1875 waren der zweite und dritte Teil schon fertig gedruckt, es fehlte nur noch die Übersetzung des ersten Teils.[76] In einer dreibändigen Ausgabe und mit einer Auflage von 1000 Exemplaren erschienen die Memoiren einer Idealistin im Februar 1876 in Stuttgart.

Auch diesmal war das Echo erfreulich positiv. Malwida erhielt zahlreiche freundliche Leserzuschriften, von ihren Schwestern erfuhr sie, "in den Lesegesellschaften sei es immer ausgeliehen".[77] August Auerbach schickte ihr einen Brief seines Vaters Berthold Auerbach, in dem dieser die Memoiren als ein in höchstem Sinne bedeutendes Buch bezeichnete und als Zeitdokument in seiner "Kraft der Wahrhaftigkeit" für erstrangig erklärte. Malwida freute sich sehr darüber, denn gerade von ihm hatte sie solches Lob nicht erwartet, "und er ist doch immerhin eine anerkannte literarische Größe."[78]

August Auerbach jedenfalls muss geglaubt haben, er habe da eine hervorragende Autorin für seinen Verlag gewonnen. Im Sommer 1876 forderte er Malwida auf, ihm ihre älteren Arbeiten, Eigenes und Übersetztes, zu schicken: "es sei im voraus angenommen."[79] Malwida sandte ihm drei ihrer Novellen und einen Band Übersetzungen Herzenscher Artikel, die schon lange fertig da lagen. Darauf erhielt sie von Auerbach eine Vorauszahlung über 500 Mark mit der Bitte, auch ihre übrigen Arbeiten vorzulegen. Sie fand noch einige Erzählungen aus der Zeit in England und einen alten Roman - wohl den Florence-Roman von 1860 - "von dem ich ihm gleich selbst schrieb er tauge nichts und ich gäbe ihm Freiheit ein Autodafé damit zu machen."[80] Den Roman lehnte Auerbach ab, weil er bei weitem nicht das Niveau der Memoiren erreiche.[81] Dann hörte Malwida nichts mehr von ihm. Sie vermutete, er traue sich vielleicht nicht, auch ihre anderen Manuskripte als ungeeignet abzulehnen, und schrieb tapfer an Hemsen: "Er sollte nun aber schon wissen, dass ich wirklich nicht eitel genug bin um mich dadurch verletzt zu fühlen, dass ich ihm, im Gegentheil Dank weiß um meine litterarische Ehre so besorgt zu sein."[82]

Im Frühjahr 1877 bot sie über Hemsen eine Übersetzung des jüngst in Paris erschienenen Dramas Abélard von Charles de Remusat zur Veröffentlichung an und bat Hemsen, bei Auerbach nachzufragen, was aus der englischen Übersetzung ihrer Memoiren geworden sei, von der sie bereits im Sommer 1876 in Bayreuth erste Druckbogen erhalten hatte.[83] Offenbar hatte Malwida ihren Text selbst übersetzt, und Auerbach wollte die englische Version in seinem Verlag erscheinen lassen. Ein Jahr später war Malwida völlig darüber im Ungewissen, ob die englische Ausgabe inzwischen erschienen war, denn Auerbach reagierte überhaupt nicht mehr auf ihre Briefe.

Allmählich wurde Malwida misstrauisch. Sie trug Hemsen die Vermutung vor, Auerbach habe ihre briefliche Bemerkung, er solle mit den Manuskripten machen, was er wolle, allzu wörtlich genommen: er habe sie alle vernichtet, und es sei ihm nun unangenehm das zuzugeben.[84] Sie ärgerte sich sehr über ihre Vertrauensseligkeit und ihre Leichtgläubigkeit in geschäftlichen Dingen. Alarmiert wurde sie außerdem durch eine Äußerung von Erwin Kurz im Juni 1877, auch seine Schwester Isolde habe unangenehme Erfahrungen gemacht mit Auerbach, der ein ganz unzuverlässiger Mensch sei.[85] Im Juni 1877 verlangte sie schließlich kategorisch die sofortige Rücksendung ihrer Manuskripte von Auerbach; den Vorschuss von 500 Mark betrachte sie als Honorar für die englische Übersetzung der Memoiren und damit als erledigt.[86] Tatsächlich erhielt sie daraufhin ihre Manuskripte zurück, mit einem sehr liebenswürdigen Brief und der Auskunft, "dass nur die Rücksicht auf meinen litterarischen Namen ihn von Veröffentlichung abgehalten" habe.[87]

Bei Malwida konnte Auerbach damit allerdings nichts mehr wieder gut machen; ihr Urteil stand fest: "daß der eigennützige Verleger und der Jude, darunter steckten, ward mir klar, allein der Form war genügt."[88] Die Angelegenheit führte auch zu einer tiefen Verstimmung Hemsens, der sich von Malwida mitangeklagt sah; es bedurfte der Vermittlung Paul Heyses, das Verhältnis wieder in Ordnung zu bringen.

Bereits im Mai 1877 schöpfte Malwida Verdacht, dass Auerbach eine viel höhere Anzahl Exemplare der Memoiren gedruckt und verkauft habe als vertraglich vereinbart, denn "es scheint wirklich dass die Mémoiren seltsam viel gelesen werden."[89] Bei einem Aufenthalt in Basel im September 1877 äußerte auch Heinrich Georg ihr gegenüber, Auerbach "müsse ein colossal gutes Geschäft mit dem Buch gemacht haben; trotzdem es viel zu theuer sei."[90] Tatsächlich druckte Auerbach 1877 eine zweite, unveränderte Auflage der Memoiren. Malwida, über die Verkaufszahlen nicht informiert, hatte allerdings keine Ahnung, wie sie die Einnahmen aus dem Verkauf der Memoiren kontrollieren könne.

Im September 1879 erfuhr Malwida durch Zufall, ein Buchhändler habe auf Anfrage die Memoiren als vergriffen bezeichnet.[91] Dies hielt sie für eine Chance, die Geschäftsbeziehung zu Auerbach aufzukündigen und eine Neuauflage an einen anderen Verleger zu vergeben. Da die Memoiren aber lieferbar blieben, reifte in ihr der Verdacht zur Überzeugung, dass Auerbach sie betrog und immer wieder Exemplare nachdruckte, ohne ihr davon Mitteilung zu machen.[92] Beweisen konnte sie das nicht. Deshalb konnte sie sich auch nicht dazu entschließen, ihre Ansprüche auf dem Rechtsweg klären zu lassen.

Auerbach, der mit seinem Verlag 1879 nach Berlin übersiedelt war, teilte Malwida Ende 1881 mit, dass von den Memoiren nun 2500 Exemplare verkauft seien.[93] Er wollte eine Neuauflage veranstalten. Malwida stimmte zu, um wenigstens noch einmal in den Genuss einer Honorarzahlung zu kommen, und verfasste ein neues Vorwort zu den Memoiren.[94] Ende Januar 1882 beschwerte sie sich bei Marie Loeper-Housselle, Auerbach sei wieder nachlässig; er habe die Druckbogen immer noch nicht fertig, obwohl die Neuauflage im Februar erscheinen sollte.[95] Die dritte Auflage der Memoiren erschien 1882 in Berlin.

Die letzten Neuerscheinungen des Verlages August Auerbach stammen aus dem Jahr 1883; insgesamt brachte es der Verlag nur auf etwa vierzig Veröffentlichungen. Dann verkaufte Auerbach den Verlag an Albert Unflad. Dieser erwarb auch andere Verlage und Verlagsteile und firmierte mit seinem neuen Verlag ab September 1884 in Leipzig.[96] Bekannt wurde Unflad 1887 durch seine unlauteren verlegerischen Praktiken. Er druckte Billigausgaben von Übersetzungen Jules Vernes, deren Urheberschutzrechte abgelaufen waren, die aber im Originalverlag noch lieferbar waren. Außerdem verlegte er Arthur Mennells Plagiate der beliebten Buchholz-Romane Julius Stindes unter Ausnutzung der Tatsache, dass für diese Bücher kein Titelschutz bestand, und täuschte die Leser dabei auch noch durch Imitation der Buchausstattung.[97] Unflad verlor zwei Prozesse, gab seinen Leipziger Verlag schon 1888 auf und übernahm eine Sortimentsbuchhandlung in Zürich.

Im Jahr 1885 erschien in Leipzig im Verlag von Albert Unflad ein Nachdruck von Malwidas Memoiren. Malwida berichtete entrüstet, "daß Auerbach jetzt bei einem Leipziger Juden eine lumpig wohlfeile Ausgabe meiner Memoiren veranstaltet hat, ohne mir ein Wort zu sagen."[98] Wohlfeil war diese Ausgabe für die Leser nicht, sie kostete gebunden genauso 10 Mark wie die bei Auerbach 1882 erschienene Auflage. Wohlfeil war sie allerdings für den Verleger, denn Malwida erhielt nicht nur kein Honorar, sondern wurde nicht einmal über die Neuausgabe informiert.

Der unglückliche Verlauf der Verlagsbeziehung zu August Auerbach war sicherlich in der Person Auerbachs begründet, der sich als nicht gerade zuverlässig erwies. Malwida überforderte ihn aber auch. Ihm gelang es eben nicht, einen literarischen Verlag von Gewicht aufzubauen, mit dem sie eine langfristige und fruchtbare Bindung hätte eingehen können. Vermutlich steckte der Kleinverlag Auerbachs auch immer in finanziellen Schwierigkeiten. Vorauszusehen war das anfangs allerdings für beide Seiten nicht.

Carl Reißner: Verleger der Stimmungsbilder und des Romans Phädra

Seit Mai 1877 schrieb Malwida an einer Fortsetzung der Memoiren.[99] Diese Fortsetzung bezeichnete sie selbst zunächst als "Testament". Innerhalb eines Jahres entstanden verschiedene Kapitel in loser Folge und ohne zeitliches Kontinuum, beispielsweise im Juni 1877 in Chiavenna das Kapitel Kirchhofsgedanken,[100] im August 1877 in Bad Faulensee das Kapitel Verstandesbildung und Sittlichkeit[101] und im Januar/Februar 1878 in Rom das Kapitel Toleranz (Sorrent).[102] Einen Verleger für das neue Buch zu finden, hielt Malwida angesichts des Erfolgs der Memoiren nicht für schwierig. Auerbach wollte sie es keinesfalls mehr in die Hände geben. Über Paul Rée fragte sie bei Duncker in Berlin an, wurde allerdings durch den gut gemeinten Rat verunsichert, es würde dem neuen wie dem alten Buch eher schaden, wenn es nicht im selben Verlag erschiene.[103]


Als das Buch im September 1878 fertig war, hatte es nach Malwidas Auffassung eine ungeahnte politische Brisanz gewonnen: gerade eben wurden Bismarcks Sozialistengesetze im Reichstag verabschiedet, und Malwida meinte in ihrem Buch Ansichten zu vertreten, die diesen Gesetzen widersprachen. Gerade wegen dieser vermeintlichen Brisanz lag ihr daran, das Buch sofort zu veröffentlichen,[104] und sie nahm an, dass es zumindest Auerbach "viel zu radikal" sein und er es gar nicht nehmen würde.[105]


Auf der Suche nach einem Verleger fragte Malwida wiederum Wilhelm Hemsen um Rat: auch ihre jugendlichen Freunde Paul Rée, Heinrich von Stein und Siegfried Lipiner, den sie gerade eben in Bayreuth kennen gelernt hatte, wurden um Vermittlung gebeten.[106] Ludwig Noiré, dessen Buch über den Ursprung der Sprache 1877 bei von Zabern erschienen war, konnte seinen Mainzer Verleger offenbar nicht für Malwidas Buch interessieren.[107] Aber der Verlag Breitkopf & Härtel, dessen Autor Lipiner sich für Malwida verwendet hatte, forderte die Autorin Anfang 1879 auf, ihr Manuskript einzusenden.[108] Die Ablehnung kam recht schnell, und Malwida schilderte sie wie folgt:

"Nachdem sie es gelesen, lehnen sie es ab, indem sie mich mit einer langen Auseinandersetzung ihrer Grundsätze beehren, den langsamen Fortschritt des preussischen Staates für ihr Ideal erklären u[nd] sich gleichsam, als Beweis ihrer hohen Achtung, vor mir zu rechtfertigen suchen!! Nun, ich wusst es wohl. Dass man den Menschen einmal in Prosa, nackt u[nd] klar, die Wahrheit sagt, das vertragen sie nicht u[nd] man kommt dabei dahinter, wie wenig die Menschen auch bei dem was sie lesen, denken u[nd] verstehen. Denn dieselben Dinge die ich ihnen dort sage, kann man in schön klingenden Versen sagen u[nd] sie sind entzückt, weil sie nur die schönen Verse hören u[nd] des Pudels Kern nicht fassen. [...] Nur nicht in dürrer Prosa Unerhörtes sagen, da sieht es wie Ernst aus und ist bedenklich."[109]


Nach diesem ersten Misserfolg schickte Malwida das Manuskript an Heinrich von Stein, der Carl Reißner und Alexander Ganz für Malwidas Buch interessieren konnte. Die beiden jungen Buchhändler führten seit 1876 gemeinsam die Lengfeld'sche Buchhandlung in Köln. Ihrem Sortiment hatten sie unter der Firma Reißner & Ganz einen Verlag angegliedert, in dem bis 1878 erst einige Schulbücher und juristische Broschüren erschienen waren. Im September 1878 war Reißner mit dem Verlag nach Leipzig übersiedelt, wo er ab 1880 als Alleininhaber des Verlags firmierte.[110]

Reißner und Ganz teilten Malwida Ende Februar 1879 mit, dass sie bereit seien, das Buch zu drucken.[111] Trotz der schlechten Erfahrungen mit Auerbach zwei Jahre zuvor ließ Malwida sich auch diesmal darauf ein, ihr Buch einem jungen, völlig unbekannten Verlag anzuvertrauen. Mit der Herstellung wurde unverzüglich begonnen, Heinrich von Stein kümmerte sich um die Drucklegung, und schon Ende April lag das Buch unter dem Titel Stimmungsbilder aus dem Vermächtniss einer alten Frau gedruckt vor. Wieder blieb Malwida als Autorin anonym, die Angabe auf dem Titelblatt lautete "von der Verfasserin der Memoiren einer Idealistin". Im Herbst 1883 erschien eine zweite Auflage.

In späteren Nachrufen auf Carl Reißner wird dessen Pflichtgefühl, Bescheidenheit und Gewissenhaftigkeit besonders hervorgehoben. Offenbar war auch Malwida von der Solidität ihres neuen Verlegers überzeugt, denn als sie Ende 1884 ihren Roman Phädra fertig hatte,[112] war die Verlegersuche kein Thema für sie. Im Februar 1885 erschien das dreibändige Werk bei Carl Reißner in Leipzig.

Reißners Verlagsprogramm in den achtziger Jahren umfasste hauptsächlich erzählende Literatur, daneben auch literatur-, musik- und kunstwissenschaftliche Veröffentlichungen.[113] Von den Erfolgsautoren der Gründerzeit, die bei Reißner verlegten, sind heute allenfalls noch Ernst Wichert und Ernst Eckstein mit ihren historischen Romanen bekannt. Damals aber fanden auch die Reformationsdramen eines Wilhelm Henzen oder die Reiseberichte eines Ernst von Hesse-Wartegg ein interessiertes Lesepublikum. Der Vielschreiber Wilhelm Jensen kam mit seinen in der Nachfolge des poetischen Realismus stehenden Romanen erst in den neunziger Jahren zu Reißner. In diesem Jahrzehnt erschienen auch die Romane und Erzählungen einer Vielzahl weiblicher Autoren in Reißners Verlag.

Eine besondere Rolle spielte der Verlag als Wegbereiter für den literarischen Naturalismus. Michael Georg Conrad als einer der Initiatoren dieser Bewegung veröffentlichte schon 1881 seine Studien Französische Charakterköpfe bei Reißner. 1887 erschien Wilhelm Bölsches Essay über Die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Poesie als frühe Programmschrift einer naturalistischen Ästhetik. Im selben Jahr publizierte Reißner Conrad Albertis naturalistische Novellen Riesen und Zwerge. Und 1889 erschien mit den Prosastudien des Papa Hamlet von Arno Holz und Johannes Schlaf das bahnbrechende Werk für ein neues naturalistisches Stilprinzip. Als frühe kritische Auseinandersetzung mit dem literarischen Naturalismus kam bereits 1890 das Buch Sonnenaufgang. Die Zukunftsbahnen der Neuen Dichtungen von Alexander Lauenstein und Kurt Grottewitz bei Reißner heraus.

Die Autoren Holz und Schlaf blieben ihrem Verleger Reißner über Jahrzehnte treu; auch Wilhelm Bölsche ließ viele seiner belletristischen und populärwissenschaftlichen Werke bei Reißner erscheinen. Ein Hauptverlag der naturalistischen Avantgarde ist Reißners Verlag allerdings nicht geworden. Die von den Naturalisten angegriffene konventionelle, die historisierende Geschmackskultur der Gründerzeit bedienende Unterhaltungsliteratur dominierte in seinem Verlagsprogramm.

Im Frühjahr 1886 schrieb Malwida ein Schauspiel mit dem Titel Der Segen der heiligen Katharina.[114] Die Anregung dazu hatte Richard Wagner gegeben, der einmal in privatem Kreis aus Sismondis Buch Geschichte der italienischen Freistaaten vorgelesen und die Episode aus der Geschichte der Stadt Siena im 14. Jahrhundert als "vorzüglichen dramatischen Stoff" bezeichnet hatte.[115]

Im April 1886 schickte Malwida das Manuskript an ihren Neffen Carl von Meysenbug, der beurteilen sollte, ob das Theaterstück "ästhetisch gut und bühnengerecht"[116] sei. Der Neffe, der Malwida im Jahr zuvor durch seine konstruktive Kritik am Phädra-Roman erfreut hatte, machte einige Verbesserungsvorschläge, die Malwida beherzigte.[117] Er bemühte sich auf ihre Bitte hin offenbar auch darum, das Stück an einer deutschen Bühne unterzubringen; in diesem Zusammenhang fiel der Name Max Staegemanns, Leiter des Leipziger Stadttheaters. Der Versuch blieb ebenso erfolglos wie Malwidas Vorhaben, das Drama bei Reißner zu veröffentlichen. Im Oktober 1886 berichtete sie, dass zwei Theaterdirektoren das Stück als "unsittlich" und "unzeitgemäß" abgelehnt hätten und dass auch der Verlag es nicht drucken wolle.[118]

Da Malwida ihr Theaterstück "wirklich poetisch und hübsch" fand und besser als vieles, "was jetzt auf den deutschen Bühnen Glück macht",[119] mochte sie nicht einsehen, dass es nichts taugen sollte. Als letzter erhielt Karl Heckel in Mannheim das Manuskript im maerz 1887 zur Beurteilung mit der Bitte, es bei einem positiven Urteil über seinen Vater, der Mitglied des Mannheimer Hoftheaterkomitees war, an die dortige Bühne weiterzuvermitteln.[120] Da aber auch er das Stück für nicht aufführbar hielt,[121] resignierte Malwida und legte das Manuskript zur Seite.[122]

Warum die Verlagsbeziehung zu Carl Reißner keinen Bestand hatte, ließ sich anhand des ausgewerteten Briefbestandes nicht klären. Es gibt keinen Beleg dafür, dass Malwida mit Reißner unzufrieden gewesen wäre. Eigentlich wäre sie in seinem literarischem Verlagsprogramm recht gut aufgehoben gewesen. Und da Reißner in den neunziger Jahren auch die Konjunktur der Frauenliteratur adäquat bediente, hätte sie bei ihm vermutlich auch Erfolg haben können. Vielleicht hing die Beziehung zu Reißner an der persönlichen Verbindung über Heinrich von Stein, der schon 1887 verstarb; die erhaltenen Briefe geben darüber keinen Aufschluss.

Die Novellen bei Jakob Schabelitz: ein Alt-Achtundvierziger in Zürich

Jedenfalls bemühte Malwida sich schon Mitte der achtziger Jahre wieder um neue Verleger. Vermutlich über Karl Kautsky geriet sie an Jakob Lukas Schabelitz in Zürich.

Kautsky, der seit Januar 1883 in Stuttgart die Zeitschrift Die Neue Zeit herausgab, hatte schon früh im Jahr 1883 Kontakt zu Malwida aufgenommen und sie um einen Nachruf auf Richard Wagner für seine Zeitschrift gebeten.[123] Malwida schrieb den erbetenen Nachruf, lieferte später einen Aufsatz über den russischen Ethnologen Mikluho-Maclay und bot auch ihre novellistische Skizze Italienische Sommerfrische an.[124]

Kautsky lebte seit 1880 zeitweise in Zürich, wo er in Verbindung mit Jakob Lukas Schabelitz stand. Der Buchhändler Schabelitz[125] hatte in den Jahren 1846 bis 1848 in England gelebt und sich dort im Kreis der deutschen politischen Flüchtlinge bewegt. Seit 1852 führte er die väterliche Buchhandlung in Basel. 1864 gründete er in Zürich einen der namhaften oppositionellen Verlage im deutschen Sprachgebiet. Zum Verlagsprogramm gehörten in erster Linie politische und literarische Schriften. Auch dem Sozialismus bot Schabelitz eine verlegerische Plattform, Bücher von Engels und Bebel erschienen bei ihm. Zensurflüchtigen Autoren bot er Unterschlupf, zahlreiche seiner Veröffentlichungen waren im Deutschen Reich verboten.

Wie auch Reißner in Leipzig förderte Schabelitz in den achtziger und neunziger Jahren die junge, naturalistische und avantgardistische Literatur. Bei Schabelitz erschien die Erstausgabe von Arno Holz' Gedichtband Buch der Zeit. Zum Autorenkreis gehörten die sozialrevolutionären Lyriker Karl Henckell, Maurice Reinhold von Stern und John Henry Mackay, dessen Roman Die Anarchisten in Deutschland aufgrund des Sozialistengesetzes verboten wurde. Hermann Bahr, Otto Erich Hartleben, Frank Wedekind und Oskar Panizza publizierten bei Schabelitz. Die meisten der jungen Autoren, die Schabelitz auf den Weg gebracht hatte, wechselten später zu anderen renommierten Verlagen, so dass aus Schabelitz' Unternehmen keiner der großen literarischen Verlage geworden ist.

Im Jahr 1885 erschien bei Schabelitz ein Band mit vier Novellen Malwidas unter dem Titel Gesammelte Erzählungen von der Verfasserin der Memoiren einer Idealistin. Der Band enthielt die Novelle Zu spät, die Malwida bereits im Sommer 1876 bei Auerbach eingeliefert hatte, und die Weihnachten 1879 entstandene[126] Novelle Der heilige Michael, die ein Zeitschriftenredakteur mit dem Argument abgelehnt hatte, "daß jemand aus Liebesschmerz Mönch werde [...], das sei ein in der deutschen Literatur abgetaner Gegenstand."[127] Außerdem fanden sich in dem Band die beiden Novellen Unerfüllt und Der Pfad der Äbstissin.

Ob es Kautsky selber war, der eine Verbindung zwischen Malwida und Schabelitz herstellte, oder seine Mutter Minna Kautsky, muss offen bleiben. Minna Kautsky hatte 1882 bei Reißner ihren Roman Herrschen oder Dienen? als Beitrag zur Frauenfrage veröffentlicht, und Reißner hatte ihr zugleich mit dem ersten druckfrischen Exemplar auch die Stimmungsbilder ihrer Gesinnungsgenossin Malwida zugeschickt.[128] Anfang 1883 schrieb sie an Malwida und dedizierte ihr ihren 1881 erschienenen Roman Stefan vom Grillenhof. Im selben Jahr wie Malwidas Phädra-Roman erschien 1885 ihr Wiener Gesellschaftsroman Die Alten und die Neuen bei Reißner. Ihren nächsten Roman Victoria veröffentlichte sie 1889 in Schabelitz' Verlags-Magazin.

Ein Nachdruck des Novellenbandes erschien später unter dem Titel Unerfüllt bei Gnadenfeld & Co. in Berlin. Jacques Gnadenfeld hatte seinen Verlag im Februar 1891 gegründet.[129] Im Juni 1892 wurde er wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften gerichtlich verurteilt. Worauf sich die Verurteilung bezog, ist nicht ermittelt, doch gehörte die Übersetzung von Pierre Dufours Histoire de la prostitution chez tous les peuples du monde zu den Haupttiteln in Gnadenfelds Verlagsprogramm. Seit April 1892 firmierten der bisherige Teilhaber Sally Simon als Verlagsbesitzer und seine Frau Hermine geb. Gnadenfeld als Prokuristin. Sein Geld verdiente der Verlag hauptsächlich mit Nachdrucken älterer Belletristik, z.B. Werken von Ludwig Tieck, Adalbert Stifter, Gottfried Keller, Eduard Mörike, Otto Ludwig, Willibald Alexis und anderer, aber auch mit Übersetzungen moderner Klassiker vor allem aus dem Französischen (Balzac, Maupassant, Daudet, Zola etc.) und Russischen (Tolstoi, Tschechow, Gorki, Dostojewski). Der Verlag ist bis Mitte der 1920er Jahre nachweisbar.

Malwidas Erzählungen unter dem Titel Unerfüllt sind ohne Jahresangabe erschienen und in den zeitgenössischen Buchhandelsverzeichnissen nicht nachgewiesen; deshalb ist auch das Erscheinungsjahr nicht zu ermitteln. Schabelitz' Verlag, der die Rechte an diesem Band hatte, erlosch 1899; wahrscheinlich erschien der Nachdruck bald danach.

Ein Kinderbuch bei Theodor Hofmann in Gera

Auch mit Schabelitz kam keine längerfristige Verbindung zustande. Im Dezember 1886 suchte Malwida schon wieder einen neuen Verleger, diesmal für ihr Kinderbuch, in dem Gestalten aus Legende und Geschichte wie Buddha, Pythagoras, Franz von Assisi, Garibaldi etc. einem jugendlichen Lesepublikum als vorbildhaft dargestellt werden.[130] "Ich glaube mit demselben den Weg zu edelster sittlicher Erziehung eingeschlagen zu haben, aber natürlich nicht in der orthodoxen Form in der man in Deutschland Kinderbücher geschrieben haben will, weshalb es dort kein Verleger nimmt", schrieb sie an Jakob Mähly, den sie fragte, ob er in Basel einen geeigneten Verleger für das Buch wisse.[131]

Im August 1887 wandte sich Malwida an den Cotta-Verlag: "Der Wunsch mit einer so hoch geachteten, zuverlässigen Firma in Verbindung zu treten, lässt mich die Anfrage an Sie richten, ob Sie geneigt wären ein kleines Buch von mir in Verlag zu nehmen."[132] Um ihrer Anfrage Nachdruck zu verleihen, wies sie explizit darauf hin, dass ihre Memoiren einst in der Allgemeinen Zeitung günstig besprochen worden seien und dass das jetzige Manuskript in demselben Sinn verfasst sei, ja sogar einiges Sinngemäße aus den Memoiren enthalte. Am 1. September forderte der Verlag das Manuskript an, und Malwida ließ es durch ihre Schwester Louise "zu gütiger Durchsicht" nach Stuttgart senden.[133] Der berühmte Klassiker-Verlag erteilte dann offenbar aber doch eine Absage.

Schließlich führte Malwidas Beziehung zu Marie Loeper-Housselle dazu, dass ein Verleger für das Kinderbuch gefunden wurde. Marie Loeper-Housselle zählte zu den Führerinnen der Frauenbewegung in Deutschland.[134] Bis zu ihrer Eheschließung war sie Lehrerin gewesen, seither engagierte sie sich publizistisch für eine Verbesserung der Mädchenbildung, aber auch für die gesellschaftliche Anerkennung des Lehrerinnenberufes und für eine Qualifizierung der Lehrerinnenausbildung. 1884 begründete sie die erste Fachzeitschrift für Lehrerinnen unter dem Titel Die Lehrerin in Schule und Haus, und 1890 gehörte sie zu den Mitbegründerinnen des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnen-Vereins. Mit Malwida stand Loeper-Housselle seit 1872 in Briefkontakt.[135] Im Frühjahr 1879 lernten sich die beiden Frauen in Rom persönlich kennen. Loeper-Housselle schickte Malwida gelegentlich ihre pädagogischen Aufsätze, rezensierte auch Malwidas Stimmungsbilder, und Malwida trug zum ersten Jahrgang der Lehrerin bei.[136]

Die Zeitschrift erschien im Verlag von Theodor Hofmann in Gera. Hofmann hatte 1879 in Berlin einen populärwissenschaftlichen Verlag gegründet und diesen durch Ankauf anderwärtiger Verlagsproduktionen aufgebaut. 1886 war er mit der Firma nach Gera umgezogen und führte sein Unternehmen seither als pädagogischen Fachverlag und als Schulbuchverlag. Ein Nachruf im Leipziger Tageblatt zählte Hofmanns Verlag 1898 "auf pädagogischem Gebiete mit zu den bedeutendsten Deutschlands."[137] Bald nach seiner Übersiedlung nach Gera gründete Hofmann die freisinnige Thüringer Volkszeitung, die indes bald einging.

Marie Loeper-Housselle, die eng mit Hofmann Ehefrau Marie befreundet war, übersiedelte nach dem Tod ihres Mannes 1888 ebenfalls nach Gera. Malwida bat sie im November 1888, bei Hofmann anzufragen, ob er ihr Kinderbuch in Verlag nehmen würde: "Ich würde mich so freuen endlich einmal einen zuverlässigen und frei denkenden Verleger zu finden denn ich habe bis jetzt schlimme Erfahrungen gemacht."[138] Malwida glaubte wirklich, "dass nur ein freisinniger Verleger es nehmen wird, einer der einen höheren Begriff hat von dem was man der Jugend bieten darf als die gewöhnlichen frömmelnd moralischen u[nd] oft so banalen Jugendschriften."[139]

Auf Hofmann traf das zu. Er erklärte sich bereit, das Buch zu verlegen. Als Titel schlug Malwida Idealisten aus Legende und Geschichte vor,[140] Hofmann wählte den Titel Erzählungen aus der Legende und Geschichte für die reifere Jugend. Da in der Reihe der vorgestellten Figuren noch ein Vertreter Deutschlands fehlte, lieferte Malwida im Frühjahr 1889 ein Kapitel über Ulrich von Hutten nach.[141] Das Erscheinen des Buches verzögerte sich, doch im November 1889 lag es fertig gedruckt vor. Ein Honorar erhielt Malwida nicht, daraufhin hatte sie von vornherein verzichtet; lediglich eine Gewinnbeteiligung behielt sie sich vor für den Fall, dass sich das Buch über Erwarten gut verkaufe.[142] Das war aber wohl nicht der Fall.

Nach Hofmanns Tod ging der Verlag 1901 an B. G. Teubner in Leipzig über. Dort waren die Erzählungen noch 1917 im Programm.[143]

Schon wieder schlechte Erfahrungen, diesmal in Wien

"Ich habe nachher auch etwas Anderes, Größeres und wie ich glaube wirklich Werthvolles was ich Ihren Freunden vorlegen möchte",[144] schrieb Malwida im Dezember 1888 an Marie Loeper-Housselle, als sie diese bat, das Manuskript ihres Kinderbuches an Hofmann zu vermitteln.

Gemeint war ihr idealistischer Roman Die Improvisatrice, den Malwida im April 1888 in Rom beendet hatte. Über seine Unzeitgemäßheit war sie sich völlig im Klaren, gegenüber Alexander von Warsberg äußerte sie, dass "die Realisten Ach und Wehe schreien würden, wenn er ans Licht der Welt käme. Es ist in gewisser Weise ein Unglück, seine Zeit überlebt zu haben, man versteht sich nicht mehr mit der jungen Generation."[145] Da der Empfänger dieser Zeilen neugierig war auf den Text, schickte sie ihm das Manuskript und erhielt – verbunden mit zahlreichen Verbesserungsvorschlägen – ein ausgesprochen positives Urteil.[146] Den Vorschlag, den Roman Himmlische und irdische Liebe zu betiteln, lehnte sie allerdings ab mit dem Hinweis darauf, dass eine 1885 veröffentlichte Novelle von Paul Heyse diesen Titel trage.[147]

Nach dem Tod von Warsbergs im Frühjahr 1889 schrieb Malwida ihre Erinnerungen an Warsberg auf.[148] Ursprünglich hatte sie vor, das Manuskript von Warsbergs Verlag Carl Gerold's Sohn in Wien anzubieten, doch hatte der Verleger Hermann Manz bereits eine andere biographische Arbeit über von Warsberg angenommen und lehnte ab.[149] Daraufhin entschloss sich Malwida, die Warsberg-Erinnerungen zusammen mit dem Roman, der von Warsberg so gut gefallen hatte, in Buchform zu veröffentlichen, "da auf diese Weise es ein bleibenderes Andenken würde als in einer Zeitschrift, die man einmal liest und dann wegwirft."[150] Rudolf von Hoyos und Karl Lanckoronski, Freunde von Warsbergs, boten ihr an, das Buch im Selbstverlag zu publizieren, doch aus diesem Plan wurde nichts.

Im November 1890 fragte Malwida beim Cotta-Verlag an, ob Interesse an ihrer Arbeit bestehe. Sie verwies darauf, dass von Warsberg ein langjähriger und geschätzter Mitarbeiter der Allgemeinen Zeitung gewesen sei, weshalb alles, "was ihn betrifft, wohl vorzüglich für Ihren Verlag geeignet wäre."[151] Offenbar zeigte der Cotta-Verlag auch diesmal kein Interesse. So blieben die Manuskripte wieder jahrelang liegen. Über ihr weiteres Schicksal erfahren wir hauptsächlich aus den Briefen Malwidas an Marie Herzfeld.[152]

Im Juni 1893 veröffentlichte Malwida im Morgenblatt der Neuen Freien Presse in Wien einen längeren Artikel über Nietzsche, der "seine Erscheinung in das rechte Licht setzen"[153] sollte. Im September schob sie noch einen weiteren Nietzsche-Artikel nach. Die Artikel machten Malwida in Wien bekannt und trugen ihr verschiedene Anfragen von Redakteuren österreichischer Zeitschriften ein. Malwida war dankbar für das Interesse, sie sah "mit Vergnügen, dass in Östreich noch etwas mehr Idealismus zu herrschen scheint als jetzt in dem Gottverlassenen Deutschland."[154]

Die Kontakte zu Wiener Redakteuren und Verlegern entwickelten sich allerdings recht unerfreulich. Nicht nur wurde Malwidas erster Nietzsche-Artikel von der Redaktion der Neuen Freien Presse bis zum Substanzverlust gekürzt.[155] Nachdem Edmund Wengraf ihren Aufsatz Römische Weihnachten im Januar 1894 in der Neuen Revue – Wiener Literatur-Zeitung publiziert hatte, wusste sie bis Juni des Jahres nicht, dass der Beitrag erschienen war; der Redakteur hatte ihr darüber keine Nachricht zukommen lassen.[156]

Das Manuskript der Erinnerungen an Warsberg schickte Malwida auf Anfrage 1893 an Marcell von Frydmann-Prawy, vermutlich zur Veröffentlichung in dem von diesem herausgegebenen Fremden-Blatt. Da sie nie eine Antwort auf ihre Einsendung erhielt, bat sie Marie Herzfeld, sich um die Sache zu kümmern, was auch geschah.[157] Aber das Manuskript wurde weder gedruckt noch zurückgesandt, und viel später erst erfuhr Malwida, dass es verlorengegangen sei.[158]

Infolge des großen Interesses, das Malwida in Wien mit den Nietzsche-Artikeln erregt hatte, wurde sie von der Literarischen Gesellschaft in Wien aufgefordert, Manuskripte zur Veröffentlichung einzuschicken. Anfang November 1893 sandte sie ihren Roman Tagebuch einer Königin an Fritz Lemmermayer, den Sekretär der Literarischen Gesellschaft.[159] Dieser gab ihr das Manuskript im August 1894 zurück, bat sie aber zugleich, es gratis Hugo Astl-Leonhard zu überlassen, der ab Januar 1895 die Redaktion des Wiener Familienblattes Im trauten Heim übernahm und "dieses aus ziemlicher Trivialität zu einer bedeutenden revue zu erheben die Absicht hätte."[160] Malwida entsprach dieser Bitte in der Hoffnung, an der Entwicklung der Zeitschrift zu einem "Organ höherer, idealistischer Ziele" federführend mitwirken zu können. Doch daran hatten die jungen Redakteure offenbar kein Interesse, Malwidas Vertrauensvorschuss wurde jedenfalls nicht honoriert.

Auch das Manuskript der Improvisatrice ging an die Wiener Literarische Gesellschaft und sollte – allerdings erst in einem Novellenband des Jahres 1896 – gedruckt werden.[161] Nachdem Malwida fast zwei Jahre lang nichts mehr davon gehört hatte, ließ sie Mitte 1896 durch Marie von Bülow nachfragen und erhielt über diese die Nachricht, das Manuskript werde baldmöglichst zum Druck befördert.[162] Sie hakte selber nach, wandte sich an Alfred von Berger als für die Verlagsangelegenheiten zuständiges Mitglied der Literarischen Gesellschaft und blieb wieder monatelang ohne Antwort.[163] Auch der Weg über Gustav von Warsberg, der den Präsidenten der Gesellschaft, Karl von Lützow einschaltete, hatte keinen Erfolg.[164] Dies alles nährte in Malwida den Verdacht, "dass der Eine oder Andere etwas aus dem M[anu]­s[kript] oder gar das Ganze gestohlen hätte."[165] Da sie lange Zeit Im trauten Heim nicht mehr erhalten hatte, vermutete sie, der Roman sei von Lemmermayer ohne ihr Einverständnis in der Zeitschrift abgedruckt worden, denn er hatte einmal danach gefragt.[166]

Zuletzt wurde die Sache damit beendet, dass Malwida ein offizielles Entschuldigungsschreiben und ein Ehrenhonorar erhielt.[167] Dem Verlust des Manuskripts trauerte sie noch lange nach, denn im Vertrauen darauf, dass der Roman bald gedruckt würde, hatte sie das Originalmanuskript vernichtet.[168] Berta Schleicher teilt allerdings mit, dass sich das Manuskript wenige Monate vor Malwidas Tod doch noch wiederfand. Malwida arbeitete noch bis ganz zum Schluss an der Vervollkommnung der Novelle.[169]

Endlich der Hausverlag: Schuster & Löffler in Berlin

In ihrem 80. Lebensjahr betätigte sich Malwida noch einmal auf dem bisher erfolgreichsten Gebiet ihres literarischen Schaffens, dem autobiographischen. Sie sammelte Material zu einem Buch über ihr "Gedankenleben in der Zeit nach den Memoiren bis jetzt, ohne alles Persönliche."[170] Unter anderem schrieb sie an Paul Rée mit der Bitte, ihr zu diesem Zweck ihre früheren Briefe wieder zugänglich zu machen. Sie erhielt daraufhin zwei Päckchen mit einer großen Anzahl Briefen von ihm, die sie für ihr letztes Werk benutzte.[171] Was ihr gedanklich wertvoll erschien, zitierte sie mehr oder minder wörtlich in ihrem später Lebensabend einer Idealistin genannten Werk; den Rest vernichtete sie, obwohl sie Rée die Rückgabe der Briefe versprochen hatte.

Seit August 1897 ist in Malwidas Briefen von intensiver Arbeit am Manuskript die Rede.[172] Die Arbeit wurde durch Krankheit häufig unterbrochen. "Aber der Stoff wächst und wächst und will nicht enden", klagte Malwida Anfang Juli 1898 gegen­über Marie Herzfeld.[173] Noch im selben Monat schickte sie den größten Teil des Manuskripts nach Berlin.[174] Im August schrieb sie auf Ischia das Schlusskapitel Mein Lebewohl an die Welt und korrigierte bereits die Druckbogen. Am 22. August war die Arbeit an ihrem neuen Buch beendet.[175]

Der Lebensabend einer Idealistin erschien zum Jahresende 1898 bei Schuster & Löffler in Berlin. Den Kontakt zu diesem jungen Verlag hatte Marie Herzfeld hergestellt, deren Essays über skandinavische Literatur 1898 bei Schuster & Löffler erschienen. Schon in einem Brief vom Februar 1898 berichtete Malwida der Briefpartnerin, Ludwig Löffler habe ihr einen sehr freundlichen Brief geschrieben, in dem er ihr seine Sympathie bezeuge; gleichzeitig erkundigte sie sich, ob Herzfeld mit ihm auch als Verleger zufrieden sei.[176]

Richard Schuster und Ludwig Löffler gründeten im November 1895 einen Verlag in Berlin.[177] Sie erwarben zunächst die Schriften Detlev von Liliencrons aus dem Verlag von Wilhelm Friedrich in Leipzig und veröffentlichten als erstes seinen Roman und seine Haidegänger-Gedichte. Breide Hummelsbüttel, die Sommerschlacht Liliencron blieb mit seiner hohen Popularität über mehr als zwei Jahrzehnte Hauptautor des Verlages. Der Ankauf des Verlages Dr. E. Albert & Co. in München führte Schuster & Löffler vierzig weitere Autoren zu, mit ihnen kamen 1896 auch Richard Dehmel, Otto Julius Bierbaum und Anna Croissant-Rust zu Schuster & Löffler.

In den ersten Jahren war Schuster & Löffler in erster Linie ein literarischer Verlag, in dem eine Vielzahl junger Autoren debütierte, dem sich aber auch etablierte Autoren anschlossen. Das gesamte Spektrum der Literatur der Jahrhundertwende vom späten Naturalismus eines Bruno Wille über die impressionistischen Gedichte Liliencrons und Gustav Falkes, die neuromantischen Gedichtbände eines Hans Bethge und die realistischen Heimaterzählungen des Österreichers Jakob Julius David bis zu den frühexpressionistischen Dramen Alfred Momberts war vertreten. Der Kreis um Liliencron, Dehmel, Bierbaum und die Brüder Hart vermittelte dem Verlag auch junge Talente und sorgte für eine Gesamtausgabe der Werke des 1904 verstorbenen Peter Hille bei Schuster & Löffler.

Bei Schuster & Löffler erschienen 1897/1898 die Erstlingswerke von Christian Morgenstern, 1899/1900 die ersten Gedichtveröffentlichungen von Rudolf Alexander Schröder und 1901 neben dem ersten Lyrikband von Margarete Susman auch die frühesten neuromantisch-impressionistischen Gedichte von Stefan Zweig. Auch zahlreiche fremdsprachige Gegenwartsautoren wurden verlegt. Sehr rasch entwickelte sich Schuster & Löffler zu einem angesehenen Literaturverlag. Unter Malwidas Verlagen war Schuster & Löffler zweifellos der bedeutendste, und es war ein besonderer Glücksfall für Malwida, dass die beiden jungen Verleger so ernsthaft und erfolgreich die Popularisierung ihrer Schriften betrieben.

Neben Belletristik verlegten Schuster & Löffler auch literaturwissenschaftliche Essays und Studien, vor allem zur deutschen, aber auch zur skandinavischen oder finnischen Gegenwartsliteratur. In den Jahren 1904/05 erschienen 45 später häufig wiederaufgelegte Dichterbiographien aus der Feder beispielsweise von Paul Scheerbart, Heinrich und Julius Hart, Johannes Schlaf, Friedrich Lienhard, Paul Ernst, Hugo von Hofmannsthal, Ricarda Huch, Hermann Hesse und Stefan Zweig.

Nach dem Ausscheiden Ludwig Löfflers aus dem Verlag 1901 gründete Richard Schuster ein neues Programmsegment Musik, auf das sich das Hauptgewicht der Verlagsproduktion in den nächsten Jahren verlagerte. Die Halbmonatsschrift Die Musik wurde zu einer der führenden musikwissenschaftlichen Zeitschriften, daneben erschienen gewichtige Komponistenmonographien. Schwerpunkte waren die Beethoven- und die Wagner-Forschung, bei Schuster & Löffler erschienen die Briefeditionen der beiden Komponisten.

Im Programmsegment Gegenwartsliteratur kamen nach 1906 nur noch wenige neue Autoren hinzu, beispielsweise der Satiriker Alexander Roda-Roda, Walther von Molo mit seinen historisch-biographischen Romanen und Waldemar Bonsels, dessen Biene Maja später als meistverkauftes Werk des Verlages eine 400. Auflage erlebte. Viele wichtige Autoren wanderten zu anderen literarischen Verlagen ab: Bierbaum und Croissant-Rust zu Georg Müller in München, Dehmel zu Samuel Fischer, Morgenstern zu Bruno Cassirer in Berlin.

Noch während der Arbeit an ihrem "Vermächtniß des Innenlebens meiner letzten Jahre"[178] erhielt Malwida im Juli 1898, ganz unerwartet und innerhalb von acht Tagen, drei Angebote von Verlegern für einen Neudruck ihrer Memoiren. "Es ist ein sicheres Zeichen, dass das Buch nach 20 Jahren, wieder ein neues Interesse erregt u[nd] dass die Nachfrage sehr gross ist [...] dass demnach der Idealismus wieder erwacht ist und siegend über der materialistischen Welt aufersteht", schrieb sie an Alice Hallgarten, und das erschien ihr zugleich wie "eine frohe Verheißung ewiger Dauer".[179]

Bereits im April 1898 hatte Malwida sich an August Auerbach gewandt, ihn darauf hingewiesen, dass das Buch längst vergriffen, die Nachfrage danach aber beträchtlich sei, und ihn aufgefordert, innerhalb einer Frist von vierzehn Tagen zu erklären, ob er willens sei, jetzt eine Neuauflage der Memoiren zu veranstalten. Im Fall der Nichtbeantwortung ihres Schreibens betrachte sie den alten Verlagskontrakt als aufgelöst.[180] Das nach Berlin adressierte Schreiben kam im August 1898 zurück mit dem Vermerk, Auerbach sei in Berlin polizeilich nicht gemeldet und seine Adresse über das Berliner Einwohnermeldeamt nicht zu ermitteln.

Ob Malwida jemals erfahren hat, dass Auerbach den Verlag schon 1884 verkauft und sein Rechtsnachfolger Unflad seinen Verlag 1888 liquidiert hatte, ist unbekannt. Sie handelte jedenfalls sofort und verabredete noch während der Drucklegung des Lebensabends mit Schuster & Löffler eine Neuausgabe der Memoiren.[181] Ende 1898 sah sie die Memoiren für den Neudruck durch[182] und legte dabei die in den vorausgehenden Ausgaben ungenannten Namen von beschriebenen Personen offen. Im Februar 1899 lagen ihr schon die Druckbogen vor.[183] Die vierte Auflage der Memoiren erschien im Frühjahr 1899 bei Schuster & Löffler.

Der junge Verlag sorgte innerhalb der nächsten zwanzig Jahre für eine nie da gewesene Malwida-Konjunktur. Erstmals gelang es Malwida, aus der Veröffentlichung ihrer Bücher nennenswerte Einnahmen zu erzielen.[184] Der Lebensabend erschien noch 1899 in einer zweiten Auflage; es folgte eine dritte und 1903 eine vierte, für die Malwida – als letzte Arbeit vor ihrem Tod – noch einen Nachtrag Noch ein Lebewohl verfasste.[185] Bis 1906 erschienen sieben Auflagen, denen 1910 noch eine verbilligte Volksausgabe folgte.

Auch von den Memoiren veranstalteten Schuster & Löffler insgesamt sieben Neuauflagen bis 1906 und 1907 eine preiswertere, einbändige Volksausgabe. Gabriel Monod sorgte noch zu Malwidas Lebzeiten für eine Übersetzung ins Französische, die 1900 bei Fischbacher in Paris erschien. Die rührigen deutschen Verleger vermittelten eine Übersetzung ins Englische,[186] und gleichzeitig wurde eine Übersetzung ins Italienische vorbereitet. 1917 fügten Schuster & Löffler die beiden Memoirenwerke zu einem zweibändigen Werk zusammen und veranstalteten davon bis 1922 noch einmal fünf Auflagen.

Nachdem Schuster & Löffler 1900 auch die Stimmungsbilder neu aufgelegt hatten, drangen sie darauf, dass Malwida ihre wichtigsten älteren, zerstreut publizierten Aufsätze zu einem Buch zusammenstellte, vor allem ihre Nietzsche-Artikel aus der Neuen Freien Presse.[187] Im November 1901 erschien der Band unter dem Titel Individualitäten.

Nach Malwidas Tod kümmerte sich Gabriel Monod um weitere Veröffentlichungen. Im Gefolge der Neuedition der Memoiren- und Essay-Werke wagten Schuster & Löffler, auch Malwidas Romane und Novellen zu publizieren. 1905 erschienen die Reise nach Ostende von 1850 und der Roman Die Improvisatrice von 1888 unter dem einst von Alexander von Warsberg vorgeschlagenen Titel Himmlische und irdische Liebe. Letzteren hatte Malwida nach dem Wiederauftauchen des Manuskripts noch bis zum Januar 1903 weiter bearbeitet.[188] 1907 gab es eine Neuausgabe des 1885 bei Reißner verlegten Phädra-Romans und der 1885 bei Schabelitz verlegten Erzählungen unter dem Titel Der heilige Michael. Auch Berta Schleichers Malwida-Biographie zum hundertsten Geburtstag 1916 nahmen Schuster & Löffler in ihr Verlagsprogramm, dazu 1920 einen von Berta Schleicher herausgegebenen Band mit ausgewählten Briefen.

Die Vermarktungs- und Erfolgsstrategie von Schuster & Löffler für ihre Autorin Malwida von Meysenbug bezog sich ganz eindeutig auf das Verkaufsargument "Frauenliteratur". In einem 1902 erschienenen Nachtrag zu ihrem Verlagskatalog führten sie Malwidas Memoiren, den Lebensabend und die Individualitäten auf und fügten jeweils das Zitat aus einer Rezension hinzu. Für die Memoiren wurde aus der Deutschen Frauen-Zeitung zitiert, die das Buch als eine besondere "Gabe für die Jugend, für das werdende weibliche Geschlecht" empfahl.[189] Und für die Individualitäten wurde zitiert aus der Ostpreußischen Zeitung, die darin ein neues Zeugnis für Malwidas "unermüdliches Kämpfen für die Stellung der Frau" erblickte und resümierte: "So ist das Werk so recht ein Frauenbuch, dessen erzieherischer Wert von unabsehbarer [gesperrt] Bedeutung ist."[190]

Dass Schuster & Löffler Malwidas Werke in erster Linie unter dem Etikett "Moderne Frauenliteratur" verkauften, zeigen auch die in Malwidas ab 1905 veröffentlichten Büchern mitgedruckten Verlagsanzeigen. Angezeigt wurden die Werke von Elisabeth Dauthendey, Thekla Lingen, Anna Croissant-Rust, Alberta von Puttkamer, Johanna Wolff und Hennie Raché, die Romane von Sophie Hoechstetter, Dora Hohlfeld, Betty Winter und Meta Schoepp, die Novellen von Ricarda Huch und Adine Gemberg und die Gedichtbände von Irene Forbes-Mosse, Miriam Eck und Julia Virginia Scheuermann. Alle diese Autorinnen waren seit 1898 ins literarische Programm von Schuster & Löffler aufgenommen worden.

Frauenliteratur als neue und eigenständige "Warengruppe" nahm auf dem literarischen Markt um die Jahrhundertwende einen breiten Raum ein. Schon Sophie Pataky stellte 1898 fest, seit den siebziger Jahren wachse "der Anteil der Frau an der litterarischen Produktion sehr erheblich, um in den 90er Jahren, insbesonders 1895-97, einen Stand einzunehmen, der, unter Berücksichtigung aller Verhältnisse zwischen Mann und Frau, wohl der schreibenden Frau ein sehr günstiges Zeugnis ausstellt und sie zu grossen Hoffnungen für ihre soziale Stellung in der Zukunft berechtigt."[191]

Im Mai 1922 wurde Schuster & Löffler von der Deutschen Verlagsanstalt übernommen; diese verkaufte das musikwissenschaftliche Programm an den Verlag Max Hesse und behielt nur das literarische Programm bei. Richard Schuster trat in den Vorstand der Deutschen Verlagsanstalt ein. Die seit 1917 angekündigte Werkausgabe[192] Malwida von Meysenbugs, herausgegeben von Berta Schleicher, erschien in fünf Bänden 1922 bereits bei der Deutschen Verlagsanstalt. Bis 1927 veröffentlichte die Deutsche Verlagsanstalt außerdem noch weitere Auflagen des aus Memoiren und Lebensabend vereinigten Memoiren-Werks.

Resumee

Und wie erscheinen nun unter dem Zeichen des späten verlegerischen Erfolgs Malwidas Verlagsbeziehungen?

Vor den Hochzeiten der Frauenliteratur hatte Malwida es offenbar sehr schwer, wahrgenommen zu werden. Campe hatte im Jahrzehnt um 1850 überhaupt nur zwei weibliche Autoren im Programm – Schuster & Löffler machten fünfzig Jahre später aus der Frauenliteratur einen eigenen Programmbereich. Von der dazwischenliegenden Entwicklung war auch Malwida betroffen.

Sie selbst wünschte sich immer einen zuverlässigen und idealistisch gesinnten Verleger – einen, der sie aus ideellen Gründen förderte und nicht aus finanziellem Kalkül. Dafür war sie auch bereit, auf Einnahmen zu verzichten. Weder waren ihre Bücher aus kommerziellem Interesse geschrieben noch eigneten sie sich besonders für eine kommerzielle Verwertung. Es ist ihr aber nicht unbedingt gelungen, verlegerisches Kalkül und literarisches Qualitätsurteil auseinander zu halten.

Weil ihr vor allem daran lag, ihre Bücher in einem geeigneten geistigen Umfeld zu platzieren, spannte sie bei der Verlegersuche immer wieder befreundete und geistesverwandte Schrift­steller als Mittelsleute ein, gelegentlich mit Erfolg: Wilhelm Hemsen vermittelte sie an Auerbach, Heinrich von Stein an Reißner, Marie Loeper-Housselle an Hofmann und Marie Herzfeld an Schuster & Löffler.

Interessanterweise vertraute sie auch in Verlagsangelegenheiten immer wieder auf junge Leute. Das war einerseits eine Notwendigkeit, weil sie in den arrivierten literarischen Verlagen nicht unterkam, es entsprach aber andererseits durchaus ihrem sonstigen Verhalten. Als sie August Auerbach ihre Memoiren anvertraute, war dieser gerade 27 Jahre alt und hatte soeben erst einen Verlag begründet. Carl Reißners Verlag war gerade ein halbes Jahr alt, als der Neunundzwanzigjährige den Druck der Stimmungsbilder übernahm. Und Richard Schuster und Ludwig Löffler waren auch noch keine dreißig Jahre alt, als sie die Autorin Malwida von Meysenbug in ihren jungen Verlag holten.

Dass das manchmal schief ging, weil die Tüchtigkeit des Jungverlegers vorab nicht richtig einzuschätzen war, ist nicht Malwida anzulasten. Ihr Vertrauen in junge Verleger zeugt ja auch von ihrem Vertrauen darauf, dass sie der Jugend noch etwas zu sagen habe, und ist insofern ein sympathischer Zug.

Endnoten

[1] M.v.M. an Alexander von Warsberg, 29.8.1887. GSA Weimar 116/217. Ich verdanke das Zitat Hannelore Teuchert.

[2] Folgende Abkürzungen für Institutionen werden in der Folge verwendet:
BBAdW Berlin = Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin
BL London = British Library London
BSB München = Bayerische Staatsbibliothek München
DLA Marbach = Schiller-Nationalmuseum / Deutsches Literaturarchiv Marbach am Neckar
GSA Weimar = Goethe- und Schiller-Archiv Weimar
IISG Amsterdam = Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis Amsterdam
LLA Detmold = Lippische Landesbibliothek Detmold, Lippisches Literaturarchiv
RWG Bayreuth = Richard-Wagner-Gedenkstätte Bayreuth
RWM Tribschen = Richard Wagner Museum auf Tribschen bei Luzern
StA Detmold = Nordrhein-Westfälisches Staatsarchiv Detmold.

[3] Aufruf. In: Zeitung für Norddeutschland Nr.294 vom 23.10.1849. Abgedruckt in: Mitteilungen aus der lippischen Geschichte und Landeskunde 23 (1954), S.209f.

[4] M.v.M. an Johanna Kinkel, 16.10.[18]49. In: Malwida von Meysenbug, Briefe an Johanna und Gottfried Kinkel 1849-1885. Hrsg. von Stefania Rossi. Bonn 1982 [zit. Rossi], S.19ff.

[5] M.v.M. an Gottfried Kinkel, [4.2.1850]. Rossi S.31f. und S.33.

[6] M.v.M. an Johanna Kinkel, 28.3.[1850]. Rossi S.36.

[7] M.v.M. an Johanna Kinkel, 16.4.[1850]. Rossi S.37.

[8] Zu Kolatschek vgl. Deutsches Biographisches Archiv I 689, 148-157; Heinrich Best und Wilhelm Weege, Biographisches Handbuch der Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49. Düsseldorf 1996, S.209. Zur Zeitschrift: Alfred Estermann, Die deutschen Literatur-Zeitschriften 1815-1850. Bibliographien, Programme, Autoren. Bd.8, Nendeln 1978, S.516; Sybille Obenaus, Literarische und politische Zeitschriften 1848-1880. Stuttgart 1987, S.43.

[9] Malv. v. Meysebug [sic], Eine Kunst-Trilogie. In: Deutsche Monatsschrift für Politik, Wissenschaft, Kunst und Leben 1 (1850), H.11, S.241-244. Abgedruckt in: Mitteilungen aus der lippischen Geschichte und Landeskunde 23 (1954), S.204-207.

[10] M.v.M. an Johanna Kinkel, 3.1.[18]51. Rossi S.57.

[11] Johanna Kinkel an Kathinka Zitz, 24.9.1850. In: Bonner Geschichtsblätter 12 (1958), S.25f.

[12] Malwida v. Meysenbug, Ein Frauenschwur. In: Sonntags-Blätter zur Förderung allseitiger Aufklärung und wahrer Religiosität. Beiblatt zum Mainzer Tageblatt Nr.1 vom 22.9.1850. Abgebildet in: Lippe 1848. Von der demokratischen Manier eine Bittschrift zu überreichen. Hrsg. von Harald Pilzer und Annegret Tegtmeier-Breit. Detmold 1998, S.282. Abgedruckt in: Jahrbuch der Malwida von Meysenbug-Gesellschaft 6 (1998), S.197ff.

[13] M.v.M. an Kathinka Zitz, 17.11.[1850]. Stadtarchiv Mainz, Nachlass Kathinka Zitz.

[14] M.v.M. an Kathinka Zitz, 8.3.[1851]. Stadtarchiv Mainz, Nachlass Kathinka Zitz.

[15] Zu Campe vgl. v.a.: Edda Ziegler, Julius Campe. Der Verleger Heinrich Heines. Hamburg 1976, S.67-97; Gert Ueding, Hoffmann und Campe. Ein deutscher Verlag. Hamburg 1981, S.251-451.

[16] M.v.M. an die Mutter, 16.[7.1850]. Abschrift LLA Detmold Slg.12 Nr.961 Bl.27. Gekürzt abgedruckt in: Deutsche Revue 30 (1905), H.4, S.232.

[17] M.v.M. an Johanna Kinkel, 13.9.[1850]. Rossi S.49.

[18] Hoffmann und Campe. Bibliographie 1781-1981. Zusammengestellt und mit einem Vorwort von Bernd Steinbrink. Hamburg 1983.

[19] Zur Quellenlage des Verlages vgl. Ziegler (wie Anm. 15), S.9ff. Es sind weder im Campe-Nachlass des Heinrich-Heine-Instituts Düsseldorf noch in der Campe-Sammlung der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg oder im Archiv des Verlages Hoffmann & Campe für Malwida von Meysenbug relevante Unterlagen vorhanden.

[20] M.v.M. an die Mutter, 23.7.1850. Abschrift LLA Detmold Slg.12 Nr.961 Bl.28. Gekürzt abgedruckt in: Deutsche Revue 30 (1905), H.4, S.233. An welchen Literaten Campe dachte, muss offen bleiben. Sofern es sich um einen seiner eigenen Autoren handelte, kämen Rudolf Gottschall, Adolf Glassbrenner oder Adolf Strodtmann in Betracht. Rudolf Gottschall hatte 1845 eine Liaison mit Louise Aston und lebte seit 1849 in Hamburg, wo auch Glassbrenner nach seiner Ausweisung aus Berlin 1850 unterkam. Mit Adolf Strodtmann, einem Freund der Kinkels, war Malwida persönlich bekannt.

[21] M.v.M. an Johanna Kinkel, 15.11.[1850]. Rossi S.53.

[22] M.v.M. an die Mutter, 28.12.[1850]. Abschrift LLA Detmold Slg.12 Nr.961 Bl.45.

[23] Vgl. auch Malwida von Meysenbug, Memoiren einer Idealistin. In: Gesammelte Werke. Hrsg. von Berta Schleicher. Stuttgart u.a. 1922 [zit. GW]. Bd.2, S.5f.

[24] Vgl. hierzu auch: Alexander Herzen an M.v.M., 29.9.1856. In: А. И. Герцен: Полное Собрание Сочинений и Писем. Hrsg. von M. K. Lemke [zit. Lemke]. Bd.8, Petersburg 1919, S.388 Nr.899bis; dass., 19.9.1858. Lemke Bd.9, Petersburg 1919, S.338f. Nr.1114.

[25] Zu Campes Verbindung mit Herzen vgl. Ueding (wie Anm. 15), S.444; Carl Brinitzer, Das streitbare Leben des Verlegers Julius Campe. Hamburg 1962, S.283f.

[26] Vgl. Alexander Herzen an M.v.M., 29.9.1856. Lemke Bd.8, Petersburg 1919, S.341f. Nr.874; Helmut Schneider, Alexander I. Herzen und Malwida von Meysenbug. Diss. Marburg 1950. Die mehrfach zitierte Arbeit von Kübart (H. Kübart, Malwida von Meysenbug als Übersetzerin Herzens. Diss. masch. Berlin (Ost) 1956) ist in deutschen Bibliotheken nicht nachweisbar:.

[27] Vgl. Alexander Herzen an M.v.M., 26.4.1858. Lemke Bd.9, Petersburg 1919, S.226 Nr.1048.

[28] Vgl. M.v.M. an Gottfried Kinkel, 1.10.1856. Rossi S.109; M.v.M. an die Mutter, undatiert, und dass., 2.3.[1857]. Abschrift LLA Detmold Slg.12 Nr.961 Bl.151 und Bl.190; GW Bd.2 S.16.

[29] Vgl. zu den Memoiren der Fürstin Daschkoff: Alexander Herzen an M.v.M., 31.8.[1856]. Lemke Bd.8, Petersburg 1919, S.328f. Nr.867; dass., 8.9.[1856]. Ebd. S.330 Nr.868; zu Die Fischer: Alexander Herzen an M.v.M., 1.12.[1856]. Ebd. S.359 Nr.884; dass., 4.12.[1856]. Ebd. S.361 Nr.885.

[30] Vgl. Alexander Herzen an M.v.M., o.D. Lemke Bd.9, Petersburg 1919, S.227 Nr.1049. Vgl. auch GW Bd.2 S.115f.

[31] Russian Literature and Alexander Pushkin. In: The National Review. Oktober 1858, S.361-382 (anonym).

[32] M.v.M. an Gottfried Kinkel, 1.10.1856. Rossi S.109.

[33] M.v.M. an Johanna Kinkel, [Frühling 1857]. Rossi S.118.

[34] M.v.M. an Gottfried Kinkel, [7.10.1856], [3.9.1857], [9.9.1857], [14.-17.10.1958]. Rossi S.110, 135f., 138, 190; M.v.M. an die Mutter, 26.3.[1857], 20.6.[1857]. Abschrift LLA Detmold Slg.12 Nr.961 Bl.193a, 196.

[35] GW Bd.2 S.116.

[36] M.v.M. an Gottfried Kinkel, [Mai 1859]. Rossi S.174. Vgl. auch M.v.M. an die Mutter, 15.9.[1859]. In: Deutsche Revue 33 (1908), H.2, S.94.

[37] M.v.M. an Gottfried Kinkel, [11.-14.10.1859]. Rossi S.188f.

[38] M.v.M. an Gottfried Kinkel, 29.8.1860. Rossi S.200.

[39] M.v.M. an die Mutter, 20.6.[1857], 27.7.[1857]. Abschrift LLA Detmold Slg.12 Nr.961 Bl.196, 199.

[40] M.v.M. an Gottfried Kinkel, [3.9.1857]. Rossi S.135.

[41] M.v.M. an Carl Rümpler, 28.10.1857. BSB München, Autogr. Meysenbug, Malwida von.

[42] M.v.M. an Gottfried Kinkel, [30.12.1858]. Rossi S.156.

[43] Eberhard Reissner, Alexander Herzen in Deutschland. Berlin 1963, S.93. Vgl. auch: Alexander Herzen an M.v.M., 5.4.1858. Lemke Bd.9, Petersburg 1919, S.222 Nr.1043; dass., 19.9.[1858]. Ebd. S.338f. Nr.1114.

[44] Zu Rümpler vgl.: Allgemeine hannoversche Biographie. Hrsg. von Wilhelm Rothert. Bd.2, Hannover 1914, S.574; Der Buchhändler-Verband Hannover-Braunschweig 1883-1933. Hrsg. von Georg Müller. Hannover 1933, S.101f. Eine nahezu vollständige Verlagsbibliographie findet sich in: Adolph Russell, Gesammt-Verlags-Katalog des deutschen Buchhandels. Bd.7, Münster 1882, Sp.793-832. Unterlagen zu Rümplers Verlag sind weder in der Niedersächsischen Landesbibliothek Hannover noch im Stadtarchiv Hannover, im Niedersächsischen Hauptstaatsarchiv Hannover oder im Archiv des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler beim Sächsischen Staatsarchiv Leipzig zu ermitteln; in den Beständen des ehemaligen Deutschen Buchhandelsarchivs bei der Deutschen Bücherei Leipzig sind einige Geschäftsrundschreiben des Verlags erhalten.

[45] M.v.M. an Gottfried Kinkel, 12.9.1860. Rossi S.201.

[46] M.v.M. an Gottfried Kinkel, 18.9.1860. Rossi S.205.

[47] M.v.M. an Gottfried Kinkel, [16.10.1860]. Rossi S.205f.

[48] M.v.M. an Gottfried Kinkel, [5.12.1860], 19.12.1860. Rossi S.208, 211.

[49] M.v.M. an Gottfried Kinkel, 30.12.1860. Rossi S.213.

[50] Das Manuskript liegt im GSA Weimar unter der Signatur 116/14.

[51] M.v.M. an Gottfried Kinkel, 1.10.1856. Rossi S.109. Zur Entstehung der Memoiren vgl. auch: Karin E. Benthin, Malwida von Meysenbug. Die Selbst- und Weltdarstellung in den "Memoiren einer Idealistin". Diss. Stony Brook, State Univ. of New York 1983.

[52] M.v.M. an Gottfried Kinkel, 11.8.[1857] und [3.9.1857]. Rossi S.129, 135.

[53] M.v.M. an Gottfried Kinkel, [10.10.1859]. Rossi S.187.

[54] M.v.M. an Gottfried Kinkel, [14.-17.10.1859]. Rossi S.190.

[55] M.v.M. an Gottfried Kinkel, [14.9.1860]. Rossi S.203.

[56] M.v.M. an Gottfried Kinkel, 25.5.1861. Rossi S.213f.

[57] Vgl. hierzu vor allem die Briefe der Jahre 1863/1864 an Gottfried Kinkel.

[58] M.v.M. an Augusta von Stein-Rebecchini, 17.8.[1866]. In: Briefe von und an Malwida von Meysenbug. Hrsg. von Berta Schleicher. Berlin 1920 [zit. Schleicher], S.27f.

[59] M.v.M. an Gottfried Kinkel, 25.5.[1867]. Rossi S.254.

[60] Alexander Herzen an M.v.M., 13.4.1868. Lemke Bd. 20, Petersburg 1923, S.229.

[61] Alexander Herzen, Le monde russe et la révolution. Memoires de A. Herzen. Traduit par H. Delaveau. Teil I-III, Paris 1860-1862.

[62] Zu Georg vgl.: Karl Friedrich Pfau, Biographisches Lexikon des Deutschen Buchhandels der Gegenwart. Leipzig 1890 s.v. Georg, Heinrich; Adressbuch des Deutschen Buchhandels und der verwandten Geschäftszweige 60 (1898), S.173; Notiz in den Personalnachrichten des Börsenblatts für den deutschen Buchhandel 84 (1915), S.71; Zur Erinnerung an Herrn Heinrich Georg-Neukirch 1827-1915, Basel 1915; Besprechung dieser Schrift im Börsenblatt für den deutschen Buchhandel 84 (1915), S.447.

[63] Vgl. zum Verlagsprogramm bis 1881: Adolph Russell, Gesammt-Verlags-Katalog des deutschen Buchhandels und des mit ihm im direkten Verkehr stehenden Auslandes. Bd.14, Münster 1881, Sp.77-124.

[64] Vgl. Schreiben der Imprimerie russe à Londres. Lemke. Bd.8, Petersburg 1919, S.128f. Nr.763.

[65] Alexander Herzen an M.v.M., 6.-8.4.1868. Lemke Bd.20, Petersburg 1923, S.226 Nr.3279; M.v.M. an Gottfried Kinkel, 16.2.[1869]. Rossi S.259; M.v.M. an Olga Monod, [Juni 1875]. In: Malwida von Meysenbug, Im Anfang war die Liebe. Briefe an ihre Pflegetochter. Hrsg. von Berta Schleicher. 4. Aufl. München [1931] [zit. Olga-Briefe], S.76.

[66] M.v.M. an Gottfried Kinkel, 1.9.[1868]. Rossi S.258.

[67] M.v.M. an Marie Loeper-Housselle, 1.1.1873, 26.1.[1873], 12.3.[1873], 20.10.[1874], 14.2.[1879]. DLA Marbach 71.494/3, 71.494/4, 71.494/5, 71.495/15, 71.494/6.

[68] Zu Wilhelm Hemsen vgl.: Karl Bader, Lexikon deutscher Bibliothekare im Haupt- und Nebenamt bei Fürsten, Staaten und Städten. Leipzig 1925, S.102. Zahlreiche Briefe im DLA Marbach.

[69] M.v.M. an Wilhelm Hemsen, 27.12.[1870]. BBAdW Berlin, Akademiearchiv, Allgemeine Sammlung.

[70] M.v.M. an Marie Loeper-Housselle, 1.1.1873. DLA Marbach 71.494/3.

[71] M.v.M. an Olga Monod, 13.6.1874. Olga-Briefe S.55f.

[72] M.v.M. an Olga Monod, 9.7.1875. Olga-Briefe S.77. Vgl.auch: M.v.M. an Olga Monod, [Juni 1875]. Olga-Briefe S.76; M.v.M. an Wilhelm Hemsen, 29.6.[1875]. BBAdW Berlin, Akademiearchiv, Allgemeine Sammlung.

[73] Vgl. M.v.M. an Wilhelm Hemsen, 18.7.[1875]. BBAdW Berlin, Akademiearchiv, Allgemeine Sammlung.

[74] Zu Auerbach vgl. Thomas Scheuffelen, Berthold Auerbach 1812-1882. Marbach am Neckar 1986, passim. Adolph Russell, Gesammt-Verlags-Katalog des Deutschen Buchhandels und des mit ihm im direkten Verkehr stehenden Auslandes. Bd. 16.1, Münster 1893, Sp.333-336. Im DLA Marbach befinden sich ca. 200 Briefe und Karten August Auerbachs an Berthold Auerbach aus den Jahren 1857-1881. Reste eines Verlagsarchivs waren nicht zu ermitteln. Im Archiv des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler beim Sächsischen Staatsarchiv Leipzig befinden sich keine Unterlagen, in den Beständen des ehemaligen Deutschen Buchhandelsarchivs bei der Deutschen Bücherei Leipzig sind einige Geschäftsrundschreiben des Verlags erhalten.

[75] Vgl. M.v.M. an Wilhelm Hemsen, 18.7.[1875]. BBAdW Berlin, Akademiearchiv, Allgemeine Sammlung.

[76] M.v.M. an Olga Monod, 12.11.[1875]. Olga-Briefe S.79.

[77] M.v.M. an Olga Monod, [Februar 1877]. Schleicher S.127.

[78] M.v.M. an Olga Monod, 1.3.1876. Olga-Briefe S.82. Abschrift des Briefes von Berthold Auerbach an August Aurbach im GSA Weimar 116/18a, zitiert in Olga-Briefe S.321f., danach zitiert : Ruth Stummann-Bowert, Malwida von Meysenbug - Paul Rée. Briefe an einen Freund. Würzburg 1998 [zit. Stummann-Bowert], S.238.

[79] M.v.M. an Wilhelm Hemsen, 15.5.[1877]. BBAdW Berlin, Akademiearchiv, Allgemeine Sammlung.

[80] Ebd.

[81] Vgl. auch M.v.M. an Wilhelm Hemsen, 9.1.[1877]. BBAdW Berlin, Akademiearchiv, Allgemeine Sammlung; M.v.M. an Louise von Medem, 27.1.[1877]. StA Detmold D 72 von Meysenbug Nr.84.

[82] M.v.M. an Wilhelm Hemsen, 9.1.[1877]. BBAdW Berlin, Akademiearchiv, Allgemeine Sammlung. Vgl. auch M.v.M. an Olga Monod, [Februar 1877]. Schleicher S.127.

[83] M.v.M. an Wilhelm Hemsen, 28.4.[1877]. BBAdW Berlin, Akademiearchiv, Allgemeine Sammlung.

[84] M.v.M. an Wilhelm Hemsen, 15.5.[1877] und 19.6.[1877]. BBAdW Berlin, Akademiearchiv, Allgemeine Sammlung.

[85] M.v.M. an Wilhelm Hemsen, 19.6.[1877]. BBAdW Berlin, Akademiearchiv, Allgemeine Sammlung.

[86] M.v.M. an Wilhelm Hemsen, 3.8.[1877] (Karte) und 7.11.[1877]. BBAdW Berlin, Akademiearchiv, Allgemeine Sammlung.

[87] M.v.M. an Wilhelm Hemsen, 15.5.[1877]. BBAdW Berlin, Akademiearchiv, Allgemeine Sammlung.

[88] M.v.M. an Wilhelm Hemsen, 7.11.[1877]. BBAdW Berlin, Akademiearchiv, Allgemeine Sammlung.

[89] M.v.M. an Wilhelm Hemsen, 15.5.[1877] und 11.7.[1877]. BBAdW Berlin, Akademiearchiv, Allgemeine Sammlung.

[90] M.v.M. an Wilhelm Hemsen, 12.9.[1877]. BBAdW Berlin, Akademiearchiv, Allgemeine Sammlung.

[91] M.v.M. an Paul Rée, 29.9.[1879]. Stummann-Bowert S.195.

[92] Dazu auch M.v.M. an Paul Rée, 23.10.[1875] und 4.11.[1879]. Stummann-Bowert S.195f.

[93] Vgl. Ludwig Sigismund Ruhl an M.v.M., 4.12.1881. In: Märchenfrau und Malerdichter. Malwida von Meysenbug und Ludwig Sigismund Ruhl. Ein Briefwechsel hrsg. von Berta Schleicher. München 1929 [zit. Märchenfrau], S.120.

[94] M.v.M. an Marie Loeper-Housselle, 3.11.[1881]. DLA Marbach 71.495/16; vgl. auch M.v.M. an Paul Rée, 12.12.[1881]. Stummann-Bowert S.203. Das Vorwort auch in: Malwida von Meysenbug, Memoiren einer Idealistin. Volksausgabe. Berlin u. Leipzig o.J., S.XXXVI-XLV; dies.: Memoiren einer Idealistin und ihr Nachtrag: Der Lebensabend einer Idealistin. Berlin 1917 u.ö., Bd.1, S.IX-XV.

[95] M.v.M. an Marie Loeper-Housselle, 27.1.[1882]. DLA Marbach 71.494/9.

[96] Zu Unflad vgl. Adolph Russell, Gesammt-Verlags-Katalog des Deutschen Buchhandels und des mit ihm im direkten Verkehr stehenden Auslandes. Bd. 16.5, Münster 1893, Sp.3199-3208.

[97] Vgl. Brief Julius Stindes an die Firma A. Hartleben in Wien, ohne Ort und Datum. In: Immer glatt und auf­richtig, das ist meine Geschäftsmaxime. Julius Stindes Briefe an Verleger, Herausgeber und Redakteure. Hrsg. von Ulrich Goerdten. Bargfeld 1993, S.31ff. u. Anm.116-121; Ulrich Goerdten: Julius Stinde 1841-1905. Spezialthemen: Der Verlag Albert Unflad. 1997. www.ub.fu-berlin.de/~goerdten/stinde18.html. Laut Goerdten sind weder in Leipzig noch in Wien Unterlagen zu Unflads Verlag erhalten.

[98] M.v.M. an Augusta von Stein-Rebecchini, 26.12.[1883]. Schleicher S.78. Der Brief ist falsch datiert worden, wie Malwidas Hinweis auf ihre Memoiren-Ausgabe erweist.

[99] M.v.M. an Ida von Braun, 29.5.[1877]. RWG Bayreuth Hs 61/I-138.

[100] M.v.M. an Paul Rée, 27.[6.1877]. In: Friedrich Nietzsche. Paul Rée. Lou von Salomé. Die Dokumente ihrer Begegnung. Hrsg. von Ernst Pfeiffer. Frankfurt a.M. 1971, S.33.

[101] M.v.M. an Paul Rée, 19./20.8.[1877]. Stummann-Bowert S.138. Die Arbeit am Manuskript ist auch erwähnt in den Briefen an Paul Rée, 12.5.[1877], 1./2.7.[1877], 14.2.[1878]. Stummann-Bowert S.122, 131, 160. Die genannten Kapitelüberschriften stammen von Heinrich von Stein; Malwida ärgerte sich sehr über diese Eigenmächtigkeit, weil sie die Texte absichtlich unbetitelt gelassen hatte (vgl. M.v.M. an Paul Rée, 17.4.[1879]. Stummann-Bowert S.191f.; M.v.M. an Olga Monod, 30.4.1879. Olga-Briefe S.131).

[102] M.v.M. an Paul Rée, 6.2.[1878]. Stummann-Bowert S.158.

[103] M.v.M. an Wilhelm Hemsen, 3.6.[1878], 18.9.[1878]. BBAdW Berlin, Akademiearchiv, Allgemeine Sammlung.

[104] M.v.M. an Paul Rée, 24.6.[1878]. Stummann-Bowert S.172.

[105] M.v.M. an Wilhelm Hemsen, 18.9.[1878]. BBAdW Berlin, Akademiearchiv, Allgemeine Sammlung.

[106] M.v.M. an Paul Rée, 18.9.[1878]. Stummann-Bowert S.178f.; M.v.M. an Wilhelm Hemsen, 18.9.[1878]. BBAdW, Akademiearchiv, Allgemeine Sammlung.

[107] M.v.M. an Paul Rée, 10.10.[1878]. Stummann-Bowert S.181.

[108] M.v.M. an Olga Monod, 25.1.[1879]. Olga-Briefe S.127. Im Archiv von Breitkopf & Härtel ist kein Schriftverkehr mit Siegfried Lipiner oder Malwida von Meysenbug erhalten.

[109] M.v.M. an Paul Rée, 7.2.[1879]. Stummann-Bowert S.189. Ebenso M.v.M. an Marie Loeper-Housselle, 17.5.[1882], DLA Marbach 71.495/7: "die preußische Verfassung sei ihnen lieber als die Menschenrechte und ihre Firma habe ihren Ruf bewährt indem sie der kirchlichen Tradition treu angehangen habe."

[110] Zu Reißner vgl.: Adressbuch des Deutschen Buchhandels und der verwandten Geschäftszweige 60 (1898), S.447; Nachrufe: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel 76 (1907), Nr.261 vom 8.11.1907, S.11840; Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Literaturfreunde 10 (1907/08), Sp.447 (Frieda Freiin von Bülow). Außerdem: Der Morgen. Ein Almanach des Verlages Carl Reissner in Dresden. Dresden 1926; Der Morgen. Ein Almanach des Verlages Carl Reissner zu seinem 50jährigen Bestehen am 1. Oktober 1928. Dresden 1928 – darin: Harry Schumann, Ein halbes Jahrhundert Carl Reissner Verlag, S.[5]-13; Norbert Weiß und Jens Wonneberger, Dichter Denker Literaten aus sechs Jahrhunderten in Dresden. Dresden 1997, S.154f.; Reinhard Würffel, Lexikon deutscher Verlage von A-Z. Berlin 2000, S.704f. Im Archiv des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler beim Sächsischen Staatsarchiv Leipzig befindet sich eine Akte der Firma Carl Reissner Dresden; in den Beständen des ehemaligen Deutschen Buchhandelsarchivs bei der Deutschen Bücherei Leipzig sind einige Geschäftsrundschreiben des Verlags erhalten.

[111] M.v.M. an Paul Rée, 3.3.[1879]. Stummann-Bowert S.190.

[112] Vgl. M.v.M. an Ludwig Sigismund Ruhl, 16.12.1880. Märchenfrau S.103; M.v.M. an Blandine Gravina, 9.12.[1884]. RWM Tribschen.

[113] Zum Verlagsprogramm vgl. die o.g. Verlagsalmanache und bis 1883: Adolph Russell, Gesammt-Verlags-Katalog des Deutschen Buchhandels und des mit ihm im direkten Verkehr stehenden Auslandes. Bd.7, Münster 1881, Sp.554-558.

[114] M.v.M. an Ludwig Sigismund Ruhl, 18.2.1886. Märchenfrau S.214; M.v.M. an Augusta von Stein-Rebecchini, 8./9.4.[1886]. Schleicher S.84. Vgl. dazu auch die Einleitung von Berta Schleicher zu GW Bd.5 S.8f.

[115] M.v.M. an Carl von Meysenbug, 11.4.[1886]. Abschrift. StA Detmold D 72 von Meysenbug Nr.85; M.v.M. an Daniela von Bülow, 30.4.[1886]. RWG Bayreuth Hs 61/I-89.

[116] M.v.M. an Carl von Meysenbug, 11.4.[1886]. Abschrift. StA Detmold D 72 von Meysenbug Nr.85.

[117] Vgl. M.v.M. an Carl von Meysenbug, 2.5.[1886]. Abschrift. StA Detmold D 72 von Meysenbug Nr.85.

[118] M.v.M. an Daniela Thode, 29.10.[1886]. RWG Bayreuth Hs 61/I-59.

[119] M.v.M. an Augusta von Stein-Rebecchini, 25.12.[1886]. Schleicher S.86.

[120] M.v.M. an Karl Heckel, 9.3.[1887]. DLA Marbach 72.403. Über die Beziehung zwischen Malwida und Heckel vgl. Karl Heckel, Malwida von Meysenbug, die Freundin Wagners und Nietzsches. In: Richard Wagner-Jahrbuch 1 (1906), S.102-124. Zum Briefwechsel betreffend den Segen der heiligen Katharina ebd. S.111f.

[121] Vgl. M.v.M. an Karl Heckel, 23.4.[1887]. Stadtarchiv Mannheim, Nachlass Karl Heckel 2/1973 Nr.45.

[122] Das Manuskript liegt im GSA Weimar 116/6 und 116/7.

[123] Vgl. M.v.M. an Karl Kautsky, 22.2.[18]83. IISG Amsterdam, Nachlass Karl Kautsky; M.v.M. an Natalie Herzen, 23.6.[1883]. StA Detmold D 72 von Meysenbug Nr.10.

[124] Vgl. M.v.M. an Karl Kautsky, 26.3.[1883], 31.3.[1883], 23.5.[1883], 8.7.[1883], 14.8.[1883], 6.9.[1883], 22.9.[1883]. IISG Amsterdam, Nachlass Karl Kautsky. Das Manuskript der Novelle im GSA Weimar unter der Signatur 116/24.

[125] Zu Schabelitz vgl.: Adolph Russell, Gesammt-Verlags-Katalog des deutschen Buchhandels und des mit ihm im direkten Verkehr stehenden Auslandes. Bd.14, Münster 1881, Sp.737-742; Nachrufe: Börsenblatt für den deutschen Buchhandel 66 (1899), Nr.36, S.1196f.; Biographisches Jahrbuch und deutscher Nekrolog. Hrsg. von Anton Bettelheim. Bd.4, Berlin 1900, S.178f. (H. Ellissen). Außerdem: Conrad Ulrich, Der Buchhändler und Verleger Jakob Schabelitz 1827-1899. In: Ulrico Hoepli 1847-1935. Buchhändler, Verleger, Antiquar, Mäzen. Hrsg. von Joseph Jung. Zürich 1997, S.185-198; ders., Der Verleger Jakob Lukas Schabelitz 1827-1899. Zürich 1999 (unter Verwendung des vorhandenen Quellenmaterials).

[126] Vgl. M.v.M. an Paul Rée, 30.12.[1879]. Stummann-Bowert S.198; M.v.M. an Ludwig Sigismund Ruhl, 22.1.1880. Märchenfrau S.47.

[127] M.v.M. an Ludwig Sigismund Ruhl, 16.12.1880. Märchenfrau S.103.

[128] Minna Kautsky an M.v.M., [Februar 1883] und M.v.M. an Minna Kautsky, 26.3.[1883]. IISG Amsterdam, Nachlass Karl Kautsky.

[129] Vgl. Adressbuch des Deutschen Buchhandels und der verwandten Geschäftszweige 60 (1898), S.183; Geschäftsrundschreiben der Firma J. Gnadenfeld & Co. vom 1.1.1905. Deutsches Buch- und Schriftmuseum Leipzig, Archiv-Bestand der ehemaligen Bibliothek des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, Bö-GR/G/495. Zu Gnadenfeld auch: Adolph Russell, Gesammt-Verlags-Katalog des Deutschen Buchhandels und des mit ihm im direkten Verkehr stehenden Auslandes. Bd. 16.1, Münster 1893, Sp.1103-1106; Antisemitisches Jahrbuch. Jg. 1900, S.57; Semi-Kürschner. Hrsg. von Philipp Stauff. Berlin 1913, Sp.122.

[130] Vgl. M.v.M. an Olga Monod, 3.4.1885. Olga-Briefe S.176; Ludwig Sigismund Ruhl an M.v.M., 7.2.[1886]. Märchenfrau S.211; M.v.M. an Augusta von Stein-Rebecchini, 25.12.1886. Schleicher S.88.

[131] M.v.M. an Jakob Mähly, 24.5.[1887]. UB Basel, Autographensammlung Menzel.

[132] M.v.M. an den Cotta-Verlag, 23.8.1887. DLA Marbach, Cotta-Archiv.

[133] M.v.M. an den Cotta-Verlag, 6.9.[1887]. DLA Marbach, Cotta-Archiv.

[134] Zu Marie Loeper-Housselle vgl. u.a.: R. Artaria, Die Führerinnen der Frauenbewegung in Deutschland. In: Die Gartenlaube. Jg. 1894, S.256-259; Lexikon deutscher Frauen der Feder. Hrsg. von Sophie Pataky. Berlin 1898. Bd.1, S.513f.; Marie Loeper-Housselle zum Gedächtnis. Hrsg. vom Vorstand des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins. Berlin 1916.

[135] 37 Briefe Malwidas an Marie Loeper-Housselle im DLA Marbach.

[136] Malwida von Meysenbug, Michelet als Erzieher. In: Die Lehrerin in Schule und Haus 1 (1885), S.713-715. Dieser Beitrag ist in der Personalbibliographie zu Malwida von Meysenbug von Karl-Heinz Nickel nicht nachgewiesen.

[137] Börsenblatt für den deutschen Buchhandel 65 (1898), S.1526. Zu Hofmann vgl. auch: ebd. S.1470, 2135; Adolph Russell, Gesammt-Verlags-Katalog des deutschen Buchhandels und des mit ihm im direkten Verkehr stehenden Auslandes. Bd.16.3, Münster 1894, Sp.5357-5372; Adressbuch des Deutschen Buchhandels und der verwandten Geschäftszweige 60 (1898), S.245; Biographisches Jahrbuch und deutscher Nekrolog. Hrsg. von Anton Bettelheim. Bd.5, Berlin 1903, Sp.30*; Illustrirte Zeitung Leipzig 110 (1898), S.251 (Todtenschau).

[138] M.v.M. an Marie Loeper-Housselle, 24.11.[1888]. DLA Marbach 71.495/18.

[139] M.v.M. an Marie Loeper-Housselle, 26.12.[1888]. DLA Marbach 71.495/20.

[140] M.v.M. an Marie Loeper-Housselle, 11.2.[1889]. DLA Marbach 71.494/12.

[141] M.v.M. an Marie Loeper-Housselle, 2.2.[1889], 11.2.[1889]. 26.2.[1889]. DLA Marbach 71.495/2, 71.494/12, 71.494/13.

[142] M.v.M. an Marie Loeper-Housselle, 26.12.[1888]. DLA Marbach 71.495/20; M.v.M. an Carl von Meysenbug, 12.10.[1889] und 2.12.[1889]. Abschrift. StA Detmold D 72 von Meysenbug Nr.85; M.v.M. an Hermann Gustav Karl von Meysenbug, 24.7.[1890]. StA Detmold L 114 von Meysenbug.

[143] Vgl. Berta Schleicher, Malwida von Meysenbug. Ein Lebensbild zum 100. Geburtstag der Idealistin. 2., verb. Aufl. Berlin 1917, S.148 und Anzeigenseite. Die Archivalien des Verlages B. G. Teubner befinden sich in der Deutschen Bücherei Leipzig.

[144] M.v.M. an Marie Loeper-Housselle, 26.12.[1888]. DLA Marbach 71.495/20.

[145] M.v.M. an Alexander von Warsberg, 29.4.[1888]. Schleicher S.246.

[146] Alexander von Warsberg an M.v.M., 29.8.1888. Schleicher S.254.

[147] M.v.M. an Alexander von Warsberg, 4.9.[1888]. Schleicher S.256.

[148] M.v.M. an Carl von Meysenbug, 6.7.[1889] und 12.10.[1889]. Abschrift. StA Detmold D 72 von Meysenbug Nr.85.

[149] M.v.M. an Carl von Meysenbug, 2.12.[1889]. Abschrift. StA Detmold D 72 von Meysenbug Nr.85.

[150] M.v.M. an Carl von Meysenbug, 2.2.[1890]. Abschrift. StA Detmold D 72 von Meysenbug Nr.85.

[151] M.v.M. an den Cotta-Verlag, 11.11.[1890]. DLA Marbach, Cotta-Archiv.

[152] Zu Marie Herzfeld vgl. u.a.: Lexikon deutscher Frauen der Feder. Hrsg. von Sophie Pataky. Berlin 1898. Bd.1, S.345f.; Deutsches Zeitgenossenlexikon. Hrsg. von Fritz Neubert. Leipzig 1905, Sp.586; Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950. Bd.2. Wien 1959, S.297f.; Karin Hollmann, Marie Herzfeld – eine neuentdeckte Briefpartnerin von Malwida. In: Jahrbuch der Malwida von Meysenbug-Gesellschaft 4 (1994), S.132-134; Marie Herzfeld, Nachruf auf Malwida von Meysenbug (mit einer Vorbemerkung von Ruth Stummann-Bowert). In: dass. 5 (1996), S.167-172; Ruth Stummann-Bowert, Ergänzung zu Karin Hollmann: "Marie Herzfeld – eine neuentdeckte Briefpartnerin von Malwida". Ebd. S.173-177.

[153] M.v.M. an Marie Herzfeld, 17.3.[1893]. BL London, Egerton 3151.

[154] M.v.M. an Marie Herzfeld, 15.1.[18]94. BL London, Egerton 3151. Vgl. auch M.v.M. an Daniela Thode, 21.6.[1893]. RWG Bayreuth Hs 61/I-30; M.v.M. an Daniela und Henry Thode, 27.7.[1893]. RWG Bayreuth Hs 61/I-63.

[155] Vgl. M.v.M. an Marie Herzfeld, 20.6.[1893]. BL London, Egerton 3151.

[156] Vgl. M.v.M. an Marie Herzfeld, 18.12.[18]93, 27.5.[1894], 17.6.[18]94. BL London, Egerton 3151.

[157] Vgl. M.v.M. an Marie Herzfeld, 13.10.[1893], 21.10.[1893], 27.5.[1894], 17.6.18[94]. BL London, Egerton 3151.

[158] Vgl. M.v.M. an Marie Herzfeld, 11.7.[18]97. BL London, Egerton 3152.

[159] Vgl. M.v.M. an Marie Herzfeld, 18.12.[18]93, 15.1.18[94], 17.6.[18]94. BL London, Egerton 3151.

[160] M.v.M. an Marie Herzfeld, 16.1.18[95]. BL London, Egerton 3151. Vgl. auch M.v.M. an Augusta von Stein-Rebecchini, 15.8.[1894]. Schleicher S.94; M.v.M. an Louise von Medem, 15.12.[1894], 12.1.[1895], 27.4.[1895]. StA Detmold, L 114 von Meysenbug; M.v.M. an Marie Herzfeld, 25.2.[1896], BL London, Egerton 3151; M.v.M. an Carl von Meysenbug, 20.5.18[95]. Abschrift. StA Detmold D 72 von Meysenbug Nr.85.

[161] M.v.M. an Augusta von Stein-Rebecchini, 15.8.[1894]. Schleicher S.94.

[162] Vgl. M.v.M. an Marie Herzfeld, 12.5.[1896], 7.6.[1896], 8.7.[1896]. BL London, Egerton 3151.

[163] Vgl. M.v.M. an Marie Herzfeld, 25.7.[1896], 2.9.[1896], 26.10.[1896], 6.12.[1896]. BL London, Egerton 3151; M.v.M. an Marie Herzfeld, 2.1.[1897]. BL, Egerton 3152.

[164] Vgl. M.v.M. an Marie Herzfeld, 11.1.[1897], 26.1.[18]97, 28.2.[18]97, 3.3.1897, 7.3.[18]97, 1.4.[18]97, 4.5.[1897]. BL London, Egerton 3152.

[165] M.v.M. an Marie Herzfeld, 28.2.[1897]. BL London, Egerton 3152.

[166] M.v.M. an Marie Herzfeld, 5.12.[18]97. BL London, Egerton 3152. Die Zeitschrift ist in der Österreichischen Nationalbibliothek Wien vorhanden, allerdings auf dem Wege der Fernleihe nicht zu erhalten; eine Auskunft darüber, ob der Text Malwidas in den Jahrgängen 1895-1897 enthalten ist, wird nur gegen Kostenübernahme erteilt.

[167] Vgl. M.v.M. an Marie Herzfeld, 15.6.[1897]. BL London, Egerton 3152.

[168] Vgl. M.v.M. an Cosima Wagner, 12.3.1899. RWM Tribschen.

[169] Berta Schleicher, Malwida von Meysenbug. Ein Lebensbild zum 100. Geburtstag der Idealistin. 2., verb. Aufl. Berlin 1917, S.151. Das Manuskript befindet sich im GSA Weimar unter der Signatur 116/8.

[170] M.v.M. an Paul Rée, 29.12.[18]95. Stummann-Bowert S.204.

[171] M.v.M. an Paul Rée, 14.4.[1896]. Stummann-Bowert S.204. Vgl. dazu auch Stummann-Bowert S.52f.

[172] Vgl. M.v.M. an Ada Ditzen, 21.8.[1897], 23.9.[18]97. StA Detmold D 72 von Meysenbug, ohne Signatur; M.v.M. an Marie Herzfeld, 26.8.[1897], 12.11.1897, 5.12.[18]97, 15.2.[18]98, 17.4.[1898]. BL London, Egerton 3152; M.v.M. an Marie Loeper-Housselle, 21.4.[1898]. DLA Marbach 71.495/4; M.v.M. an Germaine Monod, 26.6.[1898], StA Detmold D 72 von Meysenbug Nr.66.

[173] M.v.M. an Marie Herzfeld, 2.7.[18]98. BL London, Egerton 3152

[174] Vgl. M.v.M. an Ada Ditzen, [12.7.1898]. StA Detmold D 72 von Meysenbug, ohne Signatur; M.v.M. an Alice Hallgarten, 27.7.-29.7.[18]98. StA Detmold D 72 von Meysenbug Nr.78.

[175] M.v.M. an Natalie Herzen, 28.8.[1898]. StA Detmold D 72 von Meysenbug Nr.10; M.v.M. an Marie Herzfeld, 4.12.[18]98. BL London, Egerton 3152.

[176] M.v.M. an Marie Herzfeld, 15.2.[18]98. BL London, Egerton 3152. Vgl. auch M.v.M. an Marie Herzfeld, 2.7.[18]98. BL London, Egerton 3152.

[177] Zu Schuster & Löffler vgl.: Adressbuch des Deutschen Buchhandels und der verwandten Geschäftszweige 60 (1898), S.512; Rudolf Schmitt, Deutsche Buchhändler. Deutsche Buchdrucker. Beiträge zu einer Firmengeschichte des deutschen Buchgewerbes. Berlin 1902. Repr. Hildesheim 1979, S.879-882; Felix Berner, Zur Geschichte der Deutschen Verlags-Anstalt. In: Im 110. Jahr. Almanach der Deutschen Verlags-Anstalt Stuttgart im Jahre der Wiedererrichtung ihres Verlagshauses. [Stuttgart] 1958, S.11-59, bes. S.39; Reinhard Würffel, Lexikon deutscher Verlage von A-Z. Berlin 2000, S.790f. Zu Schuster auch: Deutscher Wirtschaftsführer. Lebensgänge deutscher Wirtschaftspersönlichkeiten. Bearb. von Georg Wenzel. Hamburg u.a. 1929, Sp.2081. Die Unterlagen von Schuster & Löffler sowie der Rechtsnachfolgerin Deutsche Verlagsanstalt sind beim Bombenangriff auf Stuttgart am 12./13.9.1944 vollständig vernichtet worden. Im Archiv des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler beim Sächsischen Staatsarchiv Leipzig sind keine Unterlagen vorhanden; in den Beständen des ehemaligen Deutschen Buchhandelsarchivs bei der Deutschen Bücherei Leipzig sind einige Geschäftsrundschreiben des Verlags und eine große Zahl Verlagskataloge und -prospekte erhalten, u.a. ein Verlagskatalog von 1897 und ein Verlagskatalog von 1899 mit Nachträgen von 1900, 1902 und 1903.

[178] M.v.M. an Marie Loeper-Housselle, 21.4.[1898]. DLA Marbach 71.495/4.

[179] M.v.M. an Alice Hallgarten, 27.7.-29.7.[18]98. StA Detmold D 72 von Meysenbug Nr.78. Vgl. auch M.v.M. an Emil Gött, 1.8.1898. Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., Nachlass Emil Gött 315.3.28. Vgl. auch bereits M.v.M. an Ada Ditzen, [7.7.1898]. StA Detmold D 72 von Meysenbug, ohne Signartur; M.v.M. an Olga Monod, 9.7.[18]98. Olga-Briefe S.286.

[180] M.v.M. an August Auerbach, 2.4.[18]98. GSA Weimar 116/201.

[181] M.v.M. an Emil Gött, 1.8.1898. Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., Nachlass Emil Gött 315.3.28.

[182] M.v.M. an Marie Herzfeld, 4.12.[18]98, 4.5.[18]99. BL London, Egerton 3152.

[183] M.v.M. an Blandine Gravina, [Februar 1899]. RWM Tribschen; M.v.M. an Emil Gött, 13.2.1898. Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., Nachlass Emil Gött 315.3.28. Das Manuskript befindet sich im Staatsarchiv Detmold unter der Signatur D 72 von Meysenbug Nr.64.

[184] Vgl. M.v.M. an Carl von Meysenbug, 29.3.1900. Abschrift. StA Detmold D 72 von Meysenbug Nr.85.

[185] Vgl. M.v.M. an Natalie Herzen, 16.1.1903. StA Detmold D 72 von Meysenbug Nr.10. Das Manuskript des Nachtrags befindet sich ebd. unter Nr.64.

[186] Vgl. M.v.M. an Olga Monod, 1.7.1900. Olga-Briefe S.300f.

[187] Vgl. M.v.M. an Cosima Wagner, 19.9.[-27.9.1901]. RWM Tribschen; M.v.M. an Germaine Rist, 8.10.1901, 26.11.1901. StA Detmold D 72 von Meysenbug Nr.13; M.v.M. an Marie Herzfeld, 25.11.1901. BL London, Egerton 3152; M.v.M. an Marie von Bülow, 25.3.1902. Schleicher S.312.

[188] Vgl. das Vorwort von Gabriel Monod zu: Himmlische und irdische Liebe. Roman von Malwida von Meysenbug. 2. Aufl. Berlin und Leipzig 1905, S.[5].

[189] 2. Nachtrag zum Katalog der Verlagsbuchhandlung Schuster & Löffler [von 1899]. Berlin 1902, S.20.

[190] Ebd. S.19.

[191] Lexikon deutscher Frauen der Feder. Hrsg. von Sophie Pataky. Berlin 1898. Bd.1, S.IX.

[192] Vgl. Malwida von Meysenbug, Memoiren einer Idealistin und ihr Nachtrag: Der Lebensabend einer Idealistin. Neue Ausgabe. 2 Bde. Berlin 1917, Anzeigenseite.