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Erika Stumpf – Korrespondenz
Phantasien gezeichnet gemalt

Ausstellung in der Lippischen Landesbibliothek vom 3. Mai bis zum 4. Juni 1999

von Julia Hiller von Gaertringen

Druckfassung in: Heimatland Lippe 92 (1999), S. 118-119.

→ PDF-Fassung zum Download.

Wie eine Landschaft, Haus – Klänge, Wand – Zeichen, Sternen – Geflüster, Kleine – Bühne, Erzählender – Stein, Ewige – Premiere.

Solche Korrespondenzen schaffen die Bilder der Künstlerin Erika Stumpf, die vom 3. Mai bis zum 4. Juni 1999 in der Lippischen Landesbibliothek zu sehen sind. Die Künstlerin, deren Bilder in ganz Europa ausgestellt und gesammelt werden, zeigt in der Landesbibliothek neuere Arbeiten aus ihrem Atelier.

Die Begriffe:
Bild. Zeichen
Phantasien
definieren den Inhalt
dieser Ausstellung

Korrespondenz ist das Thema der Ausstellung. Korrespondenz zwischen Bildern, zwischen ihren kompositorischen Elementen, zwischen Farbe und Form, zwischen Hell und Dunkel, zwischen Fläche und Linie.
Zufälliges ist eingebunden in Konstruktives, Lineares. Und immer auch besteht eine Verbindung zwischen Gegenständlichem und Abstraktem. Zuweilen erhalten die Korrespondenzen nicht allein malerisch Gestalt, sondern finden auch einen literarischen Ausdruck – so werden weitere Beziehungen geschaffen zwischen den Möglichkeiten des Bildes und des Wortes.

Haus – Klänge

Welt der
Symbole und Vorstellungen
Symbole und Worte
komplizierte Theorien
intellektuelle Philosophien

Wie eine Landschaft
Teile des Körpers sind
Teile meiner Gedanken
benennen den Raum
fühlen die Grenzen

Mein Zeltplatz

Die 1938 in Recklinghausen geborene Künstlerin studierte in den fünfziger Jahren an der Folkwang-Werkkunstschule in Essen zunächst Textildesign, dann Malerei und Grafik sowie Zeichnen und Kompositionslehre. Einen ersten künstlerischen Erfolg hatte sie bereits 1960, als ihr die italienische Stadt Noli den 1. Kunstpreis für Malerei verlieh. Seit 1964 lebt Erika Stumpf in Lippe. Und seit den siebziger Jahren hat sie sich künstlerisch auch in der Region WestfaIen-Lippe bekannt gemacht. Sie trat mit Ausstellungen in Detmold, Lemgo, Bünde, Oerlinghausen, Bad Salzuflen, Blomberg und Bad Meinberg hervor und engagierte sich im Lippischen Künstlerbund. Das Institut für Lippische Landeskunde veröffentlichte 1982 einen Band mit Zeichnungen, Aquarellen und Gouachen, 1983 erhielt Erika Stumpf das Schwalenberg-Stipendium des Landesverbandes Lippe. In Schwalenberg, aber auch im Tessin, wo sie mehrere Monate des Jahres verbringt, veranstaltet sie Malerei-Seminare.

Meine Malerei ist nicht Selbstzweck
aber auch nicht haftend
durch starre inhaltliche
Vorstellungen

ein Spiel mit den Möglichkeiten
von Farbe und Form –
und dem Wunsch nach
verinnerlichtem Abbild
von Wirklichkeit

Das Interesse gilt den
malerischen Mitteln.

Genauso wichtig ist es, daraus
durch Hinweise
auf Raum und Atmosphäre
und Körper – neue Situationen
zu schaffen.

Denn ihr Ziel istja nicht eigentlich
der gegenständliche Impuls, sondern der
emotionale, dem ich folge!

Der Impuls führt nicht
unbedingt zum Endpunkt
sondern führt in die
Unbekannte in der Malerei.

Die Ausstellung in der Lippischen Landesbibliothek versucht, etwas von der Kreativität des Ateliers am Nessenberg einzufangen. Die Werkstatt-Atmosphäre der Ausstellung korrespondiert dabei sicherlich in besonderer Weise mit dem Werkstatt-Charakter der Bibliothek.

Zu sehen ist die Ausstellung montags, dienstags, mittwochs und freitags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags von 10 bis 20 Uhr in den Räumen der Landesbibliothek in Detmold, Hornsche Straße 41.