Sie befinden sich hier: Startseite » 


Grabbe- und Freiligrath-Autographen
Neuerwerbungen der Lippischen Landesbibliothek 1984-1991

von Detlev Hellfaier

Druckfassung in: Grabbe-Jahrbuch 10 (1991), S. 93-99.

→Zur PDF-Fassung.

Bereits in der Vergangenheit wurde in dieser Zeitschrift über Autographenerwerbungen der Lippischen Landesbibliothek, Abteilung Lippisches Literaturarchiv, berichtet (D. Hellfaier, 1984, K. Nellner, 1987). Diese Berichterstattung soll in unregelmäßigen Abständen fortgesetzt werden, um der interessierten Öffentlichkeit stets aktuellen Einblick in die reichhaltigen Bestände der Sammlungen zu Grabbe, Freiligrath und Weerth zu geben, deren Ergänzung, Pflege, Bereitstellung und Erschließung der Lippischen Landesbibliothek Verpflichtung ist. Konnte im Jahrbuch 1984 vor allem von der erfreulichen Erwerbung der Briefe Freiligraths an Schücking von den Erben des letzteren berichtet werden, so entbehrt die nachstehende Aufstellung herausragender Autographenkäufe, wenngleich die beiden Fragmente von Grabbes „Hermannsschlacht“ zweifellos besonderer Erwähnung bedürfen. Von diesem Spätwerk sind bekanntermaßen zahlreiche Entwürfe und Redaktionen überliefert, so daß hier noch mit weiteren Autographenfunden gerechnet werden darf, wie auch die lesenswerten Beiträge von Peter Hasubek und Detlef Döring im Jahrbuch 1988 augenfällig unter Beweis stellen.

Die Vielzahl der erneut im Handel aufgetauchten Briefe und Handschreiben Freiligraths belegt einmal mehr, daß wir mit den über 2.300 bekannten, aus seiner Feder stammenden Briefen noch weit davon entfernt sind, das Brief-Oeuvre dieses so begabten und bisweilen leidenschaftlichen Briefschreibers in seiner Gänze auch nur annähernd zu erfassen. Es ist zu wünschen, daß diese Tatsache nicht davon abhalten wird, eine modernen Gesichtpunkten der Briefedition standhaltende Ausgabe in absehbarer Zeit in Angriff zu nehmen.

Handschriftliche Textzeugen oder auch biographische Zeugnisse Georg Weerths sind in den vergangenen Jahren nicht bekannt geworden und dürften sich auch nur noch in geringer Zahl in Privathand befinden. Über die in diesem Bericht ausschließlich behandelten Grabbe- und Freiligrath-Autographen hinaus konnten für das Literaturarchiv der Lippischen Landesbibliothek seit 1984 z.T. umfangreichere Briefschaften, aber auch Einzelautographen von Alfred Bergmann, Th. von Meien, W. von Dohm, E. Duller, F. W. Gubitz, K. W. von Haugwitz, H. Laube, W. Müller von Königswinter, J. S. Ersch, O. Blumenthal, H.W. Longfellow, H. Hoffmann von Fallersleben, J.G. Meusel, Malwida von Meysenbug und M. G. Lichtwer erworben werden. Hervorzuheben ist ausdrücklich der Ankauf des Noten-Manuskripts der von Walter Steffens, Detmold, verfaßten und anläßlich der Grabbe-Tage 1986 uraufgeführten Opern-Farce „Grabbes Leben“. Nachlässe von Schriftstellern von eher regionaler Bedeutung, darunter Günther von Stünzer, Otto Franzmeier, Ernst Hierl, gelangten in der Berichtszeit in den Besitz des Literaturarchivs.

Obwohl die einschlägigen Auktions- und Antiquariatskataloge der im wesentlichen infrage kommenden Anbieter laufend durchgesehen werden, ist immer wieder festzustellen, daß an versteckter Stelle Angebote über hier interessierende Stücke auftauchen. Die Lippische Landesbibliothek ist daher für Hinweise auf Autographenangebote zu Grabbe, Freiligrath, Weerth, Meysenbug und andere Schriftsteller ihres Sammelgebietes dankbar.

Christian Dietrich Grabbe

Chr. D. Grabbe, eigenhänd. Schriftstück, 3.1.1827 (Nr. 6), erworben am 5.4.1991
  1. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. an die Meyersche Hofbuchhandlung in Lemgo. Detmold, 15. Juni 1826. 1 Bl. Druck: Bergmann, WA, Bd. 5, S. 116 Nr. 95
    (Hartung & Karl, München, 1984)
  2. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. an A. L. Hons, Redakteur d. „Düsseldorfer Fremdenblattes“. Düsseldorf, Ende April 1836. 1 Bl. Nicht in Akademie-Ausg.
    (Bassenge, Berlin, 1986) GA Ms 536.
  3. Eigenhänd. Fragment aus der „Hermannsschlacht“. 1 Bl. Entwurf zum „Eingang“. Schluß d. 5. Auftritts. Druck: Bergmann, WA, Bd. 3, S. 202-203 (= Bruchstück 100, vgl. Bd. 3, S. 502-503.
    (Stargardt, Marburg/Lahn, 1988) GA Ms 538.
  4. Eigenhänd. Fragment aus der „Hermannsschlacht“. 1 Bl. Sowohl das unpaginierte Quartblatt wie die Namensgebungen „Armin“ (später Hermann) und „Cäcina“ (später Eggius) sind Kennzeichen für das erste Stadium der von April 1835 bis Juli 1836 entstandenen, wiederholt umgeformten Arbeiten zur „Hermannsschlacht“. Nicht in Akademie-Ausg.
    (Stargardt, Marburg/Lahn, 1990) GA Ms 540
  5. Eigenhänd. Schriftstück mit Unterschrift in seiner Eigenschaft als Auditeur des Lippischen Bataillons, Detmold, 10. Juli 1828. 1 Bl.
    (Stargardt, Marburg/Lahn, 1990) GA Ms 541.
  6. Eigenhänd. Schriftstück m. Unterschrift in seiner Eigenschaft als Auditeur des Lippischen Bataillons. Detmold, 3. Januar 1827, 1 Bl.
    (Stargardt, Marburg/Lahn, 1991) GA Ms 542.

Ferdinand Freiligrath

  1. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. an Levin Schücking. Darmstadt, 15. Dezember 1841. 1 Doppelbl. Begleitschreiben zu einer Paketsendung.
    (Stargardt, Marburg/Lahn, 1986)
  2. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. an unbekannten Empfänger. Freiligrath berichtet von s. Sohn Wolfgang, d. sich im Felde bei Bouillon (Belgien) befindet; erw. R. Wehn u. H. Rempel. Stuttgart, 16. September 1870. 1 Bl.
    (Stargardt, Marburg/Lahn, 1986)
  3. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. an Otto Müller. Stuttgart, 26. Februar 1872. 1 Bl. Berichtet über d. Zudringlichkeit eines Johann Dönges, d. ihm Dichtungen, „Schmieralien“ u. einen Brief an Joh. Jacoby in Königsberg zur Weiterbeförderung übersandte. War kürzlich in Barmen, wo er E. Rittershaus traf.
    (Stargardt, Marburg/Lahn, 1986)
  4. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. an Hermann Hauff, Redakteur d. Morgenblattes in Stuttgart. St. Goar, 2. Juli 1842. 1 Doppelbl. Erw. Louise v. Gall u. deren Novelle „Der Neuling“ u. Karl Baedeker.
    (Granier, Bielefeld, 1986)
  5. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. Friedrich Wilhelm Hackländers an Hermann Hauff, Redakteur d. Morgenblattes in Stuttgart. St. Goar, 21. August 1842. 1 Bl. Am Kopf d. Briefes eigenhänd. Zusatz von Ferdinand Freiligath m. Unterschr. F. bittet um baldigen Abdruck seiner Übersetzung von Longfellows Gedicht „The Skeleton in Armour“.
    (Granier, Bielefeld, 1986)
  6. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. an Karl Baedeker, Buchhändler in Koblenz. St. Goar, 15. August 1842. 1 Doppelbl. Bestellt d. 3. Bd. von Stolles „Die Erbschaft in Kabul“ (?), fragt nach d. Werk „Preußens Vorzeit“, erw. Longfellow u. den Bonner Buchbinder Cöllner.
    (Hartung & Karl, München 1986)
  7. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. an Johann Heinrich Künzel. Stuttgart, 18. Dezember 1870. 1 Doppelbl. Sein Sohn Wolfgang ist mit Typhus aus d. Krieg heimgekehrt, berichtet über d. Schwierigkeiten einer geplanten Ausg., erw. Rittershaus, den Verleger Keil, Karl (Buchner?) u. die „Gartenlaube“.
    (Hartung & Karl, München, 1986)
  8. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. an die Weinhandlung Thorn u. Baumann, Stuttgart. Cannstatt, 26. Januar 1876. 1 Bl. Betr. eine Weinbestellung u. eine solche nach Soest.
    (Stargardt, Marburg/Lahn, 1986)
  9. Fragment eines eigenhänd. Briefes an einen unbekannten Empfänger (mögl. an Karl Simrock?). Kronthal, (Juli 1844?). 1 Bl. Der Druck d. „Glaubensbekenntnisses“ ist zur Hälfte erfolgt. Dankt f. Goedekes Hinweis auf d. Hahnsche Buchhandlung, bittet um Stillschweigen über d. neue Publikation.
    (Felzmann, Düsseldorf, 1987)
  10. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. an C. B. Münderlohn in Weimar. Groß Monra, 13. Mai 1841. 1 Bl. Bestellt verschiedene Weine u. Apfelsinen, sendet 15 leere Flaschen zurück.
    (L’Autograph, Genf, 1987)
  11. Drei eigenhänd. Briefe m. Unterschrift an Franziska Schwiter. Köln, 11. November 1839; Unkel, 21. November 1839 (mit Beil. einer eigenhänd. Niederschrift seines Gedichts „Für Musik“); Unkel, nach 21. November 1839 (ohne Datum)
    (Stargardt, Marburg/Lahn, 1987)
  12. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. an Heinrich Schwiter. St. Goar, 30. Mai 1842. 1 Bl. Kondolenzschreiben z. Tode von H. Schwiters Frau.
    (Stargardt, Marburg/ Lahn, 1987)
  13. Eigenhänd. Gedichtmanuskript „Nadel und Draht. Eine Stimme vom Great Eastern“ m. Unterschr. 1 Bl.
    (Stargardt, Marburg/Lahn, 1987)
  14. Eigenhänd. Brief m. Unterschrift an unbekannten Empfänger („Lieber Freund“). Ohne Ort u. Datum („Mittwoch früh“). 1 Doppelbl. Sollte d. Empfänger „die Schnurre passend finden“, nennt F. zwei Korrekturwünsche.
    (Hartung & Karl, München, 1987)
  15. Eigenhänd. Brief m. Unterschrift an unbekannten Empfänger. Meyenberg b. Rapperswyl am Zürcher See, 17. April 1845. 1 Doppelbl. Dankt dem Empfänger für das „freundlich übernommene Wächteramt über meine fahrende Habe“ u. beauftragt ihn, „sämtliche Colli“ mit d. Dampfer an Fa. Eyssen u. Klaus in Mannheim befördern zu lassen. Bedauert den herben Verlust, der den Empfänger getroffen hat.
    (Hartung & Karl, München, 1987)
  16. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. an Nikolaus Trübner, Buchhändler in London. London, 4. Februar 1867. 1 Bl. Dankt für übermittelten Brief von R. Brockhaus, erw. Payer. Bei Cotta die 23. Aufl. seiner Gedichte im Druck.
    (Hartung & Karl, München, 1987)
  17. Eigenhänd. Niederschrift d. Verszeilen „Der Dichter steht auf einer höhern Warte, Als auf den Zinnen der Partei“ aus d. Gedicht „Aus Spanien“ m. Unterschr. 13. Dezember 1873. 1 Bl.
    (Bassenge, Berlin, 1987)
  18. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. an unbekannte Empfängerin. Cannstatt, 3. Oktober 1875. 1 Bl. Sendet d. Adressatin d. Manuskript „Frauenbrevier“ zurück, das d. Verleger Hallberger abgelehnt hat.
    (Stargardt, Marburg/ Lahn, 1988)
  19. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. an Arnold Ruge, Unkel, 28. August 1840. 1 Doppelbl. Über seinen Beitr. zu Ruges „Deutschem Musenalmanach“ 1840. Über d. Gedichte d. Studenten Wilhelm Ganzhorn, Dank f. Ruges Besprechung über Freiligraths „Gedichte“, 1838, in den Hallischen Jahrbüchern.
    (Stargardt, Marburg/Lahn, 1988)
  20. Quittung mit eigenhänd. Unterschr. auf Scheck der Fa. Pflaum u. Cie. Stuttgart, 29. November 1873. 1 Bl.
    (Meixner, Würzburg, 1989)
  21. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. an unbekannten Empfänger („Verehrter Herr Doktor“) in London. London, 23. Oktober 1862. 1 Doppelbl. Über d. Etymologie d. Wortes „Stampade“. Bedauert, bisher an keiner Sitzung d. wissenschaftlichen Vereins teilgenommen zu haben.
    (Stargardt, Marburg/Lahn, 1989)
  22. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. an KA. Mayer, Lehrer an d. Realschule in Elberfeld. Barmen, 7. November 1837. 1 Bl. F. konnte und kann wegen Unwohlseins und Melancholie Mayer nicht besuchen.
    (Hartung & Hartung, München, 1989)
  23. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. an d. Buchhandlung L. Kohnen, Köln. Unkel, 20. März 1840. 1 Bl. (Beil.: Visitenkarte Freiligraths) F. sendet Bücher zurück, behält jedoch „Diary of Physician“ noch, fragt nach den bestellten Gedichten von Felicia Hemans.
    (Hartung & Hartung, München, 1989)
  24. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. als Manager der General Bank of Switzerland in London an S. E. Goldschmidt in Kassel. London, 31. Januar 1860. 1 Bl. Unterrichtet den Empfänger über den Eingang eines ihn betreffenden Wechsels aus New York.
    (Stargardt, Marburg/Lalm, 1991)
  25. Eigenhänd. Brief m. Unterschr. an einen unbekannten Empfänger („Lieber Freund“). Ohne Ort, 1. Januar 1874. 1 Bl. Nennt den Schriftsteller u. Literaturhistoriker Edmund Hoefer. (Stargardt, Marburg/Lahn, 1991).
F. Freiligrath, eigenhänd. Brief, 1.1.1874 (Nr. 25), erworben am 5.4.1991