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Die Zeitschriftenstelle der Lippischen Landesbibliothek

von Gerhard Vollmar

Druckfassung in: Heimatland Lippe 76 (1983), S. 74-77.

Die Bearbeitung aller periodisch erscheinenden Veröffentlichungen, genannt „Periodika“, erfolgt in der Zeitschriftenstelle. Periodika sind Schriften, die in gleichbleibenden zeitlichen Abständen mit zusamenfassender Zählung der einzelnen Stücke und unselbständigen Beiträgen mehrerer oder vieler Mitarbeiter unter demselben Titel ohne zeitliche Begrenzung erscheinen. Dazu gehören Zeitungen, Zeitschriften, zeitschriftenartige Reihen, Jahrbücher und Haushaltspläne. Es handelt sich also um Druckschriften, die täglich, wöchentlich, monatlich, jeden zweiten Monat, vierteljährlich, halbjährlich oder als Jahrbuch (einmal im Jahr) erscheinen.

Eine alphabetisch angelegte Zeitschriftenkartei ordnet alle täglich in der Bibliothek eingehenden Periodika, in die jedes einzelne Heft mir Eingangsdatum eingetragen wird.

Über ältere, schon abgeschlossene Zeitschriften und Serien (= Serienwerke heißen fortlaufende Reihen einzelner Arbeiten meist verschiedener Verfasser, die unter einem Gesamtiitel vereinigt sind. Sie leiten, weil unbegrenzt, zu den Zeitschriften über) gibt nur der Alphabetische Katalog, kurz genannt AK, Auskunft, der neben allen anderen Veröffentlichungen auch sämtliche Titel aller in der Bibliotnek vorhandenen Periodika nachweist.

Wissenschaftliche Bibliotheken kennen vier Arten der Erwerbung von Literatur: den Kauf, das Geschenk, das Pflichtexemplar und den Tausch. Unter ihnen ist der Kauf die bedeutendste Erwerbungsart. Das Geschenk nimmt den zweiten Platz ein. Danach kommt das Pflichtexemplar und zuletzt der Tausch. Tauschgaben setzen die Bereitstellung eigener Veröffentlichungen als Gegengabe voraus. Dadurch ergibt sich die auf ca. 130 Exemplare begrenzte Stückzahl im Tausch erworbener Periodika.

Die Gesamtanzahl der jährlich laufend in der Zeitschriftenstelle eingehenden Zeitschriften liegt bei ca. 1300. Da ein vollständiger Zeitschriftenjahrgang je nach der Erscheinungsweise der einzelnen Hefte, z. B. täglich, wöchentlich, monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich, immer aus mehreren oder sogar vielen Einzelnummern besteht, erfolgt jährlich die Eintragung von etwa 12.000 verschiedenen Heften, wobei ständig geprüft werden muß, daß auch alle Hefte vom Buchhandel lückenlos geliefert wurden.

Von der Vielzahl der Periodika werden 259 der am wichtigsten erscheinenden im Zeitschriftenlesesaal mit der jeweils neuesten Nummer zur Einsicht für den Benutzer ausgelegt. Die Auslage ist systematisch d. h. nach Sachgebieten geordnet, so daß jeder Benutzer sofort überblicken kann, welche Zeitschriften für ihn in Frage kommen. Führen wir als Beispiel „Pädagogik“ an, so findet er dort u. a. die Zeitschriften: Westermanns pädagogische Beiträge, Zeitschrift für Pädagogik, Pädagogik, Neue deutsche Schule, Sozialpädagogik.

Alle übrigen Zeitschriften werden in Regalen alphabetisch abgelegt, bis diese vollständig sind. Auch diese Periodika können den Benutzern zur Einsicht im Lesesaal ausgehändigt werden. Eine Ausleihe einzelner Hefte zur Benutzung außerhalb der Bibliothek ist bei laufenden oder noch nicht gebundenen Jahrgängen nicht möglich, da bei Verlust eines Heftes eine Wiederbeschaffung schwierig oder gar unmöglich ist.

Erst wenn Titelblatt und Inhaltsverzeichnis für einen Jahrgang vorhanden sind, spricht man von der Bindereife einer Zeitschrift. Zuvor muß der Jahrgang auf Vollständigkeit durchgesehen werden, ehe er an die Einbandstelle weitergeleitet werden kann.

Zu den Aufgaben der Zeitschriftenstelle gehört es auch, daß sämtliche Periodika jährlich in die verschiedenen Zugangsbücher eingetragen und mit der Zugantgsnummer versehen werden.

Besonderer Sorgfalt bedarf es der Bearbeitung der Rechnungen für die Zeitschriften, welche durch Kauf erworben werden. Im Kaufzugangsbuch werden die genauen Titel der Zeitschriften mit Datum, genauer Angabe über den Zeitraum der Lieferung, dem Preis, des Lieferanten und dem Rechnungsdatum eingetragen. Danach erfolgt die Zuordnung zu der entsprechenden Sachgruppe. Bei den Geschenken, Pflichtexemplaren und den Tauschgaben sind die Arbeitsvorgänge ähnlich wie beim Kauf, so daß dies nicht näher beschrieben werden muß.

Angesichts der großen Bedeutung und Aktualität, welche die Zeitschriften auf allen Gebieten haben, spielt die Erwerbung in Bibliotheken eine außerordentliche Rolle und beansprucht einen beträchtlichen Teil ihrer Haushaltsmittel. Im Haushaltsjahr 1980 wurden vom Vermehrungsetat der „Lippischen Landesbibliothek“ von 280.000,- DM ca. 70.000 DM für die Beschaffung von Zeitschriftenliteratur ausgegeben.

Es folgt im Text ein Verzeichnis der  „wichtigsten“  abonnierten Zeitschriften in 15 Sachgruppen, das in dieser Online-Fassung weggelassen wurde.