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In memoriam Alfred Bergmann

von Karl-Alexander Hellfaier

Druckfassung in: Mitteilungen der Grabbe-Gesellschaft 19. Dez. 1975, S. 1-7.

In der Nacht vom 18. zum 19. Juli ist Professor Dr. Alfred Bergmann – wenige Tage vor seinem 88. Geburtstag – in seiner Wahlheimat Detmold, der Geburts- und Sterbestadt seines Dichterhelden Christian Dietrich Grabbe, gestorben. Mit seinem Freunde Wolfgang Vulpius in Weimar können wir sagen, daß der Verstorbene sein Leben in einem seltenen Maße genutzt, daß er durch Willensstärke Hindernisse und gesundheitliche Anfechtungen überwunden, sein Ziel unbeirrt verfolgt und auch erreicht hat: Mit seinem Lebenswerk hat er dem Dichter seiner Wahl und sich selbst ein unvergängliches Denkmal gesetzt.

Die Trauerfeier fand am 23. Juli, an seinem 88. Geburtstag, in der Kapelle des Waldfriedhofes Kupferberg statt; die Urne wurde in aller Stille auf dem Hiddeser Friedhof beigesetzt.

Alfred Bergmann wurde am 23. Juli 1887 als Sohn eines Kaufmanns und Fabrikbesitzers zu Waldheim in Sachsen geboren. Nach einem häuslichen Privatunterricht trat er Ostern 1894 in die erste Bürgerschule seiner Heimat stadt ein, 1898 in die Quinta des Annen-Realgymnasiums in Dresden, wo er Ostern 1906 die Reifeprüfung ablegte. Anschließend studierte er bis 1914 an den Universitäten Freiburg i. Br., München, Berlin und Leipzig Germanistik, Anglistik und Geschichte, ohne zunächst sein Studium mit einem Examen abzuschließen. Es wurde unterbrochen von seinem Militärdienst, den er als Einjährig-Freiwilliger beim Feldartillerie-Regiment Nr. 68 in Riesa (an der Elbe) ableistete. Bei Ausbruch des Krieges wurde er wieder einberufen und nahm als Staffelführer der 4. Batterie seines Regiments an den Kämpfen bei St. Souplet, St. Marie à Py, bei Lille und Ypern und an der Dezemberschlacht in Flandern teil. Am 22. Dezember wurde er zum Leutnant d. R. befördert, Anfang April 1915 zur Ersatzabteilung versetzt und am 26. März 1917 aus Gesundheitsgründen aus dem Wehrdienst entlassen.

Nun konnte er sich wieder seinen Studien widmen, denen erst die Inflation ein Ende bereitete. Im Frühjahr 1923 war er vorübergehend als Rohrträger in einer Braunkohlengrube in Mücheln bei Halle/Saale beschäftigt. In der Folgezeit sichtete er im Auftrage des Rittergutsbesitzers Dr. Hans Lindenhayn in Otzdorf bei Waldheim die im Staatsarchiv in Dresden befindlichen Orts- und Gutsakten und trat am 1. Juli 1923 als Volontär bei der Dresdner Bank, Depositenkasse Weißer Hirsch, ein; in dieser Stellung blieb er bis Ende 1924. Während der zweiten Hälfte dieses Jahres war er außerdem Privatbibliothekar des Großkaufmanns Curt Nitzsche in Dresden.

Vom 1. Januar 1925 bis zum 30. September 1928 hat er an der zweiten Ausgabe des „Katalogs der Sammlung Kippenberg“ mitgearbeitet und auch fast während dieser ganzen Zeit das Kuratorium der Sammlung innegehabt. Am 1. Oktober wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Thüringischen Historischen Kommission am Carl-August-Werk und Bibliothekar am Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar. Letztere Tätigkeit übte er bis 1937 aus. Zwischendurch promovierte er am 6. März 1930 mit einer quellenkritischen Untersuchung über „Die Glaubwürdigkeit der Zeugnisse für den Lebensgang und Charakter Christian Dietrich Grabbes“, die von der I. Sektion der philologisch-historischen Abteilung der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig angenommen worden war, zum Doktor der Philosophie. Die Doktorarbeit widmete er Dr. med. Oswald Wilhelm, seinem Onkel, „Freunde und Führer“, der ihn als erster „in den Geist germanistischer Forschung“ eingeführt hatte. Die ersten 155 Seiten erschienen im selben Jahr als „Teildruck“, die vollständige Abhandlung in einem Umfang von 616 Seiten wurde 1933 bei Ebering in Berlin als Heft 137 der „Germanischen Studien“ verlegt. Der von Bergmann aufgeworfene Fragenkomplex wurde in einer quellenkritischen Untersuchung seitdem nicht wieder aufgegriffen.

Der Dissertation waren 18 Veröffentlichungen über Grabbe vorausgegangen, darunter „Grabbes Begegnungen mit Zeitgenossen“ (1930), die er seinem einstigen Lehrer Dr. Otto Erler auf dem Annen-Realgymnasium in Dresden widmete. Hier wurde ihm, wie Bergmann selbst bekennt, eine Deutschstunde zu seiner Schicksalsstunde, als dieser Lehrer die Stelle aus dem großen Monolog des „Herzogs Theodor von Gothland“ zitierte, wo Grabbe den Herzog aufschreien läßt:

„Ha Sonne! Könnt’
Ich dich einmal bei deinen Strahlen packen –
Am Felsen wollt’ ich dein Gehirn zerschmettern,
Und dich, was Schmerz heißt, fühlen lassen!“

Den damals 16jährigen Sekundaner trafen und erschauerten diese Worte so sehr, daß er von ihnen nicht wieder loskommen konnte. In dieser „wunderbaren Unterrichtsstunde“, wie sie Alfred Bergmann in seinen „Erinnerungen und Bekenntnissen“ nennt, hatte ihm sein Lehrer den „rechten Weg“ gewiesen. Wohl dem Schüler, der dies von seinem Lehrer sagen kann, und wohl dem Lehrer, der einer solchen Ausstrahlung fähig war.

Für seinen Dichterhelden hat Alfred Bergmann das „Ungemeine“, das Außerordentliche geleistet: In Lippe und in Grabbes Vaterstadt Detmold fand sich niemand, der die „Dankbarkeit der Heimat“ gegen einen ihrer „begnadetsten, opferbereitesten und unglücklichsten“ Söhne erkannt und zur Schaffung einer Pflegestätte aufgerufen hätte, um alles zusammenzutragen, was an literarischen Papieren des Dichters der Vernichtung entgangen war. Öffentliche Stellen und private Kreise schwiegen. Der Sachse Alfred Bergmann hat die „Versäumnisse der Heimat“ nachgeholt: Er ist der Begründer des in der wissenschaftlichen Welt – weit über Deutschlands Grenzen hinaus – bekannten Grabbe-Archivs, das unter seiner Leitung als die zentrale Stätte für die Grabbe-Forschung galt.

Seine Bemühungen um diese Sammlung waren ein Stück seines Lebens: „Fallen sie einmal hinweg, so wird um mich und in mir eine Leere entstehen, an die ich nur mit Grauen denken kann“, schrieb er am 29. August 1935 an den damaligen Bibliotheksdirektor Dr. Eduard Wiegand, dem die Lippische Landesbibliothek die Erwerbung dieser einmaligen Sammlung verdankt. Sie ist eine der wenigen großen Literaturarchive, die in einem ungewöhnlich weitgespannten Rahmen angelegt ist. Der umfangreiche Literaturbestand aus dem Zeitraum 1750-1850 mit äußerst seltenen Zeitschriften macht das Archiv nicht nur für die Grabbeforschung, sondern darüber hinaus für die deutsche Literaturgeschichte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts unentbehrlich. Es ist weitaus mehr, als es sein Name besagt. Bergmann befolgte die Mahnung in Paul de Lagardes „Deutschen Schriften“, daß der Gelehrte sein Handwerkszeug selbst besitzen, „also von einer eigenen, reichhaltigen Bibliothek umgeben sein müsse“.

Inhalt und Aufbau der Sammlung erläuterte Bergmann in seiner Einführungsansprache anläßlich der feierlichen Eröffnung in der Lippischen Landesbibliothek am 15. Oktober 1938. Die Erwerbung der Sammlung durch die damalige Lippische Landesregierung bezeichnete er als ein Beispiel, „das immer eines der glänzendsten Ruhmesblätter in der Geschichte lippischer Kulturpflege bilden wird“. Vergleichbares hat sich seitdem in Lippe in der Tat nicht wieder ereignet.

Von 1938 bis zur Erreichung der Altersgrenze im Jahre 1952 stand Bergmann im Dienst der Lippischen Landesbibliothek Detmold. Seine Anstellung war gleichzeitig mit der Übernahme seiner Sammlung erfolgt, die er nunmehr als „Grabbe-Archiv Alfred Bergmann“ leitete.

Als der seit 1933 amtierende Bibliotheksdirektor am 21. April 1945 ausschied, wurde Bergmann von der Lippischen Landesregierung „formlos“ die kommissarische Leitung der Bibliothek übertragen mit dem Auftrag, die nach Grasleben in ein Bergwerk ausgelagerten Buchbestände wieder nach Detmold zurückzuführen, eine Aufgabe, die er mit Umsicht und Bravour löste. Es ist sein Verdienst, daß die Bibliothek bereits am 14. Januar 1946 ihre Pforten wieder öffnen konnte. Eine Woche vorher hatte Bergmanns kommissarische Leitung – ohne ein Wort des Dankes – ein „stillschweigendes Ende“ gefunden. Der Amtsnachfolger übernahm eine funktionsfähige Bibliothek.

Mit Bergmann vollzog sich ein Stück deutscher Zeitgeschichte an der Lippischen Landesbibliothek. Ihm war es vergönnt, das der Detmolder jüdischen Gemeinde während des 3. Reiches geraubte silberne Tempelgerät und die alten Thorarollen, die einer „zeitgeschichtlichen Sammlung“ der Bibliothek inkorporiert worden waren, dem rechtmäßigen Eigentümer wieder zurückzugeben.

Wenn auch Alfred Bergmann nicht zu den Mitbegründern der Grabbe-Gesellschaft gehört, die am 12. September 1937 in Detmold gegründet wurde, so hat doch erst die Domizilierung seiner Grabbe-Sammlung in der Lippischen Landesbibliothek und seine eigene Übersiedlung nach Detmold entscheidend zur Gründung einer solchen Gesellschaft beigetragen; obwohl er sie nicht sonderlich begrüßt hat, so hat er ihr doch von Anfang an angehört, zunächst als Leiter des Literaturausschusses und, nachdem sich die Gesellschaft unter dem 9. August 1948 eine neue Satzung gegeben hatte, bis 1956 als Vorsitzender. In seine Amtszeit fällt die bauliche Neugestaltung des Grabbe- Hauses, die zur Bruchstraße hin aus verkehrstechnischen Gründen notwendig geworden war. Fast zwei Jahrzehnte wirkte er im Beirat der Grabbe-Gesellschaft, aus dem er erst im Laufe dieses Jahres, das auch sein Sterbejahr werden sollte, aus gesundheitlichen Gründen ausschied. Die Grabbe-Gesellschaft, deren Ehrenmitglied er seit 1957 war, verdankt ihm viele Jahresgaben; eine Reihe von Manuskripten harrt noch ihrer Drucklegung.

Eine „Alfred Bergmann Bibliographie (1907-1967)“, zu seinem 80. Geburtstag von der Lippischen Landesbibliothek und der Grabbe-Gesellschaft herausgegeben, unterrichtet über Umfang und Vielfalt alles dessen, was wir als „Lebenswerk“ bezeichnen dürfen. Es wird gekrönt durch die sechsbändige historisch-kritische Gesamtausgabe von Grabbes Werken und Briefen, die Bergmann im Auftrage der Göttinger Akademie der Wissenschaften bearbeitet und vollendet hat. Er war 66 Jahre alt, als er den Auftrag hierzu erhielt, und stand im 87. Lebensjahr, als er mit dem Erscheinen des letzten Bandes im Jahre 1973 den Auftrag als erfüllt anzeigen konnte, eine Leistung, die auf dem Gebiet der Philologie ohne Beispiel dasteht. Im selben Jahr erschien in Amsterdam bei Rodopi als Band 3 der „Amsterdamer Publikationen zur Sprache und Literatur“ seine „Grabbe-Bibliographie“, die auf 512 Seiten 2.158 Nachweise enthält, die „Frucht von 60 Lebensjahren“, wie er sagte.

Diese beiden Werke stehen am Ende seines Lebenswerkes, das am 25. Februar 1904 mit dem Kauf der Reclamschen Ausgabe des „Herzog Theodor von Gothland“ für 40 Pfennig bei Benjamin Pfeil in der Annenstraße in Dresden begann; es war das „erste Buch“ in seiner „Sammlung“, das erste Buch des Grabbe-Archivs. Alfred Bergmann war damals 16 Jahre alt.

Aus dem Jahre 1911 datieren seine ersten Arbeiten über den Detmolder Dichter. „Ein Nachtrag zu Grabbes Werken“ erschien im „Euphorion“ (Bd. 18), ein Aufsatz „Grabbe als Deutscher“ in der Wissenschaftlichen Beilage Nr. 38 der Allgemeinen Zeitung (Chemnitz), und „Vier unbekannte Briefe Grabbes“ erschienen in der „Zeitschrift für Bücherfreunde“ (N. F. Jg. 3).

Grundlegend für die Bildungsgeschichte des Dichters bleibt Bergmanns Studie „Grabbe als Benutzer der Öffentlichen Bibliothek in Detmold“ (der heutigen Landesbibliothek), ein Seitenstück zu Elise von Keudell „Goethe als Benutzer der Weimarer Bibliothek“. An Hand des alten Ausleihjournals der „Öffentlichen Bibliothek in Detmold“ ist es Bergmann gelungen, für die Jahre von 1824 bis 1834 die Lektüre Grabbes „zu ihrem weitaus größeren Teile auf eine sehr exakte Weise zu bestimmen“. Für die Erforschung von Persönlichkeit und Werk des Dichters, für die Erkenntnis der geistigen Strömungen seiner Zeit ist dies um so bedeutungsvoller, da Grabbe kein Tagebuch über seine Lektüre geführt hat. Es ist erwiesen, daß sich mit Hilfe der Ausleihjournale nicht nur die Belesenheit eines Dichters erkunden, sondern auch die Frage beantworten läßt, ob die Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit einer Beeinflussung chronologisch gestützt werden könne. 

Diese Studie ist als Nummer 5 seiner „Grabbe-Privatdrucke“ 1965 „Auf Kosten des Verfassers“ erschienen. Die Reihe zählt insgesamt sechs Nummern. In ihr scheinen wohl alle die Manuskripte vervielfältigt worden zu sein, die anderswo nicht gedruckt werden konnten. Es bleibt unverständlich, daß „Grabbe als Benutzer der Öffentlichen Bibliothek in Detmold“ nicht als „Jahresgabe der Grabbe-Gesellschaft“ gedruckt worden ist.

Nicht weniger grundlegend für Grabbes Persönlichkeit und Werk ist die von Bergmann vorgelegte Sammlung „Grabbe in den Berichten seiner Zeitgenossen“, in der alles aufgenommen ist, was an authentischen Berichten der Zeitgenossen über Grabbes Persönlichkeit aufgefunden werden konnte. Doch damit begnügte sich Bergmann nicht. Der Leser findet in den Anmerkungen Wort- und Sacherklärungen, Ergänzungen, Erläuterungen und Mitteilungen über weniger bekannte Autoren und Gewährsmänner. Für eine Grabbe-Biographie, an der es immer noch fehlt, ist diese Quellensammlung unentbehrlich.

Mit der Sammlung „Grabbes Werke in der zeitgenössischen Kritik“ hat Bergmann eine weitere Quellengattung erschlossen, die in sechs Bänden als „Jahresgabe der Grabbe-Gesellschaft“ erschienen ist, historiographische Quellen, die Aussagen über Grabbes Dichtung machen.

Bergmann hat die Grundlagen für eine moderne Grabbeforschung geschaffen. In Anerkennung dieser Verdienste wurde er 1963 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und 1968 von der Grabbe-Gesellschaft mit der Grabbe-Medaille ausgezeichnet. Im selben Jahr verlieh ihm der Kultusminister des Landes Nordrhein-Westfalen den Titel eines Professors.

Grundlage für eine Bergmann-Biographie bleiben Bergmanns eigene „Erinnerungen und Bekenntnisse“ (1941). Sie sagen über Charakter, Mentalität und Psyche des Autors mehr aus, als es eine andere Quelle vermag. Bergmanns Lebensgeschichte dürfte in entscheidenden Partien mit der Geschichte seiner Sammlung identisch sein.

Alfred Bergmann gehört der Generation an, die in den Ersten Weltkrieg zog, durch die Inflation alle Vermögenswerte verlor und die die zwölf Jahre, die auf das Jahr 1933 folgten, gewollt oder ungewollt zu bestehen hatte, eine Zeit, von der der Zeithistoriker sagt, daß sie geistfeindlich war, aus Unbehagen und Überdruß am Geiste ein Aufstand dumpfer Ressentiments gegen die Verpflichtung zum Denken, zur Kritik, zu geistiger Klarheit und zur Frage nach der Wahrheit. Nicht viele seiner Generation haben diese Zeit so bestanden, wie sie Bergmann bestanden hat. In der vom staatlich organisierten Zeitgeist propagierten Grabbe-Szenerie nehmen sich seine Studien wie Oasen in der Wüste aus. Er wußte, daß sein Dichterheld nicht zu den Großen gehört, wohl aber, daß er sich weit über das Mittelmaß hinaushebt. 

Die vom Grafen Schlieffen für den Generalstabsoffizier formulierte Maxime: „Viel leisten, wenig hervortreten, mehr sein als scheinen“ stand unausgesprochen und ungeschrieben über Bergmanns anspruchslosem, bescheidenem und an Bedürfnislosigkeit einmaligem Leben.

Bergmanns Werk zeichnet sich aus durch eine seltene Geschlossenheit, durch peinliche Sorgfalt, besonnenes und unbestechliches Urteil, disziplinierte und voraussetzungslose Wahrheitssuche, durch Leidenschaft und Liebe. Bergmann war ein Forscher aus Begeisterung zur Akribie und ein Sammler aus Passion, ein Vorbild an Hingabe und Leistung, ein Leitbild im Ethos wissenschaftlicher Arbeit. Nichts war ihm Routine, alles immer nur schöpferischer Auftrag, und geistige Arbeit bis zu seinem letzten Atemzug ein ständiges Lebensbedürfnis.

Die wissenschaftliche Welt, die Alfred Bergmann mit seinem Werk bereichert hat, ist ärmer geworden; sie hat eine geistig streng profilierte, charakterlich durch und durch integre Forscherpersönlichkeit verloren. Sein Name und sein Werk sind eingegangen in das unsterbliche Reich der Bücher.