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Schach in Lippe

Eine Ausstellung von Horst Paulussen in der Lippischen Landesbibliothek Detmold

vom 11.10. bis 23.11.2007

Louis Paulsen

Zum 150. Jahrestag eines lippischen Weltrekords zeigt die Lippische Landesbibliothek Detmold eine Ausstellung zur Geschichte des Schachspiels in Lippe. Im Oktober 1857 trat Louis Paulsen (1833-1891), Sohn eines Blomberger Kartoffelzüchters, beim 1. Internationalen Schachturnier in New York ohne Ansicht des Brettes gegen fünf Spieler an und gewann – eine unglaubliche Gedächtnisleistung. Die Presse feierte ihn als „stärksten Spieler der Welt“, und das amerikanische Schachgenie Paul Morphy zeichnete ihn mit einer Goldmedaille aus.

Diese denkwürdige Pionierleistung bildet den Hintergrund für die aktuelle Ausstellung. Horst Paulussen, leidenschaftlicher Schachspieler und Verfasser des Standardwerks zur lippischen Schachgeschichte, hat sie mit Unterstützung des Schachbezirks Lippe erarbeitet. Er legt Wert auf die Feststellung, dass er sein Engagement als aktiven Beitrag der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Lippischen Landesbibliothek Detmold e.V. versteht, deren Gründungsmitglied er ist. Die Ausstellung ist vom 11. Oktober bis 23. November 2007 in der Lippischen Landesbibliothek zu sehen.

Vermittelt durch Horst Paulussen, hat die Lippische Landesbibliothek seit 1978 einen umfangreichen Bestand älterer, zum Teil sehr seltener Schachliteratur zusammengetragen. Diese Sammlung wird laufend durch aktuelle Bücher und Zeitschriften ergänzt. Manche Kostbarkeit befindet sich aber schon seit Jahrhunderten im Besitz der Bibliothek, so das älteste deutschsprachige Schachlehrbuch, das Herzog August von Braunschweig-Lüneburg 1616 unter Pseudonym veröffentlicht hat (mehr dazu →hier).

Die Ausstellung präsentiert Schachliteratur des 17. bis 19. Jahrhunderts aus dem Bibliotheksbestand, dazu Fotos und Objekte aus der lippischen Schachpraxis der letzten 150 Jahre. Sie verfolgt das Schachspiel in Lippe vom Großmeister Paulsen und seiner schachwütigen Familie über Meisterspieler der Region bis zu den Schacherben der Gegenwart.

Ein umfangreiches Begleitprogramm wirbt für dieses großartige und in vielfältiger Hinsicht lehrreiche Spiel. Während der Ausstellung stehen dem Publikum in der Landesbibliothek Schachspiele zum Ausprobieren und ein Schach-Computer zur Verfügung. Horst Paulussen führt jeweils donnerstags von 17 bis 20 Uhr, unterstützt von seinem Schachfreund Udo Hötger, Interessierte in das Schachspiel und den Umgang mit Schachliteratur ein und lässt an seinem umfassenden Wissen zu Geschichte und Gegenwart des Schachspiels teilhaben. Im Schulschach aktiv, hofft er besonders auch auf den Zustrom junger und jüngster Schachspieler.

Bildnachweis: Deko-Bild unter Verwendung eines Fotos von Alan Light, lizenziert als CC-BY-SA 3.0.