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Grillparzers „Medea“

Eine Ausstellung der Lippischen Landesbibliothek
ab 25. Januar 2007 im Landestheater Detmold

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Nr. 1

Nr. 2

Der gewalttätigste Mythos der antiken Literatur als Charaktertragödie: eine Frau verteidigt radikal ihr Selbst in asozialer Umgebung.

Das Landestheater Detmold führt ab 25. Januar 2007 Franz Grillparzers Trauerspiel "Medea" auf. Die Lippische Landesbibliothek begleitet die Inszenierung mit einer Ausstellung.

Zu sehen sind neben der Erstausgabe von Grillparzers Tragödie aus dem Jahr 1822 die antiken Medea-Bearbeitungen von Euripides, Seneca und Ovid und die klassizistische Medea-Tragödie Corneilles aus dem 17. Jahrhundert als Grillparzers literarische Vorlagen, dazu zeitgenössische Medea-Dramen, die Grillparzer gekannt hat. Die Detmolder Bühnengeschichte von Grillparzers "Medea" im 19. Jahrhundert veranschaulichen Theaterzettel, Rollenhefte, Zeitungsannoncen und Kritiken.

 
1
Franz Grillparzer
Stich von Ludwig Jacoby nach einem Aquarell von Moritz Michael Daffinger, 1827
In: Grillparzer’s Sämmtliche Werke. – Bd. 10
Stuttgart: Cotta, 1872

A 791b.1.1-10

2
Das goldene Vließ
Dramatisches Gedicht in drei Abtheilungen
von Franz Grillparzer
Wien: Wallishausser, 1822

In den Jahren 1818 bis 1820 entstand Grillparzers Dramen-Trilogie „Das goldene Vließ“ , bestehend aus den drei Teilen „Der Gastfreund“, „Die Argonauten“ und „Medea“. Die Uraufführung der Stücke fand am 26. und 27. März 1821 im Wiener Burgtheater statt. Der Erfolg war mäßig, so dass andere Theater das Werk zunächst ablehnten. Daher entschloss sich Grillparzer zum Druck. Die Erstausgabe der Trilogie erschien im Mai 1822 in Wien.

18.06.677

Nr. 3

Nr. 4

Mythologische Nachschlagewerke

3
Götterlehre oder mythologische Dichtungen der Alten
zusammengestellt von Karl Philipp Moritz
Berlin: Unger, 1791

Während eines Landaufenthalts in Baden bei Wien stieß Grillparzer in einem mythologischen Lexikon auf den Sagenstoff der Medea. Er schreibt: „Nun wußte ich, wie natürlich, die Geschichte dieser berüchtigten Zauberin sehr wohl, hatte aber die einzelnen Ereignisse in solcher Nähe auf einmal nie vor mir gehabt. Mit derselben Plötzlichkeit wie bei meinen früheren Stoffen gliederte sich mir auch dieser ungeheure, eigentlich größte, den je ein Dichter behandelt. Das Goldene Vlies war mir als ein sinnliches Zeichen des ungerechten Gutes, als eine Art Nibelungenhort, obgleich an einen Nibelungenhort damals niemand dachte, höchst willkommen.“

Karl Philipp Moritz’ Darstellung der antiken Mythologie, zuerst 1791 in dieser Ausgabe erschienen, war ein sehr erfolgreiches und lange Zeit maßgebliches Buch. Moritz fasste die antiken Sagenstoffe erstmals als Fantasieprodukte antiker Autoren, also als Dichtung auf.

Th 1636

4
Briefe über die Mythologie der Griechen und Römer
mit den vorzüglichsten Darstellungen ihrer Dichter
für Jungen und Mädchen
von S. F. B. Stivarius, Prediger zu Cappel im Lippischen
Lemgo: Meyer, 1829

Auch ein lippischer Landpfarrer konnte darauf hoffen, mit einem Nachschlagewerk zur antiken Mythologie „für Jünglinge und Mädchen“ Einnahmen zu erzielen. Die Abschnitte 73 und 74 erzählen die Argonautensage und die Medea-Geschichte nach.

Th 1639

Nr. 5

Nr. 6

Nr. 8

Grillparzers wichtigste Vorlagen: Antike Medea-Dramen

5
Euripidis Tragoediae
Nova Editio accurata in usum praelectionum accademicarum et scholarum
Ex nova recognitione Aug[ust] Matthiae
Bd. 1. - Leipzig: Weigel [u.a.], 1819

Grillparzer begann die Arbeit an seiner Trilogie zunächst mit ausführlichen Quellenstudien. Umfangreiche Auszüge von seiner Hand aus der Medea-Tragödie des Euripides, die im Jahr 431 v. Chr. in Athen aufgeführt wurde, sind erhalten.

14.02-27,1
aus der Bibliothek des Detmolder Gymnasiums Leopoldinum

6
Euripidou Medeia. Euripidis Medea
In usum studiosae juventutis recensuit et illustravit Petrus Elmsley, A.M.
Leipzig: Hartmann, 1822

Die griechischen Ausgaben der „Medea” des Euripides im Bestand der Lippischen Landesbibliothek sind Schulbücher und stammen aus dem Besitz der beiden lippischen Gymnasien.

Ph 3554
aus der Bibliothek des Lemgoer Gymnasiums

 
7
Euripides Werke
metrisch übersetzt und mit Anmerkungen begleitet von Gustav Ludwig, Pfarrer in Malmsheim. - Bd. 6: Medea. - Stuttgart: Metzler, 1838

Ph 525

8
L. Annaei Senecae Tragoediae
Ad optimas editiones collatae. Praemittitur notitia literaria studiis societatis Bipontinae. - Editio accurata. - Zweibrücken: Societas Bipontinae, 1785

Auch von der Medea-Tragödie Senecas aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. fertigte Grillparzer handschriftliche Auszüge. Das Titelkupfer dieser lateinischen Ausgabe von 1785 zeigt Medea mit ihren beiden toten Söhnen auf der Flucht aus Korinth mit dem Schlangenwagen.

Ph 1132

Nr. 10.1

Nr. 10.2

Nr. 10.3

Die Medea-Erzählung des Ovid

9
P. Ovidii Nasonis Opera omnia
E recensione P. Burmanni. Curavit indicesque rerum et verborum philologicos adiecit Chr. Guil. Mitscherlich. - Bd. 1. – Göttingen: Dieterich, 1796

Die bekannteste antike Erzählung der Medea-Sage, die auch Grillparzer für sein Drama studierte, ist in Buch 7 von Ovids „Metamorphosen“ nachzulesen. Diese lateinische Ausgabe des Textes stammt aus dem Besitz des Fürstlich Lippischen Geheimen Justizkanzleirats Moritz Leopold Petri (1802-1873).

18.01.167-1

10
Les Metamorphoses d’Ovide en Latin et François
Divisées en XV. livres. De la Traduction de Mr. Pierre Du-Ryer Parisien. - Edition nouvelle, enrichie de tres-belles Figures. - Amsterdam: Blaeu [u.a.], 1701

Diese Parallelausgabe des lateinischen Versepos und der französischen Prosaübersetzung von Ovids „Metamorphosen“ erschien mit 124 Kupferstichen 1702 bei einem Amsterdamer Verlagskonsortium. Die Argonautensage ist mit drei Kupferstichen illustriert.

Die erste Illustration zum 7. Buch zeigt Iason in Kolchis, wie er den Drachen bezwingt, der das Goldene Vlies bewacht: er schläfert ihn durch Besprengen mit einem Zaubersaft ein. Das goldene Widderfell ist im Bildhintergrund an einem Baum hängend zu sehen. Anschließend besteigt der Held sein Schiff Argo, nimmt die Zauberin Medea als Braut mit und segelt heim nach Iolkos.

Die zweite Illustration zeigt Medea in Thessalien bei der Verjüngung des Aeson, Iasons Vater.

Die dritte Illustration zeigt Medea, die den Palast des Kreon in Korinth in Brand gesteckt hat und jetzt ihre beiden Kinder tötet.

Ph 105.2°

11
Des Herrn du Rier Abbildungen von Ovids Verwandlungen in CXXIV Kupferstichen
Zur Erklärung und Zierde aller Ausgaben in Octavo. - Frankfurt, Leipzig: van Düren, 1766

Eine preiswerte Ausgabe der 124 Kupferstiche zu Ovids „Metamorphosen“ war dieser Oktavband, begleitet von den Erläuterungen des französischen Schriftstellers und Übersetzers Pierre Duryer (1605-1658).

Ph 1067 

12
P. Ovidii Nasonis Metamorphoseon Libri XV
Des Ovidius XV Bücher der Verwandlungen, mit Anmerkungen und einem Wörterbuche zum Nutzen der Jugend herausgegeben von Albert Christian Meineke. – 2 Theile. – Lemgo: Meyer, 1807-1808

Der Eisenacher Gymnasialrektor Albert Christian Meineke gab in der Meyerschen Buchhandlung zu Lemgo eine lateinische Schulausgabe der „Metamorphosen“ heraus. Deren erste Auflage erschien 1807/08, eine zweite Auflage 1825.

14.02.2606

13
Verwandlungen nach Publius Ovidius Naso
von Johann Heinrich Voss. - 2., durchgesehene und mit einem Anhang vermehrte Auflage. - Braunschweig: Vieweg, 1829

Grillparzer hat sicherlich die berühmte Übersetzung der „Metamorphosen“ von Johann Heinrich Voss genutzt, die zuerst 1798 bei Vieweg erschienen war. Voss versuchte die antike Versgestalt des Hexameters in allen Nuancen wiederzugeben und schloss sich dem Original auch in der Wortbildung und Wortstellung so eng an, dass seine Übersetzung die Zeitgenossen befremdete. Dennoch hat sie sich bis heute gehalten und ist mittlerweile selbst klassisch geworden.

Ph 1068a

Nr. 14

Nr. 15

Nr. 16

Nr. 17

Corneilles Medea-Dramen

14
Pierre Corneille
Stich von Bernard Picart, 1725. – In: Le Theatre de P. Corneille. – Nouvelle Edition. – Bd. 1. – Amsterdam: Chatelain, 1740

Die Medea-Tragödie von Pierre Corneille (1606-1684) wurde 1635 in Paris uraufgeführt. Inhaltlich folgt sie im wesentlichen Senecas Version des Stoffes.

F 578-1

15
Medée, Tragédie, 1635
In: Le Theatre de P. Corneille. – Nouvelle Edition. – Bd. 2. – Amsterdam: Chatelain, 1740

Der Kupferstich zeigt Medea, die im Schlangenwagen aus Korinth flüchtet. Sie hinterlässt den brennenden Palast des Kreon und Iason, der sie mit dem Schwert verfolgt. Am Boden liegt die ermordete Kreusa in den Resten des Medea-Kleides, und auf der Trage wird der tote Kreon aus dem Palast geschleppt.

F 578-2

16
Medée, Tragédie, 1635
In: Oeuvres de P. Corneille, avec les Commentaires de Voltaire. – Bd. 2
Paris: Renouard, 1817

Der Kupferstich von Jean Bosq nach einer Zeichnung von Jean Michel Moreau zeigt Medea auf der Flucht mit dem Schlangenwagen und Iason, der in hilfloser Drohgebärde zurückbleibt. Am Boden liegen die beiden toten Söhne.

A 606.1.2-2

17
Ouverture de l’opéra Medée à grand Orchestre
Composé par L[uigi] Cherubini. – Leipzig : Whistling, o.J.

Die 1797 in Paris uraufgeführte Erfolgsoper „Medée“ von Luigi Cherubini (1769-1842)  ist eine Vertonung von Corneilles Medea-Tragödie. Sie stand in Wien bis 1817 auf dem Spielplan und war Grillparzer sicher bekannt.

Mitte des 19. Jahrhunderts unterhielt Friedrich Whistling in Leipzig einen Musikverlag, der auch die Ouvertüre von Cherubinis Medea-Oper herausbrachte. Dieser Druck wurde in Einzelstimmen für die Detmolder Hofkapelle beschafft und, wie Eintragungen belegen, auch genutzt.

Mus-n 389

Nr. 18

Nr. 19

Nr. 20

Nr. 21

Zeitgenössische Medea-Dramen

18
 Friedrich Wilhelm Gotter
In: Gedichte von Friedrich Wilhelm Gotter. – Bd. 2. – Gotha: Perthes, 1802

Friedrich Wilhelm Gotter (1746-1797) war Geheimsekretär am herzoglichen Hof in Gotha. Seit seinem Göttinger Jurastudium pflegte er engen Kontakt zu Theatergruppen, schrieb Stücke für sie und wirkte auch selbst als Schauspieler und Regisseur. Mit seinen mehr als 40 eigenen Theaterstücken war er zu Lebzeiten einer der meistgespielten deutschen Bühnenschriftsteller.

D 818-3

19
Gedichte
von Friedrich Wilhelm Gotter. – Bd. 2. – Gotha: Ettinger, 1788

Band 2 seiner 1778/88 erschienenen literarischen Werke enthält vier Trauerspiele zu antiken Sagenstoffen nach dem Vorbild der französischen Klassiker, darunter sein Medea-Drama, dem Grillparzer wesentliche Anregungen verdankte. Das Titelkupfer von Daniel Chodowiecki zeigt Medea mit ihren beiden Kindern vor dem Palast in Korinth.

D 818-2

20
Medea, im Klavierauszuge. Der Dialog von Gotter
In Musik gesetzt von Georg Benda. - Leipzig: Schwickert, 1778

Gotters Melodram „Medea“ war 1775 mit Musik des herzoglich Gothaischen Kapelldirektors Georg Benda (1722-1795) in Leipzig uraufgeführt worden. Es wurde als beliebtes Repertoirestück bis 1835, also noch zu Grillparzers Zeit, auch in Wien gespielt.

Mus-n 3617

21
Friedrich Maximilian Klinger
Stich von Friedrich Wilhelm Bollinger, 1814. – In: F. M. Klingers Werke. –  Bd. 1
Königsberg: Nicolovius, 1815

Friedrich Maximilian Klinger (1752-1831) war einer der bedeutendsten Dramatiker der Sturm-und-Drang-Zeit. Er verfasste zwei Medea-Dramen, die Grillparzer ebenfalls für seine Bearbeitung heranzog: „Medea in Korinth“ entstand bereits 1786, „Medea auf dem Kaukasus“ 1791.

 A 752a.1.1-1

22
F. M. Klingers Werke
Bd. 2. – Königsberg: Nicolovius, 1815

Klingers „Medea in Korinth“ entspricht stofflich Grillparzers „Medea“. Nur durch die Liebe zu Iason und ihren Kindern mit den Menschen verbunden, wird Medea durch Iasons Untreue auf ihre barbarisch-dämonische Herkunft zurückverwiesen. Iason hingegen glaubt, über die sanfte Kreusa, die auch die Neigung der Kinder gewinnt, wieder Anschluss an die Menschen zu finden. Klingers „Medea auf dem Kaukasos“ stellt Sühne und Erlösung Medeas dar, die, unter ein Naturvolk versetzt, vergebens sucht, es zu veredeln.

A 752a.1.1-2

Nr. 23

Nr. 24

Detmolder Inszenierungen im 19. Jahrhundert

Schon zu Grillparzers Lebzeiten wurde die ganze Trilogie am Burgtheater nur neunmal, die „Medea“ separat aber 37-mal aufgeführt. Als zugkräftiges Einzelstück mit der weiblichen Bravour-Rolle der Titelheldin gehört das Drama bis heute zum Repertoire der deutschsprachigen Bühnen.

23
Das Goldene Vließ von Grillparzer
Rollenhefte des Detmolder Theaters aus dem Jahr 1823

Die Theatertruppe von August Pichler war seit 1825 für das Detmolder Hoftheater engagiert. Ihr Aufführungsmaterial ist in der Lippischen Landesbibliothek überliefert. Die Truppe spielte im Frühjahr 1823 in Münster und Osnabrück die gesamte Trilogie „Das Goldene Vließ“ an jeweils zwei Abenden.

Die Rollenhefte sind auszugsweise Anschriften der gedruckten Erstausgabe. Auf den Heften sind die Namen der Schauspieler vermerkt. Die Rolle der Medea übernahm Madame Schmidt.

T 246

24
Theateranzeige vom 26. Februar 1870
Aus: Fürstlich Lippisches Regierungs- und Anzeige-Blatt vom 26. Februar 1870, S. 253

Unter der Intendanz von Moritz Krüger (1866-1875) kam Grillparzers „Medea“ am 28. Februar 1870 in Detmold zur Aufführung. Eine Besprechung der Aufführung hat es nicht gegeben.

Lz 32-1870

Nr. 25

Nr. 27

Nr. 28

Nr. 31

Theatergöttinnen

25
Extra-Vorstellung
Gastspiel der Königl. Bairischen Hofschauspielerin Frl. Clara Ziegler
Theateranzeige aus: Lippische Landes-Zeitung vom 13. November 1880

In den achtziger Jahren gastierten zu erhöhten Eintrittspreisen berühmte auswärtige Tragödinnen als Medea, so 1880 Clara Ziegler (1844-1909) aus München. Die Ziegler feierte mit Grillparzers Medea über vierzig Jahre lang Theatertriumphe. Sie spielte die Rolle mehr als 300-mal in 60 Städten und begeisterte mit ihrem deklamatorischen Pathos überall unfehlbar das Publikum.

Lz 35.2°-1880

26
Gastspiel der Königl. Bairischen Hofschauspielerin Frl. Clara Ziegler
Aus: Lippische Landes-Zeitung vom 14. November 1880

Wie die Besprechung ausweist, nutzte die „reisende Heroine“ ihre Starrolle auch in Detmold für einen großen Auftritt, bei dem das Ensemble zugunsten solistischer Effekte ganz vernachlässigt wurde. Damit feierte sie auch hier einen rauschenden Tournee-Erfolg.

Lz 35.2°-1880

27
Clara Ziegler als Medea. Szenenfoto
Stadttheater Ulm, 23.12.1863. - Lichtdruck nach einem Ölgemälde von Georg Papperitz. - Aus: Claudia Balk: Theatergöttinnen: inszenierte Weiblichkeit. - Basel [u.a.], 1994. - Kat.-Nr. CZ 17

KLYD 102

28
Medea. Theaterzettel
Fürstliches Theater in Detmold
I. Gastspiel der Königl. Bayerischen Hofschauspielerin Frau Magda Irschick
Mittwoch, den 20. Januar 1886

Magda Irschick (1841-1935), vielgefeierte Münchener Hofschauspielerin, trat seit 1877 nur noch als Gastiervirtuosin an den renommierten Bühnen Europas und Amerikas auf. Sie gastierte vom 20. bis 24. Januar und dann noch einmal Anfang Mai 1886 auch in Detmold. Hier spielte sie ihre Paraderolle als Grillparzers Medea, aber auch die Margarethe in Eugène Scribes „Die Erzählungen der Königin von Navarra“, die Judith in Friedrich Hebbels „Judith und Holofernes“ und die Griseldis in Friedrich Halms gleichnamigem Erfolgsstück.

Tz 331

29
Theaterkritik zur Medea-Aufführung am 20. Januar 1886
Aus: Lippische Landes-Zeitung vom 21. Januar 1886

Der Theaterkritiker der Landes-Zeitung schilderte anderntags seinen Lesern den enthusiastischen Beifallssturm, mit dem die Medea-Virtuosin gefeiert worden war. Doch auch von einem theatralischen Missgeschick war zu berichten: „Schließlich mußte doch noch ein neckischer Kobold den Totaleindruck des Abends beeinträchtigen, indem durch ein Versehen auf dem Theaterzettel, wonach anstatt der wirklichen 4 das Stück 5 Akte umfassen soll, veranlaßt, die Theaterkapelle nach dem 4. Akte noch eine Konzertnummer spielte und dadurch manchen an dem wirklichen Schluß irre werden ließ und erst Herr Direktor Tannenhofer denselben offiziell verkünden musste.“

Lz 35.2°-1886

30
Theateranzeige zur Medea-Aufführung
am 20. Januar 1886. - Aus: Lippische Landes-Zeitung vom 19. Januar 1886

Lz 35.2°-1886

31
Magda Irschick
Nach einer Photographie gezeichnet von C. Kolb. - Aus: Die Gartenlaube. - Berlin. - Jg. 1885, S. 223

POB 32