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Lippisches Literaturarchiv

 

Das Lippische Literaturarchiv, eine Einrichtung der Lippischen Landesbibliothek Detmold, widmet sich vorrangig den aus Detmold stammenden Dichtern Grabbe, Freiligrath und Weerth und ist Sammelstätte literarischer und wissenschaftlicher Nachlässe aus der Region. Es besitzt darüber hinaus 500 Einzelautographen und 30 Stammbücher. Die Sammlung ist in den Räumen der Landesbibliothek zugänglich.
Benutzung

 

Grabbe-Archiv
(Christian Dietrich Grabbe 1801-1836)

Besonders hervorzuheben ist das Grabbe-Archiv, das von dem Literaturwissenschaftler Alfred Bergmann gegründet und 1938 an die Landesbibliothek übergeben worden ist. Es umfasst neun vollständige Werkhandschriften sowie zahlreiche Fragmente von Christian Dietrich Grabbes Dramen, 42 von ihm verfasste Theaterrezensionen, ca. 250 Briefe von Grabbe, darunter seine Briefe an die Eltern, an seine Frau, an Ludwig Gustorf, an den Redakteur Hons vom Düsseldorfer Fremdenblatt, an Karl Immermann, an die Verleger Georg Ferdinand Kettembeil und Carl Georg Schreiner, an Christian von Meien, an die Meyersche Hofbuchhandlung in Lemgo, an Moritz Leopold Petri, Ludwig Tieck und andere, und ca. 200 Briefe und Manuskripte von anderen Verfassern, dazu einige biographische Dokumente (Schulzeugnisse, Verlagskontrakte, Protokolle aus Grabbes juristischer Tätigkeit etc.). Der Illustration seiner Biographie dienen 300 zeitgenössische Porträtstiche und Stadtansichten. Ergänzt wird das handschriftliche Material durch eine 13.000 Bände zählende Bibliothek, in der außer der gesamten Primär- und Sekundärliteratur einschließlich der Rezensionen zu Bühnenaufführungen des Detmolder Dramatikers auch die motivverwandte und die von Grabbe rezipierte und kritisierte Literatur in Erstausgaben sowie die Werke seiner Zeitgenossen in Gesamtausgaben zu finden sind.

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Freiligrath-Sammlung
(Ferdinand Freiligrath 1810-1876)

Den Grundstock zur Freiligrath-Sammlung legte der Dichter selbst im Jahre 1862 mit der Schenkung von acht Gedichtmanuskripten an die Landesbibliothek. Heute umfasst sie 60 Gedichtautographen, ca. 400 Briefe von Ferdinand Freiligrath und ca. 110 an ihn, dazu mehrere Stammbücher, die Akten über die Freiligrath-Dotation und Porträts. Der Nachlass von Freiligrath liegt im Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar, seine umfangreiche Bibliothek befindet sich in der Boston Public Library in den USA. Jedoch hat seine 34 Bände zählende Jugend-Bibliothek den Weg ins Lippische Literaturarchiv gefunden.

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Weerth-Archiv
(Georg Weerth 1822-1856)

Für das Georg-Weerth-Archiv konnten bei seiner Gründung 1970 noch ein Gedichtautograph und zwanzig Briefe des ersten sozialistischen Dichters erworben werden, sein weitaus größerer literarischer Nachlass war schon viel früher ins Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis nach Amsterdam gelangt. Mehr als 400 Briefe jedoch zählt der in Detmold vorliegende dazugehörige Briefwechsel zwischen den Eltern Georg Weerths und seinen Brüdern Carl, Wilhelm und Ferdinand. Der umfangreiche Briefwechsel des Georg-Weerth-Biographen Karl Weerth mit verschiedenen Wissenschaftlern bildet eine weitere wertvolle Ergänzung. Wie zu Grabbe wird auch zu Freiligrath und Weerth die relevante Literatur im Lippischen Literaturarchiv mit größtmöglicher Vollständigkeit gesammelt.

 

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Autorennachlässe

Das Lippische Literaturarchiv betreut die handschriftlichen Nachlässe und Sammlungen von zur Zeit 47 Autoren, die in Lippe geboren wurden oder hier gelebt und gearbeitet haben; dazu kommen derzeit 500 Einzelautographen. Die Nachlasser gehören nach ihren Lebensdaten dem 19. und 20. Jahrhundert an. Die Bestände wurden und werden der Landesbibliothek in der Regel als Schenkung übereignet; die Landesbibliothek sichert ihre Erhaltung und macht sie einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich. Andererseits wendet die Bibliothek für den Ankauf von Ergänzungen im Autographenhandel erhebliche Mittel auf.

Der Umfang der einzelnen Archive reicht von wenigen Blättern bis zu vielen Hundert Archiv-Einheiten. Das Sammlungsgut besteht aus Werkhandschriften mit Vorarbeiten und Entwürfen, aus Briefen von und an die Autoren, aber auch aus Dokumenten und Bildmaterial zu ihrer Biographie. Der Stellenwert dieser Nachlässe ist nicht zu unterschätzen; in den Korrespondenzen finden sich vielfach auch Briefe namhafter Schriftsteller, die nicht nach Lippe gehören, wie Julius Bab, Ernst Bertram, Herbert Eulenberg, Paul Fechter, Hanns Johst, Hermann Löns, Kurt Pinthus, Gerhard Pohl, Lulu von Strauß und Torney, Paul Zech, Stefan Zweig und anderen.

Literatur:
Literarische Nachlässe als Quelle der Biographienforschung
Vortrag beim Workshop "Biografienforschung"der Fachstelle Geschichte des Lippischen Heimatbundes
Schloss Brake, Lemgo, 25. Oktober 2008
von
Julia Freifrau Hiller von Gaertringen

 

Familien- und Vereinsarchive

Familie von Meien

 

Schließlich besitzt das Lippische Literaturarchiv einige Familienarchive

  • Krohn
  • Lülwes
  • v. Meien
  • Schönfeld
  • v. Stünzner/v. Tresckow

Detmolder Bildungsverein

und Vereinsarchive

  • Detmolder Bildungsverein
    Der Bildungsverein zu Detmold wurde im Januar 1881 gegründet, im Juli 1936 beschloss er die Selbstauflösung und den Anschluss an die NS-Kulturgemeinde. - Das Archiv umfasst Akten, Protokolle, Tätigkeits- und Jahresberichte sowie die Veranstaltungsprogramme des Bildungsvereins mit Zeitungsberichten darüber. Ein geringer Teil bezieht sich auf die Tätigkeit der NS-Kulturgemeinde.
  • Vereinigte Frauenvereine Detmold

sowie eine Sammlung von

Autographen der Meyerschen Hofbuchhandlung.

 

Einzelautographen

In seiner Sammlung von Einzelautographen verfügt das Lippische Literaturarchive über 500 Schriftstücke von der Hand verschiedener Persönlichkeiten aus den Bereichen Literatur, Kunst, Politik und Wissenschaft.

Stammbücher

Die Lippische Landesbibliothek und das Lippische Literaturarchiv Detmold verwahren ein Anzahl Stammbücher aus verschiedenen Jahrhunderten, darunter

  • das Stammbuch des lippischen Landesherren Simon VI., Graf und Edler Herr zu Lippe (1594)

  • das Stammbuch des Forschungsreisenden Engelbert Kämpfer (1674-1694)

  • die Stammbücher aus der Familie Melos/Freiligrath (1820-1898)

  • Stammbücher von Personen des 18. und 19. Jahrhunderts

  • die Stammbücher aus dem Familienarchiv Schönfeld

Forschungsthemen

Das Lippische Literaturarchiv bietet eine Fülle von Materialien zur regionalen Literaturgeschichte, die zwar erschlossen, aber noch nicht wissenschaftlich aufgearbeitet sind. Einzelne Nachlässe bieten die Möglichkeit literaturwissenschaftlicher Pionierarbeit, die unbelastet durch Sekundärliteratur geradewegs in Angriff genommen werden kann.
Offene Forschungsthemen

Kataloge

Der Bestand des Lippischen Literaturarchivs an Archivalien und Drucken ist durch alphabetische und systematische Zettelkataloge erschlossen. Seit 1990 erfolgt die Katalogisierung mittels EDV. Der EDV-Katalog ist nur in den Räumen der Bibliothek nutzbar.

Benutzung

Die Bereitstellung der Bestände des Literaturarchivs erfordert den Einsatz bibliothekarischen Fachpersonals und kann daher nicht in jedem Fall umgehend erfolgen. Es empfiehlt sich, den Benutzungswunsch vorab anzumelden. Autographen und Bildmaterialien können nur nach telefonischer Rücksprache bzw. schriftlicher Voranmeldung zur Benutzung bereitgestellt werden.

Bei der Benutzung der Bestände  ist für besonders pflegliche Behandlung Sorge zu tragen. Unsere Bibliothek ist nach den Richtlinien des Altbestandszertifikats zur Einhaltung besonderer Schutzmaßnahmen verpflichtet. Mit der Bestellung von Materialien in den Lesesaal erkennen Sie unsere besonderen Benutzungsbedingungen an.

Für die Benutzung ist im Lesesaal ein gesonderter schriftlicher Antrag zu stellen, der auch als pdf-Datei verfügbar ist. Die Lippische Landesbibliothek erwartet im Interesse der laufenden Dokumentation und der Information für weitere Benutzer die Überlassung eines Belegexemplars oder Sonderdrucks von allen Arbeiten, die mit Hilfe ihrer Sondersammlungen angefertigt wurden.

Aktuelles zu Autoren in der Region

Kontakt

Schriftliche und telefonische Anfragen richten Sie bitte an
Dipl.-Bibl. Claudia Dahl
Lippische Landesbibliothek Detmold. Hornsche Strasse 41. D-32756 Detmold
Tel +49 (5231) 92660-0
Fax +49 (5231) 92660-55
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Last update: 04.09.09


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