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Simon VI. und die Wissenschaften: Handschriften online gestellt!

von Christine Rühling • 29.05.2018

Das Interesse Simons VI. erstreckte sich auf zahlreiche Wissensgebiete. Im Bereich der Naturwissenschaften beschäftigte er sich u.a. mit Alchemie und Metallurgie. Die Landesbibliothek stellt nun zwei „Probier-Bücher“ aus Simons Bibliothek online: Jost Bürgis „Von Probierungen und Schmelzungen der Metalle“ (1598; Signatur: Mscr 86) und Christoff Draubels „Schmelz- und Probierbüchlein“ (1593; Signatur: Mscr 85). „Probier-Bücher“ beschrieben zur damaligen Zeit die Verfahren, um bei Mineralien und Metallen Inhaltstoffe zu analysieren.

Die Handschriften finden Sie hier:

http://s2w.hbz-nrw.de/llb/content/titleinfo/6629518

http://s2w.hbz-nrw.de/llb/content/titleinfo/6625209

Beide Autoren haben ihre Abhandlungen explizit Simon VI. gewidmet. Bürgi war ein Schweizer Uhrmacher, Mathematiker und Astronom, der am Hof des Landgrafen Wilhelm IV. von Kassel beschäftigt war. Seine an Simon gerichtete Schrift befasst sich mit der Prüfung von Erzen und Metallen, dem Bau von Probieröfen und der Herstellung von Farben. Der Vergleich seiner Unterschrift am Ende des Eingangskapitels mit dem Text zeigt, dass er die Handschrift sicher nicht selbst geschrieben hat.

Während es sich bei  Bürgi um eine durchaus bekannte Figur handelt, wissen wir über Draubel wenig, und es ist etwas Spürsinn erforderlich:  Christoff Draubel war am Kasseler Hof als Münzwardein bzw. Münzmeister, also als Beamter, der Erze und Münzen untersucht, tätig. In lippischen Quellen des 19. Jahrhunderts wird er für die Jahre 1598/99 als Münzmeister Simons genannt. Er befasst sich in seiner Handschrift explizit mit der „Probierkunst“´. Eine weitere Handschrift Draubels liegt in der Landes- und Murhardschen Bibliothek in Kassel (Signatur: 4° Chem. 95):

https://orka.bibliothek.uni-kassel.de/viewer/image/1516358008508/1/

 

Meine in Kassel tätige Kollegin Dr. Brigitte Pfeil konnte durch Handschriftenvergleiche im Marburger Archiv ermitteln, dass es sich bei der Kasseler und der Detmolder Handschrift um Autographen, also um von Draubel selbst geschriebene Texte, handelt. Ein Vergleich der beiden Handschriften wäre sicher einmal lohnenswert!

Im Bereich der Alchemie waren zu Simons Zeit zahlreiche zwielichtige Gestalten unterwegs – Simon selbst finanzierte für verschiedene Unternehmungen Alchemisten, auf Schloss Brake existierte zeitweise ein Laboratorium, doch (finanzielle) Erfolge blieben aus. Bürgi und Draubel können hingegen als „solide“ Vertreter ihrer Wissenschaft gelten; zumindest die Detmolder Handschriften beschäftigen sich mit nüchternen, eher technischen Verfahren ihrer Kunst.

Wenn Sie sich für Simon und die Alchemie interessieren, vgl. Sie:

Michael Bischoff: „…auch sonst von allerlei Sachen Bücher“ – Simon VI. zur Lippe und die Wissenschaften. In: Im Dienst des Kaisers. Graf Simon VI. zur Lippe. Bearbeitet von Heiner Borggrefe. Lemgo 2014, S. 109-141.
ZXUS 112

Und zu Bürgi zuletzt:

Fritz Staudacher: Jost Bürgi, Kepler und der Kaiser. Uhrmacher, Astronom, Mathematiker, Instrumentenbauer, Erz-Metallurgist. 1552-1632. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage. Zürich 2018, zur Detmolder Handschrift: S. 107-109.
VAHB 114


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