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Neues von Freiligrath mit GFF-Hilfe

von Joachim Eberhardt • 17.02.2021

Die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Lippischen Landesbibliothek e.V. hat uns den Kauf zweier jüngst im Antiquariatshandel angebotener Freiligrath-Briefe ermöglicht.

Den ersten Brief schrieb Freiligrath an seinen Freund Wilhelm Langewiesche (1807-1884). Er stammt aus den frühen Jahren ihrer Freundschaft, als beide in Barmen lebten. Am 20.11.1838 entschuldigt sich Freiligrath in sehr zerknirschtem Ton, dass er am Vorabend laut geworden sei, als der Freund keinen weiteren Wein mehr trinken wollte, und gelobt Besserung. Langewiesche sei der einzige „wahre Freund“ in Barmen und derjenige, der ihm „auch [s]eine Fehler mit treuer Freundeswarnung“ zeige. – Dieser Brief war zwar bereits veröffentlicht, aber an ziemlich versteckter Stelle, und das Original war bislang nicht bekannt. Nun liegt es in der Landesbibliothek mit Signatur FrS 653.

Hier sind Scan und Transkription des Briefes:

https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:51:1-23935

Dass die Freundschaft zwischen beiden keinen Knacks bekam, lässt sich wohl daraus schließen, dass Freiligrath dann zusagte, für das Projekt „Das malerische und romantische Westfalen“ zu den Texten beizutragen. Sein späterer Rückzug daraus mag indes wohl für eine Verstimmung gesorgt haben, doch sind weitere Zeugnisse davon nicht bekannt.

Der zweite nun erworbene Brief stammt von 1862. Er ist bisher unbekannt. Freiligrath informiert über eine finanzielle Transkription, die er auf Bitten des Bruders des Adressaten vornimmt, und deutet an, dass man sich im Sommer bei der Weltausstellung in London treffen könnte.

Der Autographenhändler Koestler meint, dass ebenfalls Langewiesche der Adressat sei. Da ist Skepsis geboten, da im Brief selbst Freiligrath an den mit „Lieber alter Freund“ bezeichneten Adressaten schreibt, man wolle im Sommer auf das Wohl „unseres alten Gönners Langewiesche“ trinken. Vielleicht kommt Koestler zu diesem Schluss, weil er beide Briefe aus gleicher Quelle erworben hat? – Wahrscheinlicher ist, wie Bernd Füllner meint, dass Levin Schücking der Adressat ist: Langewiesche war für beide ein „Gönner“ als Verleger des Projekts „Das malerische und romantische Westfalen“.

Hier sind Scan und Transkription des Briefes:

https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:51:1-23941

Dieser Brief hat nun die Signatur FrS 654.


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